Geldverbrennung leicht gemacht
Die Banken machens ja grad vor, wie man durch unverantwortliche Zockerei, völlig überzogene Gewinnerwartungen und vor allem durch absolute Ignoranz und puren Egoismus ein komplettes Wirtschaftssystem an die Wand fahren kann.
Dachten Steinbrück und Merkel auf dem letzten Minigipfel offenbar noch, dass die deutschen Bänker davon nicht betroffen sind, weil sie ja so seriös sind, hat ihnen die Hypo Real jetzt mal gepflegt die Augen geöffnet.
80 Milliarden Euro.
ACHTZIG MILLIARDEN.
Meine Fresse, kann mal jemand ausrechnen, wie lang man arbeiten muss, um nur ein Zehntel dieses Betrages aufzubringen?
Und die Verluste in den USA gehen in die Billionen. Der Rettungspakt für die Banken dort hat mal eben den Umfang des Haushaltes in Deutschland. Super.
Das mal als Anhaltspunkte, wie sehr es gerade brennt. Die ersten Leute ziehen offenbar die Gelder von den Banken ab und investieren die ins Kopfkissen, getreu dem Motto „was ich hab, das hab ich“.
Ich verstehe, wenn jemand mault, dass die Gesellschaft für die verbrecherischen Transaktionen der Banken geradestehen soll. Das kann nicht richtig sein, mein Gerechtigkeitsempfinden läuft da auch Amok.
Aber die Alternativen sind keine. Greift der Staat nicht ein und überläßt das ganze dem freien Spiel des Marktes, wären die Konsequenzen verheerend. Und das sind dann die Szenarien, die man von 1929 zur genüge kennt. Wer glaubt, dass es diesmal nicht so kommen wird, der irrt: Es würde schlimmer werden, da auch viel mehr Werte zu vernichten sind.
Viel zuviele Leute haben geglaubt, dass Aktienhandel und Fondsinvestitionen Selbstläufer sind, ohne mal zu hinterfragen, was genau das eigentlich ist, wo man sein Geld investiert. Sie haben blind vertraut.
Ich mag ja „Arme Leut“ sein, aber „arme leut“ wissen, dass man das Geld nur dahingibt, wenn man verstanden hat, was man da bezahlt.
Und ich stelle mal die Behauptung auf, dass die wenigsten Leute wussten, was sich hinter den Subprime-Krediten verbarg.
Womit wir wieder bei verbrecherischen Transaktionen sind. Die vielleicht nicht strafwürdig sind, weil die entsprechenden Gesetze fehlen, die aber moralisch verbrecherisch sind, weil sie mit dem Geld anderer Leute verschwenderisch aus reiner Lust an der Zockerei und aus grenzenloser Habgier geboren sind.
Die Gesellschaft muss jetzt für diese Verbrecher haften und die Banken aus dem Staatssäckel retten.
Das geht in Ordnung, wenn damit schlimmere Konsequenzen abgewendet werden können.
Doch ist bitteschön auch die Frage nach Kompensation zu stellen. Die Banken, die jetzt aus dem Staatstopf gerettet werden, müssen dieses Geld mit Zins und Zinseszins und Strafgebühr zurückzahlen. Über den Zeitraum kann man gerne reden, das geht nicht von heute auf morgen.
Aber alles andere wäre ein ziemlich schlechter Witz.
Veröffentlicht am 8. Oktober 2008, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.
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