Gold, Munition und Waffen
Gestern in Spiegel-TV. Man mag über die Sendung streiten wie man will (ich fand die Intention der Reporter gestern stellenweise widerlich. Was erwarten die eigentlich,w enn die mit Kamera und Mikro in der Hand nach US-Reportermanier auf die Leute zulaufen? Antworten? Ne, wohl eher nicht, da gings um den Vorführeffekt, nichts weiter. Und das, meine Freunde, ist nicht Journalismus sondern Journaille). Aber: gestern hat sie ein paar Broker zu Wort kommen lassen, die dann Tipps gaben, in was man noch investieren sollte.
Eigentlich wurde da richtig deutlich, was auf uns zukommen kann. Ein Broker, sichtlich von Galgenhumor geplagt, meinte:
„Gold, Munition und Waffen, das sollten sie kaufen.“
Und er meinte damit sicherlich keine Wertpapiere. Das als halbwegs ernst gemeinten Rat zu bringen, hat schon was. Muss ich auf meine alten Tage noch den Umgang mit Waffen lernen? Ich mein, von meiner Klappe abgesehen?
Interessant war auch die Sendung, in die ich gestern kurz reingezappt bin. Anne Will diskutierte mit einigen Bankern und dem unvermeidlichen Oskar Lafontaine über die gegenwärtige Krise.
Und was mir gleich sauer aufgestoßen ist: Woher nehmen diese Leute eigentlich ihre bodenlose Arroganz? Da sitzt ein Hilmar Kopper arrogant lächelnd und kanzelt einen Vorredner ab.
Ich mein, der Mann gehört zu der Riege, die unser Wirtschaftssystem durch krasses Versagen gepflegt an die Wand gefahren haben – dem würde ein wenig Demut und Selbsterkenntnis gut anstehen, nicht jedoch Arroganz.
Das kann sich nur jemand leisten, der etwas geleistet hat. Nicht sich etwas geleistet…
Und noch eine Notiz am Rande: Es lohnt sich, sich mit dem Fall Island zu beschäftigen. Allem Anschein nach haben die Hedgefonds es aus reiner Gewinnsucht darauf angelegt, Island in den Staatsbankrott zu treiben.
Das war pure Absicht, die haben scharf geschossen. Sorry liebe Leute, aber wo Will auch recht hat:
Ein Wirtschaftssystem, das so etwas nicht bestraft und vor allem nicht bestrafen kann, weil es keine Verantwortlichen gibt (das hat man ja fein ausbaldowert), darf so nicht weiterexistieren.
Naja, wirds wohl auch nicht auf die Dauer.
Hat auf dem ZDFinfokanal noch einer die Lachnummer gesehen, die sagte, dass wir jetzt die Talsohle erreicht haben und es aufwärts geht? Schlimmer kanns nicht kommen? *g*
Aussage des ehemaligen Bundesbankers bei Anne Will: Seit 1970 hat sich das Geldvolumen durch Spekulationsgewinne verxfacht. ich glaub, das war ein Wert im Tausenderbereich.
Gleichzeitig ist aber die physische Wertschöpfung nicht mitgestiegen. Das _real verfügbare Vermögen_ ist gerade mal um ein Zehntel des Geldvolumens gestiegen.
Das bedeutet nichts anderes, als dass Geld zum Selbstzweck geworden ist und nicht mehr als Tauschmittel für Güter eingesetzt wird.
Das bedeutet aber auch, dass gewaltige Korrekturen nach unten gemacht werden müssen.
Und DAS wiederum bedeutet: Alle Spargroschen in Gold anlegen. Die sind sonst weg. Man frage die Großeltern, was in der Währungsreform passiert ist…
Veröffentlicht am 13. Oktober 2008, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.
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