Hochzeit
Ne, nicht meine. Bloß nicht. Einmal reicht. 🙂
Aber meine Cousine hat geheiratet. Groß in Weiß, eine schöne Braut – sie ist ja auch eine wunderschöne Frau.
Vorher hab ich noch überlegt, was du sagst, was du tust… und musste feststellen: Sie ist meine Cousine, ich hab sie richtig gern. Aber eigentlich kennst du sie gar nicht. Da muss ich dringend mal was dran ändern. 😉
Aber erstmal die Hochzeit.
Schmankerl am Rande: Ich hab leider erst gestern mitbekommen, dass meine Eltern und meine Schwester sich drum gestritten haben, wer mich jetzt mitnimmt. Meine Eltern meinten: Schwesterchen und sie meinte, ne, Eltern. Weil die halt mehr Platz im Auto hatten. Und Nichte mit 4 Jahren halt noch viel Platz wegnimmt und das Auto nicht so wirklich groß ist.
Mutti sauer, weil sie halt so spät loskam. Hätte ich das vorher gewusst, hätt ich denen gesagt: Vergesst es, ich bleib hier. Aber sowas erfährste ja immer erst im Nachhinein. In einem unbedachten Nebensatz.
Außerdem Mutti sauer, weil sie nicht am „Familientisch“ saß und darin eine Zurückweisung durch meine Tante interpretierte. Meine Fresse, gehts noch? Da gabs keinen Familientisch. Das wurde gewürfelt und das war auch gut so.
Wir also hingefahren. Mutti wieder sauer, weil sie „nur“ 300 Euro geben konnte und nicht wie geplant 350 Euro. Tja, das Leben ist kein Ponyhof und bitte, kommen nur mir 350 Euro nicht etwas übertrieben vor? 300 find ich schon viel. Auch für eine Hochzeit. Aber naja, egal. Wir also losgefahren. Mutti hatte die Karte schon vorbereitet und von uns durfte dann auch keiner mehr unterschreiben, das hätte die Karte verschandelt.
Danke.
Mutti wurde dann schon ziemlich aggressiv. Naja, nicht „wurde“. WAR. Das hat sie auch nicht wirklich eingestellt, sondern sich wie immer wenig Zurückhaltung auferlegt. Und für mich ist ein zu enger Kontakt mit meiner Mutter über mehr als 2 Stunden nie gesund. Mir gehts spätestens dann richtig kacke.
Als wir ankamen: *klack* Schalter umgelegt und gestrahlt, alles lustig, alles toll. Und meinte Tante sooooo toll. ICH krieg sowas nicht hin, ich brauch, wenn ich genervt bin, immer erst ein Viertelstündchen um runterzukommen. Und „genervt“ trifft meinen Zustand jetzt nicht so ganz nach der Fahrt.
War aber egal, ich konnte mich fürs erste entspannen, Mutti war ja friedlich. Mein Vater war auch zufrieden. Dann umziehen, abmarsch, los.
Trauung war soweit hübsch, meine Nichte hat sich wirklich mustergültig benommen. War auch nicht lange, die Pastorin hats fix gemacht 🙂
Dann Drama, next Chapter: Der Auto-Korso. OK, ich kanns verstehen, wenn man da mitwill. Ich kanns verstehen, wenn man dann in einem Auto sitzt, dass einfach losfährt und man keine Möglichkeit hat, das zu stoppen, dass man dann sauer wird. Aber kann mir mal einer erklären, wie man sauer wird, weil man nicht im Autokorso mitfährt, wenn man SELBST am Steuer sitzt? Die hat echt solange räsoniert, dass man ihr „die Freude verdorben hat“ und „was für eine doofe Hochzeit“ das doch ist, weil sie nicht im Autokorso „mitfahren konnte“.
Äh, hallo? Ich hab nicht am Gaspedal gesessen und ich hab auch nicht das Lenkrad in der Hand gehabt. Worauf mein Vater auch mal recht unfreundlich hingewiesen hat, woraufhin auch mal ruhe war.
Dann ging die Feier und das Essen los und mein Vater wurde immer unruhiger. Inzwischen bekam ich auch mit, warum: Mutti wurde auch immer aggressiver. Mal noch nur gegen uns. Sie „ließ das bei uns raus, weil wenn nicht bei euch wo sonst?“ und außerdem trank sie wieder zuviel. Was sie ja immer noch glaubt, ist, dass wir das nicht mitbekommen.
Traumtänzerin.
Meine Eltern meinten irgendwann, es wär besser, wenn wir nach Hause fahren. Mein Vater vor allem, aber auch Mutter hielt es für eine gute Idee. Und nachdem ich sah, wie Muttern so drauf war, ich auch.
Und hier kommt jetzt die Stelle, für die ich mich, nachdem ich das andere „drumherum“ erfahren hab, selbst prügeln könnte. Ich hab dann gesagt, dass _ich_ nach Hause will, weil ich halt Probleme habe.
Gut, das Thema war bald vom Tisch, weil halt auch schnell akzeptiert, nur meine Tante hat nach Alternativen gesucht. Und eigentlich, wäre die Ausrede wahr gewesen, auch eine gefunden hätte.
Aber ich wollte nur noch meine Mutter da rausholen, weil die wirklich bösartig wurde. Zwei Sprüche hab ich mir eingefangen, die sehr mies waren und wirklich niedrig. Und vor allem eins: Sie haben mich eiskalt über die Klinge springen lassen. Das Messer wird lange brauchen, was ichim Rücken hatte. Bitte rekapitulieren: Meine Eltern hatten die Idee mit dem nach Hause fahren. Und Mutter stellt das dann so dar, dass sie ja gerne geblieben wär, weil ja alles soooo toll war und nur meinetwegen würden sie nach Hause fahren.
Und ich wollte die Kuh buchstäblich nur noch vom Eis haben.
Gut, die Fahrt hat gedauert, weil die A1 2 Vollsperrungen hatte. Mutter wurde auch immer aggressiver. Zu Vati: „Mach mal Radio an“ – in dem sanften Tonfall zwischen Stalin und einem KZ-Aufseher gelagert.
Als der nicht sofort die Knöpfe gefunden hat: „Dann lass sein, du kriegst ja nie was hin…“ sowas halt.
Was mich ankotzt: Es ist von uns KEINER in der Lage der Dame Grenzen aufzuzeigen. Sie ist grenzenlos in ihren Übergriffen und erlegt sich keinerlei Zwang auf. Und ist absolut perfekt dabei, dafür zu sorgen, dass SIE ständig als das Opfer UNSERER Macken dasteht.
Sie hat das ganze geschmissen, da beißt die Maus keinen Faden ab. Aber dank MEINER Dämlichkeit und MEINER Erziehung steh ich als diejenige dar, die es verschuldet hat.
Danke Mutti. Das merke ich mir nachhaltig. Und vielleicht ziehe ich ja eines Tages auch die Konsequenzen daraus.
Das ganze ist ziemlich persönlich, daher erstmalig auch Kommentare deaktiviert.
Veröffentlicht am 21. Juni 2009, in alltägliche Katastrophen. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.
warf folgenden Kuchen auf den Teller
Hochzeit
Ne, nicht meine. Bloß nicht. Einmal reicht. 🙂
Aber meine Cousine hat geheiratet. Groß in Weiß, eine schöne Braut – sie ist ja auch eine wunderschöne Frau.
Vorher hab ich noch überlegt, was du sagst, was du tust… und musste feststellen: Sie ist meine Cousine, ich hab sie richtig gern. Aber eigentlich kennst du sie gar nicht. Da muss ich dringend mal was dran ändern. 😉
Aber erstmal die Hochzeit.
Schmankerl am Rande: Ich hab leider erst gestern mitbekommen, dass meine Eltern und meine Schwester sich drum gestritten haben, wer mich jetzt mitnimmt. Meine Eltern meinten: Schwesterchen und sie meinte, ne, Eltern. Weil die halt mehr Platz im Auto hatten. Und Nichte mit 4 Jahren halt noch viel Platz wegnimmt und das Auto nicht so wirklich groß ist.
Mutti sauer, weil sie halt so spät loskam. Hätte ich das vorher gewusst, hätt ich denen gesagt: Vergesst es, ich bleib hier. Aber sowas erfährste ja immer erst im Nachhinein. In einem unbedachten Nebensatz.
Außerdem Mutti sauer, weil sie nicht am „Familientisch“ saß und darin eine Zurückweisung durch meine Tante interpretierte. Meine Fresse, gehts noch? Da gabs keinen Familientisch. Das wurde gewürfelt und das war auch gut so.
Wir also hingefahren. Mutti wieder sauer, weil sie „nur“ 300 Euro geben konnte und nicht wie geplant 350 Euro. Tja, das Leben ist kein Ponyhof und bitte, kommen nur mir 350 Euro nicht etwas übertrieben vor? 300 find ich schon viel. Auch für eine Hochzeit. Aber naja, egal. Wir also losgefahren. Mutti hatte die Karte schon vorbereitet und von uns durfte dann auch keiner mehr unterschreiben, das hätte die Karte verschandelt.
Danke.
Mutti wurde dann schon ziemlich aggressiv. Naja, nicht „wurde“. WAR. Das hat sie auch nicht wirklich eingestellt, sondern sich wie immer wenig Zurückhaltung auferlegt. Und für mich ist ein zu enger Kontakt mit meiner Mutter über mehr als 2 Stunden nie gesund. Mir gehts spätestens dann richtig kacke.
Als wir ankamen: *klack* Schalter umgelegt und gestrahlt, alles lustig, alles toll. Und meinte Tante sooooo toll. ICH krieg sowas nicht hin, ich brauch, wenn ich genervt bin, immer erst ein Viertelstündchen um runterzukommen. Und „genervt“ trifft meinen Zustand jetzt nicht so ganz nach der Fahrt.
War aber egal, ich konnte mich fürs erste entspannen, Mutti war ja friedlich. Mein Vater war auch zufrieden. Dann umziehen, abmarsch, los.
Trauung war soweit hübsch, meine Nichte hat sich wirklich mustergültig benommen. War auch nicht lange, die Pastorin hats fix gemacht 🙂
Dann Drama, next Chapter: Der Auto-Korso. OK, ich kanns verstehen, wenn man da mitwill. Ich kanns verstehen, wenn man dann in einem Auto sitzt, dass einfach losfährt und man keine Möglichkeit hat, das zu stoppen, dass man dann sauer wird. Aber kann mir mal einer erklären, wie man sauer wird, weil man nicht im Autokorso mitfährt, wenn man SELBST am Steuer sitzt? Die hat echt solange räsoniert, dass man ihr „die Freude verdorben hat“ und „was für eine doofe Hochzeit“ das doch ist, weil sie nicht im Autokorso „mitfahren konnte“.
Äh, hallo? Ich hab nicht am Gaspedal gesessen und ich hab auch nicht das Lenkrad in der Hand gehabt. Worauf mein Vater auch mal recht unfreundlich hingewiesen hat, woraufhin auch mal ruhe war.
Dann ging die Feier und das Essen los und mein Vater wurde immer unruhiger. Inzwischen bekam ich auch mit, warum: Mutti wurde auch immer aggressiver. Mal noch nur gegen uns. Sie „ließ das bei uns raus, weil wenn nicht bei euch wo sonst?“ und außerdem trank sie wieder zuviel. Was sie ja immer noch glaubt, ist, dass wir das nicht mitbekommen.
Traumtänzerin.
Meine Eltern meinten irgendwann, es wär besser, wenn wir nach Hause fahren. Mein Vater vor allem, aber auch Mutter hielt es für eine gute Idee. Und nachdem ich sah, wie Muttern so drauf war, ich auch.
Und hier kommt jetzt die Stelle, für die ich mich, nachdem ich das andere „drumherum“ erfahren hab, selbst prügeln könnte. Ich hab dann gesagt, dass _ich_ nach Hause will, weil ich halt Probleme habe.
Gut, das Thema war bald vom Tisch, weil halt auch schnell akzeptiert, nur meine Tante hat nach Alternativen gesucht. Und eigentlich, wäre die Ausrede wahr gewesen, auch eine gefunden hätte.
Aber ich wollte nur noch meine Mutter da rausholen, weil die wirklich bösartig wurde. Zwei Sprüche hab ich mir eingefangen, die sehr mies waren und wirklich niedrig. Und vor allem eins: Sie haben mich eiskalt über die Klinge springen lassen. Das Messer wird lange brauchen, was ichim Rücken hatte. Bitte rekapitulieren: Meine Eltern hatten die Idee mit dem nach Hause fahren. Und Mutter stellt das dann so dar, dass sie ja gerne geblieben wär, weil ja alles soooo toll war und nur meinetwegen würden sie nach Hause fahren.
Und ich wollte die Kuh buchstäblich nur noch vom Eis haben.
Gut, die Fahrt hat gedauert, weil die A1 2 Vollsperrungen hatte. Mutter wurde auch immer aggressiver. Zu Vati: „Mach mal Radio an“ – in dem sanften Tonfall zwischen Stalin und einem KZ-Aufseher gelagert.
Als der nicht sofort die Knöpfe gefunden hat: „Dann lass sein, du kriegst ja nie was hin…“ sowas halt.
Was mich ankotzt: Es ist von uns KEINER in der Lage der Dame Grenzen aufzuzeigen. Sie ist grenzenlos in ihren Übergriffen und erlegt sich keinerlei Zwang auf. Und ist absolut perfekt dabei, dafür zu sorgen, dass SIE ständig als das Opfer UNSERER Macken dasteht.
Sie hat das ganze geschmissen, da beißt die Maus keinen Faden ab. Aber dank MEINER Dämlichkeit und MEINER Erziehung steh ich als diejenige dar, die es verschuldet hat.
Danke Mutti. Das merke ich mir nachhaltig. Und vielleicht ziehe ich ja eines Tages auch die Konsequenzen daraus.
Das ganze ist ziemlich persönlich, daher erstmalig auch Kommentare deaktiviert.
Veröffentlicht am 21. Juni 2009, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.
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