Bernie Ecclestone


…ist DER Beweis dafür, dass man im Alter die Finger von politischen Erklärungen lassen sollte.

Ich vermute, es ist schrecklich das zu sagen, aber

Wenn ein Satz SO anfängt, kanns nicht gut weitergehen. Und die Highlights aus dem Interview sind wirklich nicht von schlechten Eltern.

„abgesehen von der Tatsache, dass Hitler mitgerissen und überredet wurde, Dinge zu tun, von denen ich nicht weiß, ob er sie tun wollte oder nicht – konnte er viele Menschen führen und war fähig, Dinge zu erledigen“

Jau, man frage mal die Millionen Opfer, die er erledigt hat. Und ihn jetzt als unwissendes Opfer seiner Untergebenen darzustellen, als jemand, der nicht wusste, was da lief, finde ich schon ein…sagen wir es mal höflich: gewöhnungsbedürftiges Geschichtsbild.

Politiker machen sich zu viele Gedanken über die Wahlen“, so der 78-Jährige Milliardär laut „Times“. Auch sei es ein großer Fehler gewesen, Saddam Hussein zu stürzen: „Er war der Einzige, der das Land kontrollieren konnte.“

Ah ja. OK, mit Saddam hat er insofern nicht ganz Unrecht, als das es in der Tat ein Fehler war, ihn gestürzt zu haben. Denn Saddam war nun mal der Führer (man verzeihe mir in diesem Zusammenhang das Wortspiel) eines souveränen Landes. Und nur weil den Amis die Nase nicht passte, die sie sich da rangezogen haben, musste Saddam weg da. Aus keinem anderen Grund.
Sehr schön wird das auch hier erklärt. Und Volker Pispers hat da wirklich recht.

Aber, *hust* die Demokratie dann ad acta zu legen, weil Diktatoren doch alles viel besser können…
naja, man frage mal die chinesischen Dissidenten, man frage mal Ken Saro-Wiewa, man frage mal in Südafrika Nelson Mandela, oder auch Steven Biko. Oder Aung San Suu Kyi.

Oder all die anderen, die sich in ihrem Leben für Freiheit eingesetzt haben und von den herrschenden Diktatoren deswegen gnadenlos verfolgt werden.

Diktatur mag irgendwann in der Historie einmal als positiver Begriff gegolten haben. Er ist es nicht mehr.

Und wer sich für Diktatur stark macht, um die Probleme unserer Länder zu lösen, hat einiges nicht begriffen.

Oder er ist ein verkalkter Tattergreis, der in Rente gehen sollte und ganz sicher nicht ein Millionenunternehmen leiten.

Hm. Tja, Bernie, quo vadis?

Veröffentlicht am 4. Juli 2009, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

warf folgenden Kuchen auf den Teller