Familienbande
Eins vorab: Ich liebe meine Schwester wirklich. Aber manchmal könnt ich ihr kaltlächelnd den Hals umdrehen.
Fürs BKA: Nein, das ist keine Androhung eines Amoklaufs. Nur eine literarische Umschreibung meines derzeitigen Gemütszustandes, der mit „sauer“ nicht angehend beschrieben wird.
Meine Schwester hat ja eine kleine Tochter. Die sollte jetzt ein Fahrrad bekommen. Also haben die zwei Tanten zusammengelegt und Muttern gab detaillierte Instruktionen, was für ein Fahrrad das sein sollte.
Nun, das Fahrrad, was Muttern von Nichte sich so vorstellte war: Quietschrosa und von der Firma „Pucky“.
Pucky-Räder sind teuer. Schlicht und ergreifend. Sie sind schweineteuer. Und auch als wir zusammengeworfen haben, waren meine Schwester und ich uns einig, dass wir für den Namen nicht eine Heidenkohle raushauen werden.
Also haben wir ein anderes Fahrrad gekauft. Das jetzt nicht von Pucky ist, aber auch rosa. Und Nichte ist jetzt nicht so in dem Alter, mit 4 Jahren, wo es ihr schon auf Marken ankommt.
Aber Muttern kommt es auf Marken an. Man kann doch Precious nicht mit einem No-Name-Fahrrad rumfahren lassen. Das ist doch total unsicher, Puckyfahrräder sind halt was besonderes und man merkt ja schon am Preis, dass die Qualität gut ist.
Alles in allem ist sie total auf die Markenschiene reingefallen. Etwas wenig Selbstbewusstsein, was durch übertriebene Markentreue aufpoliert wird, ist da sicherlich inbegriffen.
Naja. Schwesterchen halt. Ich kenn sie ja und ihre diesbezügliche Macke.
Aber es hört auf, wenn sie
1. weiß, dass die Tanten das zusammen mit Nichte aufbauen wollten und sie das einfach mal selber macht, um zu sehen, ob es auch „richtig“ ist
2. wenn sie seit einer Woche rummault, ob man das nicht gegen ein Puckyrad tauschen kann, wenn sie dann beim Verkäufer auf der Webseite rumsucht, bis sie rausfindet, dass man das Fahrrad tauschen kann, obwohl sowohl ICH als auch Schwesterchen ihr gesagt haben: Nein, es wird nicht getauscht
3. wenn sie deshalb jetzt sagt: „Ich tausch das Fahrrad und ihr kauft ihr dann ein anderes Geschenk“ und dann ne Liste macht, was wir dann ordnungsgemäß anzuschleppen haben. Wohlwissend, dass sowohl Schwesterchen als auch ich uns das Fahrrad diesen Monat buchstäblich vom Mund abgespart haben und es deswegen bei uns beiden diesen Monat mehr wie nur ein bisschen eng ist.
und
4. wenn sie sich wegen Maulereien am Fahrrad an die derzeit sehr kranke Schwester wendet, von der sie genau weiß, dass die ihr nichts entgegensetzen kann und sich so die Legitimation holt, sich zu benehmen wie ne Wildsau.
Ne, sorry, aber da mach ich nicht mehr mit. Gerade hab ich, weil ich mir selbst da nicht ganz traue, eine Email geschrieben und sie mal freundlich gefragt, ob sie noch alle Tassen im Schrank hat und sie soll jetzt bitte endlich mal Ruhe geben, es würde reichen.
Was mich bei der Geschichte wirklich stutzig macht: Sie kann überhaupt nicht mehr unterscheiden, was gut oder nicht gut ist. Sie ist total auf den Punkt fixiert und sieht nicht mehr, was rechts und links davon ist, wen sie evtl. vor den Kopf stößt. Sie steht morgens um 4 Uhr auf und putzt die gesamte Bude durch. Kind wird 5x täglich umgezogen, die macht sich nicht dreckig. Im Gegenteil, wenn sie dreckig ist, weint sie, weil sie das ja eklig findet.
Da ist eine ganz ungesunde Entwicklung bei ihr im Gange. Nur – wie bringe ich ihr das bei? *seufz*
Veröffentlicht am 26. Juli 2009, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.
warf folgenden Kuchen auf den Teller
Familienbande
Eins vorab: Ich liebe meine Schwester wirklich. Aber manchmal könnt ich ihr kaltlächelnd den Hals umdrehen.
Fürs BKA: Nein, das ist keine Androhung eines Amoklaufs. Nur eine literarische Umschreibung meines derzeitigen Gemütszustandes, der mit „sauer“ nicht angehend beschrieben wird.
Meine Schwester hat ja eine kleine Tochter. Die sollte jetzt ein Fahrrad bekommen. Also haben die zwei Tanten zusammengelegt und Muttern gab detaillierte Instruktionen, was für ein Fahrrad das sein sollte.
Nun, das Fahrrad, was Muttern von Nichte sich so vorstellte war: Quietschrosa und von der Firma „Pucky“.
Pucky-Räder sind teuer. Schlicht und ergreifend. Sie sind schweineteuer. Und auch als wir zusammengeworfen haben, waren meine Schwester und ich uns einig, dass wir für den Namen nicht eine Heidenkohle raushauen werden.
Also haben wir ein anderes Fahrrad gekauft. Das jetzt nicht von Pucky ist, aber auch rosa. Und Nichte ist jetzt nicht so in dem Alter, mit 4 Jahren, wo es ihr schon auf Marken ankommt.
Aber Muttern kommt es auf Marken an. Man kann doch Precious nicht mit einem No-Name-Fahrrad rumfahren lassen. Das ist doch total unsicher, Puckyfahrräder sind halt was besonderes und man merkt ja schon am Preis, dass die Qualität gut ist.
Alles in allem ist sie total auf die Markenschiene reingefallen. Etwas wenig Selbstbewusstsein, was durch übertriebene Markentreue aufpoliert wird, ist da sicherlich inbegriffen.
Naja. Schwesterchen halt. Ich kenn sie ja und ihre diesbezügliche Macke.
Aber es hört auf, wenn sie
1. weiß, dass die Tanten das zusammen mit Nichte aufbauen wollten und sie das einfach mal selber macht, um zu sehen, ob es auch „richtig“ ist
2. wenn sie seit einer Woche rummault, ob man das nicht gegen ein Puckyrad tauschen kann, wenn sie dann beim Verkäufer auf der Webseite rumsucht, bis sie rausfindet, dass man das Fahrrad tauschen kann, obwohl sowohl ICH als auch Schwesterchen ihr gesagt haben: Nein, es wird nicht getauscht
3. wenn sie deshalb jetzt sagt: „Ich tausch das Fahrrad und ihr kauft ihr dann ein anderes Geschenk“ und dann ne Liste macht, was wir dann ordnungsgemäß anzuschleppen haben. Wohlwissend, dass sowohl Schwesterchen als auch ich uns das Fahrrad diesen Monat buchstäblich vom Mund abgespart haben und es deswegen bei uns beiden diesen Monat mehr wie nur ein bisschen eng ist.
und
4. wenn sie sich wegen Maulereien am Fahrrad an die derzeit sehr kranke Schwester wendet, von der sie genau weiß, dass die ihr nichts entgegensetzen kann und sich so die Legitimation holt, sich zu benehmen wie ne Wildsau.
Ne, sorry, aber da mach ich nicht mehr mit. Gerade hab ich, weil ich mir selbst da nicht ganz traue, eine Email geschrieben und sie mal freundlich gefragt, ob sie noch alle Tassen im Schrank hat und sie soll jetzt bitte endlich mal Ruhe geben, es würde reichen.
Was mich bei der Geschichte wirklich stutzig macht: Sie kann überhaupt nicht mehr unterscheiden, was gut oder nicht gut ist. Sie ist total auf den Punkt fixiert und sieht nicht mehr, was rechts und links davon ist, wen sie evtl. vor den Kopf stößt. Sie steht morgens um 4 Uhr auf und putzt die gesamte Bude durch. Kind wird 5x täglich umgezogen, die macht sich nicht dreckig. Im Gegenteil, wenn sie dreckig ist, weint sie, weil sie das ja eklig findet.
Da ist eine ganz ungesunde Entwicklung bei ihr im Gange. Nur – wie bringe ich ihr das bei? *seufz*
Veröffentlicht am 26. Juli 2009, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.
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