Ekel II


Hajo. Kurzer Rückblick auf heute morgen.

Ich war ja nicht so richtig gut drauf – die Story von gestern (siehe unten) nagte da noch etwas.

Aber ich sollte Plakate malen, was ich dann auch mit Hingabe tat. Sprich: Ich hab von meiner Umgebung mal grad nicht soviel mitbekommen, weil ich mit der künstlerischen Ausgestaltung diverser Plakate beschäftigt war.

Kommt mein Kollege Baumschüler wieder angelaufen, umarmt mich von hinten, reibt sich an mir und meint „na wie gehts dir denn?“

Ich, raffend, WER das ist, springe auf, mach aus dem Stand einen Satz von gut anderthalb Metern, geh in Abwehrhaltung und meine: „GEH WEG!“

Er, auf mich zutretend: „Och Schätzeken nu hab dich..“

Ich, lauter, zwei Schritte zurückgehend: „WEG! GEH! WEG! WEG! WEG! WEG! GEH!“

Das ganze mit steigender Lautstärke in sehr eindeutigem Tonfall. Meine beiden Kollegen bekamen angesichts meiner Reaktion doch etwas größere Augen, rafften, dass der Spaß jetzt endgültig vorbei ist und schnappten sich den Klippschüler, der entschlossen auf mich zuging und zogen ihn weg.

Als die Situation so weit entschärft war, hab ich erst noch versucht, das Plakat weiterzumalen, hab aber erstmal aufgegeben, den Stift in die Ecke geworfen und bin dann in den Garten gestiefelt – ich wollte keine Sekunde noch länger mit diesem Arsch in einem Raum sein.

Naja, und geheult hab ich auch. Das Ende vom Lied war dann, dass ich irgendwann wieder zurückkam, mich auf mein Bänkchen gesetzt hab und versuchte mich zu beruhigen. Und einer kam an und meinte nur: „Willst drüber reden?“

Was ich dann tat – und erzählte, wie er mir als kleiner Azubi aufgelauert ist, wie er immer und immer wieder mich antatschte und das ganze als kollegialen Umgang tarnte. Und wie froh ich war, dass er endlich in Rente war – um ihm einmal im Jahr doch wieder zu begegnen.

Tat ganz gut, nach all der Zeit endlich ernst genommen zu werden. Denn als ich damals was gesagt habe, wurde mir geraden, die Schnauze zu halten und zu dulden, es würde mir eh keiner glauben. Und so war es dann auch…

Und ich werde jedem in die Schnauze hauen, der jetzt schreibt „mit mir hätte man das nicht gemacht.“

Hätte man. In derselben Situation. Denn es war eine Situation wo ich den Leuten vertraut habe und meine Schilde unten waren. Das hat er ausgenutzt. Und dagegen wehrt sich keiner.

Veröffentlicht am 16. August 2009, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

warf folgenden Kuchen auf den Teller