Kampf gegen den Terror
Es ist eine alte Weisheit: Guerillakriege kann man nicht mit einer großen Armee gewinnen. Guerillakämpfer schlagen in kleinen, unvernetzten Gruppen zu, sie sind hochbeweglich und sie sind vor allem in der Regel eins: Hochfanatisch und von einer Mission getrieben. Eine gefährliche Mischung.
Die USA scheinen diese einfache Weisheit, die ihnen im Koreakrieg und in Vietnam mit Blut eingeprügelt wurde, nicht begreifen zu wollen. Sie begreifen auch nicht, dass man ein Land nicht entgegen seiner Bevölkerung regieren kann.
Die Iraker wollen die Amerikaner nicht. Die Afghanen auch nicht. Sie wollen auch keinen Präsidenten, der vor dem amerikanischen Auge Gnade findet. Wie heißt es so schön? „Lieber unseren Schurken als euren Heiligen“. Und das triffts eigentlich ziemlich gut.
Die Amerikaner glauben tatsächlich, dass man den „Krieg gegen den Terror“ mit einer Armee gewinnen kann, die von einem skrupellosen Geheimdienst gestützt wird.
Aktuell rufen sie die nächste Front im Jemen aus und machen das als zu, „bösen“ gehörend aus.
Liebe Leute, Guerillakämpfer besiegt man, indem man ernst nimmt, wofür sie kämpfen und indem man ihnen genau das gibt. Indem man Fehler eingesteht und versucht, sie wiedergutzumachen.
Den Krieg in Afghanistan haben die Amerikaner und auch wir verloren – es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Truppen sich daraus zurückziehen müssen. Zurück bleibt ein verstrahltes und ausgebombtes Land, dass jeglicher Hoffnung beraubt wurde.
Den Krieg im Irak haben die Amerikaner ebenso verloren. Die Entfernung zum Mutterland ist einfach zu groß, und die Kosten werden immer höher werden, je länger dieser Krieg dauern wird. Zurück wird auch hier ein ausgebombtes und zerstörtes Land abseits jeglicher Hoffnung bleiben. Ein sterbendes Volk.
Und jetzt der Jemen. Ein armes Land, wo die Hälfte der Einwohner weder Lesen noch Schreiben kann und keine Bildung besitzt. Ungebildete Menschen sind den Einflüsterungen Radikaler hilflos ausgeliefert. 58 von 1000 Kindern sterben kurz nach der Geburt. Das Land hat eine Arbeitslosenquote von 25% und eine Inflationsrate von 17,7%. Der Jemen ist ein armes Land, wo 34% im Dienstleistungssektor beschäftigt sind. Was alles sein kann – vom Krabbenpulen bis hin zu Beinahe-Sklaverei. Es wird streng muslimisch regiert.
Der Jemen ist ein gefundenes Fressen für muslimische Radikale, da sie hier wirklich paradiesische Zustände vorfinden: eine verarmte, ungebildete Bevölkerung, die alles tun würde für denjenigen, der ihr den Weg aus dem Elend zeigt. Wenn jetzt eine weitere Front „gegen den Terror“ militärisch gegen den Jemen aufgemacht wird – was zur Hölle will man denn da erreichen? Die trocknen das nicht aus, soviel Soldaten haben die Amis nicht, dass die alle Krisengebiete unter Kontrolle halten können. Sieht man doch jetzt schon.
Es ist eine schwierige Kiste. Ich höre den ersten schon wieder aufjaulen, dass man mit Verbrechern keine Geschäfte macht.
Gut, hören wir damit auf und kappen mal als allererstes die Geschäftsbeziehungen zu China und zu den USA. Oh, geht nicht? Ist nicht dasselbe?
Oh doch, ist exakt dasselbe. China und die USA sind Folterstaaten, sie sind Staaten, in denen Menschenrechte mit den Füssen getreten werden.
Gut, dann mal weiter. Ein vernünftiger Mensch würde jetzt zu dem Schluß kommen: Man befindet sich gerade in einer ziemlich fiesen Spirale. Und wenn das so weitergeht, knallts irgendwann ganz gewaltig.
Also holt man sich nen Mittelsmann und versucht mal, auf die Leute zuzugehen. Dass das schwerfällt, ist mir bewusst. Dass es eine Gegenseite benötigt, die mitspielt, ebenso.
Auf der anderen Seite sind die modernen Guerillakämpfer alles andere als dumm oder ungebildet. Sie wollen etwas erreichen. Und sie wissen auch, dass das kaum möglich sein wird, wenn sie so weitermachen.
Ich habe ja noch die vielleicht etwas naive Hoffnung, dass eine ernsthaft ausgestreckte Hand hilfreich ist. Irgendwann, bevor uns dieser Planet um die Ohren fliegt…
Veröffentlicht am 28. Dezember 2009, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.
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