Machtverschiebungen


Bislang galt ja immer das Dogma, dass Staaten die Macht in den Händen halten. Sie regeln die Dinge im eigenen Land und geben das Geld (was sie möglicherweise nicht haben) nach ihrem Gutdünken aus. Vertreten werden die abstrakten Staatengebilde bekanntlich durch die jeweiligen Regierungen, die die höchste Macht im Staat darstellen.

Wirklich?

Wie kann es dann sein, dass eine Ratingagentur (wir erinnern uns, Ratingagenturen haben zu Zeiten der Immobilienblase den Hasardeuren gezielt zugearbeitet), die ja über keinerlei hoheitsrechtliche Befugnisse verfügt, in der Lage ist, mal eben durch einfaches Abwerten der Kreditwürdikgkeit eines Landes anhand zumindest für mich undurchsichtigen Kriterien, eben dieses Land über den Rand des Ruins hinauszuwerfen?

Aktuell geschieht das mit Griechenland und Portugal. Warum nicht mit Spanien und Italien, die ähnliche Defizite und Tricksereien bringen?

Wie kann es sein, dass eine simple, gewinnorientierte Firma in der Lage ist, mit einem Federstrich Millionen von Menschen ins Elend zu stürzen?

Wenn man noch nicht der Meinung war, das wir hier eine Schieflage haben – spätestens das dürfte der Beweis sein. Zumal die Ratingagenturen aus dem Desaster um die Banken völlig ungeschoren herauskamen.

Was wetten wir? Wenn das so weitergeht, gebe ich unseren Währungen noch 2, vielleicht 3 Jahre. Und dann ist Schluß mit lustig. Der Euro wird dann noch dazu da sein, um vielleicht irgendwann an einer Wand eingerahmt zu hängen – zusammen mit dem Inflationsgeld der frühen 30 Jahre hier in Deutschland nach dem Börsencrash von 1929.

Oder, wenn die so weitermachen, mit dem dann nicht mehr existierenden Dollar.

Veröffentlicht am 19. Januar 2010, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Interessant, wirklich. Tantchens Prognose scheint sich zu bewahrheiten. Etwas mehr als 2 Jahre sind seit diesem Eintrag vergangen und der Euro steht an einem bedenklichen Ort.

warf folgenden Kuchen auf den Teller