Ein Toter bei Olympia


Höher, schneller, weiter.

Die Rekorde müssen sich jagen.

Immer höhere Ansprüche, immer härtere Materialschlachten, immer mehr geifernde Zuschauer, die auf die Rekorde lauern und über die „Verlierer“ lachen, Arenastimmung wie einst im dekadenten Rom, wenn Gladiatoren sich gegenseitig zur Belustigung der Leute umgebracht haben.

Als ob es nicht reichen würde, wenn man bei Olympia dabei ist, als Vertreter seines Landes.

Und jetzt hat das „Höher, schneller, weiter“ ein Todesopfer gefordert.

Und die Presse hat nichts anderes zu tun, als immer wieder scheinbetroffen darüber zu berichten. Interviews mit deutlich überforderten Sportlern zu zeigen, die ihre persönliche Betroffenheit zum Ausdruck bringen sollen – über einen Menschen, den sie nicht kannten, der lediglich in der gleichen Sportart startete.

Eine sichtlich geschockter Reporter, der von seiner Redaktion gezwungen wurde, seinen Augenzeugenbericht zeitnah abzugeben und auf kreuzdämliche Fragen zu anworten. Neben ihm dann irgendwann eingeblendet der Rodelbundestrainer, dem Fragen gestellt wurden, die er derzeit gar nicht beantworten kann.

Wi-der-lich.

Und für so ein grottenschlechtes Stück Geiferjournalismus zahlen wir GEZ-Gebühren.
Weil es ja zum öffentlich-rechtlichen Auftrag gehört, darüber zu berichten.

Leute, DAS kriegen die Privaten inzwischen deutlich seriöser hin.

Und was bleibt sind Bilder von dem armen Mann, der doch nur stolz bei Olympia dabei sein wollte und seiner Familie im Sarg zurückgebracht wird.

Veröffentlicht am 13. Februar 2010, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

warf folgenden Kuchen auf den Teller