Schnittbroterfinder


Da steht ein Moderator unter dem Verdacht, eine Frau vergewaltigt zu haben. Ob das nun seine langjährige Lebensgefährtin war oder eine Stalkerin oder von mir aus Oma Erna von der Lindenstraße, is mir jetzt auch erstmal hupe. Dafür haben wir ne Justiz, die darf sich mit den Details gerne beschäftigen.

Aber was wäre die Republik ohne den Kriminalpsychologen Professor Christian Pfeiffer.
Der Mann deckt noch auf – und hochgebildet isser. Jawoll.

Der kennt sich aus mit Missbrauch und mit Killerspielen. Und jetzt auch mit Vergewaltigung. Denn anlässlich dieses Falles (offensichtlich) hat sein KFN eine Studie erstellen lassen, wie viele Frauen denn sexuelle Gewalt in der Beziehung erlebt haben. Und natürlich sofort ein Interview gegeben, wo er alles mal haarklein aufmetert.

Und die Schlußfolgerungen sind ja nachgerade erschütternd.

Pfeiffer: Solche Gewalttaten werden häufig durch extreme Stresssituationen ausgelöst, zum Beispiel, wenn ein Mann seinen Job verliert. Wer lange mit seinem Lkw über die Straßen Europas donnerte und plötzlich zuschauen soll, wie seine Frau das Geld verdient, der kann in eine Krise geraten. Kommt noch Alkohol dazu, kann es sein, dass er sein angeschlagenes Ego dadurch zu stabilisieren versucht, dass er den ehelichen Geschlechtsverkehr erzwingt.

*notier* Vergewaltiger sind versoffene Fernfahrer, die wegen Alkohol am Steuer den Job verloren haben. OK, keinen davon in der Bekanntschaft *zu Mac wink* du säufst ja nicht *g*

Ich bin sicher!

Mhm, oder doch nicht? Da kommt ja noch mehr.

Auch wenn die Frau den Mann als Lebenspartner infrage stellt oder droht, ihn zu verlassen, kommen manche Männer in Versuchung, durch körperliche Überlegenheit zu demonstrieren, wer das Sagen hat.

Hm, wie gut, das ich keine Beziehung habe. Denn ich mach das öfter mal, dass ich meine Lebenspartner (so ich grad mal einen hab) in Frage stelle. Aber ich drohe im Regelfall nicht mit verlassen. Ich tus. 🙂

Ich bin doch sicher.

Abgesehen davon, dass ich die Wortwahl zum Kotzen finde, dass ich die Schlußfolgerungen abstrus bis völlig bescheuert finde, und dass ich finde, dass der Kerl mal endlich die Schnauze halten sollte, als ständig seinen geistigen Dünnschiss in den Orkus zu blasen, gibts doch das wundervolle Zitat hier:

Auf die Feststellung, dass eine Anzeige aus Rache wohl eher nicht erfolgreich wäre, kam die Antwort:

Richtig. Zudem dürfte es doch nur selten vorkommen, dass eine Frau eine derartige Anzeige völlig unbegründet anstrengt. Sie muss davon ausgehen, dass sie sich dadurch massiven Stress zufügt und sich mit der Aussage, vergewaltigt worden zu sein, gewissermaßen selbst beschmutzt. Zumindest empfinden das die Frauen nicht selten so, dass ihr Umfeld entsprechend reagiert.

Herr Kachelmann, sie sind schuldig. Herr Pfeiffer hat das festgestellt. Denn das machen nach einem Beziehungsende nur wenige Frauen. Hatta gesacht.

Die Realitäten sehen anders aus. Denn eine Anzeige wegen Vergewaltigung und/oder Kindesmissbrauch ist nun mal der schnellste und direkteste Weg, einen Mann richtig zut treffen. Und das der Promistatus nicht gerade schützt, musste z.B. Andreas Türck sehr bitter erfahren.

Das gesamte Interview ist eine Vorverurteilung, validiert durch statistische Daten. Eine Kerbe mehr im Kerbholz des Herrn Pfeiffer, der die „erhöhten Aufklärungszahlen“ bei sexuellem Missbrauch gelobt hat (sie sind auf 80% GESUNKEN nicht GESTIEGEN), der Rocker und Killerspiele undifferenziert in einen Topf wirft und der jetzt sich zum Handlanger der Boulevardpresse mit einer derartig bescheuerten Statistik macht.

P.S.: Die Überschrift hab ich bei Tom geklaut. *g*

Veröffentlicht am 24. März 2010, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

warf folgenden Kuchen auf den Teller