Die Pfeiffe


Wer hat den eigentlich zum Universalgelehrten für alle Forschungsgebiete ernannt? Christian Pfeiffer wird ja zunehmend unerträglicher.
Aktuell hat er sich in die Diskussion um Strafverschärfungen bei Polizistenangriffen eingemischt und gemeint, man soll den Leuten den Alkohol entziehen, weil die Angriffe so stark gestiegen sind.

Erstmal: Es ist ein Unding, wenn Polizisten angegriffen werden. Gerade Streifenpolizisten tun nur ihren Job und mehr nicht. Sie habens echt nicht nötig, dass die noch von irgendwelchen Vollgesoffskis angegriffen werden. Aber:

Es sind halt genau die Vollgesoffskis, die sich im besoffenen Kopp kloppen und dann die „Bullen“ rufen, um zu schlichten. Und die sich dann aufregen, weil sie im Suffkopp nicht mehr raffen, dass sie selbst oder aber die gequälten Nachbarn selbige gerufen haben – und dann ausrasten, weil da jemand für Ruhe sorgen möchte.

Diese Vollgesoffskis sind aber nicht der Regelfall, egal was RTL und Kabel1 so suggerieren mit ihrem „Toto und Harry“ und Co. Der Regelfall sind normale Bürger, die mal abfeiern wollen. Und das auch dürfen.

Es wird immer vereinzelt Leute geben die dann austicken, weil sie den Alkohol nicht vertragen. Und genau DAFÜR sind die Herren in Grün (oder blau) auch geschult. Deeskalation und notfalls Festnahme und Aufnahme in die Ausnüchterungszelle. Strafanzeige folgt.

Handlungsbedarf null.

Oder der von dem unerträglichen Pfeiffer angeführte Schlag mit dem Baseballschläger mitten ins Gesicht, anschließend Tritte gegen den Kopf:

Das ist mindestens versuchter Totschlag. Wer jemanden mit einem massiven Holzprügel ins Gesicht schlägt, nimmt schwerste Verletzungen bis hin zum Tod in Kauf. Strafmaß imho nicht unter 2 Jahre. Bewährung ausgeschlossen.

Was will man denn da noch verschärfen? Will man jetzt eine Lex Polizei schaffen? „Du hast 2 Leute mit dem Basie halb totgeschlagen. Der erste war Polizist, das macht dann 2 Jahre für den Normalmenschen und 5 Jahre für den Polizisten = 7 Jahre Knast“. Soll das etwa so laufen?

Dann hätten wir zweierlei Maß bei der Gesetzgebung und wir hätten Leute, die gleicher vor dem Gesetz sind als andere.

Schützt die Polizisten: Gerne. Jederzeit. Aber nicht so.

Gebt ihnen vernünftige Ausrüstung, Schulungen, die ihre Geld wert sind und vor allem bezahlt sie anständig. Dann braucht man auch keine neuen Gesetze.

Es passt zur Pfeifferschen Pfeife, dass natürlich mal wieder das ganze Übel links liegt:

„Immer jünger, immer betrunkener, und wenn es sich um politische Dinge handelt, dann immer linker“, fasste Pfeiffer das Täterbild zusammen.

Ja, nee. Is klar. Sorry, aber der Schwarze Block bestand doch meinen Informationen nach überwiegend aus Provokateuren der Polizei, oder seh ich da was falsch? Und irgendwie sind alle Informationen über „Linke Gewalt“ etwas, was man als Allgemeinplatz sieht. Reale Fälle finde ich auch bei näherem Hinsehen nicht. Dafür aber jede Fälle von Polizeigewalt, Stichwort Genua, wo es Tote gegeben hat.

Das wir uns nicht falsch verstehen: Gewalt ist zu verurteilen, egal welche „Farbe“ sie hat. Gewalt bringt keinen weiter.

Aber entweder bin ich auf dem linken Auge blind oder es ist tatsächlich so, dass die Linken gewaltfreier sind als die Rechten. Und dass man die linke Gewalt herbeiredet, damit man endlich was gegen das linke Gesocks in der Hand hält. Und das ist unlauter.

Aber andererseits bei einem Mann wie Pfeiffer nicht weiter verwunderlich.

Veröffentlicht am 26. Mai 2010, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 10 Kommentare.

  1. Was mir fehlt ist eine Unterteilung in den Alltagsdienst und Sonderdienste wie Demonstrationsbegleitung und andere große Veranstaltungen wo die "Deeskalation" auch gern mal eskaliert.Bin aber heute nicht in der Laune mir diese ganzen übel geschriebenen Artikel anzutun. Im übrigen sagt mir mein linkes Auge, das linke Gewalt (alle die mit links zuhauen/schlagen) eher gegen Sachen erfolgt als gegen Personen (wenn diese nicht gerade mit rechts (zuhauen/treten).PS: Vor Jahren als die rechte Parteien Mode waren, war jede Gewalttat von Nazis durchgeführt, man wollte alles rechte Gedankengut per Gesetz verbieten usw. Heute wo die linksradikale (klar von der Gesellschaftsmitte der CDU ist das schon echt extrem weit links) Partei Punkte aufholt in den Wahlen, ist jede Gewalttat von Linken und muss per Gesetz verboten werden.

  2. Sich über Herrn Pfeiffer zu echauffieren ist IMHO Zeitverschwendung – der Typ hat so viel Ahnung vom Leben wie 'ne Eintagsfliege!Schade nur, dass er immer wieder als "Experte" zu Wort kommt!Wundere mich, dass der überhaupt noch redet – der müsste doch schon 1200 sein, soviel Mist wie der schon von sich gegeben hat.Andere Leute in dem Alter sind längst tot…

  3. @Quotenossi: "Gewalt gegen Sachen" heißt eigentlich Sachbeschädigung im Rechtsdeutsch, viele sagen auch Vandalismus. Diese obige Wortwahl ist bewusst manipulativ, um leichte Rechtsbrüche aufzubauschen. Im Übrigen sind die Linken dermaßen an Jahren fortgeschritten, dass man ihnen nur mal den Krückstock wegnehmen sollte. Die Alten werden doch immer militanter.

  4. Pfeiffer ist doch für seine manipulativen Statistiken bekannt.Wenn ich schon lese: "Online-Befragung von Polizisten", dann fällt mir dazu nichts mehr ein. Eine Studie mit 10 Bundeländern und nur 22.500 Polizisten. Wenn da die Länder genommen wurden, in denen die Rate sowieso schon hoch ist und nur so ein "paar" Polizisten daran teilnehmen, von denen man nichtmal weiß, aus welchen Bereichen die kommen, ist die Studie doch schon ein Witz.Und natürlich hat er wieder mal ein Extrem-Beispiel rausgepickt.Aber das ist ja nicht die erste Studie von ihm bei der sich mir die Nackenhaar sträuben.

  5. Also das Beamte bzw. Polizisten vor dem Gesetz "gleicher" sind als normal Sterbliche ist doch nichts neues. Gibt doch schon immer unterschiede z.b. Beamtenbeleidigung ist viel schlimmer als bei "normalen" Bürgern.Meiner Meinung nach wird das Problem mit der Gewalt gegen Polizisten auch falsch angegangen. Ich bin zwar auch für härtere Strafen, gerade bei Gewaltakten, aber wenn dann egal gegen wen, bzw. nicht ganz, gegen Kinder oder eingeschränke und behinderte Menschen, sollten die Strafen schon härter sein. Aber z.b. 2 Jahre Gefägnis für versuchten Totschlag … ja super was nützt das dem Opfer, welches vllt. nur noch von flüssig-Nahrung leben kann. Naja ich schweife wieder ab.Worauf ich eig. hinaus wollte polizisten dürfen sich doch auch garnicht mehr wehren. Habe selber einige Polizisten in der verwandtschaft, wobei keiner von denen mehr "auf der Straße", es aber lange Zeit waren.Ich bin kein Freund von Gewalt gegen Gewalt, aber in manchen Fällen hilft manchmal nichts anderes. Und ich meine nicht mit der pistole niederstrecken, aber wenn ein Randalierer mit Schläger oder Ähnlichem auf einen Polizisten losgeht, finde ich, hat dieser das Recht sich mit seinem Knüppel zu wehren, aber heute wird man dann mit der Begründung bestraft/verurteilt/supsendiert, dass die Beamten ja geschult sind mit "Waffen" und mit dem Wissen der Verletzung gehandelt haben. Ich finde das lächerlich, als wenn der Rndalierer nicht wüsste das ein Schläger mitten ins Gesicht nicht verletzt oder töten kann.

  6. @Wade:ich fürchte, ich muss dir da widersprechen, denn _ich_ kenne mehr als eine Begebenheit, bei der Bullen – äh, Polizeibeamte – "draufgehauen" haben und denen ist im Nachhinein nichts passiert, außer dass das Verfahren gegen sie eingestellt wurde.Als Polizist hat man 'nen schweren Job, aber leider werden Missbräuche des Gewaltmonopols, welches sie ja durchsetzen, IMHO nicht immer ordentlich untersucht und geahndet.

  7. Wade: Solange Polizisten straffrei davonkommen, die Menschen ermorden (Stichwort Tennessee Eisenberg, 16 Schüsse von hinten! Worst suicide ever), solange Polizisten wie eine koksgesteuerte Schweinebande im Kiez sich austoben darf wie sie lustig ist, ohne Konsequenzen zu spüren, solange bin ich allerdings dafür, dass die Leute sich nicht wehren dürfen.Namensschilder an die Uniform. Gut sichtbar. Die Leute sollen identifzierbar sein. Und dann läßt das auch mit der Polizeigewalt nach.Was da teilweise an Polizeigewalt läuft, geht auf keine Kuhhaut. Und ich rede jetzt nicht vom braven Streifenpolizisten, der echt Probleme in manchen Vierteln bekommt.Ich rede von den "Einsatzhundertschaften", die z.b. gegen Demonstranten eingesetzt werden. Bitte mal kurz erinnern: Demonstrationen sind ein Bürgerrecht.

  8. Demonstrationen – ja.Gewalt, Sachbeschädigung, Beleidigung, Bedrohung – nein.

  9. Richtig ;)Nur – ich hab z.B. bei der Freiheit statt Angst-Demo in Berlin wenig von Randalierern gehört.Aber jede Menge von Polizisten, die geprügelt haben. Und zwar ohne Anlass.Auch nicht die feine englische.

  10. Ich gebe zu, zu dieser Demo habe ich wenig bis gar nichts gehört, daher habe ich für diesen Fall keine Meinung.Was mir zu diesem Thema allgemein einfällt:Ich hatte die zweifelhafte Ehre, vor einem Jahr innerhalb des Sperrgebiets des Bundeskongress der NPD zu wohnen und daher das Haus nur nach Polizeikontrolle etc. betreten zu können. So viel "Grün" sieht man sonst nicht mal im Wald. Und die "Wagenburgen" in Grün und die netten Lagerszenarien sowohl auf Seiten der (anscheinend gerade dienstfreien) Polizisten wie auch Gegendemonstranten hatten schon was von Westernromantik mitten in der Stadt… ;-DUnd ich muss sagen – trotz allerlei Provokationen der Kongressler als auch der Gegendemonstranten aller Art (ja, auch die benahmen sich an manchen Stellen daneben), hat sich die Polizei gut zurückgehalten, hat versucht, Ruhe in die Situation zu bringen usw. Daher kenne ich solche "Prügel-Polizisten" nur aus der Presse, nicht aus eigener Erfahrung – und muss sagen, ich habe auch keine Lust, diese Erfahrung zu machen… ;-/

warf folgenden Kuchen auf den Teller