Wenn der Staat paranoid wird


Insgesamt 4 Jahre rund-um-die-Uhr-Überwachung. Jeder Zentimeter wurde überwacht, jede Handlung interpretiert und jedes Gespräch aufgezeichnet, egal wie privat es war.

Jeder Büchereibesuch wurde verzeichnet – und als Beweis für Verschwörungen gegen den Staat genutzt. Jede Veröffentlichung wurde auseinandergenommen und auf Hinweise untersucht. 2007 die Verhaftung und Wohnungsdurchsuchung. Die Kinder „durften“ zusehen, wie der Vater in Handschellen auf dem Sofa sitzt, weil er ja gefährlich ist.

Weitere 3 Jahre Ermittlungen, Überwachungen, Verhöre, Hausdurchsuchungen. Telefone wurden abgehört, teilweise war es nicht möglich, Fernseh zu gucken, weil die vielen Wanzen den Empfang massiv störten.

Man sollte doch meinen, dass jemand, der so behandelt wird, ein gefährlicher Mensch ist.

Andrej Holm ist Soziologe, eine Berufsgruppe, die seit jeher für ihre exorbitante Gewaltausübung bekannt ist.  Und er war lange verdächtig, der militanten gruppe (mg) anzugehören (wobei ich noch persönlich zweifle, dass es diese Truppe überhaupt gibt).

Und allmählich hat sich auch bei den entscheidenden Stellen die Erkenntnis durchgesetzt, dass ein Soziologe, der zufällig Fremdworte nutzt, die den Ermittlern nicht bekannt sind, nicht unbedingt ein Terrorist sein muss.

Annalist bloggt darüber. Und man muss sich das Blog mal von Anfang an durchlesen, um zu begreifen, wie entsetzlich der Staat hier danebengegriffen hat, wie unglaublich krass alle sogenannten rechtsstaatlichen Sicherungssysteme, die genau so einen Fall verhindern sollen, versagt haben.

Ich kann nur hoffen, dass die Bundesanwaltschaft zwei Dinge tut:

1. Monika Harms rauswerfen und ihren ganzen Klüngel, der diesen Mist überhaupt erst angerichtet hat

2. Sich selbst auditiert, was da passiert ist und warum.

Wahrscheinlich wird nichts dergleichen passieren, aber nötig wäre es.

Denn:

Andrej Holm hatte nichts zu verbergen.

Veröffentlicht am 12. Juli 2010, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

warf folgenden Kuchen auf den Teller