Je oller je doller *g*


Ömchen mischt die ‚Station auf *g*

Heute morgen, Ömchen wollte auf die Toilette. Schwester hochpanisch „Sie können noch nicht alleine aufstehen“ und rief Hilfe, damit sie Ömchen auf den Toilettenstuhl setzen können. Fand Ömchen nicht klasse, also gings aufs Klo. Ömchen marschierte wie ne Eins und das mit misstrauisch beäugender Eskorte *g*

Kaum war die Schwester aus dem Zimmer, stand Ömchen auf und zog sich komplett an. „Schickt sich nicht, ganzes Tag im Nachthemd herumzulaufen. Ist nur was für kranke Menschen. Ich habe eine Mann, ich kann nicht krank sein.“

Und dann erzählte sie etwas… dass sie sich nicht leisten kann, krank zu sein, weil ihr Oleg doch auch schon so krank ist. 12 Jahre hat er schon Krebs, bekommt viele Medikamente, die den Krebs nicht heilen können, aber in Schach halten.

Aber die Medikamente sind wie Gift und machen den Magen kaputt. Und weil Natalja nichts anderes essen will als Oleg, kocht sie ihm Bouillon, Milchpudding, alles Sachen für sehr kranken Magen.

Aber hier kann sie essen und dass genießt sie. Und außerdem muss sie jetzt mal Oleg anrufen. Der arme kommt doch vor Einsamkeit ganz um und außerdem hat sie gar nicht so lange vorgekocht, wer versorgt Oleg denn jetzt?

Die zwei sind nur knuffig. Auch wenn das Ende absehbar sind. Aber wie sagt Natalja so gerne? „Ich bin 86. Habe ich gehabt schönes und tolles Leben. Und toller Mann. Wenn ich muss sterben, das ist auch Leben. Wenn Oleg muss sterben, ich will nicht mehr leben. Aber auch das ist Leben. Leben war schön. Und jetzt geht zu Ende.“

Chapeau. *hutzieh*

Sehr geil wars übrigens, als die Schwestern reinkommen und Ömchen da angezogen am Tisch sitzen sahen. Ich dachte, die kriegen nen Herzriss.

Die eine beguckt mich misstrauisch und meinte: „Waren sie das schlechte Beispiel???“

Ich muss, glaub ich, noch üben, unschuldiger zu gucken. Sieht nicht so aus als hätten die mir geglaubt. 😉

Veröffentlicht am 22. September 2010, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 8 Kommentare.

  1. Ich glaube langsam, das mit dem schlechten Beispiel geht eher anders ‚rum… *fg* 😉

  2. 😀 Super… so ist wenigstens mal was los bei dir. Klasse Einstellung hat die alte Frau. Ist doch viel schöner als auf ein Ende zu hoffen, wenn man nach nem tollen Leben loslassen kann…

  3. GAJOL!

    10 Punkte dafür!
    (ups – falsche Stelle 😉 )

  4. Waren sie das schlechte Beispiel?

    Verhaften Sie die üblichen Verdächtigen!!!

  5. Ich bin ja nicht so gut darin, Kommentare zu schreiben, aber ich wollte einfach mal los werden, dass ich den Blog gern täglich lese, mich über deine Art die Welt zu sehen freue, deine krawallige Einstellung und deine Gefühlsduseleien genieße und mich freue, dass es dir gut genug geht, dass du dich so schön über Krankenhausinternet ereifern und an Oleg und Natalja erfreuen kannst.

  6. Fein, dann geht es also endlich wieder aufwärts (bei Tantchen und Omi gleichermaßen). Schön zu lesen.
    Ich verstehe übrigens auch nie, weshalb die Schwestern so fassungslos tun, wenn ich noch im Aufwachraum frage, wann ich endlich aufstehen kann.

warf folgenden Kuchen auf den Teller