Twitternde Politiker


Twitter ist für mich noch recht neu. „Social Web“ eher weniger und auch sonst gibts eine Menge Möglichkeiten, mich zu erreichen, aber Twitter hab ich immer die Finger von gelassen, irgendwie war mir das alles zu suspekt *g*

Unabhängig davon, dass ich via Twitter inzwischen Kontakt zu einigen sehr interessanten und intelligenten Leuten bekommen habe, gestehe ich, dass ich mich bei den Twitteräußerungen einiger Politiker zunehmend unwohl fühle. Und ich hab mich gefragt (und tue das noch), warum das so ist.

Und ich gestehe, ich bin noch nicht ganz durch damit. Ich versuch hier in dem Artikel einmal, meine Gedanken zu sortieren und hoffe auf eine rege Diskussion.

Ich glaube, viel damit zu tun hat der Anspruch an Politiker, dass sie „höheren“ Interessen dienen sollen als ihren eigenen. Und dass sie irgendwie etwas besseres sind als wir. Dieses Gefühl, dieses Piedestal brauche zumindest offenbar ich ein Stückweit, denn ich vertraue diesen Menschen immerhin bis zu einem gewissen Grad eine Bestimmung darüber an, in welchen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ich mich bewege.

Sei es nun über die Ausgestaltung des Strafrechts oder der Zivilrechtsnormen.

Und um diesen Bereich der Kontrolle über mein Leben abgeben zu können, muss ich mir wohl selbst versichern, dass ich das in kompetente Hände tue.

Und hier kommt Twitter ins Spiel.

Wenn ich sehe, wie sich Bütikofer, Trittin, Beck und Altmaier einen Schlagabtausch liefern, der an einen Flamewar erinnert, dann hab ich echt das Gefühl, die haben im Kindergarten nicht genug ihren Namen getanzt.

Wenn ich einen Christian Söder sein unqualifiziertes Zeug in den Äther blasen sehe, dass dem Wort „Engstirnigkeit“ eine völlig neue Bedeutung gibt, wirds mir anders.

Denn das sind die Leute, die sehr reell über das Schicksal und die Lebenswege von Menschen entscheiden. Stichwort Bildungspolitik, Gesundheitswesen und aktuell: Vorhautamputationen bei kleinen Jungen.

Und das erklärt mein Unwohlsein.

Aber wie sieht die Alternative aus? Twitter meiden? Ich habe bei ca. 80% der Politikerstreams aktuell echt das Bedürfnis, sie anständig übers Knie zu legen, danach ein Stück Schokolade in den Mund zu schieben und sie wieder in den Sandkasten zu den anderen Kindern zu schicken.

Aber Gewalt ist ja nunmal auch keine Lösung 😦

/update

damit mal genau klar wird, was ich meine:

Veröffentlicht am 6. Oktober 2012, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 4 Kommentare.

  1. richtig Tantchen, schon Walther von der Vogelweide „vor einigen Jahren“ geschrieben/gesungen: „Nieman kann mit gerten kindes zuht beherten: den man zêren bringen mac, dem ist ein wort als ein slac.“
    .. aber manchmal juckt’s doch .. 😉

  2. da fehlt noch ein „hat“
    sorry 😦

  3. ein anderer Stefan

    Hah! Keine Gewalt ist auch keine Lösung :-). Ich stimme Dir aber zu, Tantchen, dass man im allgemeinen den Politikern abverlangt (verlangen muss?), dass sie höhere Standards einhalten als die Normalbevölkerung. Menschen, die regelmäßig in der Tagesschau auftauchen, kriegen schnell einen fast mythischen Status. Umso herber ist dann die Enttäuschung, wenn diese Menschen auch nicht immer (oder eigentlich nur selten) im wirklichen Leben druckreif sprechen und sich mitunter zanken wie die Waschweiber. Die Verantwortung, die Politiker mit ihrem Amt übernehmen, geht eben in beide Richtungen, nur sind die Politiker sich dessen wohl nicht immer bewußt. Deswegen werden die falschen Doktoren auch so genüßlich in der Öffentlichkeit zerrissen, weil man daran darstellen kann, dass auch Politiker fehlbar sind.

  4. wenn jedes kind die chance haette, politiker zu werden, waere das ganze noch nichtmal so furchtbar.
    es werden im parteiensumpf allerdings die kinder nach oben gespuelt, die am besten die ellenbogen gebrauchen und nach unten treten koennen, die am lautesten zanken, oder sich am besten durchmogeln koennen.

warf folgenden Kuchen auf den Teller