Archiv des Autors: Tante Jay
Bäckereifachverkäuferinnen
„Datt is allet wegen die Hügjäneeeee“ sprach sie und batschte ihre Pfote in eine Plastiktüte.
Ich guckte etwas bedröppelt, in letzter Zeit ist mir häufiger aufgefallen, dass Latexhandschuhe und Plastiktüten an den Fingern wohl groß in Mode sind.
„Wieso denn Hygiene“?
„Na, wissense, wir müssen ja hier allet bedienen. Und dann kannet schon ma sein, datta jemand bei is, der sich die Krätze eingefangen hat, datt wollnse doch nich aufm Brötchen?“
„Nein, sicher nicht“ meinte ich und beobachtete fasziniert, wie sie die linke Pfote in eine Plastiktüte steckte, das Messer in die linke Hand nahm, das Brötchen in die rechte und dann das Messer keimfrei bediente…..
Kopf => Tisch….
Zum Klassenverständnis
hachja, ich zocke ja gerne MMORPG. Für die, die nicht wissen, was das ist: Das ist eins der pöhsen Killerspiele, die für Amokläufe sorgen. 😉
Spaß beiseite, die Sache wird ernst. *g*
Es gibt in jedem Online-Rollenspiel Kampfklassen, die bestimmte Fähigkeiten haben. Es gibt Heiler, es gibt Tanks (die den Buckel hinhalten, damit die anderen gefahrlos draufholzen können) und es gibt „Dämätschdieler“, also Schadensverursacher auf schön Deutsch.
Tja. Und es gibt sogenannte Dungeons, die geputzt werden wollen, damit man da feine Sachen rausholen kann, die man für Gold verscheuern oder aber anziehen kann, damit man nicht ganz nackig rumrennen muss (glaubt mir, ein nackter Zwerg ist in keinem MMORPG ein schöner Anblick) und damit er noch besser heilen/druffballern/Möbse versptten kann.
Im Reallife würde das ungefähr so aussehen:
Der Tank würde an den Schlägertypen rangehen, sich vorher ne Matratze umwickeln und dann vor dem Typen stehen und so Sachen sagen wie: „Isch hab dei Mudda ge….eieieiei..“. Daraufhin bekommt er naturgemäß auf die Schnauze. Der Heiler steht dann hinten schon mal mit Verbänden und Pflaster und klebt hektisch während des Kampfes und während der Schlägertyp auf den Tank draufhaut schon mal alles zu und kühlt die aufgeplatzten Augen. Und die Damagedealer, also die Schadensverursacher stehen solange hinter dem Schlägertypen und treten ihm in die Weichteile, bis er am Boden liegt.
Wenn alles gutgeht, hat der Schlägertyp bis zum Schluß nicht gemerkt, dass er eigentlich den Falschen verprügelt. 😉
Naja und hier kommen wir zum „wenn alles gutgeht“. Gerade in WoW kann man seine Ausrüstung, die man aus den Instanzen rausholt, ziemlich gut mit verschiedenen Dingen noch aufwerten. Also Sockelsteinchen reinkleben, die bestimmte Werte erhöhen und Verzauberungen druff, die auch wieder gewisse Werte erhöhen. Und es gibt Händler, bei denen man den ganzen Krempel reparieren kann, wenn das Loch, was der Mob gehauen hat, zu groß geworden ist.
Und ein absolut wiederkehrendes Ärgernis sind Heiler, die nicht heilen oder Tanks die nicht tanken – oder in meinem Fall: DDs (also Damagedealer) die keinen Schaden verursachen.
Das zieht die Instanzen, die man ohnehin bis zum erbrechen gesehen hat, noch zusätzlich in die Länge, weil die Gegner eben nicht programmgemäß fallen. Und es sorgt für Frustration bei allen Beteiligten (außer bei dem den es betrifft *g*).
Standard sind in WoW so um die 2500 – 3000 dps (also Schadenspunkte pro Sekunde), alles was um 2000 liegt, wird mit hochgezogenen Augenbrauen betrachtet, alles was NOCH weiter drunter liegt, ist schlichtweg unfähig oder läßt sich ziehen, also die anderen die Arbeit machen während man selbst Eier kraulend auf dem Sessel sitzt *g*
Soviel zur Erklärung, wie MMORPG in der speziellen WoW-Welt funktioniert.
Und nu das Best-of von gestern und heute, seltsamerweise traf es immer Todesritter:
– „mach doch mal Krankheiten drauf und verteil die mit Pestilenz, dann kriegst auch mal ein bissschen Schaden z’samm“ von mir, angesichts einer dps-Zahl unterhalb von 1000, was wirklich sehr sehr sehr sehr wenig ist. Antwort war dann: „Ich will ja nicht unhöflich sein, aber meinen Char steuere ich noch immer selbst.“ und meine Antwort daraufhin: „Dann TUs auch und steh nicht doof rum und halte maulaffen feil.“ OK; ich gebs zu, ich war angefressen. *g*
– Todesritter mit 650 dps. Was noch weniger ist als mein Freund oben. Der stand dann auch immer erstmal und hat geguckt ob die Gegner auch wirklich zuhauen oder ob die nicht eigentlich ganz lieb sind. Und er hat dann irgendwann so kurz bevor alle tot waren, auch tatsächlich mal alibiweise zugeschlagen.
Als ich mir angeguckt hab, wie seine Ausrüstung aussah, musste ich sehen: Keine Sockelsteine (außer bei einem Teil und da wars sinnfrei, weil die falschen Werte), keine Verzauberungen, also völlig ungepflegte Ausrüstung.
OK, da hab ich jetzt zuviel im Gruppenchannel gelästert als das ich das wiedergeben könnte. Erfolg war da: ER hatte sich bis zum Ende der Instanz dann doch auf knapp 1000 dps gesteigert 😉
Kurz *hust* und knapp:
Ich hab ja nix dagegen, wenn sich jemand auf ebay einen Charakter ersteigert. Kann er ja gerne tun. Aber ich verbringe meine Zeit mit diesen, mir eigentlich völlig fremden Leuten, und ich möchte das auf nette Art tun und vor allem nicht länger als notwendig. 😉
Ich hab in meine Ausrüstung ne Menge „Ingame-Gold“ gesteckt, und ich konnte mir das leisten. Aber eine Minimalausrüstung zu sockeln und zu verzaubern, das ist heute nicht mehr weiter schwierig. Und es nimmt auch nicht viel Zeit in Anspruch, das dazugehörige Gold zu erfarmen.
Ich finde, es ist schon eine Sache der Rücksichtnahme, wenn man sich in der Gruppe zumindest ein wenig Mühe gibt, dass man gut zusammenspielt. Aber ich fürchte, in letzter Zeit hats dann doch wieder zuviel Soziallegastheniker angezogen, die Gruppen nur als Vehikel sehen, damit sie sich gut fühlen können.
Naja – so spiele ich nicht und so werde ich nie spielen. In keinem MMORPG. Denn mir ist bewusst, dass auf der anderen Seite Menschen spielen und keine Pixel.
P.S.: Nein, mein zocken hat nix mit meinen Problemen zu tun. 😉
Rent-a-Rüttgers
Ich mein, unser aller Landesvater Jürgen Rüttgers droht ja abgewählt zu werden.
Und wenn ich DIESEN Artikel hier richtig deute, dann droht die Abwahl nicht nur, sie ist so gut wie sicher und man sucht schon mal das Schwarze Schäfchen in der Wolfsherde – und glaubt, es gefunden zu haben:
Die Merkelsche.
Ich mein, ganz ehrlich. Die hat ja nu mal ne Menge Leichen im Keller. Aber DEN Mist hat Rüttgers ganz alleine verbockt. Da wird die Landesregierung nicht für den Mist abgestraft, der in Berlin verzapft wird, sondern in Düsseldorf. Das können die Wähler in NRW schon hübsch fein unterscheiden.
Wir wollen eben KEIN Rent-a-Rüttgers hier. Und kein Sonderrecht nur für einen Energieriesen. Gleiches Recht für alle.
Hach, könnt ja direkt nochmal spannend werden hier. Denn dass die Merkel sich von irgendwelchen Hinterbänklern sowas gefallen läßt, dass glaube ich erst, wenn der Mond auf die Erde knallt. Und nicht früher.
Spread the Word
Es ist ein Video, das an die Nieren geht. Man muss hilflos zusehen, wie Menschen getötet werden. Wir alle, die wir hier lesen, sind in einer halbwegs friedlichen Zeit aufgewachsen, wir sind pazifistisch erzogen worden – aus der bitteren Erfahrung eines Krieges, der alle Kriege beenden sollte.
Was für ein Irrtum.
Es ist herzzerreißend zu sehen, wie ein durch Kugeln schwer verwundeter Mann verzweifelt versucht, wegzukriechen, vor dem Hubschrauber, der so unvermittelt das Feuer eröffnet hat.
Es ist erschütternd, zu sehen, wie Helfer beschossen werden, weil sie genau diesem verwundeten Mann helfen wollen.
Und dabei sterben, wie die anderen.
Es ist verstörend, zu sehen, wie Raketen in ein Gebäude einschlagen, in dem die Soldaten „Individuen“ lokalisiert haben, die AK-47 tragen, und ein RPG (ich bin wirklich kein Waffenexperte, ich würde eine Waffe nur anpacken, wenn ich sie in den Müll schmeißen würde). Hatten sie eins? Ich weiß es nicht, ich kann es nicht beurteilen. Was man aber sehr gut sehen konnte, war, dass ein Zivilist ahnungslos an dem Gebäude vorbeiging und von der Druckwelle und den Trümmern voll getroffen wurde. Er konnte das nicht überlebt haben. Was man auch sehen konnte, war, dass Helfer in das Gebäude rannten, nachdem die erste Rakete dort einschlug, um die Menschen dort zu retten. Kurz nachdem sie das Gebäude betraten, schlugen 2 weitere Raketen ein.
Auch sie sind vermutlich gestorben. Gestorben, weil sie helfen wollten. Das waren keine Kämpfer, die da reinrannten, das waren Zivilisten. Menschen wie du und ich, die nur helfen wollten.
Nein, nicht wie ich. Ich hätte wahrscheinlich nicht den Mut aufgebracht, dort helfen zu wollen – ich wäre gerannt, was meine Beine hergegeben hätten.
Und die ganze Brutalität eines Krieges wird ungeschminkt gezeigt, als entschieden wird, was mit den beiden verletzten Kindern passieren soll. Sollen sie in Militärhospital? Nein, doch lieber ins lokale Krankenhaus.
Und sie zeigt die Verrohung der Menschen sehr deutlich in den Untertiteln, die die Kommentare der Soldaten wiedergeben:
„It’s their fault bringing their kids into a battle“. Doch die Kampfhandlungen und die Bewaffnung, die fand nur in der Phantasie der schießwütigen und aufgehetzten amerikanischen Soldateska statt. Sie war nie real.
Die Verrohung der Sitten zeigt sich in der Reaktion der Soldaten im Helikopter, als ein Panzer über eine der Leichname der Menschen fuhr, die sie soeben erschossen haben:
„I think they just drove over a body“ „Really“ „Yeah“. Lachend.
Das erste Opfer des Krieges ist die Unschuld. Dicht gefolgt von der Wahrheit. Ein Krieg steht gegen alles, an das ich glaube. Ein Krieg bedeutet Gewalt und Zerstörung. Aus einem Krieg kann für keinen etwas Gutes erwachsen, denn Kriege machen die Menschen hartherzig und lassen keinen Raum mehr für andere, da man mit dem eigenen Überleben beschäftigt ist.
Das Überleben der Soldaten steht für die Soldaten an erster Stelle. Und wie man anhand des Videos sehr klar sehen kann, schießen sie aus nachvollziehbaren Gründen im Zweifel zuerst. Es sind nicht die Soldaten, die man anklagen muss. Es sind die Generäle und die Befehlshaber. Und ihre Hintermänner, diejenigen, die sich davon einen Profit versprechen, Menschen in einem Krieg töten zu lassen. Die eigentlichen Kriegsverbrecher, die Profiteure und Kriegsgewinnler.
Kriege. Sie sind das Schlimmste, was Menschen anderen Menschen antun können. Sie wecken das Schlimmste im Menschen, aber manchmal auch das Beste. Das Dritte Reich ist voll von Geschichten beider Seiten.
Die Menschen im Irak erleben dies, was für uns Geschichte ist, Tag für Tag.
Und die Menschen in Afghanistan, die von deutschen Soldaten genauso beschossen werden wie irakische Menschen von amerikanischen Soldaten. Erst kürzlich wurden Zivilisten „versehentlich“ beschossen.
Was kümmert es ein totes Kind, ob die Kugel für ihn gedacht war? Kugeln suchen sich ihre Opfer nicht gezielt aus, sie schlagen ein, wo sie hingefeuert werden.
Was tut unsere Regierung den Soldaten an, die sie dort hinschickt? Es sind ausnahmslos junge Männer, die ihr Leben noch vor sich haben. Was tut sie den Menschen dort an? Und aus welchem Grund eigentlich?
Wir haben Ostern. Wir haben gerade die Ostermärsche, die rituelle Demonstration zugunsten des Friedens hinter uns.
Dabei befinden wir uns längst im Krieg. Er ist nur noch nicht bei uns angekommen. Und vor diesem Hintergrund, nämlich, das wir uns im Krieg befinden, wird die aktuelle „Sicherheitsgesetzgebung“ auch sehr viel verständlicher. Es ist eine Kriegsgesetzgebung. Nicht mehr und nicht weniger. Das Grundgesetz war für Friedenszeiten gedacht, es taugt nicht für einen Krieg.
Wikileaks hat dies mit einer Brutalität und einer Klarheit gezeigt, für die man dem Journalisten Assange nur danken kann. Wikileaks ist immens wichtig, auch wenn die meisten Medien dieses Video geflissentlich ignorieren.
Spread the Word, tragt es hinaus. Denn dies schützt auch den Journalisten Assange und seine Mitarbeiter, deren Angst, die aus den Twitterfeeds sprach, ich jetzt nur zu gut verstehen kann.
Meiner Meinung nach schwebten sie in akuter Lebensgefahr, und ich bin mir nicht sicher, ob das nicht auch weiter so ist.
Und hier das fragliche Video, dass man nicht weit genug streuen kann.
Via Netzpolitik, Fefe und Frankfurter Rundschau
Grandiose Experimente
Eric Whitacre ist ein Komponist, der auch einen Chor aufgebaut hat. So weit so banal, es gibt viele Chöre. Sehr gute Chöre.
Doch was das Experiment von Eric Whitacre so unglaublich bemerkenswert macht, ist, dass sein Chor virtuell ist.
Die Leute sitzen zu Hause vor dem PC und vor der Kamera. Und singen – jeder für sich. Und er schafft es tatsächlich, dies zusammenzuhalten.
Ich weiß nicht, wieviel Technik dahinter ist um die Latenzen auszumerzen, ob es live auch genauso grandios klingt wie im Video.
Aber sehens- und hörenswert ist es allemal. Und macht Lust auf mehr. Das Stück geht unter die Haut. Zumindest unter meine.
P.S.: Ja, einige werdens bemerkt haben. Von Fefe recycelt.
Diskutieren
hehehe. Wer mich kennt wird mich finden. *g*
/update
Meine Herren, da ist aber einer so sehr von seinem Tune Up überzeugt (das wirklich objektiv eine obergärige Scheiße ist), dass er da vom Feinsten flamed.
Ich mag das ja. Ich weiß ja, das ich mich mit einigen Aussagen recht weit ausm Fenster gelehnt habe, kann das aber prima machen. Sehr geil ist ja, dass er jeden, der gegen das „gute“ Tool ist, pauschal mal verdächtigt, anderen Spielern die Daten klauen zu wollen.
*fingernägelpolier*
*katzengrinsen*
der weiß ja nu noch nich wirklich, auf was er sich eingelassen hat. Flamewar mit mir wird er nicht gewinnen. 😉
Dinge über die man sich freut
Es gibt bestimmte Tage, da bekommt man haufenweise irgendwelche Sachen. Manche braucht man, manche nicht – über die meisten freut man sich nur, sagen sie doch auch: „Du bist mir wichtig.“
Aber die schönsten Geschenke sind immer die, mit denen man so gar nicht rechnet. Die echten Überraschungen eben. 🙂
Eine solche trudelte heute via Telefon ein. Überhaupt nicht auf dem Schirm gehabt. Eigentlich wars ein ruhiger Tag – ich bin nicht der Riesenfetenmensch und finds auch absolut ok, dass die meisten mir nicht gratuliert haben. Weils halt in meinem Umfeld kaum einer weiß 🙂
Das einem „dieser“ Tag halt doch was bedeutet, merkt man dann an der tiefen Freude die man hat, wenn jemand dran denkt, den man so regelmäßig selbst vergisst.
Lass dich knuddeln (ich werd zum Wiederholungstäter, ich weiß) und danke dir. Ich weiß er liest hier mit 🙂
Tragisch
Ich mein, die FDP hats aber auch nicht leicht.
Überall wo sie hinpackt wird sie ausgelacht. Irgendwie nicht richtig ernst genommen. Außerdem hat sie noch nen Guido Westerwelle als Chef anne Backen, das ist auch mal ein echtes Päckchen was die zu tragen haben.
Aber DAS ist der Hit.
Da geht die FDP hin und verkauft die Steuererleichterungen für Hotels als „DAS“ gute für die Branche, damit die gerettet wird.
Und was machen die Kommunen?
ERHEBEN EINE BETTENSTEUER!!!!! FÜR HOTELBETTEN!!! *schenkelklopf*
saugeil ist ja auch die Begründung: Die Kommunen hoffen, von der Steuererleichterung für Hotels zu profitieren. MUAHAHAHAAA *lachtränenwegwisch*
Ich bin mal wieder weg… wird ne Zeit dauern bevor ich unterm Tisch wieder hervorkrabbel… *lachflash*
Angst
Wer wissen will, was Angst ist, der möge sich bitte hier umsehen und in die Lage der Betreiber versetzen.
Angst muss es sein, was sie zu derartigen Twitterfeeds treibt. Spread the Info – tragt es weiter. Möglicherweise verhilft die Aufmerksamkeit ihnen zu einem unwesentlich längeren Leben.
Denn wenn das Video, um das es geht, wirklich auf Wikileaks veröffentlicht wird (dem Feed nach zu urteilen, ist es ein Video, wo Amerikaner Zivilisten umbringen), dann sind die sehr schnell sehr tot.
Und das wissen sie offensichtlich auch. Aus den Feeds spricht tiefe Angst und Trotz. Respekt, Jungs. Ich hoffe, ihr könnt den Brocken kauen, den ihr versucht, zu schlucken.
Schnittbroterfinder
Da steht ein Moderator unter dem Verdacht, eine Frau vergewaltigt zu haben. Ob das nun seine langjährige Lebensgefährtin war oder eine Stalkerin oder von mir aus Oma Erna von der Lindenstraße, is mir jetzt auch erstmal hupe. Dafür haben wir ne Justiz, die darf sich mit den Details gerne beschäftigen.
Aber was wäre die Republik ohne den Kriminalpsychologen Professor Christian Pfeiffer.
Der Mann deckt noch auf – und hochgebildet isser. Jawoll.
Der kennt sich aus mit Missbrauch und mit Killerspielen. Und jetzt auch mit Vergewaltigung. Denn anlässlich dieses Falles (offensichtlich) hat sein KFN eine Studie erstellen lassen, wie viele Frauen denn sexuelle Gewalt in der Beziehung erlebt haben. Und natürlich sofort ein Interview gegeben, wo er alles mal haarklein aufmetert.
Und die Schlußfolgerungen sind ja nachgerade erschütternd.
Pfeiffer: Solche Gewalttaten werden häufig durch extreme Stresssituationen ausgelöst, zum Beispiel, wenn ein Mann seinen Job verliert. Wer lange mit seinem Lkw über die Straßen Europas donnerte und plötzlich zuschauen soll, wie seine Frau das Geld verdient, der kann in eine Krise geraten. Kommt noch Alkohol dazu, kann es sein, dass er sein angeschlagenes Ego dadurch zu stabilisieren versucht, dass er den ehelichen Geschlechtsverkehr erzwingt.
*notier* Vergewaltiger sind versoffene Fernfahrer, die wegen Alkohol am Steuer den Job verloren haben. OK, keinen davon in der Bekanntschaft *zu Mac wink* du säufst ja nicht *g*
Ich bin sicher!
Mhm, oder doch nicht? Da kommt ja noch mehr.
Auch wenn die Frau den Mann als Lebenspartner infrage stellt oder droht, ihn zu verlassen, kommen manche Männer in Versuchung, durch körperliche Überlegenheit zu demonstrieren, wer das Sagen hat.
Hm, wie gut, das ich keine Beziehung habe. Denn ich mach das öfter mal, dass ich meine Lebenspartner (so ich grad mal einen hab) in Frage stelle. Aber ich drohe im Regelfall nicht mit verlassen. Ich tus. 🙂
Ich bin doch sicher.
Abgesehen davon, dass ich die Wortwahl zum Kotzen finde, dass ich die Schlußfolgerungen abstrus bis völlig bescheuert finde, und dass ich finde, dass der Kerl mal endlich die Schnauze halten sollte, als ständig seinen geistigen Dünnschiss in den Orkus zu blasen, gibts doch das wundervolle Zitat hier:
Auf die Feststellung, dass eine Anzeige aus Rache wohl eher nicht erfolgreich wäre, kam die Antwort:
Richtig. Zudem dürfte es doch nur selten vorkommen, dass eine Frau eine derartige Anzeige völlig unbegründet anstrengt. Sie muss davon ausgehen, dass sie sich dadurch massiven Stress zufügt und sich mit der Aussage, vergewaltigt worden zu sein, gewissermaßen selbst beschmutzt. Zumindest empfinden das die Frauen nicht selten so, dass ihr Umfeld entsprechend reagiert.
Herr Kachelmann, sie sind schuldig. Herr Pfeiffer hat das festgestellt. Denn das machen nach einem Beziehungsende nur wenige Frauen. Hatta gesacht.
Die Realitäten sehen anders aus. Denn eine Anzeige wegen Vergewaltigung und/oder Kindesmissbrauch ist nun mal der schnellste und direkteste Weg, einen Mann richtig zut treffen. Und das der Promistatus nicht gerade schützt, musste z.B. Andreas Türck sehr bitter erfahren.
Das gesamte Interview ist eine Vorverurteilung, validiert durch statistische Daten. Eine Kerbe mehr im Kerbholz des Herrn Pfeiffer, der die „erhöhten Aufklärungszahlen“ bei sexuellem Missbrauch gelobt hat (sie sind auf 80% GESUNKEN nicht GESTIEGEN), der Rocker und Killerspiele undifferenziert in einen Topf wirft und der jetzt sich zum Handlanger der Boulevardpresse mit einer derartig bescheuerten Statistik macht.
P.S.: Die Überschrift hab ich bei Tom geklaut. *g*
Jehova Jehova
Ich gebs ja zu, ich schreib bei Fefe ab. Aber DAS Ding ist auch ZU schön *g*
Folgender Dialog:
„Ich bin nicht der Messias“
*grübel* *blitzdings*
„Nur der wahre Messias leugnet seine Göttlichkeit“ *anstrahl*
*verzweiflung*
„Also GUT, ich BIN der Messias. Kann ich jetzt gehen?“
„SEGNE UNS OH HERR!“
Und wieder mal ist die Satire von der Realität eingeholt worden. Segne uns, Oh Herr.
Oder zumindest mein Bankkonto. Wann hat man schon mal nen leibhaftigen Messias anne Backe? *g*
P.S.: War ja klar, dass der aus Indien oder China kommen musste. Die haben einfach viel mehr Leute, da ist die Chance auf einen Messias ungleich höher als bei unseren Geburtenverweigerern. 🙂
Sicherheit an Schulen
Nach den Amokläufen vermutet jetzt jeder, dass ich hier mal über die „Sicherheitsmaßnahmen“ an Schulen abledern will.
Will ich aber nicht 😉
Mir gehts aktuell um die Sicherheit von Schul-EDV. Und um die Sicherheit von Netzwerken in den Schulen. Und um das (leider nicht vorhandene) Augenmerk auf Datenschutz und Datensicherheit.
In der Pionierzeit des Schulinternets, als die Netzwerkanbindung nur in EDV-Räumen vorhanden war, als eine Internetanbindung, wenn überhaupt, lediglich im EDV-Raum existierte, die Rechner in der Verwaltung schnell via Koax-Kabel zusammengestoppelt wurde, zu der Zeit machte man sich über Datenschutz und Vireninfektionen recht wenig Gedanken.
Inzwischen sind die Klassenräume weitgehend flächendeckend mehr oder weniger durchdacht an ein schulinternes Netzwerk angeschlossen und mit Internetanbindung versehen.
Man sollte doch meinen, dass die Musterkonzepte, die für die Schulen vorliegen, auch einen Punkt „Sicherheit im Netz“ beinhalten.
Wer eins findet, bekommt von mir nen Gummipunkt.
Es gibt einen Arsch voll Musterlösungen, die von Pädagogen erarbeitet wurden. Keine einzige davon verfügte über Hinweise, wie man die Stolperfallen, die die Pressekammer Hamburg, diverse Telekommunikationsgesetze (einige Lehrer wissen noch nicht mal, dass es ein TKG gibt!) und einen Haufen Datenschutzbestimmungen aufgestellt hat, umgeht.
Alle Konzepte umfassen soviel Technik, dass es für eine Vernetzung reicht, sie haben als Schutz vor Viren allerhöchstens Imaging-Funktionen drin. „Wenn sie eine Infektion bemerken, können sie mit dem Image die Daten zum Installationszeitpunkt wiederherstellen“.
Zentrale Datenspeicherung und die daraus entstehende Rechteproblematik? Nada. Windows-Netzwerke, zentrale Benutzerverwaltung, Passwortsicherheit? Ja, nee is klar.
Wie sieht die Realität denn aus?
Beispiel Hauptschule:
Da bekommen die Schüler vom zuständigen Fachlehrer einen eindeutigen Benutzernamen und ein Benutzerpasswort. Das ist ein Standardpasswort. Dieses Passwort befindet sich in einer öffentlich einsehbaren Passwortliste. Wenn ein Schüler das Passwort vergisst, dann kann er sich das Passwort holen. Im Komfortfall kann jeder Schüler sein eigenes Passwort erstellen und DANN wirds in die öffentlich einsehbare Passwortliste eingetragen.
Problembewusstsein für das Missbrauchspotenzial? Nicht vorhanden. Selbst dann nicht wenn ich mit dem Holzhammer komme.
Beispiel Grundschule:
Da komm ich in eine Grundschule rein und finde am Schwarzen Brett (!!!) eine Passwortliste vor. Einschließlich (!!!!!) Administratorpasswort.
Auf die Frage, was zum Henker man sich denn dabei gedacht hat:
„Och, hier kommen sowieso nur Schüler und Eltern rein, die können das ruhig wissen, die sind alle so brav bei uns, die machen nix.“
Komisch – wer hat denn dann den Schulfilter ausgeknipst, das Adminpasswort des Servers geändert und Einstellungen vorgenommen (DHCP ausgeschaltet und vom Router eingeschaltet), die ich im Leben nicht vorgenommen hätte? Muss wohl die Maus gewesen sein, die danach noch auf die Servertastatur gekackt hat und danach das Kaltgerätekabel annagte (das war übrigens ihr letzter Fehler. 220 Volt vertragen die Kleinen wohl nicht so gut *g*).
Andere Beispiele:
Da sind Verwaltungs- und pädagogische Netze wahllos zusammengeschaltet, weils doch den kostenfreien Anschluß der Telekom gibt. Kann man machen – aber dann doch bitte dahinter via VLAN die Netze trennen.
Da wird WLAN eingerichtet – und nicht verschlüsselt. Weil sind ja Schul-Hotspots.
Da werden Webseiten nicht gefiltert, so dass Schüler aller Altersgruppen JEDE Webseite aufrufen können. Egal ob Youtube oder Youporn.
Inzwischen hab ich für meine Schulen einen Mix gefunden, mit dem ich bislang ganz gut fahre.
Eine Firewall wird vor den Router geschaltet. Die Routerfirewall ist aus. Das Netzwerk erhält einen Virenscanner. Dabei achte ich aber mehr auf den Ressourcenverbrauch als auf die „Scanqualität“. Da nehmen die sich nämlich inzwischen alle nix mehr.
Auf „Securitysuiten“ verzichte ich. Die fressen Ressourcen und bringen keinen großen Sicherheitsgewinn.
Sogenannte „unerwünschte Inhalte“ filtere ich in den Schulen mit dem Schulfilterplus weg. Und wenn mich meine Lehrer zu sehr ärgern, ist da für ne Woche auch mal Ebay drauf. 🙂
Konsequente Rechtevergabe. Im Netzwerk haben nur zwei Leute volle Adminrechte: Ich, bzw. die von mir beauftragte Firma und der Schuladministrator. Der Rest darf sich hinten anstellen. Die dürfen sich im Netz anmelden und die vorhandene Software nutzen. Mehr nicht.
Ein Virenscanner, der zentral verwaltet wird, rundet das ganze ab.
Damit ist die technische Seite ausgeschöpft. Bleibt die menschliche.
Any hints, wie ich meinen Vollho…Lehrern beibringe, dass das alles keine Schikane von mir ist sondern durchaus Sinn und Verstand hat? Und dass ich mir da durchaus was bei denke?
Tipps nehme ich gerne entgegen. Ne LART auch. *seufz*
Überschuldet
Nach einer Studie sind wir alle mit ungefähr 20.000 Euro verschuldet. Jeder, vom kleinsten Neugeborenen bis zum Greis von 100 Jahren.
Auch Johannes Heesters.
Wo sind wir verschuldet? Naja, wir sind Teil des Staatengebildes Deutschland und Deutschland hat sich mit 77% seines Bruttoinlandproduktes verschuldet. Das ist die offizielle Gesamtverschuldung.
Schuld an der Verschuldung sind jetzt… *tadaaaa*
Die Sozialleistungen und Beamtenpensionen.
Natürlich.
Mit den Bailouts für die Banken hat das natürlich überhaupt nix zu tun.
Wundert einen das Ergebnis eigentlich noch, wenn man liest, dass das von Bernd Raffelhüschen verbrochen wurde? Der eh dafür eintritt, die Sozialleistungen auf Null zu kürzen und weiter zu „liberalisieren“? Achso, und so wie es aussieht, hat Florian Rötzer doch tatsächlich mal ein Goldstück erwischt. Sonst ist der ja nicht so die journalistische Leuchte.
Wem der Name Raffelhüschen nix sagt, die Nachdenkseiten haben was über ihn.
Trau. Schau. Wem.
Wann gibts die erste private Versicherung, die vor Hartz IV schützt? Monatsbeitrag nur 250 Euro?
Spreeblick
Kleiner Hilfeaufruf. Spreeblick muss sich gegen die Firma Primacall wehren. Und DIE wiederum…
ach lest selbst.
Und Udo Vetter hat recht. Da muss man doch helfen können. Notfalls mit einem *hust* Zwanziger. 😉
Und den Machenschaften solcher Firmen, so aberwitzig wie die in dem Fall ist: Die klagen in Hamburg. Und die sind ja nicht grade als die Gralshüter von Recht und Gesetz bekannt.