Archiv des Autors: Tante Jay
Datenkrake Google
Da ist er nun – Chrome, der Google-Browser. Ich habe ihn zugegebenermaßen nicht selbst getestet, vertraue aber darauf, wenn Will sagt, dass er fluffig, schnell und schlank ist, dass er genau das ist.
Aber die Berichte mehren sich, dass er sehr viel mehr als das ist. Exemplarisch hat mal Heise den Browser auseinandergenommen und einige Merkwürdigkeiten festgestellt:
So installiert sich Chrome in einen Bereich, wo normalerweise Daten aufgehoben werden. Zusammen mit der einzigartigen ID von Chrome erlaubt dies eine exakte Zuordnung des Surfverhaltens nach IP UND Benutzer. D.h. wenn der Browser nach Hause sendet, sendet er IP-Adresse, Benutzerkonto, Browser-ID und die Surfdaten nach Google. Damit ist eine minutiöse Verfolgung des Surfverhaltens jedes einzelnen möglich.
Ich kenne das eigentlich nur von Progrämmchen, die man Spyware schimpft. Was will Google mit diesen Daten? Die wachsweiche Erklärung des Google-Sprechers („Natürlich wollen wir nicht spionieren“) ist da auch nicht beruhigender.
Thema Cookies:
Chrome setzt nicht nur Cookies, wenn man Google selbst aufruft (das kennt man ja schon und man putzt danach immer gehörig durch), sondern auch welche, wenn man z.b. die Funktion nutzt, Chrome nach der Seite, die die 404-Fehlermeldung produziert hat, suchen zu lassen.
Beispiel: Man vertippt sich bei einer Seite, es kommt eine 404-Fehlermeldung, der Browser bietet an, nach Alternativen zu suchen, klickt man jetzt auf „JA“, kassiert man einen Cookie.
Der permanente Austausch zur Aktualisierung der Phishingfilter-Datenbanken ist das gleiche bei allen Browsern, sie alle telefonieren nach Hause, um diese zu synchronisieren. Aber bei Google bekommt das durch die Verknüpfung von IP-Adresse, Benutzerkonto und ID noch eine etwas pikantere Dimension.
Google-Updater:
Mit dem Ding hatte ich schon öfter zu tun. Der ist wirklich eine Pest. Wenn man ihn deinstalliert, ist nicht gewährleistet, dass er auch wirklich deinstalliert hat. Oft wird er nur aus dem Systemsteuerungs-Punkt „Programme“ entfernt, bleibt aber tatsächlich erhalten, auch als aktiver Dienst und wird beim Autostart weiterhin mitgeladen.
Man muss das Ding manuell exorzieren, bevor man ihn wirklich raushat. Zum Kotzen das.
Warum das Verfolgen der Surfdaten so böse ist? Schließlich hat doch keiner was zu verbergen?
Nunja, das vielleicht nicht, aber trotzdem möchte ich nicht, dass Google jederzeit weiß, wann ich wohin surfe und auf welche Seiten. Weil es die Jungs schlichtweg nix anzugehen hat.
MEIN Surfverhalten. Pfoten weg.
Chrome bleibt draußen. Aus die Maus.
Ein ganz alter Witz…
„Soldaten! Endlich haben wir vom Generalstab die Erlaubnis bekommen, die Unterwäsche zu wechseln. Also: Meier wechselt mit Schulz, Müller mit Lehmann, Schneider mit …“
So alt so aktuell. Wir haben ja unseren oberen Normungshüter. Ja, ich meine den ehrbaren Kollegen, der regelmäßig hingeht und Vertretungsschilder standardisiert, Gehege für Raucher einrichtet und die Stempelkartenkontrolle durchführt. Und er hat mal vor Jahren abverfügt, dass die Stempelkarten in den Fächern alphabetisch zu sortieren sind. Allerdings soll der Amts-/Fachbereichsleiter bitteschön immer an erster Stelle stehen.
So weit so bescheuert.
Und jetzt haben wir bei uns das Problem: 1 Leuts in Rente, 1 Leuts gewechselt und schon passt die schöne Reihenfolge nicht mehr. Als ich vor ein paar Jahren mich auf Anweisung Amtsleiter einfach mal in Fach 14 sortiert hab, weil ich da reingehöre, hat das eine mittlere Katastrophe bei 2 Kollegen ausgelöst. Die haben den gesamten Vormittag damit zugebracht, zu begreifen, dass sie jetzt ein Fach nach unten gerutscht sind. Und das würde ja so nicht gehen… aufgeregte Hühner waren nix dagegen *g*
Naja, mein Chef hat sich heute zufällig dran erinnert, als ich ihm meine Stempelkarten vorbeigebracht habe. Er grinste kurz, trappste zum Vorzimmer und hat dann die Kollegin drum gebeten, doch mal abzuverfügen, wie die Stempelkarten künftig zu sortieren wären.
Schliesslich hätte sich einiges geändert und so ginge das nicht.
Danach hat er sich in seinen Sessel geschmissen, Handrücken an die Stirn, Augen geschlossen und gemeint
„ICH KANN SO NICHT ARBEITEN“
Herrlich… und das kurz vorm Wochenende. Mein Kollege Archivar tut mir ja wirklich schon von Herzen leid, aber das wird ZU schön werden.
Wo krieg ich ne Webcam her???? *g*
Die Zeit der Buchhalter
es ist soweit, das Zeitalter der Buchhalter hat endgültig begonnen. Es wird ja permanent nach Sparpotenzial gesucht.
Und der Buchhalter im öffentlichen Dienst hat dann etwas erfunden, dass nennt sich Kennzahlenvergleiche.
Da werden bestimmte Daten nach einem Muster erhoben und mit den Kennzahlen anderer Kommunen verglichen. Ist man in den Kennzahlen „zu hoch“ muss man was tun. Natürlich muss man das aber nicht, wenn das bedeuten würde, mehr Geld auszugeben, z.b. wenn man feststellt, dass die Zahl der ausländischen Schulabbrecher überdurchschnittlich hoch ist.
Aber man muss auf jeden Fall etwas tun, wenn eine Kennzahl bei den Ausgaben zu hoch ist.
Aktuell kann man sich das so vorstellen:
Stadt A gibt für die Wartung von EDV 20.000 Euro im Jahr aus. Stadt B allerdings 50.000. Stadt C 30.000.
Durchschnitt wäre demnach 33.333 Euro. Das heißt, Stadt B liegt weiiiiit über dem Durchschnitt und muss demnach jetzt 17.000 Euro (man rundet da gerne) einsparen.
Nun wird da aber nicht mit berücksichtigt, wie viel PCs in der Wartung stecken. Stadt A kann sich die 20.000 Euro gut leisten, deren EDV ist lang nicht so weit entwickelt wie die von Stadt B und Stadt C hinkt auch hinterher.
Aber das zählt nicht. Das sind reine Summenspiele: „Stadt A gibt viel weniger aus, kürzt den Ansatz mal auf den von Stadt A.“
Die Qualität leidet ganz erheblich darunter, weil Stadt B halt nicht mehr in der Lage ist, den EDV-Level zu halten. Tja und dann kommt das gejaule über die unfähige EDV-Abteilung, die NIX mehr auf die Kette bekommt.
Das gleiche Spielchen bei Musikschulen. Musikschulen sind ja eine freiwillige Leistung bei den Städten und werden kontinuierlich runtergefahren. Nur blöderweise hat das Land jetzt ein Programm aufgelegt: Jeki. Jedem Kind ein Instrument. Eigentlich keine ganz blöde Idee, wenn ich mir die Charts so angucke. Da könnte manche Ohrenfolter vermieden werden.
Im Gegenteil, die Idee ist sogar ausgesprochen gut. Nur die Umsetzung mal wieder unter aller Kanone: Den Kommunen werden Verträge ohne Rechtssicherheit auferlegt. Das Land kann die Zuschüsse für Jeki jederzeit streichen, ohne Angabe von Gründen. Nur: Läuft das Projekt mal so wie es soll und alle Grundschüler werden an Instrumenten unterrichtet, kann eine Kommune da nicht mehr aussteigen.
Konkret sieht es so aus, dass in diesem Jahr die Musikschule alle Erstklässler betreut. Im nächsten Jahr die zweiten Klassen und die Erstklässler. Dann die dritten Klassen, zweiten Klassen und Erstklässler. Und im vierten Jahr dann alle Grundschüler komplett.
Die Finanzierung dieser Aufgabe, die das Land vorgelegt hat, obliegt einzig und allein dem Schulträger, also der Kommune. Das Land gibt Zuschüsse, die allerdings nicht kostendeckend sind.
Nehmen wir jetzt mal eine Kommune im Bereich Haushaltssicherung und einen Schritt vor Pleite = einen Schritt vor Sparkommissar. Die soll jetzt Jeki umsetzen. Gleichzeitig aber auch geschmeidige 150.000 Euro jährlich einsparen. Und dann neben Jeki noch den regulären Musikunterricht aufrechterhalten.
Das ganze mit 2 Vollzeitkräften im Unterricht und einer Vollzeitkraft in der Verwaltung.
Nicht machbar. Interessiert aber nicht, die Kennzahlen sagen, dass das Einsparpotenzial drin ist, also einsparen.
Die Kennzahlen berücksichtigen aber nicht Jeki. Das wurde dem zuständigen Prüfer vom Landes(!)rechnungshof auch gesagt, aber die Reaktion war klasse: „Mir egal, was die anderen Behörden euch auferlegen. Die Kennzahlen sagen, ihr könnt einsparen, also tut das. Wie ihr das aufrechterhaltet ist euer Problem“
Das war ein fast originalgetreues Zitat.
Fällt es eigentlich unter Mord, wenn man so einen Vollidioten umfährt?
Durchs Dorf getriebene Säue…
ich mach mir ja allmählich wirklich Sorgen um mein tägliches Schnitzel. Vielleicht sollte ich wirklich Vegetarier werden, aber so wie jeder kleine politische Hinterbänkler gerade jeden Tag unter fadenscheinigen Vorwänden eine neue Sau durchs Dorf jagt, können die Viecher doch gar nicht mehr richtig Speck ansetzen.
Aktuell ist es Frau Merk. Frau Merk ist Justizministerin in Bayern und merkt offensichtlich nicht mehr ganz soviel. Denn ihre Forderung ist es, doch bitte auch die Leute, die auch nur einmal auf Kinderporno-Seiten klicken, sehr viel härter zu bestrafen.
So produziert man Verbrecher. Wer hat noch nicht auf ein Werbebanner geklickt, das ihm interessant vorkam und danach erstmal große Augen gemacht und den Krempel schnell weggeklickt, weil *bäh*
Genau diese Klientel ist es jetzt, die Frau Merk „deutlich härter“ bestrafen will. Also für Klicks, die man eigentlich nicht vermeiden kann, will man nicht alles an „Sidelinks“ komplett in die Tonne treten.
Kann diesen Leuten nicht jemand das Maul stopfen, bevor sie im Wahlkampfrausch irgendwelchen Müll von sich geben? In 2 Wochen ist in Bayern nämlich Landtagswahl und der CDU gehts christliche Ärschlein auf Grundeis, weil deren absolute Mehrheit nämlich Stoiber und Co. sei Dank schwer in Gefahr sind. Offenbar werden die Bayern wach und überlegen sich grad, ob Pest (SPD) nicht vielleicht doch der Cholear (Beckstein) vorzuziehen ist.
Und da kann man sich ja mal wieder als Law-and-Order-Woman profilieren. Und dieses unnütze Zeuch, datt Internet da, das gefährliche wegen den vielen freien Gedanken da, erstmal verbieten. Und die Bilder da, nein, haben sie DIE gesehen? Da war doch tatsächlich ein nackertes Weibsbild zu sehen… auch gleich mal verbieten. Sowas hab ich in 20 Jahren Ehe NIEEEE gesehen.
Das würds vielleicht erklären. 🙂
Rufnummernsperre bei Telefonanbietern
Das gibts doch nicht. Es ist wirklich möglich in Deutschland: Zwei Anbieter sperren Rufnummern für ihre Kunden, die diese Nummern dann übers Handy nicht mehr anrufen können, und keiner tut was. Einzig Heise berichtet darüber und Golem.
Was ist passiert?
O2 und E-Plus sperren bestimmte Rufnummern für vergünstigte Anrufe ins Ausland für ihre Kunden. Das sind zum Teil bezahlte Guthaben, die die jetzt nicht mehr abtelefonieren können.
Und was machen alle Aufsichtsbehörden?
Naja, die Regulierungsbehörde sagt „wir können nix tun, beschweren sich ja nur die Kunden, da müssen sich die Anbieter beschweren“
Die Verbraucherschutzzentrale meldet sich vorsichtshalber mal gar nicht und die einzelnen Anbieter, die gesperrt wurden, haben sich auch nicht grad mit Ruhm bekleckert.
Entschuldigt bitte, aber hallo? Jemand zu Hause? Ein Diensteanbieter hat gefälligst dafür zu sorgen, dass alle Rufnummern erreichbar sind. Wo sind wir denn bitteschön, dass man ungestraft Rufnummern sperren kann? In China?
Also bleibts wieder beim Kunden hängen: Wer nicht will, dass er zu einem Anbieter gehört, der Rufnummern sperrt, dann muss man halt nicht zu diesem Anbieter gehen oder aber die Verträge mit ihm kündigen. Mich würde mal interessieren, ob da nach BGB ein Sonderkündigungsrecht greift, weil der Anbieter vorsätzlich seiner vertraglichen Pflicht zur Bereitstellung der Dienstleistung nicht in vollem Umfang nachkommt.
Passend dazu äußert unser Bundeswirtschaftsminister (der Glos, das ist der Hinterbänkler, den niemand kennt) sich zu äußerst wichtigen Dingen in der Telekommunikationsbranche. Das natürlich wichtig. Vor allem in der Urlaubszeit.
Tarifwahnsinn
Ich werde bekloppt.
Ich hab ja mal wieder den Kündigungstermin bei Vodafone vergeigt. Und so nehm ich halt das vergünstigte Handy mit und freue mich über meine eigene Dämlichkeit.
Und das vergünstigte Handy hätte gerne einen Tarif. Den wollte ich vorher mal nachlesen. VodafoneComfort mit Zuhause-Flat.
Aha.
Was bietet dieser Tarif? „Mal eben gucken“ is nich, weil gerade die Zuhause-Flat nicht erklärt wird und man die auch in den „Info-docs“ also den .pdf-Dateien, in denen die Tarife drinstehen, nicht aufgeführt wird.
Liebe Leute von Vodafone. Ich bin Kunde bei D2, da hieß der Laden noch Mannesmann Mobilfunk. Und wenn sich jetzt nicht bald was tut, dann kündige ich meinen Tarif Stante Pede nach Verlängerung und ich mach nen Neu-Vertrag bei einem anderen Anbieter.
Ich finde das nämlich auch mehr wie frech, wenn man fast 12 Jahre Kunde bei euch ist, dass man so Sachen wie „50 Euro Startguthaben“ oder „Jeden Monat 5 Euro weniger“ oder „xx Frei-SMS“ als Auswahl nur als NEU-Kunde hat.
Ich weiß, das ist eine ungeliebte Pest, dass man als Neukunde Zucker in den Arsch geblasen bekommt und man diese Boni mal schön den Bestandskunden aufbuckelt, die sich dann nach der Decke strecken müssen.
Aber allmählich finde ich diese Politik nur noch kreuzbescheuert. Es geht doch nirgends mehr um Sachen wie „Kundenzufriedenheit“ oder ähnlichem, sondern nur um „Wir haben diesen Monat/dieses Jahr x Neukunden gewonnen“. Und das ist genau die Milchmädchenrechnung, die mich so richtig ankotzt:
In diesen „Neukundenstatistiken“ wird nie erfasst, wieviele den jeweiligen Anbieter verlassen haben, das gilt ja nicht nur für Vodafone, das gilt ja für alle anderen genauso. Hat mal jemand zusammengerechnet, wieviele Handy-Verträge es Deutschlandweit geben müsste, wenn man mal alle Neuvertragsjubelarien-Zahlen zusammenzählt? Ich schätze mal, dass die Einwohnerzahl Deutschlands um ein vielfaches überschritten wird.
Der Dumme ist der Bestandskunde, der vielleicht zufrieden ist mit dem Service, der geboten wird und mit der Übertragungsqualität, der aber gemolken wird zugunsten der unsäglichen Neukunden-Statistiken der Marketing-Fritzen.
Und was ich von DENEN halte ist strafrechtlich relevant… *mpf*
Jugendkriminalität und 68er Romantik
Immer wieder erstaunlich, wie wenig ausgeprägt Textverständnis bei vielen Leuten ist.
Da schreibt man einen Text und muss sich hinterher fragen, ob man ihn in chinesisch geschrieben hat, da die Leute offenbar etwas völlig anderes daraus gemacht haben.
Jens Jessen ist so ein Opfer. Er hat – grob gesagt – nach dem Überfall der beiden jungen Leute ausländischer Herkunft auf den älteren Herrn in München – die gewagte Theorie aufgestellt, dass man die Beweggründe verstehen muss, die manche zu solchen Taten treiben, um vernünftig Prävention betreiben zu können.
Er hat aber NICHT geschrieben, dass die beiden Männer Opfer waren, denn das waren sie nicht. Er hat auch NICHTS davon geschrieben, dass er Verständnis für die Taten hat. Verstehen bedeutet nicht Verständnis.
Wie kann Prävention aussehen? Wenn jemand die Frage beantworten kann, hat er einen Oscar verdient, aber eins ist sicher: Jede Gewaltpräventionsmaßnahme hat eine Zielgruppe bzw. eine Zielperson. Eine Binsenweisheit aus der Werbung ist es, dass man die Zielgruppe kennen muss, um effektiv Werbung machen zu können. Genau die Mechanismen kommen in der Gewaltprävention auch zum Einsatz: Die Zielgruppe kennen um zu wissen, wann ein junger Mensch in Gefahr gerät, zum Gewalttäter zu werden. Und, soweit möglich, frühzeitig damit einsetzen.
Gut durchgeführte Gewaltprävention läßt sich nicht beziffern wie bei den Kosten für Strafgefangene. Gewaltprävention erspart den Staat viel mehr als Strafhaft. Und es erspart potentiellen Opfern unendlich viel Leid. Aber man kann nicht sagen, dass man in einem Jahr eine Zahl X an Gewalttaten verhindert hat, da die potentiellen Gewalttäter eben NICHT ausgerastet sind.
Wie oft ist es denn der Fall, dass Jugendlichen ein kompetenter Ansprechpartner fehlt? Dass die Jugendlichen sich mit ihrem 400-Worte-Wortschatz nicht adäquat ausdrücken können und zur Gewalt greifen, wenn sie sich unverstanden fühlen. Eine Präventionsmaßnahme für diese Jugendlichen könnte darin bestehen, ihren Wortschatz zu erweitern, sie konfliktfähig zu machen – und ihnen die Ansprechpartner zu bieten, die sie brauchen.
All das kostet Geld in Zeiten knapper Kassen. Aber es ist gut angelegtes Geld. Ich persönlich würde meine Steuergelder lieber dort angelegt sehen als in Strafhaft-Projekten, um Häftlinge wieder auf das freie Leben vorzubereiten. Ich würde lieber sehen, dass die Leute möglichst gar nicht erst in den Knast kommen, weil sie vorher aufgefangen werden.
Das gilt ja nicht nur für Gewalttäter, aber für die ganz besonders.
Und um zum Thema Verständnis zurückzukommen: Es wird immer wieder Täter geben, sog. Intensivtäter, die sich allen Hilfsangeboten entziehen. Sei es aus falschem Stolz, sei es aus falsch verstandener „Coolness“. Intensivtäter haben die Gewalt als probates Mittel entdeckt, ihre Konflikte zu lösen und sind meistens zu dämlich, um zu erkennen, dass sie ihre Probleme nur verschieben und vor allem verschlimmern. Meist sind sie noch zu doof, um überhaupt zu erkennen, dass sie Probleme haben.
Diese Art Täter kann man getrost wegschließen. Aber trotzdem ist es wichtig zu erkennen, wo der Täter den Leuten entglitten ist. Die wenigsten sind von Natur aus gewalttätig, weil zuviel Adrenalin. Die meisten haben eine Lebensgeschichte, die es zu durchleuchten gilt, um ähnlich gelagerte Fälle nach Möglichkeit zu verhindern. Es mag für diesen Menschen zu spät kommen, aber wenn die Präventionsmaßnahmen rechtzeitig gegriffen hätten wären im Grunde genommen 3 Menschen gerettet gewesen: Das Opfer, dass wohl nie wieder über diese Geschichte hinweg kommen wird, in dem Alter vergisst man so etwas nicht – vor allem nicht die absolute Hilflosigkeit, nach dem Motto „Wär ich 20 Jahre jünger gewesen, hätten die das nicht gemacht“,
und die beiden Täter, die ihr Leben nicht mit so einer unendlich dummen Sache versaut hätten.
Das ist kein Mitleid, aber Verstehen bedeutet halt nicht Verständnis, auch wenn es häufig gleichgesetzt wird. Verstehen bedeutet aber oft genug: Verhindern, dass es noch einmal vorkommt.
Geschenke muss man annehmen!
Meine Wohnung is ja nich so die beste. Vor allem, was die Nachbarschaft so angeht. Und mein Waschmittel ist ja auch nicht immer meins. Meint meine Nachbarin. 😉
Neue Wohnung gesucht und dank einem guten Freund auch gefunden. Ich habe: 51 qm. Die neue hat: 75 qm.
Alte Wohnung: Teppichboden. Neue Wohnung: Gefliest. Und zwar überall. Neues Bad, neuer Fliesenspiegel.
Und 140 Euro weniger Gesamtmiete.
Vermieter sehr sehr nett und alles in allem so das Geschenk, was ich mal brauchte.
Jemand Lust, beim Umzug zu helfen? So um 01.12. rum? *g*
Arroganter Fatzke
…dachte ich mir gestern so beiläufig.
Einer meiner Lehrerlis forderte „sofort“ meine Anwesenheit, weil alles ganz doll schlimm wäre.
Ich natürlich nachgefragt, was los ist und *schwupps* kam die Antwort:
„X und Y können nicht mehr drucken“
Normale Frage meinrseits:
„Drucker an? Kabel eingesteckt?“
Ein einfaches *ja* hätte genügt…was kommt?
„Hör mal, auf dem Niveau rede ich gar nicht erst mit dir. Das ist eine Herabsetzung meinerseits, dass du solche doofen Fragen überhaupt stellst. Du kannst davon ausgehen, dass ich das immer als erstes prüfe“
Ich: „Häh???“
Er: „Haben wir uns da verstanden?“
Hallo? Er wäre nicht der erste, der das naheliegendste übersieht. Genau dafür ist so ein Gespräch da, um solche Fehlermeldungen auszuschließen. Und dann noch das „haben wir uns da verstanden“ ist doch wohl der Gipfel der Frechheit.
Übrigens hat aufgrund einer fehlerhafter Treiberinstallation (durchgeführt durch ihn) der Druckercache „Sayonara“ gesagt.
So. Ich bin mal weg. Bazooka wieder polieren.
Je oller je doller *g*
Gestern Großveranstaltung. Erste Band an einer Bühne waren dann „The Lords“.
Das ist die Band, die in den 60ern eigentlich so bekannt wie die Beatles waren. In Deutschland.
Das war vor 45 Jahren, die Jungs sind nicht jünger geworden, ihr Publikum auch nicht.
Die Band tritt auf, alle etwas grauhaarig und man hörte auch schon das eine oder andere Gelenk knirschen.
Jubel der Menge – und dann legten die Oldies da oben mit einem Schwung los, der viele jüngere Bands vor Neid erblassen lassen dürfte.
Und die Leute im Publikum…ich bin mir SICHER, dass viele ihr Alter einfach vergessen haben. Die groovende Gerontenbrigade vor der Bühne hat den Enkeln eindeutig gezeigt, wie man rockt. *g*
Die konnten das übrigens live beobachten, ich hab mehr als einmal gesehen, wie 3 Generationen nebeneinander standen und tanzten. Und die energischsten waren nicht immer die Jüngsten *g*
Wenn man einen weißhaarigen, älteren Herrn vor der Bühne Headbangen sieht, der sich dann aber vorsichtshalber an seinem Rollator festhält, weil er sonst umfällt, weiß man: Da lebt einer Rock’n’Roll 😉
Zwei richtig niedliche Szenen durfte ich dann noch erleben. Ich stand hinter dem Absperrgitter und hab den Wachdackel für den Backstagebereich gemimt.
Auf einmal kommt ein älterer Herr auf mich zu (gerade wurde das SEHR geile Schlagzeugsolo mit Schlägen eingeleitet, die wie Herzschlag klangen) und meinte zu mir
„Ich kann da vorne nicht stehen, ich hab nen Herzschrittmacher“
ok, verständlich, die Signale von der kleinen Kiste dürften wohl mit den Bässen etwas durcheinanderkommen. Und im Schlagzeugtakt grooven wollte der wohl wirklich nicht.
Und dann gings los: „Ich bin 5x operiert worden, Bein aufgeschnitten, 5 Bypässe, Herzschrittmacher, Luftröhrenschnitt und alles.“
aha.
„Nicht dass sie mir nicht glauben – das stimmt schon alles“ und zog mit diesen Worten sein T-Shirt hoch.
Hat hier einer „auszieeehn“ gerufen? *g*
„Neee, neee ich glaub datt schon“
Und dann der Satz des Abends:
„Ich war 10 min lang tot. Aber dann haben sie mich zurückgeholt. Und für DAS Konzert hier hat sich das doch gelohnt“
DAS nenne ich Fan. *g*
Der zweite war ebenfalls ein älterer Herr, der sehr offensichtlich keinen Unter- und Oberkiefer mehr hatte und das auch nur unzureichend prothetisch versorgt wurde (kann man das überhaupt?)
Das ganze sah schon sehr seltsam aus – aber größer war das Problem, dass er mich locker 5 min lang zugetextet hat und ich kein Wort verstanden habe, zumal auch die Sprache, in der er mich ansprach irgendwie russisch klang.
Aber die Gestik war knuffig:
Er kam strahlend auf mich zu, anderthalb Daumen hoch (mehr hatte er nicht mehr), zog eine Autogrammkarte aus seiner Brust und drückte sie mit verzücktem Gesichtsausdruck an sein Herz. Das machte er immer und immer wieder – und immer wieder hat er mir die Autogrammkarte gezeigt (die keine bedruckte war, da haben die Jungs selbst gepinselt).
Die Karte war schon ganz vergrießgnaddelt – aber das war sein Schatz…
Und als ich ihn dann angrinste und sagte „Da gratuliere ich aber“
Drückte er die Karte wieder an sein Herz, schloß die Augen und meinte selig lächelnd „Zu Dank. Zu Dank“
Und zog ab…
Ehrlich – ich war hundekaputt und die Füsse taten mir weh wie sonstwas. Aber alleine für die zwei hat es sich gelohnt, das in Kauf zu nehmen. 🙂
Gänsehaut….
Ich gestehe gerne: ich MAG Klassik. Allerdings weniger Opernlieder, denn die sind für mich vielfach einfach langweilig. Eine Ausnahme hat mir Will heute serviert:
Paul Potts. Ich kannte ihn nicht, weil ich um alles, was nach „DSDS“ auch nur entfernt riecht, einen riesengroßen Bogen mache. Etwas verspätet also bin ich auch auf ihn aufmerksam geworfen.
Nessun Dorma also. Ich wollte wissen, ob er wirklich so gut ist und habe mir gleichzeitig bei Youtube auch mal die Version mit Pavarotti angehört, einer der besten Tenöre auf lange Zeit.
Bei Paul Potts flossen Tränchen und ich bekam Gänsehaut. Ich weiß nicht, worum es bei dem Lied geht, aber ich bin neugierig geworden, WAS er da mit soviel Leidenschaft gesungen hat. Da war das gewisse Etwas Nachdruck, als er das gesungen hat.
Und dann Pavarotti – technisch perfekt, sicherlich. Doch diese musikalische Perle glänzte nicht, sie war nichts weiter als gesungene Technik.
Wenn sich Paul Potts diese Leidenschaft behalten kann und es schafft, die Lieder so zu singen, als wären sie nie gesungen worden, dann bleibt er ganz groß.
Denn ein Großer ist er schon.
Und ich wiederum bin nebenbei wieder einmal ehrlich erstaunt, was zwei Sänger für einen gewaltigen Unterschied machen.
Nachtrag: ich habe gerade beschlossen, dass es Zeit für den Neukauf einer CD wird 😉
Nach U wie Urlaub kommt A wie Arbeit…
3 Wochen Urlaub ohne Telefon waren wirklich schön. Schön waren sie. Nur auch schön kurz *seufz*
Ich will wieder Urlaub haben. Oder zumindest ein kaputtes Telefon… *sniff*
Gerade eben Anruf von einem erbosten Lehrer. Sein Rektor hatte kurz vor den Ferien gefordert, dass doch *unbedingt* neue Software aufgespielt werden müsse. Und dass das dann drauf ist, wenn die Schule wieder anfängt. Gesagt, getan, aufgespielt, Altsoftware runter, feddich. Nicht ich selbst, ich war beschäftigt, aber ne Firma.
Die müssen wohl auch das Adminpasswort geknackt haben, weil nämlich der Adminzugang grad mit einem anderen Passwort versehen ist.
Tjooooooooooooooooooooooooooooooooooo
Und nu Auftritt meines Lehrers. Ich hätte ihm doch Bescheid sagen sollen, das wär nicht okay, er hätt da gestanden wie döppken doof. OK, mit dem Passwort ist unfein, das gibt noch derbst Mecker. Ist ja schön, dass man Passwörter ändert, aber doch bitte mir dann auch Bescheid sagen *g*
Mein Einwand, dass das ganze doch eher ein internes Problem ist, weil da scheinbar die Absprachen nicht funktionieren, wurde schnell beiseite gewischt. Stattdessen kam er zu seinem eigentlich Anliegen:
„Im ganzen Bundesland wäre das so, dass die Schulen alle alle selbständig wären und die EDV selbständig verwalten“
Mag ja sein, aber hier nicht. Ende der Diskussion. Weil nämlich diese kunterbunte Selbstverwaltung der Schulen auch ein gigantisches Problem hat: Da macht jeder was er will, keiner was er soll und letztlich steht der ganze angeschaffte Kram doof rum. Wir, bzw. ich gehe hier einen anderen Weg: „Sagt mir, was ihr machen wollt, ich stell euch die Hardware dazu hin“.
Da aber der besagte Lehrer einen IT-Kumpel an einer Uni hat, wo alles gaaaanz anders funktioniert und wo alles vööööllig anders geht und furchtbar viel besser ist, das hätte der Kumpel ihm nämlich gesagt, haben wir hier einen halbinformierten. Und das ist so mit das schlimmste was passieren kann: Er informiert sich ja, aber leider an den falschen Stellen – und vieles bekommt er auch in den falschen Hals 😦
Und ich steh dann immer da und muss ihm sagen, dass eine SUN-SPARC zwar sehr fein ist, dass auch ein Servercluster, bestehend aus mehreren Blade-Servern eine sehr geile Sache ist, dass wir aber nicht mal annähernd die Kohle haben, ein derart überdimensioniertes Ding aufzustellen. Denn wir reden hier von einer Schule mit unter 500 Schülern.
Nä, Kinnings…so geit datt nich. Ich lauf mich jetzt erstmal warm und mach hier einige Leute rund. Stimme ölen für die Brüllorgie nicht vergessen. Denn das kenn ich schon – mit DEM Lehrer klappts erst dann wieder, wenn wir beide mal getestet haben, wer lauter brüllen kann 🙂
Ich übrigens *g*
WoW Ade – Lotro willkommen
Naja, knapp 3 Jahre hab ich WoW gezockt. Hab einen gut ausgebauten Account mit 5 70er Charakteren gehabt – und die meisten davon ziemlich hoch equípped.
Nur um dann festzustellen, dass die Leute in WoW hochgradig sexistisch sind. Krass aufgefallen ist mir das anhand einer Aussage in meiner letzten Gilde, als ich mich weigerte, bis auf 3 Nachkommastellen genau auszurechnen, wo ich jetzt genau noch etwas herausholen kann. Und ich es auch nicht so klasse fand, dass ich öffentlich vor 25 Leuten gemaßregelt wurde von einem Jüngelchen, das deutlich noch nicht trocken hinter den Ohren ist.
Der Satz, der mir das aber sehr deutlich zu bewusstsein gebracht hat, war
„Frauen spielen WoW doch nur“
Gegenfrage: Was soll man mit einenm SPIEL denn sonst tun?
Ich war drauf und dran, wirklich alles hinzuwerfen, ich war so dermaßen frustriert, dass ich genau keine Lust mehr hatte, noch irgendwelchen Stats, Leuten oder wasweißichnichtnoch hinterherzuhecheln, nur um _vielleicht_ einmal eine Chance zu erhalten, mit denen mitspielen zu dürfen, die ich gerne mag. Aber die mich halt „nur“ als „Spielerin“ sehen, die nicht mit dem „erforderlichen Ernst“ bei der „Sache“ ist.
Und das ist wirklich das kranke dabei: Die Leute unterwerfen sich freiwillig einem Drill, bei dem ein Drillmaster bei den amerikanischen Marines sich noch echt eine Scheibe abschneiden könnte.
Full Metal Jacket ist bei einigen „High-End“-Gilden wohl das Vorbild gewesen. Andere unterstellen einem, dass man „zu schwach“ für den „Endcontent“ ist, wenn man nicht bereit ist, gewisse Opfer zu bringen.
Ich kam irgendwann an den Punkt, dass ich mich fragte, was für Opfer ich denn bitte bringen soll für eine FREIZEITbeschäftigung. Was für eine Disziplin ich denn aufbringen sollte für ein verdammtes Spiel. Nur um virtuelle Güter anzuhäufen?
An diesem Punkt angelangt, erinnerte ich mich an Will und Herr der Ringe online.
Kurz die Demo runtergeladen, angespielt und begeistert gewesen. Eigentlich stand der Wechsel da schon fest. Alles läuft so unglaublich viel entspannter ab. Keine Flames in den öffentlichen Channeln. Keine Leute, die einem bei Fragen ein „L2P“ oder ähnliches dummes Zeug an den Kopf werfen. Dafür findet man für die Gruppenaufgaben auch tatsächlich Partner. Und man wird nicht bei einem Fehler blöd von der Seite angemacht. Tatsächlich hab ich das in der Zeit erst einmal erlebt dass einer im WoW-Stil den Raidleiter machen wollte. Und das ging exakt 20 sek. gut, als die Leute ihm deutlich klarmachten, dass er es mit Erwachsenen Leuten zu tun hat, die sowas nicht brauchen – und danach ging es sehr fluffig.
Es sind keine ausgefeilten Taktiken notwendig, die man aufwendig einstudieren muuss. Es sind keine Hecheleien hinter den Items nötig, dafür hat man ein einzigartiges Flair, die Geschichte ist wirklich sehr gut umgesetzt, liebevoll gestaltet und auf die paar Bugs scheiß ich doch. Mir ist ein verbuggtes Lotro inzwischen lieber als ein technisch perfektes WoW.
Ich will nicht ins technische Detail gehen, die Unterschiede sind so oft minutiös aufgemetert worden, das muss ich nicht auch noch machen. Aber: In Lotro spielt man um Kilometer entspannter als es in WoW jemals wäre. Dabei ist es nicht leichter. Beispiel: Sambrog ist ein Level 25-Boss oder so. Den legt man auch als 50er nicht so ohne weiteres alleine. Auch die dazugehörige Instanz cleart man am levelcap nicht alleine, z.b. zu Farmgründen. Dafür sind auch da die Bosse noch zu schwer.
Und „ziehen“ lassen verbietet alleine schon die XP-Vergabe: Wenn ein 50er mit draufhaut, gehen die dazugehörigen XP sofort in den Keller. Aber sowas von.
Und noch ein dickes Plus bei Lotro: KEIN PVP. Man kann den Char auch mal stehenlassen ohne das sofort ein Vollidiot mit kleinem Puller vorbeikommt und einen umholzt.
Ne, danke. Nie wieder WoW.
Warum Skype immer noch böse ist…
tja…
Skype ist immer noch böse. Warum? Na, darum. Von echox eigentlich sehr gut erklärt.
Und die ungeklärte Frage nach dem angeblich den Behörden Direktzugriff auf die Übermittlungsstellen ermöglicht werden soll… tja…da ist auch noch nichts neues raus.
Davon ab hat Skype offenbar wirklich eine Art Selbstbedienungsmentalität, was das Guthaben der Leute angeht.
Ich hatte ein Guthaben bei Skype. Das hab ich mehrere Monate nicht zum Telefonieren benutzt. Als ich das dann abtelefonieren wollte (die Verbindungskosten ins Festnetz der USA sind unschlagbar günstig) musste ich feststellen, dass Skype sich das Guthaben eingefrühstückt hat.
Es waren nur ein paar Euro, aber der Provider hat auf KEINE meiner Emails reagiert, auch nicht auf die, die ich über das offizielle Supportformular getätigt habe. Telefonisch kann man Skype nicht erreichen, mag auch sein, dass ich dazu zu faul war um intensiver zu suchen – es ging um 7,50 Euro. Und wenn ich eine 0900-Nummer anrufe, hab ich schnell ein vielfaches vertelefoniert als was mein Guthaben wert war. Und das mit nicht unbedingt guter Erfolgsaussicht.
Klingt es sehr zynisch, wenn ich dahinter ein System vermute, dass sich Selbstbedienungsladen nennt?
Überraschung…
..es ist Saure Gurkenzeit.
Zeit, Preis zu vergeben für die kreativste Idee, sich ins Gespräch zu bringen. Dem Niveau nach unten sind keine Grenzen gesetzt, der Regelungswut auch nicht. Der erste Preis geht dieses Jahr mit weitem Abstand selbst für Schäuble an Frau Miriam Gruß, FDP-Abgeordnete im Bundestag.
Die Idee ist wirklich an Überheblichkeit, Weltfremdheit und vor allem Pressegier wahrlich nicht mehr zu überbieten:
Da ja die Kinder nicht zwischen Schokolade (essbar) und Spielzeug (nicht essbar) unterscheiden können, sollen die Ü-Eier verboten werden. Außerdem die schicken Gimmicks in den Corn-Flakes-Schachteln und ähnliches.
Ich weiß ja nicht, ob das Rückschlüsse auf den Nachwuchs der Dame zulässt, aber die Kinder, die ich kenne, wissen alle, das Plastik *bäh* ist und Schoki *hmmmm*.
Jawohl, Frau Gruß. Alle Ü-Eier verbieten. Wahlweise Aufkleber, schwarz umrandet natürlich, drauf: „Schokolade ist essbar, das Plastikzeugs da drin aber nicht“.
Die Läden bitte dazu verpflichten, strikt getrennte Bereiche mit „Lebensmitteln“ und „Spielzeug“ zu schaffen, getrennt natürlich durch eine Schranke, wo man erstmal den Ausweis vorzeigen muss, sonst „kommscht du nich rein“. Was noch denkbar wäre, ein RFID-Chip bitte jedem Kind implantieren, dass sofort der Mutti Alarm gibt, wenn das Kind versehentlich in das Plastikspielzeug beisst statt in die Schoki.
Himmel nochmal, ist DAS bescheuert. Selbst Warnaufdrucke sind doch wohl echt bekloppt. Irgendwann bekommen wir alle auf die Stirn bei der Geburt eintätowiert (na-tür-lich mit schwarzer Umrandung): „Das Leben ist tödlich. Hören sie sofort auf zu leben“.
Da möchte man doch „Erneuerung“ brüllen.