Archiv der Kategorie: Allgemein

Beurteilungen


Eins der Folterinstrumente in der Beamtenlaufbahn ist die sogenannte Regelbeurteilung. Sie ist ein Folterinstrument sowohl für den Beurteilten als auch den Beurteiler.

An sich ist das ja gar nicht mal schlecht und sollte durchaus auch für die Kollegen Angestellten eingeführt werden. Solche Beurteilungen, wenn sie denn fair durchgeführt werden, sind dann durchaus in der Lage, mal die Diskrepanzen zwischen Selbstbewertung und der Bewertung durch andere aufzuzeigen und mal zu gucken, woran das vielleicht liegt.

Nun hab ich ja nu mal ein Sachgebiet, dass grundsätzlich erstmal an der Stelle, wo es ist, völlig verkehrt ist. Ich bin in der Schulverwaltung angesiedelt. Und mach EDV. Das ist ungefähr so, als würde man einen Fischhändler in die Bäckerei stellen und sagen „nun verkauf mal die Würstchen“.

Aber die Situation ist nun mal die, die sie ist und wir müssen irgendwie alle damit leben.
Problematisch wirds dann halt nur, wenns an die Beurteilungen geht. Denn da muss meine Arbeit bewertet werden, die hier keiner nachvollziehen kann. Oder auch nur annähernd verstehen.

Und entsprechend gibts dann reichlich Konfliktpotenzial.

Beispiel: Weiterbildungsbereitschaft.
Ich hatte gestern meine liebe Mühe, meinen Beurteiler davon zu informieren, dass die ich NICHT irgendwie Freizeitlesend in meinem Büro sitze, sondern dass die Lektüre wie C’T, diverse Fachbücher etc. durchaus in den Bereich „Weiterbildung“ fällt. Er dagegen hat meine Weigerung, an angebotenen Seminaren wie „Umgang mit Vorgesetzten“ oder „Rückenschule“ oder „EDV-Anwendungen für den Verwaltungsbereich, Beispiel Standesamt“ mitzumachen und dafür das Geld meines Arbeitgebers zum Fenster rauszuwerfen, als mangelnde Weiterbildungsbereitschaft gedeutet. Mein Hinweis darauf, dass die Seminare nicht fachbezogen sind beantwortete er mit dem Hervorzaubern des Seminarangebots unseres Haus- und Hofseminaristen und er meinte dann:

„Ach ne? Hier sind 20 Seminare im EDV-Bereich. Die sind alle nix für dich? Das kannste mir doch nicht erzählen.“

Ja neee, is klar. Nur um eine wie auch immer geartete Weiterbildungsbereitschaft zu zeigen, werde ich sicher nicht als Netzwerker ein HTML-/PHP-/MySQL-Seminar belegen. Ich werde auch nicht Office für Anfänger machen. Oder Windows für Neu- und Seiteneinsteiger. Die Qualität der Seminare waren alle auf dem Niveau.

Heftigste Diskussionen zu diesem Punkt. Doch so ging es weiter.

Irgendwann kam das Kracherargument schlechthin:
„Die Kollegin XY macht in ihrem Sachgebiet Laufkundschaft, Auszahlungen, sie verwaltet die Honorare der freien Mitarbeiter, sie macht das Projekt und die Sache und ist häufig genug noch bis 19 Uhr da, weil sie so viel zu tun hat. Dein Sachgebiet ist nun mal nicht so vielseitig, da gibt das nicht soviel her. Da kann ich dich nicht so hoch bewerten wie sie“

Ich hab da gesessen und gedacht, ich spinne. Und dann losgelegt:

„Scheffchen, ich plane die Netzwerke, ich plane die Hardwarebeschaffungen mehrere Jahre im Voraus. Das unter den erschwerten Bedingungen, nicht vergabebefugt zu sein, noch nicht mal für 500 Euro. Ich muss für jede verschissene Unterschrift von Pontius nach Pilatus rennen. NICHTS kann ich selbst unterschreiben. Ich führe die geplanten Beschaffungen durch. Ich führe die Planungen allgemein durch und Konzeptioniere nebenbei die schulische EDV-Landschaft für die nächsten Jahre.

Und du sagst mir allen ernstes, dass ist nicht so vielseitig wie das was die Kollegin xy macht??? Sorry, wenn DAS dein letztes Wort ist, rechne damit, dass ich eine andere Beurteilung einklage. So gehts nicht.“

Daraufhin kam der Tiefschlag:
„Ich muss auch deine Fehlzeiten berücksichtigen. Die sind nun mal sehr hoch. Vergiss nicht, alleine Anfang des Jahres warst du 3 Monate weg“

Ja, Chef. War ich. Wegen Burn-Out. Der nicht richtig behandelt wurde, weil du mich mit der Drohung „entweder du kommst wieder oder ich lass dich versetzen“ aus dem Krankenstand geholt hast.
Ich war suizidgefährdet und das für mehrere Monate.

Danke Chef. Und mögen 1000 Kamelflöhe dein Arschloch heimsuchen.

Aber ich werde ganz sicher diese Beurteilung nicht unterschreiben, wenn sie nicht ein bestimmtes Ergebnis hat.

Tollhaus Bankenkrise


Tsssst tssst… da schnürt der Bundesfinanzminister aus reinem guten Willen unter größten Anstrengungen ein Rettungspaket und knüpft nur ein paar klitzekleine, leicht zu erfüllende Bedingungen daran. Und dann sagen die Banken einfach „nö, wollen wir nicht“. Und er bleibt auf seinen 500 Milliarden weitgehend sitzen.

Böse Banken.

Schauen wir uns mal die Bedingungen an, die daran geknüpft sind.

Managergehälter reduzieren auf 500.000 Euro. Dividenden werden für die Laufzeit nur an den staatlichen Rettungsfonds ausgeschüttet nicht jedoch an die Aktionäre. Die Hilfen sind gedeckelt auf 10 Mrd. bzw. 5 Mrd. bei Hochrisikopapieren.

Hm, wenn ich mir das jetzt angucke, das sind alles Bedingungen, die einerseits massive Eingriffe in die Geschäftspolitik der Banken sind. Außerdem Eingriffe in bestehende, rechtsverbindliche Arbeitsverträge der Manager.

Auch wenn meine persönliche Meinung ist, dass die Gehälter der Jungs dafür, dass sie unsere Volkswirtschaft an die Wand gefahren haben, geradezu obszön sind: Es ist ein bestehender Rechtsverbindlicher Arbeitsvertrag.

Und alleine die Bedingung, dass die Manager Gehaltskürzungen hinnehmen müssen, wenn sie unter den sog. „Schutzschirm“ (angesichts der zu erwartenden Verluste dürften die 10 bzw. 5 Mrd. jeweils ein Tropfen auf dem heißen Stein sein) dürfte eine Aufforderung zum Vertragsbruch sein.

D.h. die Banken können das Geld nur in Anspruch nehmen, wenn sie vertragsbrüchig werden. Und gesetzesbrüchig, denn soweit ich weiß, müssen Gewinne doch bei einer AG als Dividende an die Anteilseigner ausgeschüttet werden? Wie kommt der Rettungsfonds dazu, Bedingungen zu stellen, die gegen Gesetze verstoßen? Man möge mich berichtigen, wenn ich falsch liege.

Herr Steinbrück, ist das ihre Antwort auf die Finanzkrise?

Sie haben keine 2 Mrd. die sie für die Pendlerpauschale herausgeben können, weil sie dann ja bei den „Alten, Kranken und Kindern“ sparen müssen.

Aber sie haben 500 Mrd. Euro, die sie mal eben an notleidende Banken herausgeben können. Und das knüpfen sie an derartige Bedingungen, dass ihnen von vornherein klar sein muss, dass die allgemeinen Geschäftsbanken dieses Rettungspaket gar nicht in Anspruch nehmen können ohne Gesetz- und Vertragsbrüchig zu werden.

Das alles vor dem Hintergrund, dass jetzt nur Staatsbanken wie z.b. die BayernLB und die WestLB unter diesen Schirm kriechen, weil die offenbar ja nach dem Bundesbesoldungsgesetz bzw. BAT bezahlen (auch die Führungskräfte, und was man bezahlt bekommt man halt auch). Da fällt die Beschränkung der Gehälter leicht – von den Landesbank-Managern wird keiner in der Gehaltsklasse liegen.

Übrigens wollte ich gerade mal gucken, welche Geschäftsform die WestLB hat. Und da sprang mich gleich ein Bild auf der Hauptseite an, dass ich keinem vorenthalten möchte:

Ehrlich?
Kein Geld für keine Bank. Und die 500 Mrd. die ja offensichtlich vorhanden sind, den Pendlern, Schulen und Unis geben.

Danke, Herr Finanzminister. Aber sie sollten sich bei Gelegenheit mal Herrn Volker Pispers Meinung zur SPD angucken. Sie trifft es genau.

Begriffsdefinitionen


Heute: Selfpwned.

Microsoft hat ja seinen Browser Phishingsicher gemacht, und prüft das mit entsprechenden Zertifikaten. Ist das Zertifikat fehlerhaft, dann kommt eine Warnung vor einem Phishingversuch. Und das ziemlich deutlich.

Heute dann der Versuch, folgende Webseite zu öffnen:
https://eopen.microsoft.com

Und dann bekam ich folgende Meldung:

DAS ist Selfpwned. *g*
Man beachte, dass ausdrücklich empfohlen wird, die Webseite nicht weiter zu laden *g*

Das Zittern beginnt…


Umzüge – eins der letzten großen Abenteuer der Menschheit.

Ne nicht wegen der damit verbundenen Schlepperei. Sondern wegen dem Mut zum Risiko: Wird die Umschaltung des Telefons klappen oder nicht?

Ich ziehe in ein neues Vorwahlgebiet, und ich habe ein Wunschdatum. Beides miteinander verbunden läßt mich zittern:

Werde ich am Umzugstag auch wirklich Telefon und Internet haben? INTERNET vor allem. Boah, echt mal… ich glaub, ich kau denen die Leitung durch, wenn das nicht funktioniert *g*

Gold, Munition und Waffen


Gestern in Spiegel-TV. Man mag über die Sendung streiten wie man will (ich fand die Intention der Reporter gestern stellenweise widerlich. Was erwarten die eigentlich,w enn die mit Kamera und Mikro in der Hand nach US-Reportermanier auf die Leute zulaufen? Antworten? Ne, wohl eher nicht, da gings um den Vorführeffekt, nichts weiter. Und das, meine Freunde, ist nicht Journalismus sondern Journaille). Aber: gestern hat sie ein paar Broker zu Wort kommen lassen, die dann Tipps gaben, in was man noch investieren sollte.

Eigentlich wurde da richtig deutlich, was auf uns zukommen kann. Ein Broker, sichtlich von Galgenhumor geplagt, meinte:

„Gold, Munition und Waffen, das sollten sie kaufen.“

Und er meinte damit sicherlich keine Wertpapiere. Das als halbwegs ernst gemeinten Rat zu bringen, hat schon was. Muss ich auf meine alten Tage noch den Umgang mit Waffen lernen? Ich mein, von meiner Klappe abgesehen?

Interessant war auch die Sendung, in die ich gestern kurz reingezappt bin. Anne Will diskutierte mit einigen Bankern und dem unvermeidlichen Oskar Lafontaine über die gegenwärtige Krise.

Und was mir gleich sauer aufgestoßen ist: Woher nehmen diese Leute eigentlich ihre bodenlose Arroganz? Da sitzt ein Hilmar Kopper arrogant lächelnd und kanzelt einen Vorredner ab.
Ich mein, der Mann gehört zu der Riege, die unser Wirtschaftssystem durch krasses Versagen gepflegt an die Wand gefahren haben – dem würde ein wenig Demut und Selbsterkenntnis gut anstehen, nicht jedoch Arroganz.

Das kann sich nur jemand leisten, der etwas geleistet hat. Nicht sich etwas geleistet…

Und noch eine Notiz am Rande: Es lohnt sich, sich mit dem Fall Island zu beschäftigen. Allem Anschein nach haben die Hedgefonds es aus reiner Gewinnsucht darauf angelegt, Island in den Staatsbankrott zu treiben.

Das war pure Absicht, die haben scharf geschossen. Sorry liebe Leute, aber wo Will auch recht hat:
Ein Wirtschaftssystem, das so etwas nicht bestraft und vor allem nicht bestrafen kann, weil es keine Verantwortlichen gibt (das hat man ja fein ausbaldowert), darf so nicht weiterexistieren.

Naja, wirds wohl auch nicht auf die Dauer.
Hat auf dem ZDFinfokanal noch einer die Lachnummer gesehen, die sagte, dass wir jetzt die Talsohle erreicht haben und es aufwärts geht? Schlimmer kanns nicht kommen? *g*

Aussage des ehemaligen Bundesbankers bei Anne Will: Seit 1970 hat sich das Geldvolumen durch Spekulationsgewinne verxfacht. ich glaub, das war ein Wert im Tausenderbereich.

Gleichzeitig ist aber die physische Wertschöpfung nicht mitgestiegen. Das _real verfügbare Vermögen_ ist gerade mal um ein Zehntel des Geldvolumens gestiegen.

Das bedeutet nichts anderes, als dass Geld zum Selbstzweck geworden ist und nicht mehr als Tauschmittel für Güter eingesetzt wird.

Das bedeutet aber auch, dass gewaltige Korrekturen nach unten gemacht werden müssen.

Und DAS wiederum bedeutet: Alle Spargroschen in Gold anlegen. Die sind sonst weg. Man frage die Großeltern, was in der Währungsreform passiert ist…

Moloch Börse


Es galoppiert ja inzwischen quer durch alle Presseorgane.

Die Börsen sind im freien Fall, der Handel wird teils ausgesetzt. Die Rettungsversuche überschlagen sich, leider mit überschaubarem Erfolg.

Ich denke mal, das wird das Ende des Börsenhypes sein – für sehr lange Zeit. Da werden gerade Gelder verbrannt, da träumt man nur von.
Und Uns Angela und Uns Peer machen sich in Europa gerade richtig beliebt, weil sie erst eine gemeinsame Aktion ablehnen, denn „uns betrifft das nicht“ und dann genau das fordern, als klar wird, dass die HRE die erste deutsche Bank ist, die auf der Schnauze liegt.

So macht man sich Freunde. *g*

Aber das nur am Rande. Fakt ist, dass man an Island gerade sehr gut sehen kann, was den Staaten droht, wenn sie die Banken nicht abfedern.

Island steht vor dem Staatsbankrott. OK, Island ist klein, hat nur ein klitzekleines Bruttosozialprodukt und entsprechend wenig Rücklagen. Aber genau daran kann man eigentlich sehen, was passiert, wenn es so weitergeht und die Rücklagen der größeren Länder aufgebraucht sind. Island hat nicht den Puffer, den andere Staaten haben, und wo die Probleme dann zeitverzögert stattfinden. Da ist es recht schnell und recht klar umrissen. Keine Zeit für politische Täuschungsmanöver.

Nichtsdestotrotz wird derzeit eins immer klarer: Die Banken- und die Börsenlandschaft wird sich ziemlich radikal verändern.

Sämtliche Kleinanleger, die gerade um ihr Geld geprellt werden, werden sicherlich wieder aufs gute alte Sparbuch zurückgreifen und die Aktienfonds Aktienfonds sein lassen. Den ersten Schock mit dem Untergang des „New Market“ oder wie die aufgeblähte IT-Blase aussah, hat man ja nach einer Weile ganz gut verkraftet. Doch was JETZT abläuft, ist viel größer, das geht an die Börsensubstanz.

Ich denke nicht, dass das Börsensystem so haltbar ist.

Kleiner, bitterer Lacher am Rande: Die sogenannten Neo-Cons waren immer die, die gesagt haben, dass der Markt sich selber regelt und staatliche Eingriffe nicht nötig sind. Die schmälern ja nur den Gewinn.

Man darf jetzt raten, wer gerade in den USA am lautesten nach genau den staatlichen Eingriffen gebrüllt hat, als klar wurde, dass sich der Finanzmarkt dadurch selbst regelt, indem die Banken halt einfach mal bankrott gehen.
Und dass die Manager da drüben inzwischen jegliche Scham und Bodenhaftung verloren haben, zeigte sich ja recht deutlich, als die A.I.G. ihre Manager erstmal in den verdienten Sonderurlaub schickte – Kosten 500.000 Dollar, die „mal eben“ aus dem Rettungstopf bezahlt wurden.

Ich frag mich manchmal, ob die Leute irgendwo noch mitdenken…

Harter Aufschlag


Kennt ihr das?

6 Uhr morgens klingelt der Wecker.

„Och…noch 5 Minütchen….“

Das nächste was man dann hört ist:

*tüdelü*
„Es ist 8 Uhr. Die Nachrichten“

Eins ist mal sicher: Es ist morgens problemlos möglich, ohne Zusatzantrieb die Schallgrenze zu durchbrechen….

Erstmal nen Kaffee….

Renovierung *seufz*


Himmel hilf.

Kennt ihr das, wenn ihr am renovieren seid und dann feststellen müsst, dass kurz vor schluss so richtig die Lust am Renovieren abhanden gekommen ist und alles nur noch eine Quälerei ist?

Da bin ich gerade 😦

Geldverbrennung leicht gemacht


Die Banken machens ja grad vor, wie man durch unverantwortliche Zockerei, völlig überzogene Gewinnerwartungen und vor allem durch absolute Ignoranz und puren Egoismus ein komplettes Wirtschaftssystem an die Wand fahren kann.

Dachten Steinbrück und Merkel auf dem letzten Minigipfel offenbar noch, dass die deutschen Bänker davon nicht betroffen sind, weil sie ja so seriös sind, hat ihnen die Hypo Real jetzt mal gepflegt die Augen geöffnet.

80 Milliarden Euro.

ACHTZIG MILLIARDEN.

Meine Fresse, kann mal jemand ausrechnen, wie lang man arbeiten muss, um nur ein Zehntel dieses Betrages aufzubringen?

Und die Verluste in den USA gehen in die Billionen. Der Rettungspakt für die Banken dort hat mal eben den Umfang des Haushaltes in Deutschland. Super.

Das mal als Anhaltspunkte, wie sehr es gerade brennt. Die ersten Leute ziehen offenbar die Gelder von den Banken ab und investieren die ins Kopfkissen, getreu dem Motto „was ich hab, das hab ich“.

Ich verstehe, wenn jemand mault, dass die Gesellschaft für die verbrecherischen Transaktionen der Banken geradestehen soll. Das kann nicht richtig sein, mein Gerechtigkeitsempfinden läuft da auch Amok.

Aber die Alternativen sind keine. Greift der Staat nicht ein und überläßt das ganze dem freien Spiel des Marktes, wären die Konsequenzen verheerend. Und das sind dann die Szenarien, die man von 1929 zur genüge kennt. Wer glaubt, dass es diesmal nicht so kommen wird, der irrt: Es würde schlimmer werden, da auch viel mehr Werte zu vernichten sind.

Viel zuviele Leute haben geglaubt, dass Aktienhandel und Fondsinvestitionen Selbstläufer sind, ohne mal zu hinterfragen, was genau das eigentlich ist, wo man sein Geld investiert. Sie haben blind vertraut.

Ich mag ja „Arme Leut“ sein, aber „arme leut“ wissen, dass man das Geld nur dahingibt, wenn man verstanden hat, was man da bezahlt.

Und ich stelle mal die Behauptung auf, dass die wenigsten Leute wussten, was sich hinter den Subprime-Krediten verbarg.

Womit wir wieder bei verbrecherischen Transaktionen sind. Die vielleicht nicht strafwürdig sind, weil die entsprechenden Gesetze fehlen, die aber moralisch verbrecherisch sind, weil sie mit dem Geld anderer Leute verschwenderisch aus reiner Lust an der Zockerei und aus grenzenloser Habgier geboren sind.

Die Gesellschaft muss jetzt für diese Verbrecher haften und die Banken aus dem Staatssäckel retten.

Das geht in Ordnung, wenn damit schlimmere Konsequenzen abgewendet werden können.

Doch ist bitteschön auch die Frage nach Kompensation zu stellen. Die Banken, die jetzt aus dem Staatstopf gerettet werden, müssen dieses Geld mit Zins und Zinseszins und Strafgebühr zurückzahlen. Über den Zeitraum kann man gerne reden, das geht nicht von heute auf morgen.

Aber alles andere wäre ein ziemlich schlechter Witz.

Tschüss GEZ


Das internetfähige PCs zu Rundfunkgebühren herangezogen werden ist ja bestenfalls umstritten – jeder von uns zahlt die Gebühren eher zähneknirschend.

Zumindest im Privatbereich siehts jetzt aber so aus, dass die GEZ erstmal schlechte Karten hat.
das Verwaltungsgericht Münster hat entschieden, dass aus der Vorhaltung eines internetfähigen PCs alleine nicht geschlossen werden kann, dass der PC auch zum Rundfunkempfang genutzt wird.

Auf das Argument, dass laut Rundfunkstaatsvertrag genügt, dass der PC grundsätzlich in der Lage ist, Rundfunkprogramme zu empfangen, watschten die Richter allerdings souverän ab:

1. ist der Rundfunkstaatsvertrag nicht für moderne Kommunikationsmittel ausgelegt. Und man kann einen PC nun mal nicht mit einem Fernseher vergleichen. Solange nicht nachgebessert wird, kann man nicht grundsätzlich von einer Gebührenpflicht ausgehen, nur weil jemand einen PC hat.

2. reiben die Richter den Juristen von ARD und ZDF die eigenen jährlichen Studien unter die Nase.

Danach würden gerade mal 2,1% der Gesamtbevölkerung Netzradio einschalten. Und das wäre beileibe nicht genug, um auf eine allgemeine Gebührenpflicht zu schließen.

Liebe ARD
Liebes ZDF

Warum macht ihr es nicht wie RTL, SAT.1 und Co. und führt „Bezahlinternet“ ein. Wenn ihr eine Sendung zeigt, die sich lohnt zu sehen, guck ich mir die Online an. Macht ihr eine Radiosendung, die interessant ist, höre ich zu.

Aber was ich in ARD und ZDF nur noch sehe, ist entweder Gerontenfernsehen und Resteverwertung abgehalfterter Schauspieler, die im Ramschladen zu bekommen sind oder irgendwelche langweiligen „Boulevardshows“.
Einzig Wetten, dass…? kann man sich noch angucken, ansonsten geht euer Programm sowas von am Kunden vorbei, das ist nicht mehr schön.

Und Infosendungen wie WISO, die ja wirklich informativ sind, sind dabei, sich durch Habgier selbst ins Aus zu befördern.
Pfui.

Und anstatt sich mal der Konkurrenz zu stellen und zu gucken, was man besser machen kann (das Potenzial dafür ist da, die anderen Sender sind ja nu mal ziemlich flach) hockt man sich auf das bequeme Stühlchen GEZ und läßt Zwangsgebühren eintreiben, mit denen die eigene Pensionskasse gefüllt werden kann.

Weg mit der GEZ – und bitte bisschen mehr Konkurrenzdenken. Dann klappts auch mit den Sendungen.

Denn eingekaufte Infosendungen wie die der BBC sind immer noch klasse. Und nicht nur mir fehlt Heinz Sielmann 😦

Paranoia läßt grüßen


Allmählich wirds mir unheimlich.

Dass ich regelmäßig bei mir zu Hause erstmal ein Besetzt-Zeichen habe, wenn ich mit meiner Schwester telefonieren will oder die Gespräche nicht durchgehen (obwohl sie glaubhaft versichert, dass sie NICHT telefoniert hat, die Leitung also frei war):

Normal.

Das passiert übrigens auch bei anderen Nummern. Kann recht leicht mit schlechter Technik erklärt werden.

Dass ich öfter mal angerufen werde mit den Worten „ich hab deine Nummer auf dem Display gehabt, wie gehts dir so?“ und zwar von Leuten, wo mein Datengau mit dem defekten Telefon die Nummer ebenso zuverlässig aus dem Telefon gelöscht hat wie aus meinem Kopf:

Seltsam.

Aber dass ich eine Telefonnummer dienstlich innerstädtisch anrufe und dann auf einmal meine Mutter abhebt, die geschmeidige 75 km entfernt wohnt und statt der Rufnummer, die ich gewählt habe, im Display „AMT“ steht:

Krank.

Kann mir das einer so erklären, dass es abseits von „BAW“ und „Terrorparanoia“ einen Sinn bekommt?

Das Ende der letzten Potentaten


in Deutschland.

Und da darf ein wenig Schadenfreude nicht fehlen.

Ist ja auch gemein, da geht der Wähler einfach hin und will die nicht mehr. Wo sie doch über 50 Jahre nur das beste von Bayern wollten.

Ups.

FÜR Bayern natürlich. Tschuldigung. Kleiner Versprecher. Kann vorkommen.

Herr Huber hat natürlich (trotz 20% Stimmenverlust) sofort erklärt, dass er weiter an die Gestaltungskraft von Herrn Beckstein glaubt.

Herr Beckstein wiederum hat sofort gestaltet, in dem er die Gestaltung des Rücktritts so gestaltet hat, das ein Rücktritt ohne weitere Neugestaltung ausgeschlossen ist.

Dafür gestaltete er die Schuldfrage neu und meinte sinngemäß, dass das schon seit Jahren so gestaltet wurde und seine Art, die Parteiführung zu gestalten erstmal goar nix damit zu tun hat.

Frau Haderthauer hat erstmal gar nix gestaltet. Auch nicht mitstenografiert, wie das eine gute Sekretärin tun sollte.

Und Herr Seehofer?

Nunja. Dessen Presseauftritt hat sich Gerüchten zufolge ein wenig verzögert, weil sein Gesichtsausdruck dem Anlass entsprechend zu fröhlich war.

Aus Brüssel hörte man unbezähmbares Gekicher, die Quelle wird noch gesucht.

Die Bildzeitung bringt in bewundernswerter Loyalität erstmal wieder Herrn Stoiber ins Spiel und gestaltet die sich überschlagenden Nachrichten damit noch wirrer.

Und eine gewisse Frau Pauli feilt sich gerade die Fingernägel in Krallenform zurecht in Vorbereitung auf die Koalitionsverhandlungen.

Hachja. Es wird spannend.

Und vor allem:

Sehr sehr lustig.

beiläufige Schwulendiskriminierung


Über einen guten Kumpel bin ich auf eine Sache gestoßen, die mich bislang eher nicht betroffen hat.
Er ist schwul. Kommt heute halt häufiger mal vor, und ist an sich nichts schlimmes. Problem: Er ist das in Österreich, und das Rote Kreuz hat nun mal eigene Ansichten von „Schwulsein“ und was sich gehört und was nicht.

Er wollte Blut spenden. Und musste dann vor Ort und versammelter Mannschaft von der diensthabenden Krankenschwester erfahren: „Jung, du bist Schwul, du darfst nie wieder spenden“.

Begründet wird das damit, dass Schwule ein erhöhtes AIDS-Risiko haben.

Ah ja.

Wer darf noch nicht spenden?

Frauen die betrogen wurden: 1 Jahr. Ein Mann, der seine Freundin betrogen hat: 6 Monate. Z.b. in Afrika wechselnde Sexualkontakte: 1 Jahr. Ein Mann, der eine neue Freundin hat: 6 Monate.

Soweit, so nachvollziehbar, es setzt aber auf die Ehrlichkeit der Leute, dass die wirklich in dem Fragebogen ankreuzen „gepoppt in Thailand bei Nutten“.
Immerhin könnten sich die Leute angesteckt haben. Nur: Schwule sind grundsätzlich auf Lebenszeit vom Blutspenden ausgeschlossen. Weil sie einer erhöhten Risikogruppe angehören, so die offizielle Lesart.

Das schließt Schwule, die in einer jahrelangen festen Beziehung leben ebenso aus wie einen schwulen Callboy, es wirft also Dinge in einen Topf, die nicht zusammengehören.

Man kann da nicht mit der Gießkanne drübergehen und sagen „der ist schwul, der hat AIDS“. Zumal es die aktuellen Ansteckungszahlen völlig verleugnet. Die sind bei Schwulen konstant rückläufig, bei Heterosexuellen aber steigend.

Warum?
Naja, Stichwort Touristenprostitution. Es scheint z.b. immer mehr Menschen zu geben, die es toll finden, im Urlaub ordentlich einen draufzumachen und sich dann wundern wenn sie was mitschleppen. Die zuhause gelassenen Ehepartner stecken sich dann ahnungslos an. Das ist in der Tat geschlechtsunabhängig, der weibliche Kegelverein ist da genauso von betroffen wie die männliche Sauftour durch Mallorca.

Liebes Rotes Kreuz: Die Blutspende wird durchaus zu Recht als aktive Nächstenliebe von euch propagiert.
Die Blutspende rettet Leben, wenn jemand verletzt ist, wenn jemand krank ist und eine Operation benötigt und nicht mehr die Zeit für Eigenblutspenden hat.

Diese aktive Nächstenliebe zu zeigen verweigert ihr einer ganzen Bevölkerungsgruppe rein aus moralischen Gründen.
Ihr glaubt, dass Heterosexuelle euch an einem Fragebogen ankreuzen, wenn sie im Urlaub bei Prostituierten waren, damit ihr sie rechtmäßig ablehnen könnt. Aber gleichzeitig belegt ihr Schwule, die ehrlich antworten, DASS sie schwul sind, mit einem lebenslangen Spendenverbot.

Kommt nur mir das völlig bescheuert vor?

Übrigens gilt das für Österreich und Deutschland allgemein.

Quelle

Wish you were here…


Richard Wright war der Keyboarder von Pink Floyd. Eine meiner Lieblingsgruppen überhaupt.

Mit Pink Floyd bin ich aufgewachsen, zu The Wall hab ich in der Schule protestiert. Pause. Ghetto Blaster an und dann „We don’t need no education…“. Die Musik hat mir häufig über miese Stimmungen hinweg geholfen. Wenn es mir mal nicht so klasse ging, CD rein, zuhören und abtauchen. Die Welt war für eine Weile ganz weit weg.

Focus nannete ihn einen Gentleman der Rockmusik. Einen, dem die Musik wichtiger war, als das Ego dahinter. Ein Vollblutmusiker, kein Selbstdarsteller.

War. Denn er starb am Montag, dem 15.09.2008.

Es mag für ihn eine Erlösung gewesen ein, dennoch habe ich das Gefühl, dass die Welt, meine Welt, wieder ein Stückchen ärmer geworden ist.

Shine on you crazy diamond…

Tolle Entlastung *g*


Ich soll ja Helferlein bekommen. Weil ich ja meine Arbeit nicht mehr schaffe.

Ehrlich – mit DEN Helferlein brauch ich keine Hilfe mehr. Da machichet lieba selbst.

Stichwort Inventarisierung.

Freudestrahlend verkündete mir der Kollege Klippschüler, den ich dann nach 3 Wochen doch schon am Rohr hatte, dass er eine tolle Powerpoint-Datei gebastelt hätte, in der er doch priiiiima alles dargestellt hätte.

Äh, WTF? Powerpoint?

Ich hab ihn dann mal gefragt, wie ich denn in Powerpoint Abfragen einbauen kann? Wie ich die Daten auswerten kann und wie ich denn mit den Daten arbeiten soll?

Äh, das wüsste er jetzt auch nicht, würde aber toll aussehen.

hmpf. Ich hab nicht für Barbie und Ken bezahlt sondern für einen Liebherr-Radlader. Also will ich den auch haben. Von mir aus rosa-lila gestreift. ABER RÜCK RÜBER DAS TEIL.

Tja, nächstes Problem. Die Inventarisierung wäre ja noch nicht fertig. Aber Ende des Jahres gaaaaaaaaaaanz bestimmt.

Ich habe dann mit zartem Stimmchen und durchaus höflich gefragt: „Samma watt habta eigentlich inna Birne? Ausjemacht war Ende der Sommerferien. Soll ich das nächstemal besser das Jahr dazuschreiben??“

Als Antwort kam dann ein „Ja, abba wir hatten doch Probleme mitt die Hausmeisters. Die warn alle nich da“

Daraufhin kam von mir ein „Ja, neee is klar. Darum habta ja sogar meine Privatnummer gekriegt, damit ihr mich im Problemfall anrufen konntet. Und fehlende Terminabsprachen mit den hausmeistern sind für mich irgendwie so ein Problemfall. Wieso hab ich keinen Anruf gekriegt?“

Schweigen.

So richtig ergiebig war das Ergebnis ja nicht. Ich hab den Knaben jetzt erstal lang gemacht und er hat gemeint, er würd die vorhandenen Daten jetzt mal einlesen.
Toll.

Davon ahb ich aber immer noch nicht meine wichtigste Schule.

Wozu mach ich eigentlich Prioritätenlisten?