Gefährder


Gefährder sind gefährliche Menschen.

Sie gefährden unsere Sicherheit. Das haben die Behörden so festgestellt.

Um das feststellen zu können, durchleuchten die Behörden die Telefonverbindungsdaten, ob die Telefongespräche zu möglichen Terroristen gehen könnten.

Sorgfältig wird prognostiziert, welche Gefahrenquelle dieser Muslim möglicherweise irgendwann darstellen könnte.

Und dann wird gehandelt und Schaden von der deutschen Gesellschaft ferngehalten. Die Telefon-, Handy- und Internetverbindungen des Gefährders werden gekappt. Der Gefährder wird in einem Asylbewerberheim für die zukünftige Abschiebung vorgemerkt. Da er ja Gefährder ist, also ein potenzieller Terrorist, geschieht das in einer Nacht- und Nebelaktion mit vermummeten Polizisten in einer Razzia. Kontenverbindungen werden gesperrt, der Muslim erhält nur noch Bargeld.

Endstation Asylbewerberheim mit engen Auflagen für den persönlichen Aufenthalt. Bannmeile, die er nicht verlassen darf.
Sollte der Gefährder dann einen Suizid simulieren wollen und von Gutmenschen zwecks Behandlung in die Psychiatrie verbracht werden, dann ist das für die Behörden natürlich sonnenklar: Verlassen der Bannmeile ohne Genehmigung wird mit einem Bußgeld bestraft, dass von dem Geld, das ihm zusteht, direkt einbehalten wird.

Denn warum sonst sollte er einen Suizid simulieren, wenn er denn nicht aus der engmaschigen Überwachung schlüpfen wollte um dann einen Terroranschlag zu begehen.

Passiert nicht in Deutschland? Wir sind doch ein Rechtsstaat? Doch. Passiert genau so.

Und ich gehe davon aus, dass die Behörden wissen, dass sie durch eine derartige Behandlung erst einmal überhaupt „Gefährder“ durch Radikalisierung produzieren. Ich gehe davon aus, dass sie die Mechanismen kennen, durch die jemand von einem normalen Menschen zu einem „Terroristen“ wird.

Wir wissen es seit der RAF doch alle: Staatliche Willkür, übermächtige Polizeibehörden und maximale Ohnmacht gegen Übergriffe seitens eines Staates, der nicht mehr für die Bürger da ist, sondern diese als potenzielle Bedrohung begreift.

Ich muss aber auch davon ausgehen, dass die Behörden meinen, dass wäre beherrschbar, der Einzelnen ihnen egal ist, dass sie ihre Allmacht gerne zeigen, um „abzuschrecken“.

Man frage doch bitte die Spanier und die Engländer, wie gut sowas funktioniert.

Übrigens: Genial auf den Punkt gebracht hat das bee. Anhand dieses Textes kann vielleicht nachvollzogen werden, was an der derzeitigen Gesetzgebung so unglaublich schlecht ist, dass einem dafür die Worte fehlen.

Veröffentlicht am 30. Juni 2009, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. Wie heißt es bei Pispers so schön? Ich zitier mal quer durch das Programm.

    "Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur der Erde. Wenn Sie da nur an befreundete Diktatoren liefern, kriegen Sie Engpässe."

    "Arbeitsplätze, Arbeitsplätze, alles was heute noch zählt, sind Arbeitsplätze!"

    "Und mit dem internationalen Terrorismus haben wir uns doch den optimalen Gegner geschaffen. Das passiert den Amerikanern nicht noch einmal, dass sich ein Feind (der Russe) einfach so auflöst!"

    Ich habe Angst, in dieser Welt zu leben. Aber noch mehr Angst habe ich, weil mein Umfeld meine Ängste nicht verstehen will.

  2. Tantchen Jay

    Treffer.

    Besonders der letzte Satz ist beängstigend, er trifft im Grunde genommen meine Befürchtungen zu 100%.

    Im Gegenzug werde ich dann von meinen Kollegen als paranoid hingestellt… aber ich arbeite dran.

  3. Dass man dich paranoid nennt, heißt doch nicht, dass nicht wirklich alle hinter dir her sind.

    Die Vorwürfe höre ich auch öfter mal. Aber das sagte ich ja schon. Und manchmal frage ich mich, ob es nicht besser wäre, so ignorant zu sein wie viele in meinem Umfeld…

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