…und wenn er auch die Wahrheit spricht…


Horst Köhler ist zurückgetreten….

PFUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUH…. *tieflufthol* das hat gesessen.

Warum hat man ihn jetzt so unter Druck gesetzt, dass er im Rücktritt seinen einzigen Weg gesehen hat? Und, um ehrlich zu sein, derzeit haben wir hier Explosionen an allen Ecken und Enden,  dass man als Zuschauer irgendwie nur noch dabei steht und sich fragt, ob die ganze Welt gerade total verrückt geworden ist.

Horst Köhler hat also gesagt, dass zur Interessenswahrung auch mal die Bundeswehr in einem Land vorbeischauen muss. Na-tür-lich hat er das auf Somalia bezogen und niiiiiiiiiicht auf Afghanistan. Ja, neeee. Is klar.

Präzisiert wurde das hinterher grandios, dass er abstritt, dass er völkerrechtswidrige Einsätze der Bundeswehr zur Wahrung der wirtschaftlichen Interessen gutheißen würde.

Und ich glaub, hier hat er sich spätestens gefangen. Denn:

Der Afghanistan-Einsatz dient natürlich zur Wahrung der Wirtschaftsinteressen. Da liegt ne Pipeline und wenn ich grad mal in den Golfvon Mexiko gucke, wo die verbleibenden Ölvorräte grad lustig ins Meer rieseln…

Menschenrechte.  Hört doch auf. Um Menschenrechte gehts da nicht. Und Köhler hat nichts mehr wie die Wahrheit gesagt. Vielleicht wahrer, als er selbst glaubte, denn die Präzisierung, die eigentlich von Afghanistan ablenken sollte, traf genau ins Schlimme.

Köhler hat gesagt wie es ist: Es ist ein völkerrechtswidriger Einsatz zur Wahrung wirtschaftlicher Interessen. Dafür meine Damen und Herren sterben gerade deutsche Soldaten am Hindukusch. DAS ist die Freiheit, die dort unten verteidigt wird, Herr Struck.

Und natürlich musste er deswegen zurücktreten.

Die Wahrheit zu verkünden ist immer gefährlich in einem Land, wo die Wahrheit nichts zählt. Das sollten nur Menschen tun, die nichts mehr zu verlieren haben.

Veröffentlicht am 31. Mai 2010, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. Ich finde es gut dass er zurück tritt, nicht weil ich den Mann nicht mag, aber weil ich glaube, dass wenn der Mann des höchsten Amtes bei uns zurück tritt, weil er so unter Druck gesetzt wurde durch die Öffentlichkeit und die Medien, wird das ein deutliches Signal geben an die aufhetztenden, frei nach dem Motto „holt die Fackeln und Mistgabeln raus und lasst ihn Brennen!“, Medien.

    Sieht man ja gut bei Herrn Tauss, wenn man sich da mal die öffentliche Meinugn anhört, sollte der Mann am besten vor einem Erschiesungskammando sein Leben verabschieden.
    Tantchen: Ich verstehe diesen Rücktritt, ehrlich gesagt, nicht. So heftig war die Reaktion nicht, das ist in der Golfkatastrophe, Tauss-Urteil und dem anderen Krempel total untergegangen. Kritik gab es, gab es viele, ja. Und ja auch zu Recht. Aber jetzt? Auf die Art? Mit der Begründung? Neee, sorry, das nehm ich dem nicht ab. Der mag ja dünnhäutig sein, aber er ist keine Mimose. Und er hat ja auch schon mehr mitgemacht. Es ist völlig unverständlich, warum der jetzt zurückgetreten ist.

  2. Moral ist heut auch nicht mehr das, was sie früher war.
    Vor ein paar Jahren erwartete man noch, dass der Kapitän als letzter von Bord geht.
    Man sollte dabei ja nicht vergessen, dass Köhler ein Finanzfachman ist.
    Meine Mama hätte gesagt: „Kinda kooft Kämme, dit komm‘ lausije Zeiten!“
    Tantchen: Jemand hat den als „weinerlich“ bezeichnet. Und er beklagt ja, dass er zurücktritt weil keiner mehr Respekt vor dem Amt hat. Naja, inzwischen fallen mir dazu zwei Sachen ein:
    1. Respekt muss man sich verdienen, er wird einem nicht geschenkt
    2. Respekt vor dem Amt hat man nur, wenn der Amtsinhaber eine Respektsperson ist. Und nach DEM Auftritt zum Rücktritt: Wo ist da die Respektsperson?

  3. Wer für so ein bißchen Gegenwind und Presseschelte den Kopf in den Nacken schmeißt und abhaut, ist in meinen Augen derjenige, der zu wenig Respekt vor dem Amt hat.

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