Gewissensfrage


Stellt euch vor, ihr seid Lehrer in einer Schule. Ihr erhaltet via Alarmsystem die Mitteilung:

„Sofort einschließen!!“

Was nach heutiger Lage einen Amokalarm bedeutet. Ihr wisst, es ist ein Mensch im Gebäude unterwegs, der nur eins will: Töten.

Ihr schließt euch ein und verbarrikadiert euch. Doch: Einer eurer Schüler wurde kurz zuvor von euch aufs Klo geschickt.

Es klopft. Die Stimme des Schülers bittet darum, ihn reinzulassen. Er hat hörbar Angst.

Was tut ihr?

Tür aufmachen, Schüler reinlassen? Oder ihn draußen lassen und ihm sagen, er soll ins Lehrerzimmer laufen, so schnell wie möglich? Immer bedenken – es kann durchaus sein, dass der Täter dem Schüler eine Knarre an den Kopf hält, weil er gemerkt hat, das seine potenziellen Opfer durch den Einschluß seinem Zugriff entzogen worden sind und auf dem Wege möchte er jetzt zumindest eine Klasse „ausräumen“. Wenn ihr riskiert, die Tür aufzumachen, kann es sein, dass ihr damit die Klasse zum Tode verurteilt. Und macht ihr sie nicht auf, ist möglicherweise der Schüler tot, der nur eben aufs Klo wollte.

Was tut ihr?

Ich gestehe, ich weiß es nicht.

Veröffentlicht am 2. Juni 2010, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 32 Kommentare.

  1. Wade Wilson

    Man könnte ihm raten, wieder zurück zur Toilette zu gehen und sich dort einzuschließen.
    Andererseits bezweifel ich ob ein „Amokläufer“ die „Ruhe“ hätte jemanden als Geisel zu nehmen um widerstandlos in einen Raum einzudringen.
    Ist natürlich schwer diese Frage einfach so zu beantworten, da man sich in dem Falle wohl in einem Ausnahmezustand bzw. einer Extremsituation befindet.

    Darf man fragen aus welchem Anlass du überhaupt auf so eine Frage kommst? Ich halte diesen Fall für garnicht so wahrscheinlich, hoffe aber trotzdem dass man nie bzw. niemals jemand in so eine Situation sich kommt.
    Tantchen: Wir haben an den Schulen ein neues Alarmsystem und die Schulen erarbeiten jetzt die Alarmpläne neu um sie dem System anzupassen. Nein, Details darüber mach ich nicht öffentlich. 😉 Hintergrund ist wohl auch, dass es eben nicht mal so eben möglich ist, ein Schloß aufzuschießen, wie man es in Wildwestfilmen sieht. Wenn Einschluß ist, ist dem Täter die Nahrungsgrundlage entzogen. Nur – auf die Art könnte er wieder „ins Rennen kommen“. Daher ist das Szenario durchaus wahrscheinlich. Verkenne bitte nicht wie die Täter drauf sind: Während die ballern sind die absolut berechnend, absolut emotionslos und absolut kaltblütig. Und bis zum Stehkragen voll mit Adrenalin. Den aufgeregten Täter, der sich dauernd die feuchten Hände abwischen muss, gibts nicht.

  2. Wade Wilson

    @Tantchen gut das erklärt deine Frage
    mit „unwahrscheinlich“ meinte ich, dass genau in dem Moment jemand auf Toilette muss, also vorher. Bei uns (früher) durfte man nur in der Pause, die 45min konnte man ja wohl aushalten. gab natürlich ausnahmen, aber doch eher selten. Vllt. ists bei deiner Schule auch normal, dass die immer im Unterricht gehen 😉 weiß ich nicht.

    Was ich mich aber dennoch frage ob ein Amokläufer sich wirklich so verhalten würde? Ich dachte eher dass die einfach nur töten wollen und garnicht auf die Idee kommen würden einen als geisel zu nehmen, ich dächte der würde den erschießen (so schrecklich das auch ist) bevor dem die Idee käme, sich so Zutritt zu verschaffen. Kann mich ja auch Irren. ist ein heikles Thema, über das ich ungern diskutier, da viele immer gleich mit dem Vorurteil „böse Kilelrspiele“ ankommen und die liber Verbieten würden, als irgendwelche Sicherheitsmaßnahmen an den Schulen zu ergreifen.
    Tantchen: Umso mehr ein Grund, da Aufklärungsarbeit zu betreiben, oder? 😉

  3. Ich würde ihn ‚reinlassen!

    Ja – ich habe gründlich drüber nachgedacht:
    die Wahrscheinlichkeit, dass er erwischt wurde ist relativ gering, aber die Chance, erwischt zu werden steigt mit jeder Minute, die er draußen bleibt.
    Wenn er schon gekidnapt wurde, dann besteht aber auch für ihn eher die Möglichkeit, zu überleben.
    Vllt. gelingt es ja, den Täter zu überwältigen oder zur Aufgabe zu überreden.
    Tantchen: Wird es nicht. Die Täter sind schlichtweg nicht zugänglich. Die haben komplett den Bezug zur Außenwelt gekappt. Du kommst an die nicht ran. Die haben eine völlige Fixierung auf ein Ziel. Und mehr nicht. Die nehmen auch die moralischen Implikationen nicht mehr wahr, da alles an Emotionen ausgeschaltet wurde. Und je nach Gebäude (einige sind sehr klein und übersichtlich) ist die Wahrscheinlichkeit gar nicht mal so gering, das er erwischt wurde. Siehe Littleton. Denn: Der Täter wird das Gebäude kennen.

    • Tja – ist doch logo, dass sowas immer vonner Situation abhängig is‘ – nech?

      • Ist es das? Und wie würdest du die Situation einschätzen? Wie würdest du dich versichern, dass deine Einschätzung richtig ist? Durchs Schlüsselloch gucken, wenn eins da ist? Nachfragen, ob derjenige wirklich alleine ist? Ich musste mich im Rahmen des gesamten Präventionsprogramms mal ein wenig mit dem Thema beschäftigen. Und mein persönliches Fazit ist: Die Täter wollen so viel wie möglich mitnehmen. Die funktionieren wie Computer. Vollgeputscht mit Adrenalin, das aber nicht zu einer hohen Emotionalität führt, sind sie völlig emotionsfrei. Mitgefühl, Mitleid – all das ist weg. Das gibt es nicht mehr. Die stellen dann auch klar Berechnungen an: „Wenn ich den jetzt Leben lass und zu seiner Klasse schick, erwisch ich vielleicht 30 andere.“ Und dann ist Geiselnahme durchaus denkbar.

        Das wissen die Lehrer auch. Und müssen dann entscheiden, was sie tun. Ich möchte dann, ehrlich gesagt, kein Lehrer sein.

        • Tja – da eine Situation immer erst dann einzuschätzen ist, wenn sie passiert, ist deine Frage wohl eher ’ne rhetorische!
          Auch ich möchte nicht in die Situation kommen, dass sich ein „Amokläufer“, Attentäter oder Geiselnehmer in einem Gebäude mit mir befindet und ich die Verantwortung für andere habe.
          Ich hatte bisher noch nicht das „Vergnügen“ – wie sicherlich die wenigsten.
          Also sind die Angaben zu meinen Reaktionen logischerweise nur Spekulation

          • Meine wohl eher nicht mehr. Ich habe lange drüber nachgedacht, und: Ich würde die Tür – wahrscheinlich – nicht aufmachen. Zum Einen persönliche Feigheit. Mir ist das Hemd näher als die Hose. Und ich würde mich wohl für die 30 im Klassenraum entscheiden und nicht für den einen draußen. Wenn ich den reinlasse, würde ich damit die gesamte Klasse einschließlich mich gefährden. Nur wenn ich mir _sehr_ sicher sein könnte, dass derjenige da draußen wirklich alleine steht, erst dann würde ich hingehen und möglicherweise die Tür aufmachen. Ansonsten würde ich dem Schüler/der Schülerin sagen, das sie so schnell wie möglich ins Lehrerzimmer _oder_ rauslaufen soll. Aber reinlassen bei unklarer Situation? Wohl eher nicht.

  4. In Frankreich haben die Türen der Klassenzimmer (sicherheitsverglaste) Fenster. Wahrscheinlich, damit Monsieur le Proviseur bei seinem Kontrollgang durch die Flure sofort sehen kann, ob in der Klasse auch alle brav mit gefalteten Händen sitzen… (so ist die Unterrichtsatmosphäre, ich hab kaum karikiert!) Aber warum sollte man da nicht auch mal RAUSgucken können.

    „Sicherheitsmaßnahmen an den Schulen“ gibts zuhauf, die Schulen sind gesichert wie ein Vorstadtknast. Dennoch passiert eher mehr als in Deutschland, wo man eher auf eine Atmosphäre des Vertrauens setzt.

    PS, Tantchen: benutze doch die „Antworten“-Funktion für deine Reaktionen; dann kann man als späterer Leser besser auf den Kommentar oder auf dich reagieren… und ist auch nicht gedrängt, sich quasi selbst zu antworten.
    Da die Kommentare unten „Antworten“ als Link anbieten, hast du eine Baumstruktur in den Kommentaren. Wie im guten, alten AOL-Forum. 😀

    Tantchen: oO da nimmt der mir mein Spielzeug weg…unglaublich… 😦

    • Eins mal noch: wie hoch ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit, daß so ein „Amokläufer“ in einer Schule auftaucht?
      Die Zahl der Waffenbesitzer ist in Deutschland recht begrenzt und meines Wissens in den letzten zehn Jahren nicht signifikant gestiegen. An automatische Waffen (und nur mit denen kann man „30 andere erwischen“) kommt man gar nicht so leicht, die Überwachung ist streng (wenn auch nicht streng genug), und – wie viele solche Aktionen hat es in den letzten 15 Jahren gegeben? Fünf?

      • Wolfram, das Problem ist, dass du mit Wahrscheinlichkeitrechnung hier nicht weiterkommst. Selbst wenn es nur eine 0,00000001%-Wahrscheinlichkeit gibt, dass ausgerechnet eine meiner Schulen von einem Amoklauf betroffen ist: Wenn sie es denn ist, hilfts nicht, wenn du hinterher sagst: „Es war nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert, darum haben wir nix gemacht.“

        Das ist Augen zumachen. Während die Minimierung von Risiken (es geht ja nicht nur um Amokalarme, es geht ja auch um „allgemeine Hilfeleistung“ wenn ein Schüler z.b. umfällt und um Brandmeldungen zusätzlich zur Brandmeldeanlage) da was ganz anderes ist.

        • Ich hab nur das Gefühl, da werden Pferde durchs Dorf getrieben, um von anderen Themen abzulenken.
          Stehen in NRW demnächst Kommunalwahlen an?

          • Eigentlich nicht. Mich wählt eh keiner. 😉
            Das Problem ist ja auch nicht „öffentlich“ sondern eher hier thematisiert, weil mich einfach mal genau die Frage interessiert hätte: Was würdet ihr tun, wärt ihr in diese Situation.
            Nenn es Neugier, mehr steckt da nicht hinter 😉

  5. Eine Risiko-Abwägung durch den Lehrer ist in der Situation unmöglich. Also muss der Weg mit dem geringsten Schaden gewählt werden. Der Schüler hat demnach draußen zu bleiben.

    Es gibt aber eine Möglichkeit, die Situation zu klären:
    Die Flure werden im Alarmfall Kamera-Überwacht. In jedem Raum steht ein PC (wie schon häufig an den Schulen üblich), mit dem man die Kamera-Überwachung abrufen kann. Ich meine dabei ganz einfach Kameras für ein paar Euro. Es muss ja nichts aufgezeichnet werden. Dadurch kann man sehen, ob der fehlende Schüler unter Bedrohung steht.

    Weiterer Vorteil:
    Das SEK kann sich ebenfalls in die Kameras klinken und hat direkten Blick ins Gebäude. Zumindest solange, bis der Amokläufer die Verbindungen kappt.

    Das teuerste an der Idee dürfte die Verkabelung sein.

    • Kameras in den Schulen wird es zumindest bei uns definitiv nicht geben. Die Vekabelung wär dabei echt noch das kleinste Problem, die liegt schon. 😉
      Aber Kameras an allen Ecken und Enden haben auch sowas wie einen Gewöhnungseffekt. Wenn sich die Leute daran gewöhnen permanent überwacht zu werden und ständig beobachtet zu werden, dann haben wir bald ne Welt, gegen die Orwell aussieht wie ein Kindergarten. Und nein, da sind wir noch lange nicht. 😉

      • *lach*
        Da hast Du mich falsch verstanden. Das soll keine Dauerüberwachungseinrichtung sein. Die Möglichkeit in den Flur zu sehen, darf nur bei Bedarf passieren, wie in dem von Dir beschriebenen Fall. Ansonsten haben die Kameras inaktiv zu sein.

        Mir ist natürlich klar, dass die Verlockung groß ist, sowas als generelles Überwachungsinstrument einzusetzen, aber das war nicht mein Gedanke. Deswegen sollen es auch sehr einfache Kameras sein, die keinerlei Aufzeichnungsfunktion haben (auch nicht auf einem Server o.ä.). Eine passable Web-Cam wäre in meinen Augen schon ausreichend.

        Du kannst mir glauben, dass ich einer der größeren Überwachungsgegner bin. Ich sehe nur keine andere Möglichkeit, das von Dir beschriebene Problem zu lösen.

        • Mag sein, dass noch nicht alle öffentlichen Gebäude videoüberwacht sind (bei Gerichten ist das sogar neulich per Beschluss untersagt worden!), aber viel fehlt nicht.
          Und abseits der Kameras sind wir längst über das Szenarion von „1984“ hinaus!
          Oder wie würdest du „ELENA“ nennen wollen?
          Oder das „Telekommunikationsüberwachungsgesetz“?
          Und die Reihe kann sicherlich noch weiter fortgesetzt werden!

          😉

          • Soweit, dass wir minutiös überwacht werden, ist es noch lange nicht. Ich bestreite ja nicht, das wir auf dem Weg dahin sind, aber bis dahin sinds noch ein paar Meter 😉

        • @JoyntSoft:
          Du schweifst ab und vermischt hier verschiedene Dinge, die nich zusammen gehören. Ich habe lediglich über den Einsatz einer Kamera in dieser Notfallsituation geschrieben. Daraus jetzt zu folgern, dass ich die anderen Kontrollmechanismen unterstütze, ist definitiv falsch. Ich mache im privaten Bereich auch Medienberatung in Schulen (unter anderem auch geschützte Nutzung des Internets) und bin aktiv gegen den Überwachungswahn „unterwegs“. Du musst mich nicht überzeugen, dass wir auf die Bremse treten müssen. Ich habe regelmäßig Gespräche mit Leuten aus unserer Stadt (auch Polizei), um den ständigen Ausbau von Kameras im Straßenverkehr zu verhindern. Angeblich dienen die dazu, den Verkehrsfluß zu prüfen. Naja, wie man Nummernschilder automatisch erkennt, muss ich dir wohl nicht erzählen.

          Aber back to topic:
          Wenn du eine bessere Idee hast, wie man in diesem Dilemma möglichst alle Schüler schützen kann, dann leg mal los.

        • Ja, die ist echt, wird aber nur selten abgerufen, da ich die auch für „kritische“ Registrierungen verwende. Da ich jetzt weiß, dass Du mir eine Mail schicken möchtest, schaue ich morgen auf jeden Fall rein.

        • @Peter:

          ich habe meine Antowrten nochmals „korrektur gelesen“ – also ich finde keinen Hinweis darauf, dass ich angedeutet haben könnte, du seist mit einer (wie auch immer gearteten) vollständigen Überwachung einverstanden.
          Zudem habe ich lediglich eine Anmerkung von Tantchen aufgegriffen.

        • Sorry, dann war das eine Fehlinterpretation. Ich habe nicht bemerkt, dass du unser Tantchen dabei angesehen hast. 😉

  6. Also grundsätzlich stolper ich über den Ausdruck „Amok“. Wenn es ein Amokläufer ist wird er keine Geiseln nehmen denn planen und berechnen is da nich. Diese Schoolshooter haben sich das soweit ich es gelesen hab mehr oder minder lange damit beschäftigt und sich vorbereitet. Das hat mit Amok an sich nicht viel zu tun.
    Aber um mal zum Thema zurückzukommen … wenn der Typ der da gerade seinen erweiterten Suizid durchzieht tatsächlich so konzentriert, unaufgeregt und rational ist, dass er ohne sich bemerkbar zu machen einen Schüler auf dem Gang dazu benutzt sich vom Lehrer die Tür öffnen zu lassen, würde ich auch behaupten das man an ihn rankommt. Denn wenn er abgetreten in seiner eigenen Welt und bis zur Hutkrämpe voll mit Adrenalin ist wie du ihn beschrieben hast … würde ich behaupten fällt der erste Schuß auf den Schüler auf dem Gang wenige Wimpernschläge nachdem er ihn gesehn hat. Und danach ist klar das der Schüler nicht mehr allein vor der Tür wäre falls er noch klopft.
    Also reinlassen wenn man noch nichts verdächtiges vom Gang gehört hat.
    Um wieder etwas abzuschweifen … wird tatsächlich an unseren Schulen an Notfallsystemen für solche Fälle gearbeitet? Also Hardwaremässig? Das Lehrer da mal drüber nachdenken was zu tun is … ok. Aber wird da Geld in Abwehr investiert … obwohl alle pleite sind?
    Ich mein die Wahrscheinlichkeit dürfte doch höher sein von nem Priester entjungfert zu werden als sich sich in der Schule ne Kugel zu fangen. Das ist doch purer Aktionismus.
    Tantchen: Mike, hättest du nicht ne offensichtliche Anonymemailadresse genommen, hätt ich dir das System sogar erklären können. *g*

  7. Der Anblick der Kommentare ist ja gruselig. Einerseits eingerückt, aber am Rand gequetscht weil Layout zu schmal, andererseits im Kommentar geantwortet oO

    Aber zum Thema. Wieso wird hier direkt über Kameras geredet? Seit ich denken kann gibt es in Mietwohnungen so Gucklöcher in der Tür durch die man recht gut sehen kann wer vor der Tür steht. Wieso verbaut man nicht einfach sowas? Weil’s zu simpel ist, oder?

    • Weils nicht sehr schlau ist´. WENN man Spione reinbaut, kann auch der von draußen, wenn er drauf achtet, am Lichteinfall erkennen, ob jemand da grad durchguckt. Und dann ist derjenige, der das tut, auf sehr reale Weise einfach tot. Man kann zwar keine Schlösser einfach so aufschießen, aber man kann durchaus sehr problemlos durch Türen durchballern. Gerade durch die Balsaholztüren, die wir in manchen Schulen haben. Das sind einfache Furniertüren mit Ständerwerk innen drin. Spione sind sehr unlustig für sowas.

      • Stimmt. Ich sag ja, wär zu simpel… auch wenn ich das da oben anders gemeint hatte. Okay…

        Oh und danke für’s Benutzen der Antwortfunktion 😉

      • Und die Scheiben, die’s hier in den Schulen gibt? Ungefähr 30*50 groß…
        Die Türen sind übrigens meist auch Feuerschutztüren, also nix Balsaholz…

        • Gegen die Fensterscheiben kannst nix tun. Man muss sich bei allen Alarmsystemen imho auch bewusst sein, dass es Grenzen gibt. Wenn man nicht jeden Schüler in einen Panzerschrank packen möchte, dann gibts keine Möglichkeit, als auch Risiken einzugehen. Man kann sie minimieren, aber eben nicht abstellen. Ein anderes Beispiel (und um vieles Wahrscheinlicher): Wenn ein Amokläufer genau zur großen Pause renkommt und enfach mal blind in die Menge ballert – wie will man das verhindern? Wenn die Leute dann in die Gebäude stürmen um Schutz zu suchen, wird eben jeder Amokläufer ein gefundenes Fressen bekommen, da di eSchüler sich stauen werden. Von der Panik und dem Niedertrampeln von Gestürzten mal nicht zu reden. Das wäre eine Situation, die nicht auffangbar ist. Und damit zu leben ist nicht leicht.

        • Ich find sie eher günstig an der Stelle, weil sie dem Lehrer besser zu sehen vermögen, wer auf der anderen Seite steht.
          Daß in den Klassen Unterricht ist, weiß der angenommene Täter ohnehin.
          Und wie gesagt, die Türen sind Feuerschutztüren; zwar ist damit kein Sperrfeuer gemeint, aber immerhin können die einiges mehr ab als die Hohltüren, die wir in unserem Gymnasium damals hatten…

          • Naja, wie gesagt, wir hatten lange Diskussionen und Gucklöcher in den Türen wurden von der Polizei absolut verneint. Eben aus dem Grunde: sie sind aus Glas. Und die Türen sind immer den Fensterfronten gegenüber, das heißt, es fällt Licht durch. Wenn jetzt jemand durchs Guckloch guckt, ob da draußen was ist, gibts zwei Möglichkeiten: Der Täter steht einfach außerhalb des (sehr eingeschränkten) Sichtfeldes. Oder aber er sieht, dass sich das Loch verdunkelt, was bedeutet, das jemand hinter der Tür steht – und schießt.
            Daher wurde das als „ist eher keine so gute Idee“ verworfen.

  8. Ich würde dem Schüler sagen, er soll wegrennen. Das liegt aber am Bau unserer Schule. Drei Gebäude, ebenerdig (in einem Gebäude gibts einen zweiten Stock, der wird aber als Lehrerzimmer genutzt). Die Toiletten auf dem Hof … was mich jetzt, so im Nachdenken und -lesen, erschreckt, ist, dass fast jedes Klassenzimmer erreichbare Fenster hat. Was nützt da so eine moderne elektronische Schließanlage, wie wir sie seit letztem Jahr haben?

    Liebe Grüße

    Cat
    P.S.: Wie jemand in so einer Situation handelt hängt sicher auch von den äußeren Gegebenheiten ab.

    • Das ist ja auch das Ergebnis wohin wir jetzt gekommen sind: Es gibt keine absolute Sicherheit. Weder für die Schüler noch für die Lehrer. Wenn jemand Lichter ausknipsen will, wird er das tun. Die Frage ist nur, wie man den Schaden schon im Vorfeld begrenzen kann.

      Bestes Beispiel: Es ist große Pause. Der Schulhof ist voll, 1000 Schüler drauf. Einer dreht durch und zieht ne Knarre und ballert los.
      Das KANN man nicht absichern. Man kann die richtigen Verhaltensweisen dann üben, ja. Aber selbst dann ist nicht sichergestellt, dass es keine Toten gibt.

      So traurig das klingt – aber ohne, dass jeder Schüler in einem Ganzkörperpanzer oder in einer Isolierung steckt, werden wir solche Vorkommnisse nicht verhindern können. Nur die Folgen abfedern.
      Das ist so mein Fazit daraus.

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