Quo vadis, BP?


Ich glaub, mein Schwein pfeift. Was geht in BP eigentlich vor? Respektive in der Chefetage da?

Das Öl im Golf sprudelt noch lustig vor sich hin, was mir wirklich Angst macht, ist, dass man NICHTS davon hört, wie weit das denn jetzt bittschön zu finden ist.

Ist es schon im Golfstrom? wenn ja, herzlichen Glückwunsch zur ersten globale Umweltkatastrophe. Verfolgt mal den Golfstrom und rechnet euch mal aus bis wohin das Öl überall getrieben wird. Demnächst dann auch an der Nordsee: „Das ist der Duft der großen weiten Welt…“

Es ist ja nicht so, dass Ölschwaden bedeutet, dass da alles schwarz von Öl ist. Öl verwittert, es verändert die Konsistenz und vor allem in großen Tiefen ist es unsichtbar, da es so fein verteilt wird. Aber es ist vorhanden. Die Proben, die aus 1000 m Tiefe geholt wurden, waren glasklar – aber stanken penetrant nach Öl.

So. Also zumindest der Golf ist als Biotop erstmal tot. Die Strände von Louisisana und was da noch so ist, kann man ebenfalls getrost unter „ziemlich lange ziemlich tot“ verbuchen. Die sind sterilisiert, ein Ökosystem und wer weiß wie viele Tiere einfach unter einer dicken Ölschicht erstickt.

Man sollte ja meinen, dass BP die Füsse mal grad ein wenig stillhält. Dass die erstmal versuchen EIN Loch dichtzumachen, bevor die ein anderes aufmachen.

Denkste.

Ich bin Pazifist, aber DIE würd ich in ihrer Brühe gerne mal schwimmen lassen. Mit ner brennenden Magnesiumfackel im Arsch.

Veröffentlicht am 24. Juni 2010, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 14 Kommentare.

  1. Nach dem letzten was ich gelesen habe treibt das Öl im Moment noch nicht im Golfstrom sondern in einer rotierenden Strömung die das ganze erst einmal ordentlich durchquirlt. Den Berechnungen nach soll es irgendwann dann wechseln aber keiner traut sich zu sagen wann.

    • Wenn mich die Grafiken nicht täuschen ist die einzige Strömung, die da fließt, der Golfstrom.

      Ich glaub denen mal gar nix, was die da sagen. Das dauert zwar ziemlich lange, weil der Golfstrom halt nicht die gesamte Wassersäule abdeckt sondern nur einen Teil (bsp. 2 km Wassersäule davon vielleicht der Strom mit einer Dicke von 500 – 700 m, wenns soviel ist, ich weiß das nicht) und das Öl genau in der Höhe schwimmen muss – und weil eben das Zeug wirklich gut verteilt wird.
      Aber früher oder später wirst du das Zeug weltweit nachweisen können.

      • Also – erstens – dieselbe Scheiße gab es vor über 30 Jahren schonmal – dieselbe Firma (Vorläufer) des betreibers von heute – dieselben Maßnahmen, dasselbe Ergebnis – geholfen hat eine Entlastungsbohrung!
        Und da war der Mist nur 50m unter der Wasseroberfläche!

        Der Ölscheiß ist in Pensacola angekommen – das liegt auf dem Weg vom Golf von Mexico nach Europa!

        Noch Fragen?

        BP hat einfach nur riesen Scheiße gebaut und versuchen dieselben Methoden zu rEindämmung wie vor 30 Jahren und nix klappt – wie vor 30 Jahren! Die Suppe läuft nach Europa hin und der Oberarsch fährt auf ’ne Kreuzfahrt (oder Regatta oder watt) und du willst dem _nur_ ’ne Magnesiumfackel in Arsch stopfen?

        Also _mir_ fielen da noch ganz andere Sachen ein…
        (und die sind nicht so harmlos!!!)

      • Grade nochmal nachgeschaut. Die Strömung heisst schlicht „Loop Current“. Allerdings verbindet die wohl unterschiedliche Strömungen und darüber kommt der Mist auch in den Golfstrom. Allerdings erst nach einer Ehrenrunde an allen Küsten in der Gegend vorbei.

  2. Na immerhin, BP beteiligt sich am Sommerfest des Bundespräsidenten in Berlin:

    http://www.focus.de/politik/deutschland/bundespraesident-bp-sponsert-sommerfest_aid_523300.html

    Wer auch immer dann BP (die beiden Insignien sind gleich – Zufälle gibt es) sein wird, Geld stinkt nicht.

  3. Noch etwas zur Veranschaulichung der Ausdehnung der Ölkatastrophe:

    http://www.ifitwasmyhome.com/

    Was mich etwas wundert: Damals, bei der Brent Spar wurde eine recht große Kampagne gegen Shell gestartet, welche, zumindest zeitweise, einen gewissen Erfolg hatte.

    Warum passiert heute nichts dergleichen, um die Firma bei der einzig empfindlichen Stelle ein wenig unter Druck zu setzen. Obwohl, wahrscheinlich bekäme BP von der EU für einen eventuellen Umsatzrückgang sogar noch Schadenersatzzahlungen.

    • Weil solche Boykotte bei global agierenden Unternehmen nix bringen. Die pieken die höchstens an einer Stelle, der Rest ist aber dick im Geschäft. Vor allem, wenn man die Marken nicht kennt. *seufz*

  4. Leider sind (wie schon gesagt) Unternehmen von der Größe von BP gegen Boykotte immun.
    Lediglich das mit dem Schadenersatz _könnte_ was bringen.
    Ansonsten ist es bei BP aber wie in (fast) jedem größeren Laden: Gewinne, Gewinne, Gewinne und an die Aktionäre denken (und den eigenen Geldbeutel der Geschäftsführer).

    Geschissen auf alle anderen! So und nicht anders ist deren Firmenphilosophie! Zumindest ist es das, was rüberkommt!

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