Sauerlands Stellungnahme


Duisburgs OB Sauerland hat eine persönliche Stellungnahme veröffentlicht.

Und ich bin als erstes über diesen Absatz hier gestolpert:

Ich habe der Verwaltung bereits gestern Nachmittag eine Reihe von Fragen vorgelegt, die schnellstmöglich zu beantworten sein werden. Wir werden unsere Erkenntnisse unverzüglich der Staatsanwaltschaft mitteilen und diese darüber hinaus uneingeschränkt in ihrer Arbeit unterstützen. Auch unsere eigene Rolle gilt es dabei zu beleuchten: Wenn sich die Stadt etwas vorzuwerfen hat, dann werden wir Verantwortung übernehme

Wieder die Mär – diesmal verklausuliert – dass er doch von nichts gewusst hatte.

Welche Fragen hat er der Verwaltung denn „vorgelegt“? Er ist Oberbürgermeister, er ist der Behördenleiter. Es kann nicht sein, dass eine derartige Großveranstaltung am Behördenleiter vorbei organisiert wird, ohne dass der von etwas weiß.

WENN dem so ist, dann muss er alleine wegen Unfähigkeit zurücktreten. Denn dann hat er seine Verwaltung nicht im Griff.

Die Erkenntnisse hat er doch schon längst, und er weiß doch ganz genau, was die Stunde geschlagen hat. Aber wie ein guter Politiker hat er nicht den Arsch in der Hose zu sagen, dass er auf der ganzen Linie versagt hat. Er läßt seine Verwaltung im Regen stehen und versucht, sich selbst zu retten.

Es sollte ihm langsam dämmern, dass ihm das nicht gelingen wird. Entweder er geht freiwillig oder er wird gegangen. So oder so ist die Ära Sauerland in Duisburg vorbei.

Und allmählich wünsche ich diesem Weichei auch die Pest mit Cholera an den Hals.

/update:

Scheint, als kenn ich Verwaltungen doch ein bisschen besser:

http://www.wdr.de/themen/panorama/unfall07/loveparade/100727.jhtml?rubrikenstyle=panorama

Veröffentlicht am 27. Juli 2010 in Allgemein und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 5 Kommentare.

  1. Immerhin wird er über kurz oder lang den Hut nehmen müssen, das macht Deutschland sympathisch. In Österreich würde er seine Funktion weiter ausüben, bis er regulär aus dem Amt gewählt wird.

  2. Ob der Bürgermeister immer weiß, was seine Verwaltung macht, bezweifel ich mal grundsätzlich. Ich kenne meine OB persönlich ziemlich gut und da bekommt schon so manches mit, wie es wirklich abläuft. Bei uns geht es leider soweit, dass die Verwaltung Informationen bewusst so weitergibt, dass diese falsch interpretiert werden können, wenn man nicht jedes Komma mitliest. Oft genug werden Infos auch verspätet weitergegeben oder „vergessen“. Im Endeffekt entscheidet auch der Rat und da handelt es sich meistens um Verwaltung-Laien. Die können die Vorlagen oft genug gar nicht korrekt lesen.

    Aber in diesem Fall sieht es schon anders aus. Er hat dafür unterschrieben, dass die Veranstaltung stattfindet. Es ist sicher kein kleines Details, das man übersehen kann, dass mit 1 Mio Menschen für eine Veranstaltung zu rechnen ist, die nur für 250.000 geeignet ist. Er hat das auch sicher gewusst und ist somit bewusst dieses Risiko eingegangen.
    Um Grunde müsste er nicht nur zurücktreten, sondern persönlich haftbar gemacht werden.

    • ach Peter, sollen uns jetzt die Tränen kommen? Wenn so ein Kommunikations-Defizit besteht, ist das auf Versagen der „hüteren Gehaltsklasse“ zurückzuführen
      .. bzw. auf Versäumnisse derjenigen, die ansonsten die Lorbeeren für sich beanspruchen und die sich vor der Journaille aufblasen.
      basta!

      • Wo ich Peter Recht geben muss – von vielen „kleineren“ Sachen kriegt der OB im Detail nix mit – genau dafür gibt es ja die Verwaltungsbeamten, die ja auch bis zu einem gewissen Grad Entscheidungsbefugnis haben. Was natürlich klein ist, hängt von der Stadtgröße ab.
        Die Loveparade gehört in jedem Fall nicht dazu. In keiner Stadt. Daher ist das Verhalten von OB Sauerland nur lächerlich.

      • Hajo, du musst nicht weinen. Ich wollte nur zeigen, wie die Realität aussieht.
        Natürlich ist im Endeffekt immer der oberste Dienstherr verantwortlich, aber wenn die Verwaltung ihre eigenen Wege geht, bzw. gehen will, nützt die ganze „Macht“ des Dienstherrn nichts. Auch die Leute in der Verwaltung sind nicht doof und wissen, wie sie nicht „erwischt“ werden.

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