Filosofisches :)
Gesetzt den Fall, man wächst in einer Gesellschaft auf, die bestimmte, rigide Verhaltensnormen hat. Man kennt das nicht anders, es „ist halt so“. So war es Hunderte von Jahren lang.
Man hat sich angepasst, geht zur Schule, lebt sein Leben nach dem gesellschaftlich vorgegebenem Schema. Man wird geführt von einem Priester/König/Kaiser/Hofnarr, der geradezu gottgleiche Machtbefugnisse hat.
Und plötzlich *bang* Zeitreise. Man fällt durch ein Loch in die Zeit zurück. Vielleicht 500 Jahre. Die Gesellschaft war nicht so rigide. Sie war freier, man war selbstbestimmter. Aber: Man hat 500 Jahre Wissensvorsprung.
Man nutzt diesen Wissensvorsprung, um den „frivolen“ das „geordnete“ Leben beizubringen, wie man es kennt.
Fragen, die sich mir grad so stellen:
Ist dieser Mensch Schuld an der Unfreiheit der „heutigen“ Menschen? SIND die Menschen unfrei, weil sie so rigide leben? Was ist Freiheit überhaupt? Was ist Unfreiheit? Und ist das nicht ein Problem des eigenen Standpunktes oder der Definition? Ist dieser Mensch der Auslöser der geschilderten Diktatur? Oder ist er ihr Opfer?
Hm. *g*
Nein, mir ist nicht langweilig, ich bin in der Mittagspause nur einem streitenden Ehepärchen begegnet („Schatz, das TUT man einfach nicht“ „Wieso, ich möchte das jetzt aber mal tun!!!“ „Du würdest mich ja jetzt nicht auch hier nehmen, das TUT man einfach nicht.“ „Och jö… aber nur, weil du wieder keifst“) und dann galoppieren die Gedanken schon mal queer *g*
Und nein, ich hab KEINE Ahnung, WAS man jetzt nicht tut *g*
Veröffentlicht am 3. August 2010, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 35 Kommentare.
Wenn mir jemand kommt mit „Das tut man nicht“, entgegne ich „Wer ist MAN?“
Aber Pu, datt tut man nich… *g*
Daaf datt datt? Un datt datt datt daaf!
Auch schön, aus einem Buch von Tommy Haas: „Du das geht nicht, weil das echt nicht geht!“
„Man hat 500 Jahre Wissensvorsprung.“ – Dieser Vorsprung ist sehr relativ, denn zum leben und Überleben fehlt einem wohl auch viel Wissen. Mal abgesehen davon, glaube ich nicht wirklich an Zeitreisen 😉
„Nein, mir ist nicht langweilig“ – Würde doch niemand behaupten 😉
„Du würdest mich ja jetzt nicht auch hier nehmen“ – mit solchen Äußerungen wäre ich vorsichtig.
Naja, worin besteht denn der Wissensvorsprung? Das die Erde rund ist? Der grobe Aufbau des Sonnensystems und darüber hinaus? Die grobe Position der Kontinente?
Ich muss gestehen ich hab mir das auch schon mal durch den Kopf gehen lassen und musste enttäuscht feststellen das ich auf alle Fälle bei der Zeitreise einen Kofferraum voller naturwissenschaftlicher Bücher bräuchte um überhaupt etwas mit meinem Wissensvorsprung anfangen zu können. Ansonnsten wäre ich vor 500 Jahren vermutlich schlechter dran als irgendjemand aus der Zeit.
(Und mit den Büchern würde vermutlich ein Scheiterhaufen auf mich warten.)
Am besten fände ich Bücher, die ganz einfach beschreiben, wie man zumindest rudimentäre technische Errungenschaften der letzten Jahrhunderte simpel selbst verwirklichen kann. Damit ließe sich das Leben gleich deutlich vereinfachen.Praktisch wäre außerdem ein umfangreicher Almanach von Sportergebnissen für die jeweilige Zeit, so wie damals in Zurück in die Zukunft :-).
Naja – mal ehrlich, es gibt Sachen, die sollte man nicht machen, wenn man anderen damit auf den Senkel geht – aber manchmal muss man sie doch machen, auch wenn sie jemanden stören!
Z.B.: mit de Fingers essen, Popeln (und den Popel unter’n Stuhl schmier’n), Rülpsen, Furzen, Gähnen, im Schritt kratzen, laut los brüllen, …
Und mein „Frauchen“ sieht das ähnlich 😉
Der Anfang Deiner Überlegungen war gar nicht so übel. Das ist ziemlich genau – bloß umgekehrt – meine Geschichte, die Du komischerweise aber nicht glauben kannst. Man braucht bloß 6 Millionen Jahre zurückzugehen und schon sieht man, dass es damals 90- 95% all unserer heutigen Erkrankungen nicht gab und bei den freilebenden Primaten, die uns unser damaliges Leben sozusagen bis heute konserviert haben, noch immer nicht gibt.
Sogar der umgekehrte Test, wieder so zu leben wie ein Primate, funktioniert! Man ist damit bald topgesund!
Also sooooo schlecht ist Filosofie manchmal gar nicht 😉
*klonk* Das war mein Kopf, der auf die Tischplatte geknallt ist.
Wolfram hab aber recht, das weißt du? Die WURDEN nicht älter als 8 – 10 Jahre, dann waren sie nicht mehr beweglich genug und wurden gefressen oder sind zurückgelassen worden oder starben auf andere Art.
Glaubst du denn, das Leben damals war ein Paradies? Mitnichten.
Keinerlei Heilung bei Krankheiten. Es gibt viele Skelette, die einen Rückschlüsse auf einen Arsch voll Krankheiten ziehen lassen. Knochenbrüche waren nicht nach 6 Wochen ausgeheilt sondern führten häufig zum Tode oder aber du warst verkrüppelt, was früher oder später auch den Tod bedeutete.
Geburten waren lebensgefährlich, das Leben war lebensgefährlich. Der Ernährungszustand war auch eher unwitzig, du wusstest nicht, ob du morgen was zu essen hattest, denn Vorratshaltung war zu DER Zeit noch unbekannt.
DA willst du hin?
Na Mahlzeit.
Lass Dich doch von bezahlten Wissenschafts- Arbeiten und Artikeln nicht blöd machen!
Jedermensch, der einen Schnupfen, der Arthrose, Allergien oder Hautprobleme hat, der Polypen, Asthma oder sonstwas hat, kann völlig gefahr- und nebenwirkungslos ausprobieren wie ein Primat zu leben und er wird es erleben, wie wunderbar das alles verschwindet!
Achsoja, was mir hierzu noch einfiel:
Man kann gefahr- und nebenwirkungslos ausprobieren wie ein Primat zu leben? Dann tu das bitte auch da, wo er für gewöhnlich lebt. Sagen wir im Dschungel von Borneo. Als Waffen bekommst du…nichts. Du hast ja schließlich zwei Hände und ein schlaues Primatenköpfchen. Wir setzen dich da ab und gucken mal nach, was so nach 3 Tagen übrig ist.
Meinste wirklich, wir finden dann noch was?
ach, da gibt’s n herrliches Zitat (leider keine Ahnung von wem):
„Gegenüber dem Leben in der Steinzeit war Stalingrad ein Kuraufenthalt“
Passt in etwa.
Steinzeit war zwar schon relativ weit fortgeschritten, aber es waren nach wie vor in KLeingruppen organisierte Jäger und Sammler. D.h. das Wohlergehen einer Gruppe vor allem im Winter hing vom Jagdglück ab. Blieb das Wild aus, ist so ne Gruppe auch schon mal verhungert. Verletzungen bei der Jagd konnten nicht adäquat behandelt werden, Antibiotika, Verbandsstoffe oder nur Hygienische Behandlung der Wunde: Fehlanzeige. Man sieht die Folgen dann auch häufig an den Skeletten, die übrig sind.
Parasitäre Erkrankungen gab es auch, die für eine verkürzte Lebensdauer sorgten, Sterbefälle bei Geburten waren auch nicht selten. Die Säuglings- und Kindersterblichkeit bei der Lebensweise war auch sehr hoch.
Überlebt haben da tatsächlich nur die Stärksten. Keine Gruppe konnte es sich leisten, Alte und Kranke (alt heißt in dem Fall nicht 80, sondern eher 18) durchzufüttern, so dass diese bei der nomadischen Lebensweise häufig zurückgelassen wurden.
Und auch bei Primaten kann man sehr gut beobachten, dass auch nicht alles eitel Sonnenschein ist. Gorillas haben ein sehr ausgeprägtes Sozialleben mit einer streng Hierarchisch gegliederten Struktur und strengen Regeln.
Ich möcht mal Peyoli sehen, wenn der sich in so einer Gruppe integrieren sollte. 🙂
Du kannst natürlich, wie jedermensch, in Deinem blog Leute aussperren, wie es Dein ‚Weil nicht sein kann, was nicht sein darf‘- Ego Dir reinwürgt. Bloß mich ausgrenzen und dennoch noch immer erwähnen und ansprechen ist dumm und fies.
Die Steinzeit (in kaltem Klima, mit Jagd, Feuernutzung, etc.), von der ihr hier faselt, war doch längst NACH unserer dauergesunden Paradieszeit! Dass es da tasächlich schon jede Menge Probleme gab, ist klar.
Kopf => Tisch ach du Heimatland…nu vermengt er auch noch die Bibel und die Fabel vom Paradies mit tatsächlicher Geschichte. Also so ne Mixtur von Kreationismus mit was eigenem.
Komm, mach dein Jodeldiplom. Ich geh jetzt erstmal gucken, wieso der spamfilter nicht gegriffen hat. Und hey – ich hab nie behauptet, fair zu sein. Willkommen im Dschungel. Mein Haus, mein Auto, mein Blog. Hier kriegen Trolle auch schon mal ne Packung und dürfen sich noch nicht mal wehren.
Payoli
Warum ziehst du eig. nicht gleich in Urwald? Achja da gibts ja kein Internet und dann könntest nicht Bloggen … hm ist das nicht ein bisschen blöd in so einem Zwiespalt mit sich selbst zu leben?
Ich stell mir grad richtig bildlich den Primaten mit Laptop vor. Der dann acht bis zehn Jahre lebt und natürlich alle altersbedingten Verschleißerscheinungen gar nicht kennenlernt…
Lieber Wolfram,
von wegen ‚zehn Jahre lebt‘!
Man kann Lebenserwartungs- mäßig und Jahres- absolut natürlich nicht Maus und Elefant vergleichen. Aber schlaue Menschen haben Methoden entwickelt, um die Säugetier- Alter vergleichbar machen. Und wir ‚hochentwickelten‘ Menschen haben in dieser Hitliste die absolut schlechteste Lebenserwartung!
Genauso wie – sogar lt. WHO – die zivilisiertesten Länder mit den höchsten Ausgaben für ihr Gesundheitssystem die geringsten Lebenserwartungen haben.
Man kann sich auch wirklich alles schönreden. *g*
„Wie ein Primat leben“.
Als Fressfeinde hast du jedes Lebewesen, wo „Raubtier“ draufklebt. D.h. die fressen nicht nur dein Fressen weg, die fressen auch noch dich nachdem sie dein Fressen gefressen haben. Appetithappen zum Nachtisch.
Wie gesagt, jede Krankheit, jedes Virus hat dich umgehauen, gegen Seuchen gab es keinerlei Prophylaxe oder auch nur Resistenzen. Wenn du mal genau wissen willst, wie ne unkontrollierte Seuche wirkt, steck mal deinen Rüssel zur Abwechslung nicht in die Shisha sondern in ein Geschichtsbuch. Abteilung Pest.
Keiner wusste wie Pest entsteht, wie sie sich verbreitet, man wusste nur: Wer sie hat wird voraussichtlich nicht mehr sehr alt werden. Und mit ihm so ziemlich alle, die in seiner Umgebung waren. Viren scheißen nun mal einen großen Haufen auf alle die meinen, sie könnten sich mit einer positiven Lebenseinstellung gesundbeten.
Schau – es ist ja schön, dass du glücklich bist. Deine Lebensqualität (!) mag es heben. Gesünder bist davon nicht geworden. Und bevor ich dir mein sauer verdientes Geld in den Rachen werfe, um die Behauptungen überprüfen zu können die du aufgestellt hast (in einer Diplomarbeit – über welches Fachgebiet eigentlich? Dschungelvoodoo? JAJA, das Thema hab ich schon gelesen.), vorher werde ich mein Bankkonto leerräumen und die Kohle verbrennen – und nicht das Gefühl haben, es wäre schlecht angelegt.
Peyoli, du bist noch nicht mal ein Traumtänzer. Sondern ein ziemlich geschäftstüchtiger Sonderling, der im Gewand des Paradiesvogels daherkommt. Diese Art Rattenfänger ist mir fast noch suspekter als der Hamer, weil du damit arbeitest DASS die Leute dich nicht ernst nehmen, aber die, die es tun, weil sie sich nach Abwechslung sehnen, die hast umso fester am Kanthaken.
So – und damit ist dein Gastspiel hier beendet. Ich hab grad beschlossen DIESEN Troll nicht weiter zu füttern und ihn zwecks weiterer Düngung in die Jauchegrube zu schicken, die da heißt „Papierkorb“.
Soll heißen: Künftige Kommentare landen im Müll sobald ich sie sehe. 🙂
Da glaub ich doch keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe…
mit ominösen Rechenexempeln kann man sich alles schönrechnen. Mein Ururgroßvater ist übrigens fast hundert geworden, sein Enkel keine 30. Und letzteres lag garantiert an den Kulturfortschritten; vor den Gebrüdern Wright konnte man halt nicht mit dem Flugzeug abstürzen. Aber die anderen Enkel des Ururgroßvaters haben wieder zwischen 84 und 91 Jahren erreicht… homo neandertalensis konnte davon nur träumen. Und die Amöbe, die 30 Millionen Jahre vorher sein Vorfahr war – auch.
Bingo. *g*
Siehste Tantchen, jetzt haste deinen eigenen Troll, pfleg ihn gut… nicht dass er Dir noch eingeht.
Ach ne, geht ja gar nicht, der heilt sich ja selber.
(Warum muss ich jetzt nur eine bestimmte Bücherreihe denken? *grübel*)
Ja, ich überleg schon ob ich den gießen muss. Und womit düngt man so einen Troll? Ich mein, ich hab grad 2, da muss man echt schon überlegen, wie die Trollpflege so geht.
Peyoli möchte gerne wie ein Primat leben. Ich mein, dass das wunderbar ist glaub ich ja gerne. Einfach Brain-AFK und schon hat man keine Probleme mehr. Sieht man ja.
Und ja, das war polemisch. *g*
Und nein, ich nehm ihn nicht ernst. 😉
Nee nee, Payoli trollt in mehr Blogs als ich im Feedreader hab, und das will was heißen. Der ist soviel „eigener Troll“ wie ne Puffmutter monogam.
Ich glaubs ja nicht wie so ein Thema so ausarten kann. oO
Ich hätt mir ja ne Diskussion über die Fragen gewünscht, finds aber dann doch interessant, was da grad durchläuft. *g*
Hm, naja solche Fragen sind nicht leicht zu beantworten. ich versuchs trotzdem mal.
Ist dieser Mensch Schuld an der Unfreiheit der „heutigen“ Menschen?
Welcher Mensch überhaupt? Aber ich denke nicht. Mann kann nicht einem Menschen die Schuld an solch „großen“ Dingen geben.
SIND die Menschen unfrei, weil sie so rigide leben?
Musste erstmal schauen, was rigide bedeutet 😉
ich denke aber, dass die Menschen eher „unfrei“ sind, weil es einfach bequemer ist, nach Vorschriften zu leben als sie in Frage zu stellen.
Was ist Freiheit überhaupt? Freiheit bedeutet, dass zu tun, was man möchte, ohne dabei die Freiheit eines anderen einzuschränken. Natürlich das keine eindeutige Antwort, denn sie enthält quasi die Frage selbst. ich denke trotzdem, dass man es als Frei bezeichnen kann, so lange man niemandem anderen Schaden zufügt.
Was ist Unfreiheit? das Gegenteil *g*
Und ist das nicht ein Problem des eigenen Standpunktes oder der Definition?
Genau da liegt der Punkt. es gibt für viele Menschen unterschiedliche Arten von Freiheit. Eine genaue Definition ist m.M. nicht möglich. Jeder sieht Freiheit ein wenig anders. Oder anders gesagt: Ja! 😉
Ist dieser Mensch der Auslöser der geschilderten Diktatur?
Wer nochmal? 😉
Auslöser müsste man auch erst einmal definieren. Ein Auslöser ist oft die Ursache aber nicht der eigentliche Grund eines Ereignisses. Der Mensch allgemein als Auslöser für irgendetwas, ist schwierig. ich glaube eher, der Auslöser ist ein Mensch bzw. eine Gruppe von Menschen mit dem gleichen Ziel.
Oder ist er ihr Opfer?
Jeder mensch, welcher in der diktatur lebt, ist ihr Opfer. Abgesehen von den Diktatoren.
Bevor Du die Fragen gestellt hast, Tantchen, dachte ich, das spielt auf Afghanistan an…
Ich habe Kopfschmerzen, aber ich will mal versuchen, aufzuschreiben, was mir dazu in den Sinn kommt:
„Unfreiheit“ ist in meinen Augen, keine Wahl zu haben. Solange ich als Individuum die Wahl habe, rigide zu leben, oder dies zu unterlassen, bin ich nicht unfrei. Das impliziert natürlich, daß ich den Unterschied kenne und weiß, daß es auch anders geht – in beiden(!) Fällen. Insofern ist persönliche Unfreiheit immer auch eine Frage der persönlichen Umstände.
Bei der Frage, ob ein Zeitreisender mit 500 Jahren Wissensvorsprung in der Lage ist, eine liberale Gesellschaft in eine feudale zu wandeln, stellt für mich die Ursprungsgesellschaft in Frage. Nach der obigen Überlegung müsste diese den Unterschied kennen. Und für mich gehört zu einer liberalen Gesellschaft auch dazu, die nachfolgenden Generationen darüber aufzuklären – wenn sie das nicht tut, ist die Ursprungsgesellschaft meiner Meinung nach nicht freier als ihre feudale Nachfolgerin. Dementsprechend hätte sich die gesamte Gesellschaft (oder mindestens die wesentliche Mehrheit) wissentlich für für den feudalen Lebensweg entscheiden müssen. Und man hätte darüber hinaus das Lehren der eigenen Geschichte mindestens so färben müssen, daß der liberale Lebensstil von früher als nicht erstrebenswert angesehen wird.
Es sei mal dahingestellt, ob der Zeitreisende der liberalen Gesellschaft die Feudalgesellschaft mit irgendwelchen Versprechungen „verkauft“ hat, aber eine Gesellschaft, die es zulässt, daß sie ihre eigene Geschichte vergisst, war meiner Meinung nach von Anfang an nicht wirklich frei.
– in der Hoffnung, vom Primatenthema auf die ursprüngliche Intention von Tantchen gekommen zu sein…
Auf etwas vom Troll wollte ich doch noch reagieren…
„Genauso wie – sogar lt. WHO – die zivilisiertesten Länder mit den höchsten Ausgaben für ihr Gesundheitssystem die geringsten Lebenserwartungen haben.“
Ah ja?
Das sieht auf dem Bild aber irgendwie anders aus. Aber die Quelle ist hier ja die UN. Die stecken wahrscheinlich mit KVs und Pharmaindustrie unter einer Decke.
Ah nein, Moment! Die WHO ist eine Organisation der UN! Hmm…
Auf Wunsch einer einzelnen Tante, ein vielosoffisch angehauchter Diskussionsbeitrag:
Ich halte die Reihenfolge der Fragen für verfehlt. Was ist Freiheit? sollte die erste Frage sein. Da wird das Ergebnis dann sein, daß Freiheit für jeden etwas anderes ist. Dann kann jeder für sich entscheiden, ob eine Zeit unfreier ist als eine andere. Ist die Zeit mit Vorratsdatenspeicherung und Homosexuellenehe freier oder unfreier als eine mit sonntäglichem Kirchgang und ohne Ausweis?
Zweiter Teil, Zeitreise: Ein einzelner Zeitreisender hätte es sehr schwer, seine Moralvorstellungen seinen Mitmenschen aufzuzwingen. Einfach, weil er der seltsame Sonderling wäre, der bestenfalls ignoriert wird. Die ganzen seltsamen Sekten funktionieren alle nur, wenn eine kritische Masse zusammen kommt und sich gegenseitig bestärkt. Stell dir vor, die Amish wären einzeln über die Welt verteilt. Und die sind keine 500 Jahre entfernt.
Was funktionieren könnte wäre Wissenstransfer. Wenn ich jetzt 500 Jahre in der Zeit zurück gesetzt würde, würde ich beispielsweise wissen, was mir hilft, eine Pesterkrankung zu vermeiden. Ich würde wissen, daß es in Kalifornien Gold gibt. Ich würde wissen, daß ich mit einer Metallstange auf dem Dach des Nachbarn seine Hütte im nächsten Gewitter abfackeln kann. Ich würde grob wissen, wann der nächste Krieg über die Gegend zieht. DAS sind Dinge, die kann man an die Gemeinschaft weitergeben und die werden (spätestens nachdem die Nachbarshütte zum dritten Mal abgefackelt wurde) auch akzeptiert.
1. Gute Frage, aber gibt es darauf eine Antwort, die allgemeingültig ist?
2. Naja, alleine durch den Wissensvorsprung „ich weiß das hier in 2 Jahren ein fieser Krieg durchfegt und alles kaputtmacht“ kann man ja schon Anhänger gewinnen. Und die Frage wäre dann, wenn sich die Meinung „in 2 Jahren ist Krieg“ durchsetzt: Hat ER den Krieg jetzt vorausgesagt oder ausgelöst? Wäre dieser Krieg geschehen, wenn er keine Zeitreise gemacht hätte?
Wenn die amish einzeln über die Welt verteilt wären, würde es sie in der Tat nicht mehr geben, aber das ist auch ein schlechtes Beispiel. Die Amish-Gesellschaft baut auf Gemeinschaft auf, nicht auf Individualismus. Ein einzelner Amish ist so sehr zum Untergang verurteilt wie ein Fisch auf dem Trockenen 😉
3. Naja, da stellt sich mir die Frage (so 500 Jahre zurückblick): Wenn ich 3x nen Blitzeinschlag voraussage und dann vorher ne Metallstange auf das Dach montiere – wie hoch sind meine Chancen NICHT als Hexe auf dem Scheiterhaufen zu landen? Vor allem dann, wenn ich noch Pest heilen kann, weil ich vielleicht weiß wie man die entsprechenden Medikamenten mixt… *g*
„Wäre dieser Krieg geschehen, wenn er keine Zeitreise gemacht hätte?“
Das ist wohl (wenn auch etwas zu spezifisch) eine der Hauptgedanken bei Zeitreisen bzw. ein interessanter Gedanke über die Möglichkeit.
Denn durch das Zeitreisen könnte man eben dieses auch verhindern. Ist man dann überhaupt gereist oder ist es erst garnicht verhinderbar? 😉
Nun gut ich werde meine Gedanken nicht weiter ausführen, das würde zu weit gehen.
1) Ich glaube nicht, daß man Freiheit allgemeingültig definieren kann. Zumindest nicht so, daß sich keiner dadurch eingeschränkt fühlt.
2) Nenn mir irgend eine andere Glaubensrichtung, bei der die Anhänger isoliert von einander prosperieren. Mir fällt gerade keine ein.
3) Alles eine Frage der Verpackung. Wenn ich mich dreimal in einem Gewitter hinstelle und Gottes Zorn auf das Haus des Frevlers herabrufe, das ich mit der Stange markiert habe wie damals die Israeliten ihre Türstöcke mit Blut, und dreimal brennt die Hütte, dann bin ich keine Hexe sondern ein Heiliger.
Was mich von Anfang an gestört hat an der Fragestellung: wo gibts denn das, daß man 500 Jahre zurückgeht und in ein wesentlich freieres System „fällt“? Zumindest im euramerikanischen Raum war das System vor 500 Jahren wesentlich feudaler als heute, trotz Homeland und Schäuble.
Kann man den Gang der Welt beeinflussen, wenn man so einfach zurückfällt? Möglicherweise. Die Frage ist ja auch nicht neu – der Film „ewig ruft das Murmeltier“ ist schließlich schon ein geschätztes Vierteljahrhundert alt. Und ganz interessant belletristisch aufbereitet ist sie bei Diana Gabaldon: die Heldin begleitet ihren 18.-Jh.-Schotten von Ehemann durch die amerikanischen Unabhängigkeitskriege und fragt sich immer mal wieder, „Sommer 1775, Festung soundso – da war doch was?!?“ Und steht vor der Frage, soll sie ihm das sagen, damit er den Lauf der Dinge ändert, oder lieber doch nicht? Amüsant eher, daß sie mit den medizinischen Kenntnissen einer Ärztin des mittleren 20.Jh. dort einiges Aufsehen erregt und öfter mal als Hexe gilt – in einer Zeit, wo man zur Ader läßt statt zu desinfizieren, führt sie komplizierte Operationen durch, sprengt mal fast das Haus in die Luft, weil sie Chloroform herstellen will, und züchtet Schimmelpilze auf altem Brot zwecks Penicillingewinn.
Nein, sie verändert nicht das System, aber sie beeinflußt ihre Umgebung. Und das mag Auswirkungen in die „Zukunft“ haben, die sie nicht überschauen kann.