Raucher und Toleranz


So, mit DEN Stichworten sollte es mir doch mühelos gelingen, das blog zu sprengen 🙂

Ist ja echt mal auch schwierig, mittie Toleranz. Auf beiden Seiten.

Ich hab Raucher erlebt,  die mir den Rauch mit den Worten „guck, ist doch gar nicht so schlimm, oder?“ voll ins Gesicht gepustet und sich danach über meinen Hustenanfall kaputtgelacht haben (allerdings nur solange, wie ich nicht in der Lage war, das Schienbein kaputtzutreten). Und ich habe Nichtraucher erlebt, die sich geweigert haben, ihre Freunde zu besuchen, weil es da so „pervers nach Qualm stinkt“. Und die kannte ich auch, ich bin Nichtraucher – immer gewesen – und da hat man zwar gerochen, dass geraucht wurde, pervers war aber definitiv anders.

Militante Nicht- wie Raucher sind echt übel. Wie immer bei Fanatismus.

Ich kann als Nichtraucher erwarten, dass ein Raucher sich nicht die Zichte ansteckt, während ich noch am essen bin. Aber nur an MEINEM Tisch. Nicht an den Nachbartischen. Da hab ich nix mit zu tun. Ich kann nicht erwarten, dass das ganze Restaurant abstinent ist, weil ich grad esse.

Und ein Raucher kann erwarten, dass ich nicht rummecker, wenn er raucht, solange  ich den Qualm nicht abbekomme. Mit ein bisschen Verständnis für beide Seiten ist das alles kein Problem.

Ist das denn echt SO schwer? *seufz*

Veröffentlicht am 3. August 2010, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 19 Kommentare.

  1. Wie die Diskussion an anderen Orten zeigt: Ja. *seufz*

    Eines möchte ich noch hinzufügen: Es gibt noch einen Ort, an dem mich Raucher stören: In meiner Wohnung. Auf dem Balkon dürfen sie sich austoben, und da über mir nur noch der Dachboden ist, kann sich auch kein Nachbar belästigt fühlen.
    Wobei ich zugegebenermaßen das bayrische Rauchverbot in Kneipen durchaus genieße.
    Was mich gestern genervt hat, war, dass in allen Radiosendern gestern so getan wurde, als hätte bis Samstag gar kein Rauchverbot bestanden – in den allermeisten Kneipen und allen Restaurants darf man schon seit einigen Jahren nicht mehr rauchen, es hat sich eingespielt.
    Nervig finde ich nur, dass man als Nichtraucher plötzlich allein am Tisch sitzen kann und alle Raucher stehen draußen und rauchen und tratschen…

    • Sir Richfield

      Das mit dem Rauchen und Tratschen war immer schon so. Es gibt Firmen da glaube ich wird nur im Raucherbereich effizient gearbeitet. 😉

      Früher fiel das nicht so auf, aber jetzt wo die militanten Nichtraucher die Raucher ins Ghetto geschickt haben, sitzen halt viele Nichtraucher plötzlich alleine in ihrer schönen, neuen Welt.

      Disclaimer: Mir isset peng, echt! Ich komme aus einer Stadt deren Fussballmannschaft ähliche Qualitäten aufweist wie ihre Altstadt, ergo gehe ich eh kaum inne Kneipe.
      Ich habe durchaus Verständnis für Rauchverbote, insbesondere in! öffentlichen Gebäuden, Restaurants, etc. (Incl. allen Räumen, die nur unzureichenden Luftabzug haben. Aber solche finde ich schon mit normalen Ausdünstungen schlimm.)

      Ich gebe auch zu, dass ich von dem Verbot nicht viel gemerkt habe, alle Läden sind plötzlich Raucherclubs. Ich kann also durchaus verstehen, wenn man sagt, dass keine Regulierung stattfindet.

      Das kommt aber davon, wenn man es sich zu einfach macht. Statt klarer Grenzen, bzw. Richtwerte nur Wischiwaschi. Aber solche Richtwerte zu finden und ggf. anzupassen ist ja Aufwand, huh?

      Bayern macht es sich allerdings auch wieder zu einfach. Ich kann mir nicht vorstellen, wie beim Oktoberfest Völkerwanderungen durchs Zelt gehen. Schaun mer ma.

      PS: Heute morgen hörte ich einen der Verfechter des „WIR WOLLEN AUCH RAUCHFREIES NRW!“. Ein Besitzer einer Biobäckereikette. Seine Aussage war „Joah, seit der Einführung des Rauchverbots hatten wir 20% Umsatzeinbußen.“
      Selbst wenn ich mal aufhören würde mich zu fragen, wann und wo (und was! *scnr*) seine Kunden geraucht haben, klingt das für mich nur noch nach Mißgunst, ala „Wir haben gelitten, dann sollen die anderen gefälligst auch leiden!!!!“…

  2. Tantchen, zum größten Teil hast du wieder einmal recht. Aber ich muss doch auch ein klein wenig hinzufügen 😉

    „Ich kann als Nichtraucher erwarten, dass ein Raucher sich nicht die Zichte ansteckt, während ich noch am essen bin“ vollkommen richtig.

    „Aber nur an MEINEM Tisch“ seh ich nicht so. Denn ob er an meinem Tisch sitzen würde oder 1m neben dran am andern Tisch, dürfte egal sein. Ich bin zwar auch der Meinung man sollte Raucherbereiche, mit verbesserte Lüftung, wieder einfrühren. Aber trotzdem sollte man als Nichtraucher nicht dazu genötigt sein im Rauch zu sitzen.

    Ich bin übrigens auch nicht-Raucher, dürfte man jetzt gemerkt haben. Aber in meiner Verwandtschaft raucht fast jeder. Und diese Intoleranz die sogar meine eigene Mutter an den Tag legt, ist zum verrückt werden. Früher wwar es mir egal, ob ich etwas Rauch abbekam, solange ich nicht in einer Rauchwolke leben musste. Aber seit ich eine Tochter habe, ist das ein wenig anders.
    Ich sehe ein, dass wenn wir im Garten sind, die Leute dort rauchen, aber was ich nicht einsehe, dass meine Tochter dann im Qualm sitzt und ich mit ihr weggehen muss.
    Und zum Rauchen in der Wohnung, das geht eig. überhaupt nicht. Mein Opa würde meine Tohter auch gern öfter sehen (im Sommer kein Problem, da meistens im Garten). Aber in der Zeit wo ich zu ihm in die Wohnung muss sträub ich mich und geh maximal an Wrihnachten. Denn dort stinkt regelrecht alles nach Rauch, einfach alles. Denn seit meine Oma gestorben ist, raucht er nicht mehr nur auf dem Balkon.

    Naja gut, hab schon wieder viel zu viel dazu geschrieben. Sehe das eig. nicht so arg, aber wenn Kinder die genötigten sind, und es die (meisten) Raucher nicht juckt, bekomme ich ein sehr schlechtes Gefühl im Magen.
    Achja zu letzt noch. Rauchen im Auto sollte auch verboten werden. Denn man hat genau wie beim Telefonieren etwas in der Hand was ablenkt und Unfälle versuchen kann und auch schon viele verursacht hat. So das wars.

    • Gut, bei Kindern hörts dann definitiv auf. Ich hab als Kind die Autofahrten als mehr oder weniger traumatisch empfunden. Vor allem die langen Autofahrten.
      Meine Mutter war starke Raucherin und hat sich dann so alle 10 min. mal ne Zigarette angezündet. Und weil wir den Rauch nicht mitbekommen sollten, hat sie das Fenster einen Minischlitz aufgemacht, damit der Rauch abzieht.

      Und ICH hab mich immer unter der Jacke verkrochen, damit ich das nicht riechen musste…mir wurd jedesmal schlecht davon und ich hab Kopfschmerzen bekommen 😦

      Ne, bei Kindern verstehe ich da echt keinen Spaß mehr. Mir isses ehrlich ziemlich wumpe, solang ich den Rauch nicht abkriege.

      • Ok, das ist echt extrem heftig. Kein wunder, dass du nicht-raucher bist.
        So schlimm trifft es meine Kleine dann doch nicht, wenn, dann halt im Garten oder so und da gehe ich halt dann einfach etwas weiter weg. Aber im Auto ist echt uncool, da hat man keine Chance.

    • Wo kann man unterschreiben? Es geht schließlich nicht nur um schlechten Geruch (da würd ich sagen, wer am Nachbartisch ungewaschen ist, kann mir egal sein), sondern um hochgiftige Stoffe, die an jedem dritten Todesfall in unserem hochzivilisierten Land beteiligt sind. Da werden Oldtimer aus den Innenstädten verbannt, aber jeder Raucher produziert wesentlich mehr Schadstoffe…

      Zum Rauchen im Auto: da ist vor einigen Jahren mal ein Test gemacht worden, wie dick die Luft von nur einer Zigarette wird: sämtliche Seveso-Grenzwerte werden da ums mehrtausendfache überschritten. Mit anderen Worten, die Karre wird zur rollenden Gaskammer.

  3. Lochkartenstanzer

    Rauchen am Nebentisch: Absolutes no-go. Es ist ja nicht so, daß ich mich gar nicht in die Nähe von Rauchern wage. Aber üblicherweise hat man beim Essen nicht die Wahl einfach wegzugehen, wenn ein Raucher sich an den Nebentisch setzt und sich die Kippe ansteckt.

    Und ja, ich genieße die Freiheit auch mal später am Abend in ein Lokal gehen zu können und dort qualmfrei zu essen. Früher konnte ich das nicht, oder mußte früh genug in das Lokal, bevor die ersten Raucher es vollgequalmt haben.

    Und Raucher, die auf ein freundliches Bitten nicht reagieren oder patzig werden, müssen mit mehr als nur einem kaputten Schienbein rechnen.

    Und bevor nun Raucher aufschreien: Ich bin mit vielen Rauchern befreundet, die rücksichtvoll sind und darauf achten, Nichtraucher nicht über Gebühr zu belästigen und die auch mal die Kippe ausmachen, wenn man sie höflich drum bittet. Was mich stört, sind die wenigen uneinsichtigen „militanten“ Raucher, die meinen, immer und überall Rauchen können zu müssen.

  4. Lochkartenstanzer

    Nachtrag: Übrigens hilft es manchmal einfach zurückzufurzen. geht aber leider nicht imemr auf Kommando. 🙂

  5. Ich bin Raucher!

    Puh – jetzt isses raus! 😀

    Nee – ernsthaft:
    – ich rauche selbst in meiner Wohnung nicht (habe ’nen schönen großen Balkon) – alleine schon wegen des Schmierschmutzes auf den Monitoren
    – und wenn ich mal auf ’ne Zigarette verzichten muss, egal ob ich in einer anderen Wohnung oder einem Lokal bin, werde ich nicht krank oder gar sterben
    – meiner Ansicht nach sollte man als Raucher immer auf die Nichtraucher achten, denn die können von meinem Rauchen krank werden, aber mir schadet das Nichtrauchen nicht (von psychischen Schäden mal abgesehen…)

    Was ich persönlich allerdings nicht mehr hören kann sind Vorwürfe und Anfeindungen – da schalte ich grundsätzlich auf stur, denke mir meinen Teil und meide dann den Kontakt mit solchen Menschen – sorry, aber ich weiß dass es eine blöde Idee war, mit dem Rauchen anzufangen, dass es teuer ist und meiner Gesundheit nicht zuträglich.

    Nur keiner kümmert sich ’nen Dreck darum, dass ich im Straßenverkehr nicht nur Feinstaub, Abgase und Lärm ertragen muss, nein, ich darf mir laut StVO noch nicht mal die Ohren dicht machen! Automobile sind zudem scheiße gefährlich, aber auch da kommt keiner auf die Idee, sie zu verbieten!

    Also bitte – wenn einer rauchen tut, dann lass ihn rauchen, solange er dir den Scheiß nicht in’s Gesicht bläst und er seine Kippen ordentlich entsorgt (habe immer einen Ascher bei mir 😉 ). Und versuche nicht dauernd, ihn zu belehren!

  6. Na, Tantchen, soll ich Fraggel+Konsorten vorbeischicken?
    Duck unn wech…
    Druffgugger

    • Wag dich. Ich weiß wo dein Emailkasten wohnt. *g*

      • OCH nö. 😦
        Weißt Du wieviele Postkästen ich so habe?
        Komm, Fraggel, komm, puttputtputt….:-)
        Druffgugger

        • Du weißt, wo der Postkasten hängt, ey Tante, Du fährst nicht zufällig ’ne Harley mit ner 81 im Nummernschild? 😉
          Das kennt man doch sonst nur von denen.

          Spaß beisete, die Ruacher sollen rauchen so viel sie wollen. Nur nicht bei mir in der Wohnung, in von mir besuchten Restaurants (dürfen sie bei uns eh nicht mehr) und an und um meinen Arbeitsplatz herum.
          Ansonsten kann ich auch gern dem Qualm ausweichen, wenn dies ohne allzu großen Aufwand möglich ist.

          Achso, und wenn sie ihre Kippen nicht in unseren Garten schmeißen würden, wär auch nicht schlecht, mach ich mit meinen Bonbon- und Schokoladenpapierchen ja auch nicht bei denen.

        • Mir reicht der eine und den kann ich LOCKER wegbomben *g*

  7. Sir Richfield

    Horst Evers hat auch mal aufgehört zu rauchen. Was sagte er noch, all seine Freunde hätten ihm vorgeschwärmt, was man dann alles riechen und schmecken könne.
    Er stellte fest, das einzige, was er neu riechen konnte war Rauch und beim Schmecken ging ihm auf, dass er nicht kochen kann. 😉

    Was? Habt Ihr einen sinnvollen Beitrag erwartet? Nicht auf so unentspannte Themen.

  8. Pu der Zucker

    Wie ich auf dem benachbarten Schlachtfeld schon anmerkte: Ich habe selbst 30 Jahre geraucht und habe von einem auf den anderen Tag damit aufgehört. Mir persönlich geht es seither gesundheitlich besser. In meiner Wohnung wird nicht geraucht. Aber ich werd‘ nen Teufel tun, aus diesen Erfahrungen jetzt quasi eine neue Religion zu schnitzen. Mir sind die mit dem Sendungsbewusstsein einfach suspekt, egal ob Raucher, militante Nichtraucher, sonstige Sektierer oder der Osterhase.
    Nerven tut mich eigentlich nur ein rauchender Freund, der mir jetzt vor jeder Raucherei einen langen Vortrag darüber hält
    a) warum er raucht
    b) wie viel er raucht, so über’n Tag verteilt
    c) warum er GERADE JETZT eine raucht
    d) warum ihm das jetzt gerade gut tut
    e) warum er jetzt das Lokal verlassen muss
    f) warum er das ungerecht findet
    g) dass ich jetzt im Lokal bleiben darf und er nicht
    h) dass er das ungerecht findet
    i) …
    usw.
    Ich inzwischen: „schnarch“
    Nach einem Abend mit ihm bin ich wenigstens ausgeschlafen.

    • „Ich habe selbst 30 Jahre geraucht und habe von einem auf den anderen Tag damit aufgehört“

      Respekt! Schaffen nicht viele. Bisher kannte ich nur mein Vater der das auch geschafft hat, bei ihm warens aber glaube „nur“ 25 Jahre 😉

      • Pu der Zucker

        Danke 🙂

      • Mein Vater hat das auch geschafft, so nach ca. 40 Jahren und pro Tag zwei bis drei Schachteln „Salem“ oder „Reval“, also die für „harte Männer“ ohne Filter.
        Tja, und dass das Aufhören so gut ging ist seinem Doc zu verdanken:
        „Sie liegen hier mit den Folgen einer Magenbutung hier bei uns im Krankenhaus. Entweder Sie hören mit dem Rauchen auf, oder Sie machen bald mit meinen Kollegen im Keller Bekanntschaft…“

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