hmpf


Die neue Nachtschwester und ich werden keine Freunde mehr. Wer breit Kaugummikauend vor mir steht und sacht: „Ich bin Schwester Uschi, kann ich was für sie tun?“ und mich dabei von oben bis unten vollsabbert, kann bei mir nicht mehr auf irgendwelche Freundlichkeiten rechnen.

Hinzu kommt ein gepflegter Krankenhauskoller. ICH WILL HIER RAUS!!!!

Die Schwester meinte: „Sie dürfen das Gelände des Krankenhauses nicht verlassen“

Ich meinte daraufhin: „Ich wusste nicht, dass ich hier eingesperrt bin?“ „Sie können ja in den Patientengarten gehen.“ – YO MAN. Den hab ich mir angeguckt. 1000 Enten, 2 Hirsche und die Wege von Brennesseln überwuchert.

Wie gemütlich und erholsam.

Da ich mich nachweislich NICHT in einem Gulag befinde, werde ich heute trotzdem mal türmen gehen. Sollen die mich doch verhaften. Und für alle, die mir mit „bleib lieber im Krankenhaus, sonst wirds noch schlimmer“ kommen:

Ich bin, laut Aussage Doc, *eigentlich* Ambulanzpatient. Dh. was ich hier hab, können die locker via Ambulanz versorgen. Und ich könnt nach Hause. Geht aber nicht, weil ich so ne Vakuumpumpe hab, die die Wundflüssigkeit absaugt. Wampe ist ja noch immer offen. Und die Behandlung damit ist teuer. Und die Krankenkassen lassen die Patienten lieber im Krankenhaus liegen, als das ganze ambulant zu machen.

SCHÖN. Donnerstag entscheidet sich, ob die ne Sekundärnaht machen. Wenn ja, gibts Kurznarkose und dann tackern die das doofe Loch da endlich zu. Dann noch so ein Wöchelchen warten und dann kann ich endlich nach Hause.

Und dann gibts einen Kleinkrieg.

1. Krankenhaus verklagen. Behandlungsfehler. DER Abszess hätt nicht not getan.

2. Krankenkasse fragen, ob die noch alle Tassen im Schrank haben. Die haben den Kurantrag abgelehnt, weil keine medizinische Notwendigkeit. Denen werd ich helfen.

3. Bisschen in den Schulen Amok laufen. Mich hat einer meiner Lehrer angerufen, ob ich ihm denn nicht bei einem Problem helfen könnte. Meine wiederholte Ansage: „Krankenhaus. Krank. Schnauze und tüss“ inkl. auflegen hat ihn nicht von der Falschheit seines Tuns überzeugen können. Er rief halt wieder an. Und beschwerte sich darüber, dass ich so unkooperativ wäre. Ich würd ja schließlich eh den ganzen Tag rumliegen. Kennt einer ne Hells-Angels-Truppe, die ich dem mal auf den Hals hetzen kann?

Ansonsten: Ich kann mein Zimmer nicht mehr sehen. Meine Bettnachbarin ist ja ganz lieb, aber die meckert immer mit mir rum, dass ich mehr trinken soll, mehr schlafen mehr hier mal da…. die ist 86 und Russin, versteht also nicht wirklich, wenn ich ihr sage, dass die mich mal gernhaben kann.

Mal sehen was das alles noch so gibt. Wahrscheinlich folge ich morgen meinem Fluchtinstinkt: RAUS  HIER.

Und ich darf nicht vergessen, für jeden die standrechtliche Erschießung zu fordern, der einen der folgenden Sätze bringt:

– für nen krebskranken bist ja noch ganz fit

– darf ich mir die Wunde mal angucken? Hab sowas noch nie gesehen!! (WILDFREMDE LEUTE IM AUFZUG!!!!)

– bleib lieber noch was länger im Krankenhaus, nicht dass dir noch was passiert, die Ärzte sind da dichter an (ja und bitte nicht vergessen, mich in Watte zu packen, Herr Doktor)

Auf den letzten Satz kann ich übrigens so gar nicht 😦

Veröffentlicht am 20. September 2010, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 23 Kommentare.

  1. aber uns kannst Du die Wunde doch zeigen, oder? ….. 😉

    Zu den Hells Angels: frag mal deine Rockerfreunde, ob sie da wen kennen (ggf. als gegener, dann kann man die gleich der Polizei melden hinterher…. ;-)) https://tantejay.wordpress.com/2010/06/15/rockerbande/

  2. Du musst ja echt was mitmachen. Armes Tantchen!

  3. für nen krebskranken bist ja noch ganz fit

    darf ich mir die Wunde mal angucken? Hab sowas noch nie gesehen!!

    bleib lieber noch was länger im Krankenhaus, nicht dass dir noch was passiert, die Ärzte sind da dichter an

    Werde ich jetzt 3 mal standrechtlich erschossen?

  4. So doof das Ganze für Dich ist-ich liege hier fast unterm Schreibtisch vor Lachen (ja, bin mal wieder noch im Büro und bastle Werbebanner…).
    Im Kopfkino läuft gerade „Express Nachrichten: Gefährliche Kranke aus Krankenhaus getürmt! Bitte holen Sie die Kinder rein und schließen Sie Türen und Fenster“ einschließlich der nachfolgenden Verhaftungsszene mit GSG9, den Autobahn-Cops und einem Bullen von Tölz, der gemütlich „Gemma! Zurück zu Schwester Uschi!“ mault.
    In Kino 2 kidnappt gerade ein durchgeknallter Lehrer unser Tantchen, sperrt es trotz Riesengezeter und trotz Einsatzes aller waffenscheinpflichtiger Mundwerke in den schulischen Serverraum und setzt sich mit der Keule davor… Bis eine Gang auf schweren Motorrädern unter dem Gejohle der aus den Zimmern sprintenden Schülern mal richtig aufräumt… Da sich inzwischen Tantchen via Web weitere Hilfe geholt hatte und schon weg ist, gibt es noch eine gepflegte Verfolgungsjagd quer durch das ganze Ruhrgebiet – bis Duisburg, wo schon der OB des Grauens wartet…
    Im Fernsehen geben sie gerade die Dokusoap „Ab ins Bett – das Krankenhaus des Grauens“, in dem es zwei Gruppen von Patienten gibt: Die einen müssen versuchen, so lang wie möglich zu bleiben, die andere Gruppe hat den Auftrag, den jeweiligen Zimmernachbarn möglichst effektiv zu vertreiben. Wer aber von den anderen in welcher Gruppe ist, wird den mitspielern nicht verraten… Je nach Level und Sendung werden die Mitspieler durch scheinbar harmlose Besucher, Aufzugsfahrer oder Verwandte gequält. Gerade baut RTL die Interviewbox für die Mitspieler auf…

    Schluss! Aus! Arbeiten! Wer weiß, was meinem kranken Hirn sonst noch so alles entspringt… 😀

    • Gute Zeiten Schlechte Zeiten wird unterbrochen für einen Live-Bericht von Thomas Präkelt – der vor dem Klinikum steht und wirres Zeuch redet, auf’m Ersten, Zweiten und Dritten zeigen die Live-Aufnahmen von der Verfolgungsjagd, im Ersten sacht Christian Pfeiffer was dazu, im Dritten wird das Ganze eher vom Hintergund her beleuchtet, im Zweiten darf Herr Hahn das alles im Lichte der Religion beleuchten, au da, auf SAT1 erklärt und Alexander Hold, warum es dumm war, Amok zu laufen, bei RTL gibt’s nach doch RTL-Aktuell-Extra, Peter Kloeppel zeigt uns den Flucht auf ’ner Karte und mit Google-Street-View, arte macht ’n Special über Amok-Läufer, NTV und n24 zeigen Hubschrauberbilder und selbst euroNews, BCC World und CNN lassen Schlagzeilen durchlaufen und schalten in den Nachrichtenblöcken nach Deutschland.
      Das Papst richtet an eine Bitte an Tantchen, niemanden zu töten und sich zu ergeben, der Bundespräsident gibt eine Pressekonferenz, in welcher nach Verantwortlichen gesucht wird.
      Nach 18 Stunden wird Tommy Lee Jones geholt, der kennt sich mit sowas aus.
      Letztendlich wird Tantchen aber nicht gefasst – lediglich die Vaku-Pumpe und ihr Krankenhausnachthemd werden in Lübeck entdeckt, eine zunächst gefundene Blutspur verliert sich in den Fluten der Ostsee.
      Auch eine Überwachung ihres Blog, in welchem sie die Einsatzkräfte verhöhnt, bringt zunächst keinen Erfolg…

  5. zum Lehrer: sieh’s positiv: der wollte dich von den Nachmittags-Talkshows erlösen. Hättest was richtiges zu tun statt dich über Britta (oder wie heisst die nochmal) aufzuregen…. *duck*

  6. Also für ne Krebskranke bist Du zeimlich fit.
    Bevor Du abdrückst, ich kann Chuck Norris!

    Aber mal am Rande: Ist die KK überhaupt zuständig? Ist doch vermutlich eher ne AHB, da sind doch in der Regel erstmal die zuständig, die hinterher die Rente/Pension zahlen müssten. Auch wenn’s ne onkologische Reha wär, sollten im ersten Jahr nach OP erstmal die Renten-/Pensionsträger zuständig sein.

    Sagt einer, dem die das auch nach kruz nach dem Ende des 1. Jahres bezahlen mussten sollten haben …

  7. Also Tantchen,
    nun komm doch mal runter von deinem Pälmchen 😉

    Im Krankenhaus sind die Ärzte nun mal näher dran (oder dran mit Nähen?). Und kannste davon nicht mal n Foto machen? So ne Vakuumpumpe hab ich auch noch nicht in einer Bauchdecke gesehen *kopfeinzieh*

    Und gestern warst du ganz brav und hast nicht in Lörrach vorbei geschaut? Und den Lehrer kannste doch immer noch quälen,w enn du zurück bist. Ich würd den ja in seinen Schulferien anrufen und vorher noch einen Virus zumailen 😉

  8. Also Tantchen, ich kann deine Stimmung ja verstehen, dass du so schnell wie möglich da raus willst. Auf die Dauer sind Krankenhäuser echt schlimm und man wird manchmal auch noch eher krank als gesund.
    Aber wenn du echt noch an so einer Pumpe hängst, kann ich mir das kaum vorstellen, dass der Arzt sagt, du könntest gehen. Außer er meinte, wenn de Pumpe nicht wäre. Aber solche Aussagen wäre ziemlicher Irrsinn.

    Zum Thema Krankenhaus, ich weiß wie das ist, hatte erst vor 3 Jahren einen ca. 6 – 8 wöchigen Aufenthalt (weiß das echt garnicht mehr genau wie lang das nun war). Aber ich war am Ende auch froh endlich wieder nach hause. Wollte am liebsten auch schon sehr viel eher. Im nachineind enk ich aber wars schon gut so, lieber ein paar Tage länger und dafür geheilt(er).

    Liebe Grüße und nochmal gute Besserung.

  9. Als ehemaliger Pfleger kann ich deine Gefühle nachempfinden – ich wollte auch immer raus 😉

    Also mit so’ner Vaku-Pumpe ham wir damals (1994) ab und an Leute nach Hause geschickt, die kamen dann immer einmal am Tach in’ie Ambulanz und gut war’s! (ich war allerdings in’er urologischen Klinik tätig – auf’er Gyn ham se die Dam‘ imma dabehalten – wenn ich mich nich‘ irre).

    Versuch mal:
    – grundsätzlich rausgehen, wenn Visite ist
    – andauern klingeln, wegen jedem Scheiß, vorzugsweise während der Übergabe (morgähns gg 06:30h, mittags gegen halb und abends kurz vor oder nach acht – so waren jedenfalls bei uns die Zeiten)
    – „SCHWÄÄSTAAA“ rufen und zwar immer laut, auch nachts oder wenn die Herrschaften direkt vor dir stehen
    – wenn die Schwester raus ist, weil sie bei der Zimmernachbarin was zu tun hatte, bis 10 zählen und klingeln
    – ’ne Schwester anfurzen (ok – das‘ eklich)

    Vielleicht lassen dich dann raus…

    … oder sie sperren dich in die Prosektur (so hieß bei uns die Leichenhalle :D)

  10. Jede Schwester (und nicht nur eine kranke Schwester, aeh Krankenschwester) hat einen schwachen Punkt. Bei meiner Lieblingsstationsschwester war es Magnum mit Nuessen. Ein kurzer Sprint morgens in den Kiosk machte das Leben leichter: Abends lag anstaendiges Besteck fuer die bestellte Pizza bereit, auch gab’s nen Ventilatoreinsatz von ihr nach der Kippe auf dem Klo. Und der Kaffee schmeckte auch anders als der der Bettnachbarin….. *mit dem Telefonmast winkt*

  11. Ach Tantchen…
    … da hoff‘ ich ja mal, dass du bald aus dem Laden raus bist
    *daumendrück*

  12. Argh, warst Du das, der (die) letztens Amok lief? Ach nee, es handelte sich wohl um eine Rechtsanwältin. Sorry, mein Fehler … 🙂

  13. Ich hab da offensichtlich mehr Glück mit PflegerInnen und Ärzten gehabt. Ich weiß nicht, obs daran liegt, dass ich Ärzten grundsätzlich respektlos von Mensch zu Mensch und PflegerInnen explizit höflich begegne oder ob ich einfach Glück mit dem Krankenhaus hatte.
    PS:
    Unbezahlbar das Gesicht der Krankenschwester, die mir nach der Darm-OP Blut abnahm, als ich sie fragte, obs heute zum Mittag Blutwurst im eigenen Darm gäbe.
    Und die Ärztin, die mir während der Chemo erzählte, wie giftig das Zeug ist und dass alles, was damit in Berührung kommt, in den Sondermüll gehört, reagierte auch etwas seltsam, als ich ihr sagte, dass ich dann wohl die nächsten Tage besser nicht sterben sollte, weil sie sonst ein Entsorgungsproblem hätte.

warf folgenden Kuchen auf den Teller