Neue Nachbarin


ICH WILL OMI ZURÜCK!!! SOFORTESTENS BITTE!!!!

Meine jetzige Bettnachbarin hat ja nur einen leichten bis mittelschweren Stich. Aber was das locker toppt:

Ihr Besuch.

Gestern war ihr Kerl den ganzen Tag dabei, die Klamotten wurden in einem hoch aufgehäuften Wäschekorb aufbewahrt. Großer Wäschekorb. Erste Meckerei, dass die Spinde so schmal sind. „Frau Tante, sie brauchen doch oben das Fach nicht, oder?“ meinte der Eheherr und fing an, meine Klamotten beiseitezuräumen.

Frau Tante brauchte sehr wohl. Und Frau Tante hat das sehr deutlich gesagt. Männe räumte dann maulend zurück und ging weiter.

Dann hock ich hier ja mit Laptop und Webstick. Kurz aufs Klo, wird ja schon nix passieren. Ich komm zurück und seh Männe an meinem hochheiligen Schleppi – surfen. DATT AAS VERBRAUCHT MEINEN TRAFFIC!!! Es sind schon Leute für weniger getötet worden. Männe meinte „ich wollte doch nur eben…“ „Unten Indernett-PC. Viel Spaß. Kost Geld. Das hier auch, aber meins. Finger weg, sonst Finger echt ab.“ Männe Maulte.

Gut, irgendwann um 19:30 Uhr ist ihm gedämmert, dass das hier zwar ein Zwei-Bett-Zimmer ist, aber für ihn dennoch kein Platz ist. Er dackelte dann auch maulend ab. War gar nicht damit einverstanden, dass seine hochheilige Ehefrau jetzt alleine sein muss. Sie war damit übrigens auch nicht einverstanden und hat dann weinend im Bett gelegen, bis Ehemänne anrief.

Btw. die sind nicht frisch verheiratet – die haben 3 Kinder im Teenageralter, die älteste wird demnächst 18.

Heute morgen maulte Madam über das „Personal“. Das wär so unfreundlich. Bitte was? Die sind absolut höflich, nett, zuvorkommend und geben sich unglaublich viel Mühe. Sie sagen aber auch, wenn was nicht geht. Ausnahme: Der berüchtigte, kaugummikauende Nachtdrache.

Ich denk mir noch so: „Watt will die überhaupt“, da kam die eine Schwester rein und meinte, dass Madam doch mal zum EKG gehen müsste. „Wo is datt denn?“ „Sie waren ja gestern beim Labor, das ist eine Tür daneben.“

Eben war die Küchenfee da und hat ganz sachlich die Dinge aufgenommen, die man so wünschte, die rennt durch die gesamte Station. OK; ich war heute frech, das Essen morgen liegt mir genau gar nicht – Graupensuppe oder Sauerbraten. Kann man mich komplett mit jagen. Entsprechen war ich auch nicht gut gelaunt. Auch wenn Fee nix dafür kann. *seufz* Aber nach Verständnis war mir grad nicht.

Aber die Nummer vom Koch hab ich jetzt *hrhrhrhrhr*

Und dann kam heute morgen Madams Schwester. Wie die drauf ist, erkennt ihr vielleicht an der Aussage: „Es macht ihnen doch nix aus, wenn ich mich wasche, während sie da sitzen?“ Und die Antwort: „Nö, machen sie ruhig weiter…“

-.-

OOOOOOOOOOOOOOOOOOOOMIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII!!!!!!

Veröffentlicht am 5. Oktober 2010, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 21 Kommentare.

  1. Guten Morgen!
    Ich habe leicht reden, ich weiß, aber bleibe im Denken immer positiv!
    Beisse die Zähne zusammen, lasse Dich noch mal sauberschnippeln und sieh zu, dass Du dann ganz schnell gesund wirst und da raus kommst.
    Hier sind inzwischen alle Daumen und Branten gedrückt, dass das mal endlich was wird bei Dir.

    Gruß
    S.

  2. Krankenhaus-Zimmernachbarn sind wie Familie: Man kann sie sich nicht aussuchen, nur in Demut ertragen. ^^

    Aber ich denke, wenn ich den Typen an meiner Technik erwischt hätte, hätte ich ihm ohne große Diskussion den Kopf abgebissen. Was ist das denn bitte für’n Benehmen? (Hm… Memo an mich selbst: Für die Uni den Laptop so einstellen, dass der Passwortschutz anspringt, sobald ich den Deckel zuklappe…)

  3. ich glaube, ich hätte Männe gar nicht erst gewarnt, sondern gleich das Messer gezückt.
    Ich flippe ja schon aus, wenn mein Freund sich ungefragt mein Handy schnappt, und dann ein Fremder an meinem PC?
    Naja, er wäre wenigstens bereits am richtigen Ort für die Folgen, wenn er sich nochmals mit Dir anlegt.

    • Die Intensivstation ist aber grad echt voll…. Und sehr fein: Gleich gibts Mittagessen und der Herr Ehemann hat sich grad wieder hier einquartiert. Und die Tochter haut auch nicht ab.

      Ich glaub, die Bombe tickt…das dauert nicht mehr lang bis zur Explosion….

      • Na ja, das Thema ist ja inzwischen erledigt- oder muss sie diese NAcht noch „ertragen“, die „Ärmste“? *fg*
        Aber an meinen Schleppi ungefragt fassen? MORD!! Langsam und tückisch! Da hilft dann auch die Technik auf der Intensiv nix mehr – nur noch Toms Kollegen… 😀

  4. Mein aufrichtiges Beileid! Als ich Anfang 2005 für 3 Wochen in der Klinik hatte, hatte ich so’ne ähnliche aufm (2-Bett-) Zimmer. Frauenstation.

    Madame (Lehrerin – muss ich noch mehr sagen?) mußte Schwangerschaft über liegen, und war schon seit Monaten da (kannte also jeden). Jeden Abend kam Männe vorbei. An meinem OP-Tag (ich war nachmittags operiert worden) hatte ich kurz nach dem Aufwachen aufm Zimmer meinen Mann rausgeschmissen, weil ich meine Ruhe wollte, und hab das später bitter bereut. Madame und ihr Männe nahmen keinerlei Rücksicht, ich wurde immer wieder aus dem Nach-OP-Dahindämmern aufgeschreckt, weil laut gelacht wurde oä.

    In den drei Wochen bin ich so gut wie nicht zur Ruhe oder zum Lesen gekommen. Wenn sie nicht Besucht hatte (von der Lautstärke her waren ihre Verwandten/Bekannten/Freunde alle schwerhörig) telefonierte sie, und abends ab 18 Uhr war ihr Typ da – stundenlang.

    Dann war damals gerade ein ziemlich strenger Winter mit -10° oder so. Madames Hormone spielten verrückt, so dass ihr ständig zu heiß war. Als ich am ersten Tag beim „Einrücken“ auf das Zimmer kam, waren da so ca 15°C (plus), ich hab erstmal die Fenster zu gemacht und Heizung aufgedreht, und bin hoch in die Kantine zum Essen gegangen. Kam wohl nicht gut an. 🙂

    Da ich etwas kälteempfindlich bin, und mit dem frischen Bauchschnitt eine Erkältung vermeiden wollte, achtete ich drauf, dass die Fenster ausserhalb des Lüftens zu sind. Und was macht die Alte? als sie eines nachts dachte, ich wäre eingeschlafen, ruft sie die Nachtschwester, ihr wäre so heiß, die möge bitte die Heizung runterdrehen und das Fenster aufmachen …

    Dir „gute Besserung“.

    LG, Christina

    • Mir kanns nicht kalt genug sein, ich versteh also die Nachbarin *g*
      Aber:
      Wenn ich mich wasche, möchte ich das von Besuchern unbehelligt tun können. Wenn ich esse, will ich keine Besucher haben, die hier 24-Stunden-Demnächsttotenbettwache betreiben.

      Und nein, ich habe wenig Verständnis dafür, wenn mir jemand vorjammert, dass er doch schon soooooooooooo lange im Krankenhaus wäre und das gar nicht mehr aushalten würde. Und dass ich sie doch bitte bedauern sollte. Mein Hinweis, dass ich die 4. Woche in *diesem* KH liege und vorher schon eine Woche in einem anderen wurde damit quittiert, dass man das nicht vergleichen könnte, ich hätte schließlich keine Familie. So.
      Und ab sofort ist Vorhang zu!!

      Aber grad das DAuergequatsche, bei dem man nicht pennen kann, dass ständige rumtelefonieren (Der Besucher!!!), die ständigen Versuche, doch an meinem „Indernett“ teilzuhaben („Könnense mal auffe Bildseite kucken, ob da was neues übern Kachelmann stehen tut?“ Nein, kann ich nicht, die Seite kommt mir nicht in Browser), das ständige Beschweren, dass ich denen nicht trauen würde, weil ich *jedesmal* den Laptop einschließe, wenn ich das Zimmer verlasse. Selbst wenns nur aufm Klo ist.

      Ich will Ommi wiederhaben. 😦

      • Das mit dem Waschen ist allerdings heftig – warum hast Du die Tuss nicht rausgeschmissen (die Schwester meine ich, nicht Madam)?

        Bei der Trombose-Spritze in den Oberschenkel warfen die Schwestern einmal meinen Mann raus (obwohl der zeitlich nur sehr eingeschränkt kommen konnte, weil dieses KH für uns nicht grad um die Ecke war). Ein andermal bei Trombose-Spritze durfte der Macker der Tuss jedoch drinbleiben …

  5. Nachtrag:

    Hat bei euch keine Schwesternschülerin grade praktische Prüfung?

    Wir waren damals als „Prüfzimmer“ ausgewählt worden, was ziemlich erheiternd war. Da kam dann nicht nur die Schwester, sondern der ganze Troß Prüfer jedesmal mit. Die Prüfling-in war nicht gerade die allerhellste Leuchte.

    Einmal an diesem Vormittag wollte ich kurz bevor wieder der ganze Troß anlatscht noch kurz aufs Klo.

    Die Raumaufteilung war so, dass die Kloschüssel im Bad gegenüber der Badezimmertüre war (rechterhand vom Klo waren dann Dusche und daneben Waschbecken), und gegenüber von der Klotüre, auf der anderen Seite des Krankenzimmers war die Fensterfront.

    Und was passiert? Der Troß kam etwas früher als gedacht. Jedenfalls hock ich grade ahnungslos aufm Klo, als die zu prüfende Leuchte ohne anzuklopfen die Türe zum Bad/Klo meilenweit aufreist. Am gegenüberliegenden Fenster standen grade sämtliche Prüfer nebeneinander, so dass ich denen vom Topf aus hätte zuwinken können …. 🙂

  6. Oh ja, sowas nervt. Die Geschichte vom Metzger hatte ich ja schon, auch wenn der an sich ja nett und für das, was sie ihm angetan hatten, recht gut drauf war. Aber _jeden_ Tag die Gefährtin und allen eigenen und Lebensabschnittskids mit viieel Zeit war dann doch etwas anstrengend.

    Du musst der Tuss einfach mal klar machen, wie schwer das OHNE Familie ist mit einem Loch im Bauch. Vom bösen Onkel verstoßen, Mutter und Vater schwerkrank, niemand kümmert sich so recht um einen. Und wenn man das Ganze dann irgendwann überlebt hat, warten Phantastillionen missgünstiger Lehrer und aufmerksamkeitsdefizitärer sadistischer Schüler auf einen, die nur eines wollen: Dich endgültig ins Grab bringen.
    DAS ist ein schweres Los, Madam! Wie gern hättest Du doch auch so ein treusorgenendes Ehegesponst und so vorbildliche Nachkommen, aber das hatte ja nicht sollen sein, schnüff.

    Und wenn sie dann heulend Dich bedauern, sag ihnen wie leid es Dir tut, dass ausgerechnet jetzt wegen der ganzen Aufregung, die ihre gewiss tottraurige Geschichte bei Dir verursacht hat, sich ein unerklärlicher aber dafür umso unerträglicherer Kopfschmerz eingestellt hat, der sich nur und ausschließlich in absoluter Stille und Einsamkeit kurieren lässt, aber dafür Gott sei Dank nur 4 mal täglich vorkommt.

    • hihihi…
      Nicht, dass die dann Tantchen so richtig betütteln wollten… so mit anfassen, vollbrabbeln, anrufen und beste Bild-Schlagzeilen-zeigen… Und sich dann wundern, wenn Tantchen Amok läuft…

      • Worauf sich das Problem ja dann ohne Umweg über die Intensivstation erledigt hätte.

        Hm, allerdings hätte Tantchen dann evtl. ein anderes langfristig stationäres Problem, also sicher nicht die eleganteste Lösung.

  7. Tantchen sie froh!
    Ich habe eine enge Verwandte, die noch deutlich schlimmer ist, wenn sie im KH ist. Zur Zeit ist sie „nur“ im Pflegeheim, benimmt sich da aber auch nicht besser.
    Du bist die Tusse irgendwann wieder los. Ich werde meine enge Verwandte erst los, wenn die …. .
    Du weißt schon. 😉

  8. Besuchszeiten hatten doch manchmal einen Sinn 8)

  9. Herzliches Beileid! Als Sartre schrieb: „Die Hölle, das sind die Anderen“, lag er wahrscheinlich auch in einem 2-Bettzimmer.
    Zwei Anregungen hätte ich.
    Wenn ich in lärmiger Umgebung lesen will, stopf ich mir Ohrhörer rein und mache Hardrock an. Dabei kann ich prima lesen.
    Wenn die Typen wieder nerven, in einen virtuellen Tiefschlaf fallen. Dann im Schlaf reden. Laut. Irgendwas gefährlich klingendes wie „Nein, ich hab ihn nicht gefoltert. Ich hab ihm doch nur einen Finger gebrochen“ oder so 🙂

    Falls Du irgendwie zum Lesen kommst, kann ich Dir
    http://www.amazon.de/Fundamentalisten-diskutiert-ohne-Verstand-verlieren/dp/3406583784/ref=sr_1_1/278-8864399-4140363?ie=UTF8&s=books&qid=1286286357&sr=8-1
    empfehlen.

  10. Ich bin verwirrt. Normalerweise kann man doch auch Krankenhaus-Klos von innen zuschließen?! Und: Windowstaste+L sperrt den Rechner… gibt’s bestimmt auch bei Mac/Linux/whatever du benutzt. Nicht, dass das Verhalten nicht dennoch dreist wäre, müssen wir nicht drüber reden. Mich wundert nur dass die so leicht die Möglichkeit haben sich so zu verhalten?

  11. Also in den KH, in denen ich tätig war, haben wir die Besucher rausgeschmissen, wenn sich einer der Mitpatienten beschwert hat!
    Oder zumindest haben wir dafür gesorgt, dass Ruhe herrscht.

    Zum Thema Notebook: Windows+L und ’n Kensington-Lock – fertich is‘ die Laube! Kann dir eines vorbeibringen wenn willst du 😉

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