Nicht lustig


*gähn* also mal so unter uns: Krankenhäuser sind vor allem eins: Langweilig. Wird mal Zeit, dass ich die Langeweile morgen durch einen gepflegten Patientenaufstand unterbrechen tu.

Seit nunmehr 3 1/2 Wochen versuchen die permanent, den Abszess jetzt konventionell heilen zu lassen und ich hab einfach die Schnauze voll. Kein Heilungsfortschritt zu sehen, der Gestank ist erbärmlich und der andere Doc, der hier rumläuft, will schon seit 1 Woche operieren, weil er das nämlich genauso sieht.

Ich hab ein bisschen gebraucht, bin aber inzwischen seiner Meinung: Da muss Platz gemacht werden, damit die Pumpe ne Chance hat – so ist die nur Dekoration. Das werde ich dann morgen mal dem 2. Doc erzählen. Der versucht nämlich wirklich alles, um mir die OP zu ersparen. Nur: Will ich gar nicht mehr. Hätte man mir das mal einmal genau erklärt, hätte ich gleich gesagt, dass die den Quatsch lassen sollen.

Ansonsten: Meine Bettnachbarin zitiert immer noch den Ehemann ran. Ist heute operiert worden und dem Geschrei nach zu urteilen, tut eine Schlüsselloch-OP doch ein wenig weh. Meine Herren, macht die einen Radau. Trotz Schmerzmittel schreit die die ganze Station zusammen.

Natalja ruft jeden (!) Tag hier an und fragt, wie es mir geht. Chemo beginnt bei ihr nächste Woche. Ich könnt die Omi knuddeln, echt mal. Am Wochenende hat sie ihre Tochter mit selbstgebackenem russischen Gebäck rumgeschickt, man kann mich ja nicht so mit der Küche hier alleine lassen. Sie selbst konnte nicht kommen, war zu müde. 😦

Mein Vater hat beschlossen, dass es doch doof ist, mich hier alleine zu lassen und ist 2 Etagen über mir eingezogen und belegt dort ein Bettchen. Hab ich einen Grund, ein paar Schritte zu machen 😉

Meine Mutter hat dickste Grippe, aber ganz Heldin, will sie nicht zum Arzt, weil wir sie ja brauchen. Gab ein nettes Streitgespräch, als ich ihr mal klarmachte, dass ein Etagenwechsel von Bronchitis zu Lungenentzündung jetzt nicht grad hilfreich wäre. ARZT GEHEN. HINLEGEN. GESUND WERDEN.

Jojo, würde sie alles machen. Morgen hätte sie Termin beim Doc und heute würde sie nur noch die Garage in der alten Wohnung fegen. Kopf => Tisch. Hab das dann Väterchen überlassen, der hat ihr den Kopf zurechtgerückt. Sie will mich ja immer noch besuchen und ist ganz geknickt, wenn ich ihr sage: Nein danke, ich brauch deine Viren nicht.

Und auf den Spruch „ich bin deine Mutter, ich stecke dich nicht an“ kann ich grad gar nicht. Die Schwestern hier übrigens auch nicht. Wenn eine nen Grippeanflug hat, kommt die nicht in mein Zimmer. Grippe ist grad ein No-Go.

Ansonsten die üblichen Katastrophen. Und, achja: Der Schreck zur späten Abendstunde.

Ich schnorchelte so fröhlich vor mich hin und schlief den SChlaf der nicht ausgelasteten. Bis ich auf einmal wach wurde – so seltsames Gefühl.

Stand eine Omi vor meinem Bett und starrte mich nur an. ja HEIDEWITZKA Herr Kapitän, es gibt schon nette Schrecksekunden. *seufz*

Und jetzt geh ich Nickerchen machen. Und hoff drauf, dass die heute noch die Paracetamol finden….

Veröffentlicht am 6. Oktober 2010, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Verzeih, Tantchen, aber für uns ist es gar nicht langweilig. So hast Du schön Zeit, uns mit Deinen Super-Texten zu unterhalten.
    Ich bin froh, hast Du trotz allem Deinen Humor nicht verloren und so wünsche ich Dir und Deinen Eltern von Herzen gute Besserung!

  2. Schlüsselloch-OP? Welches ihrer Schlüssellöcher wurde denn operiert?
    Nicht dass da Türchen zu Kämmerchen verschlossen wurden, die das Mäuschen noch gebraucht hätte?
    Oder noch schlimmer: vielleicht wurden da Türchen ausgebaut, die ihre Umwelt gerne da drin belassen gesehen hätte??
    Gruß ans Ömmchen, sie soll sich nicht unterkriegen lassen!
    Und Dir alles Gute in Deinem 1-Sterne Hotel. 😉

    S.

Hinterlasse eine Antwort zu Tanja Antwort abbrechen