Gehts dem Esel zu gut…


*seufz*

Kaum sind alle wieder hier in Reih und Glied und einigermaßen auf dem Damm (Schwesterchen kann zumindest einige Schritte ohne Krücken laufen, Väterchen kommt nächste Woche heim und ich halt.. wissts ja *g*), drehen die anderweitig durch.

Echt – haben die alle keine Probleme? Muss man sich da noch welche machen?

Aktuell Schwesterchen und Mutter. Eh schon ziemlich gestörtes Verhältnis, legt Schwesterchen diesmal kräftig nach.

Meine Eltern haben sich nen Ofen angeschafft. Holz vorher schon gesammelt und aufgestapelt, damit man für den Winter ausgesorgt hat. Gelagert wurde das im Schrebergarten, wo Schwesterchen und Schwager ursprünglich mit verantwortlich waren, das aber dann aufgegeben haben und nunmehr Mutti und Vati alleine gehört. Meine Eltern haben sich ausbedungen, dass zwar jederzeit jeder in den Garten kann – aber sie wollens vorher wissen. Was ich auch für absolut gerechtfertigt halte.

Tjo – und gestern hats dann mal wieder geknallt. Meine Mutter hat so ein paar Uralteisenwannen, wo sie im Frühjahr immer wieder Blumen drin pflanzt. Für den Winter hat sie sie umgedreht hingelegt. Und Nichte fands toll, mit einem dicken Stock da draufzuprügeln und Krach zu machen. Ist ja in Ordnung, sie ist Kind – aber da ist dann Muttern gefragt, um sie zu zügeln. Die hat da die komplette Nachbarschaft beschallt und Schluß war erst, als die sich beschwert hatten, woraufhin meine Schwester wohl einen Tobsuchtsanfall ob der kinderfeindlichen Idioten bekam, die da wohnen. *augenrollen*

Und gesehen wurden sie, wie sie das Holz, das meine Eltern mühsam gesammelt haben (immer mal wieder geguckt, Hänger geholt und dann abgeholt und aufgestapelt), im Ofen verbrannt haben. Mein Schwager findet Feuer so toll und meine Schwester sieht es dann offensichtlich als ihre Pflicht an, den Ofen zu befeuern, damit er ruhig ist. ER wiederum musste ja unbedingt die Gehwege draußen vom Laub befreien, weil das ja so grässlich aussieht und was denn die Leute denken.

Und so haben die mal eben an einem Tag die Hälfte des Holzvorrats verballert – für nix und wieder nix. Einfach, weil Feuer so schön ist. Und das so toll ist, wenn das brennt. Und zwar heftig verballert, das Feuer hat noch hoch gebrannt, da wurde schon der nächste Klotz reingeschobe, damits noch lustiger brennt. Verbrannt wurden natürlich nur die dicken Klötze, nicht die kleinen Bretter, die brennen ja nicht so schön.

Mein Schwager hat ne Diagnose, wie das so schön heißt: Schizophrenie. Der ist in Intervallen immer *sehr* sehr seltsam und imho dann auch gefährlich. Und meine Schwester bleibt nicht nur bei ihm, sie deckt ihn auch mit allem. Die verschriebenen Psychopharmaka setzt er nach kurzer Zeit (wenns ihn mal wieder in die Psychiatrie verschlagen hat) wieder ab. Eigenständig. Abrupt. Ohne die Ärzte zu informieren. Weil sich die nicht mit Alkohol (sic) vertragen.

Nur – dafür dann das Holz anderer Leute zu verfeuern, geht mal gar nicht. Schon gar nicht in einem fremden Garten. Denn nach ihrem Rückzug ist das ein fremder Garten für sie.

Ich gestehe, ich ziehe gerade einige Schlüsse, was das Innenverhältnis von Schwester und Schwager angeht. Und ich sehe, wie die Kleine sich benimmt. Und das Gesamtbild ergibt kein gutes.

Soll ich mal in die Kristallkugel gucken?

Er vermöbelt sie. Regelmäßig. Ich hab sie mehrfach mit blauen Flecken gesehen, die nur von Schlägen herrühren können (das letzte war ein blaues Gesicht, wo angeblich die Kleine mit dem Kopf gegengeknallt ist. Dafür sah das aber schwer nach Handabdruck aus).

Wenn er seine Schübe bekommt (und er torkelt grad wieder radikal auf den nächsten zu) ist er Suizidgefährdet. Ich persönlich hoffe ja allmählich, dass er es einfach mal TUT. Dann wär ruhe im Karton. Aber bislang warens nur so Sachen wie den Kellerboden mit Karton auslegen, die Pulsadern quer aufschneiden und auf Hilfe warten.

Ja, ich weiß, er ist ne arme Sau. Aber er will keine Hilfe. Die Mutter, die ihn in die Arme der Missbraucher geschoben hat (kein Witz, sie wollte nicht mit ihm schlafen und hat ihm den Sohn gegeben!!), wird von ihm vergöttert und er tut alles, damit sie ihm sagt, dass er ein guter Sohn ist. Erschlagen sollte er das dumme Weib. Mit dem Inhalt von einem Katzenklo. Aber so? Zumal sie meine Schwester auch behandelt wie den letzten Dreck.

Von daher ist mir meine Schwester näher als der Kerl, der sie vermöbelt und schlecht behandelt. Von mir aus kann er verrecken, ich will den nicht mehr um mich haben. Nur – wie mach ich das Schwesterchen klar?

Ich fürchte, ich muss auf die nächste Einweisung in die Klinik warten und dann mal mit ihr Tacheles reden. So hat er nämlich zu sehr den Daumen auf ihr drauf und sie ist keine Minute alleine, so dass man mal in Ruhe quasseln kann.

Mal sehen, ob ich das irgendwie gedeichselt bekomm.

Aber echt mal – kaum ist man auf dem aufsteigenden Ast, kommt die nächste Katastrophe. Und meine Riesenangst ist ja, dass er in seinem Wahn meint, ohne ihn kommt die Familie nicht zurecht und der Suizid wird ein „erweiterter“.

Schwesterchen meint natürlich, dass er das nie im Leben tun würde. Ich sehe das anders. Der Mann ist brandgefährlich, wenn der einen Schub hat. Hier ist leider ein Opfer zum Täter geworden 😦

Veröffentlicht am 8. November 2010, in alltägliche Katastrophen, Familienbande. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 15 Kommentare.

  1. Coabhängigkeit, passiert leider viel zu oft und schadet in der Regel allen Beteiligten.

    • Ich fürchte auch. Nur – das hilft nix. Die Kleine wächst da in einer Situation auf, die sehr ungesund ist.

      Ich hoffe, dass es bald rum ist.

      • Nein, das hilft in der Tat nix.
        Aber da gilt wie für die meisten Geschichten in dieser Richtung (Süchte, Zwänge, Abhängigkeiten):
        Man muss die Störung/Krankheit als solche akzeptieren, muss aber keineswegs die Handlungen der Betroffenen akzeptieren. Das heißt nicht, demjenigen ständig zu erzählen, was man meint für eine Diagnose gestellt zu haben, die ahnt er meistens bereits selbst, will sie aber nicht wahrhaben, sondern einfach sich mit konkreten Handlungen/Folgen nicht einverstanden zu erklären und entsprechend konsequent zu handeln, was nicht unbedingt einfach ist. Dabei wäre für mich im Falle, dass Gefahr im Verzug ist, natürlich auch das Jugendamt eine Option.

  2. Solange deine Schwester das nicht selbst sieht, kannst du dir den Mund fusslig reden.
    Sie muss erst selbst verstehen in was für einer Situation sie ist bevor du da was ausrichten kannst, oder meinst du sie weiss es insgeheim, aber traut sich nicht?

    Falls Katzentoiletteninhalt gebraucht wird zum erschlagen, ich kann da Premium-Zeug liefern.

    • Die hat keine Traute mehr. Sehr offensichtlich.
      Szenerie, die ich beobachten „durfte“:

      Er (offensichtlich pissig): „Sag mal, hast du die Kacheln über dem Herd nicht abgewischt, als du gekocht hast?“

      Reguläre Antwort, die von MIR gekommen wäre: „Hmne, hab ich vergessen. Aber wenns dir nicht passt, du weißt ja wo die Lappen liegen.“

      Sie (SEHR offensichtlich ängstlich): „Oh, Schatz, tut mir leid, hab ich vergessen. Entschuldige bitte, kommt nicht wieder vor, ich mach das gleich weg. Verzeih mir, das hab ich einfach vergessen.“

      Er (großmütig): „Hachja, kann ja passieren.“

      Sie (dankbar): „Danke Schatz, ich mach sofort.“

      Es ist schwer, dabei noch ruhig zu bleiben. Hat auch nicht wirklich noch viel gefehlt, und ich wär sehr laut geworden.

      • Auch wenn’s für dein Lesterschwein hart ist, da kann man aber für die Lütte keine Ausnahme machen – sach mal dem Jugendamt Bescheid. Allerdings kann es sein, dass da gar nix passiert – is’n Erfahrungswert!

        BTW: Meine Frau hätte gesagt: „Wenn’s dir zu schmutzig ist, dann wisch es doch ab!“ 😉

      • Ich wär da auch laut geworden, aber: es kann gut sein, dass der Typ deine Schwester so manipuliert hat, dass sie glaubt mit dem auch noch einen guten Fang gemacht zu haben. Ich hab soetwas schon öfters mitbekommen und das ist ganz ganz schwierig die Betroffenen da raus zu kriegen, weil die regelmäßig so kleingeredet werden, dass die denken diese Haustyrannen hätten recht. Taste dich da mal ran und finde raus was Sache ist, aber vorsichtig. Wenn deine Schwester komplett von ihm beeinflusst wird, dann kannst du mir einer egal wie gut gemeinten Konfrontation eventuell mehr Schaden anrichten als dass es dir oder ihr hilft.

  3. Wie du richtig sagst: Kaum geht’s dir besser…
    Wenn aber deine Schwester so abhängig von ihm ist – fraglich, ob sie sich von Tacheles beeindrucken lässt – oder sich nicht sogar von dir zurückzieht.
    Leider schaffen Menschen wie deine Schwester erst den Absprung, wenn der LEidensdruck groß genug ist… 😦

  4. Das Kind tut mir leid, denn sowas geht an einem Kind nicht spurlos vorbei. Aber ich weiß aus Erfahrung, dass man an solche Frauen nicht ran kommt. Die reden sich ihr Leben schön, meinen, sie hätten es nicht besser verdient und haben tödliche Angst vor Veränderungen. Schlimm, dass solche Männer nicht nur sich kaputt machen, sondern auch die ganze Familie…

  5. Beängstigend ist, daß das Kind über kurz oder lang mit Verhaltens-Auffälligkeiten auch auf dieser Schiene des „Familien-Erbes“ landet. Ich bin mir fast sicher, daß sich das wie ein roter Faden durch die Verwandtschaft deines Schwagers zieht…
    Erschreckend ist auch, daß solche „Psychos“ immer (Ehe-)Partner finden, die sich bereitwillig unterordnen, drangsalieren bzw. physisch und psychisch mißhandeln lassen. Schwache Menschen finden wie Trüffelschweine immer noch schwächere Menschen.
    Isso.

    Als Außenstehender (wenn auch „nah“ miteinander verwandt) ist man da sehr hilflos. Einmischen verschlimmert teilweise die Lage. Und unsere Behörden sind oft genug ebenso machtlos. Jungendämter schreiten erst bei augenfälliger Verwahrlosung oder sichtbarer Mißhandlung ein (weil ein mieses Elternhaus ja immer noch besser ist als gar keins!).
    Was die notwendige psychologische oder psychiatrische Hilfe sowohl für deinen Schwager als auch deine Schwester angeht – – – du wirst es aussitzen müssen. Entweder gibt es irgendwann wirklich einen fast-Mord-und-Totschlag, dann wird der Herr vielleicht für lange Zeit mit bunten Pillen gefüttert und weggesperrt. Ansonsten gibt es keine behördliche/staatliche Handhabe. „Hilfe“ dieser Art müssen die Betroffenen selbst wollen.

  6. Wenn du willst, daß deine Schwester irgendwann merkt, was da läuft – halt bloß die Klappe! Je mehr man einem Menschen sagt, daß seine Lebensgrundentscheidung falsch war, um so mehr verbeißt er sich darin!
    Du kannst nur beobachten, und wenn irgendwann mal das Kind einen winzigen Kratzer hat, das Jugendamt informieren. Und versuchen, so gut für deine Schwester dazusein, wie’s eben geht.

  7. Erschreckend ist auch, daß solche “Psychos” immer (Ehe-)Partner finden, die sich bereitwillig unterordnen, drangsalieren bzw. physisch und psychisch mißhandeln lassen.

    Diesen Satz kann und will ich so nicht hier stehen lassen. Emotionaler Missbrauch hat nichts mit Schwaeche oder bereitwilligen Unterordnen zu tun. Die Tricks solcher Mindfucker sind schwer erkennbar. Man rutscht langsam und stetig hinein. Emotionaler Missbrauch geht ueber Jahre und viele schaffen einen Ausbruch aus solch einer Beziehung nie, auch wenn sie wissen, dass die Beziehung in Wirklichkeit keine Beziehung mehr ist. Blaue Flecken vergehen, Knochenbrueche heilen, Wunden eines seelischen Missbrauchs heilen nie. Ein sehr guter Text, der die Tricks der Taeter aufzeigt, findet man hier: http://www.re-empowerment.de/include.php?path=content/content.php&contentid=33

    Ich habe nach 25 Jahren den Absprung aus solch einer Beziehung gewagt. Geschafft habe ich diesen Absprung noch lange nicht. Ich bin mittlerweile geschieden aber dennoch versucht mein Ex wieder und wieder Macht ueber mich auszuueben. Dies ist ihm bisher nicht wieder gelungen, aber seine Attacken kosten mich Kraft. Sehr viel Kraft, die ich lieber anders einzetzen wuerde….

    Tante Jay, auch wenn du mit deiner Schwester redest, auch wenn sie ihre Situation realistisch einschaetzen wuerde – der erste Schritt muss von ihr ausgehen. Und wenn sie ihren Mann, so wie du es beschreibst, immer noch in Schutz nimmt, dann ist sie von diesem ersten Schritt noch sehr weit entfernt. Irgendwann wird aber der Punkt kommen, wo der erste Schritt fast von allein geht. Ich hoffe nur, dass dies recht bald geschieht, und dass dann ein festes soziales Netz besteht, dass deine Schwester dann auffaengt.

    • Einspruch aktzeptiert!
      Ich war selber viel zu lange in dieser immer enger werdenden Spirale gefangen. Und es war ein sehr, sehr schwerer -und auch langer- Weg des Erkennens damit verbunden. Ich habe mich selbst „befreit“, weil ich mich unter Aufbietung letzter physischer und auch psychischer Kräfte wehrte.

      Gegen den Willen meines Ex-Mannes fing ich wieder an zu arbeiten (nach viel zu langer „Familienzeit“ leider ein absolut mies bezahlter Job). Ich reaktivierte meine sozialen Kontakte (Familie, alte Freunde), die in den vielen gemeinsamen Ehejahren von ihm sehr erfolgreich vergrault worden waren.
      Sämtliche Erfahrungen ausführlich zu beschreiben, würde die Kommentarfunktion in Tantchens Blog sprengen.

      Trotzdem muß ich mir im Nachhinein eingestehen, daß ich wider besseren Wissens schlicht und einfach zu oft geduldet, aus Loyalität zu häufig geschwiegen habe. Der Link in deinem Kommentar liest sich über weite Strecken wie meine eigene Vergangenheit.
      Und ja – irgendwann wird diese Situation für einen selbst so „normal“, daß man gar nicht mehr realisiert, wie eng und eingeschränkt das eigene Leben gemacht wird.

      Wie gesagt – der Weg war lang und auch schwer. Aber heute geht es mir -physisch UND psychisch- besser denn je.
      Nur eine Eigenschaft, die habe ich noch immer nicht wiederfinden können: Vertrauen.

  8. Ach du Sch…..! Habt ihr nicht noch einen Rest E605 im Gartenschuppen?
    Damit würde ich dem Schwager einen feinen Cocktail mixen….
    Lg sweetkoffie

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Gehts dem Esel zu gut…


*seufz*

Kaum sind alle wieder hier in Reih und Glied und einigermaßen auf dem Damm (Schwesterchen kann zumindest einige Schritte ohne Krücken laufen, Väterchen kommt nächste Woche heim und ich halt.. wissts ja *g*), drehen die anderweitig durch.

Echt – haben die alle keine Probleme? Muss man sich da noch welche machen? Lies den Rest dieses Beitrags

Veröffentlicht am 8. November 2010, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 15 Kommentare.

  1. Coabhängigkeit, passiert leider viel zu oft und schadet in der Regel allen Beteiligten.

    • Ich fürchte auch. Nur – das hilft nix. Die Kleine wächst da in einer Situation auf, die sehr ungesund ist.

      Ich hoffe, dass es bald rum ist.

      • Nein, das hilft in der Tat nix.
        Aber da gilt wie für die meisten Geschichten in dieser Richtung (Süchte, Zwänge, Abhängigkeiten):
        Man muss die Störung/Krankheit als solche akzeptieren, muss aber keineswegs die Handlungen der Betroffenen akzeptieren. Das heißt nicht, demjenigen ständig zu erzählen, was man meint für eine Diagnose gestellt zu haben, die ahnt er meistens bereits selbst, will sie aber nicht wahrhaben, sondern einfach sich mit konkreten Handlungen/Folgen nicht einverstanden zu erklären und entsprechend konsequent zu handeln, was nicht unbedingt einfach ist. Dabei wäre für mich im Falle, dass Gefahr im Verzug ist, natürlich auch das Jugendamt eine Option.

  2. Solange deine Schwester das nicht selbst sieht, kannst du dir den Mund fusslig reden.
    Sie muss erst selbst verstehen in was für einer Situation sie ist bevor du da was ausrichten kannst, oder meinst du sie weiss es insgeheim, aber traut sich nicht?

    Falls Katzentoiletteninhalt gebraucht wird zum erschlagen, ich kann da Premium-Zeug liefern.

    • Die hat keine Traute mehr. Sehr offensichtlich.
      Szenerie, die ich beobachten „durfte“:

      Er (offensichtlich pissig): „Sag mal, hast du die Kacheln über dem Herd nicht abgewischt, als du gekocht hast?“

      Reguläre Antwort, die von MIR gekommen wäre: „Hmne, hab ich vergessen. Aber wenns dir nicht passt, du weißt ja wo die Lappen liegen.“

      Sie (SEHR offensichtlich ängstlich): „Oh, Schatz, tut mir leid, hab ich vergessen. Entschuldige bitte, kommt nicht wieder vor, ich mach das gleich weg. Verzeih mir, das hab ich einfach vergessen.“

      Er (großmütig): „Hachja, kann ja passieren.“

      Sie (dankbar): „Danke Schatz, ich mach sofort.“

      Es ist schwer, dabei noch ruhig zu bleiben. Hat auch nicht wirklich noch viel gefehlt, und ich wär sehr laut geworden.

      • Auch wenn’s für dein Lesterschwein hart ist, da kann man aber für die Lütte keine Ausnahme machen – sach mal dem Jugendamt Bescheid. Allerdings kann es sein, dass da gar nix passiert – is’n Erfahrungswert!

        BTW: Meine Frau hätte gesagt: „Wenn’s dir zu schmutzig ist, dann wisch es doch ab!“ 😉

      • Ich wär da auch laut geworden, aber: es kann gut sein, dass der Typ deine Schwester so manipuliert hat, dass sie glaubt mit dem auch noch einen guten Fang gemacht zu haben. Ich hab soetwas schon öfters mitbekommen und das ist ganz ganz schwierig die Betroffenen da raus zu kriegen, weil die regelmäßig so kleingeredet werden, dass die denken diese Haustyrannen hätten recht. Taste dich da mal ran und finde raus was Sache ist, aber vorsichtig. Wenn deine Schwester komplett von ihm beeinflusst wird, dann kannst du mir einer egal wie gut gemeinten Konfrontation eventuell mehr Schaden anrichten als dass es dir oder ihr hilft.

  3. Wie du richtig sagst: Kaum geht’s dir besser…
    Wenn aber deine Schwester so abhängig von ihm ist – fraglich, ob sie sich von Tacheles beeindrucken lässt – oder sich nicht sogar von dir zurückzieht.
    Leider schaffen Menschen wie deine Schwester erst den Absprung, wenn der LEidensdruck groß genug ist… 😦

  4. Das Kind tut mir leid, denn sowas geht an einem Kind nicht spurlos vorbei. Aber ich weiß aus Erfahrung, dass man an solche Frauen nicht ran kommt. Die reden sich ihr Leben schön, meinen, sie hätten es nicht besser verdient und haben tödliche Angst vor Veränderungen. Schlimm, dass solche Männer nicht nur sich kaputt machen, sondern auch die ganze Familie…

  5. Beängstigend ist, daß das Kind über kurz oder lang mit Verhaltens-Auffälligkeiten auch auf dieser Schiene des „Familien-Erbes“ landet. Ich bin mir fast sicher, daß sich das wie ein roter Faden durch die Verwandtschaft deines Schwagers zieht…
    Erschreckend ist auch, daß solche „Psychos“ immer (Ehe-)Partner finden, die sich bereitwillig unterordnen, drangsalieren bzw. physisch und psychisch mißhandeln lassen. Schwache Menschen finden wie Trüffelschweine immer noch schwächere Menschen.
    Isso.

    Als Außenstehender (wenn auch „nah“ miteinander verwandt) ist man da sehr hilflos. Einmischen verschlimmert teilweise die Lage. Und unsere Behörden sind oft genug ebenso machtlos. Jungendämter schreiten erst bei augenfälliger Verwahrlosung oder sichtbarer Mißhandlung ein (weil ein mieses Elternhaus ja immer noch besser ist als gar keins!).
    Was die notwendige psychologische oder psychiatrische Hilfe sowohl für deinen Schwager als auch deine Schwester angeht – – – du wirst es aussitzen müssen. Entweder gibt es irgendwann wirklich einen fast-Mord-und-Totschlag, dann wird der Herr vielleicht für lange Zeit mit bunten Pillen gefüttert und weggesperrt. Ansonsten gibt es keine behördliche/staatliche Handhabe. „Hilfe“ dieser Art müssen die Betroffenen selbst wollen.

  6. Wenn du willst, daß deine Schwester irgendwann merkt, was da läuft – halt bloß die Klappe! Je mehr man einem Menschen sagt, daß seine Lebensgrundentscheidung falsch war, um so mehr verbeißt er sich darin!
    Du kannst nur beobachten, und wenn irgendwann mal das Kind einen winzigen Kratzer hat, das Jugendamt informieren. Und versuchen, so gut für deine Schwester dazusein, wie’s eben geht.

  7. Erschreckend ist auch, daß solche “Psychos” immer (Ehe-)Partner finden, die sich bereitwillig unterordnen, drangsalieren bzw. physisch und psychisch mißhandeln lassen.

    Diesen Satz kann und will ich so nicht hier stehen lassen. Emotionaler Missbrauch hat nichts mit Schwaeche oder bereitwilligen Unterordnen zu tun. Die Tricks solcher Mindfucker sind schwer erkennbar. Man rutscht langsam und stetig hinein. Emotionaler Missbrauch geht ueber Jahre und viele schaffen einen Ausbruch aus solch einer Beziehung nie, auch wenn sie wissen, dass die Beziehung in Wirklichkeit keine Beziehung mehr ist. Blaue Flecken vergehen, Knochenbrueche heilen, Wunden eines seelischen Missbrauchs heilen nie. Ein sehr guter Text, der die Tricks der Taeter aufzeigt, findet man hier: http://www.re-empowerment.de/include.php?path=content/content.php&contentid=33

    Ich habe nach 25 Jahren den Absprung aus solch einer Beziehung gewagt. Geschafft habe ich diesen Absprung noch lange nicht. Ich bin mittlerweile geschieden aber dennoch versucht mein Ex wieder und wieder Macht ueber mich auszuueben. Dies ist ihm bisher nicht wieder gelungen, aber seine Attacken kosten mich Kraft. Sehr viel Kraft, die ich lieber anders einzetzen wuerde….

    Tante Jay, auch wenn du mit deiner Schwester redest, auch wenn sie ihre Situation realistisch einschaetzen wuerde – der erste Schritt muss von ihr ausgehen. Und wenn sie ihren Mann, so wie du es beschreibst, immer noch in Schutz nimmt, dann ist sie von diesem ersten Schritt noch sehr weit entfernt. Irgendwann wird aber der Punkt kommen, wo der erste Schritt fast von allein geht. Ich hoffe nur, dass dies recht bald geschieht, und dass dann ein festes soziales Netz besteht, dass deine Schwester dann auffaengt.

    • Einspruch aktzeptiert!
      Ich war selber viel zu lange in dieser immer enger werdenden Spirale gefangen. Und es war ein sehr, sehr schwerer -und auch langer- Weg des Erkennens damit verbunden. Ich habe mich selbst „befreit“, weil ich mich unter Aufbietung letzter physischer und auch psychischer Kräfte wehrte.

      Gegen den Willen meines Ex-Mannes fing ich wieder an zu arbeiten (nach viel zu langer „Familienzeit“ leider ein absolut mies bezahlter Job). Ich reaktivierte meine sozialen Kontakte (Familie, alte Freunde), die in den vielen gemeinsamen Ehejahren von ihm sehr erfolgreich vergrault worden waren.
      Sämtliche Erfahrungen ausführlich zu beschreiben, würde die Kommentarfunktion in Tantchens Blog sprengen.

      Trotzdem muß ich mir im Nachhinein eingestehen, daß ich wider besseren Wissens schlicht und einfach zu oft geduldet, aus Loyalität zu häufig geschwiegen habe. Der Link in deinem Kommentar liest sich über weite Strecken wie meine eigene Vergangenheit.
      Und ja – irgendwann wird diese Situation für einen selbst so „normal“, daß man gar nicht mehr realisiert, wie eng und eingeschränkt das eigene Leben gemacht wird.

      Wie gesagt – der Weg war lang und auch schwer. Aber heute geht es mir -physisch UND psychisch- besser denn je.
      Nur eine Eigenschaft, die habe ich noch immer nicht wiederfinden können: Vertrauen.

  8. Ach du Sch…..! Habt ihr nicht noch einen Rest E605 im Gartenschuppen?
    Damit würde ich dem Schwager einen feinen Cocktail mixen….
    Lg sweetkoffie

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