Popcoooorn!


Na, wer amüsiert sich noch alles über die wutspuckenden Reaktionen der Politiker, die vor diesem großen Scherbenhaufen namens Wikileaks stehen? 🙂

Neben den Offensichtlichkeiten wie Angela „Teflon“ Merkel, und dass unser Außenminister a) unfähig und b) ne Zicke ist, erstaunt jedoch, wie klar die Amerikaner die Leute einschätzen können. Sehr fein in dem Zusammenhang finde ich übrigens auch, dass die Taktik der arabischen Länder, die Amerikaner zum Einmarsch in den Iran zu drängen, während man vordergründig Schulterschluß mit dem Iran übt, mal so richtig aufgeflogen ist. Verlogenes Pack.Btw.: Julian Assange sollte heute morgen verhaftet werden, der Verhaftung in Großbritannien ist er nur entgangen, weil der Haftbefehl falsch ist. Es gibt sie also wieder, die politischen Gefangenen.

Und nein, ich halte dieses Datenleck nicht für ein Verbrechen. Die Amerikaner haben den Sturm geerntet, den sie mit ihrer ungebremsten Datensammelwut gesät haben. Und es ist recht wichtig, dass das Regieren mit solchen Veröffentlichungen schwerer wird. Dass die Leute sich eben NICHT darauf verlassen können, dass solche Sachen auch geheim bleiben. Denn auch das ist ein Zeichen von wehrhafter Demokratie: Im verborgenen blühen die Intrigen, wie man ja auch sehr schön sehen konnte.

Wir brauchen diese Art von Veröffentlichungen sehr nötig. Und ich persönlich finde die unterschiedlichen Reaktionen hochinteressant.

Die CSU spuckt Gift und Galle, Seehofer wurde als unberechenbarer Dorfchef klassifiziert. Das geht natürlich nicht. Die FDP, die nu wirklich fies gebeutelt wurde (Chef unfähig und dann noch Verräter in den eigenen Reihen… die haben sich das Wort Verräterpartei mal so richtig verdient *g*) versucht den Ball sehr flach zu halten. Westerwelle glaubt das nicht so.

Alles in allem: Sehr gut gelungen. Der Scherbenhaufen und der diplomatische Schaden ist immens. Aber eins sollte man doch bitte im Hinterkopf behalten:

Wikileaks hätte diese Depeschen nicht veröffentlichen können, wenn sie nicht existiert hätten. Die Quelle des Übels ist nicht Wikileaks, sondern schlicht und ergreifend der Urheber. Das sollten sich auch mal ein paar Möchtegernjournalisten hier anziehen. Die sind doch alle schon viel zu gleichgeschaltet. Und ja, ich habe diesen Begriff sehr bewusst genommen.

Für die nächste Wahl kanns spannend werden.

Veröffentlicht am 2. Dezember 2010, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 11 Kommentare.

  1. Lustig find ich’s auch, mehr aber nicht. Über die deutschen Politiker wurde nichts verlautet, was wir nicht eh schon wussten und was nicht schon in der Zeitung stand. Dirk Nebel, FDP, sagt selbst: „Die hätten auch den Spiegel der letzten drei Monate veröffentlichen können“. Danke Dirk, lese ich also doch das richtige Blatt.
    Wo haben die Amis die Informationen her? Von deutschen Informanten, die deutsche Zeitungen lesen – so einfach ist das. Der amerikanische Steuerzahler bezahlt also Leute um Geheimnisse zu sammeln, die keine sind und die sie dann nicht mal für sich behalten können.

    Verärgert können nur Politiker sein, die nicht erwähnt werden, denn die sind wirklich unwichtig.

  2. Ich denke nicht das diese Nachrichten für irgendeinen Politiker auf dieser Welt eine Überrachung waren. Bei 800.000 Amerikanern die das lesen könnten sind bestimmt bei den Geheimdiensten diverse Kopien im Umlauf.

    Die einzigen die verarscht wurde waren die Amerikaner (ja nur die. Es waren deren Infomationen). Denen wurde verkauft das Ihre Politiker nichts wissen. Statt dessen ist es so wie bei uns: Die Politier WOLLEN nichts wissen. Sie könnten schon mit ein wenig Mühe .

    Grüße
    Dreystein

  3. Besteht nicht der ganze Bundestag aus unberechenbaren Dorfchefs?
    Um all diese Informationen über deutsche Politiker zu erhalten, genügen 1 Mikrofon, 1 Aufnahmegerät, 1 Marktplatz in 1 beliebigen Stadt/1 Dorf, 1 beliebige Anzahl Bürger.
    Sollte es sich bei den Interviewern um Amerikaner handeln – no problem, yes we can! Verständlicher als Oettinger und Westerwelle kriegen wir unsere Antwort allemal hin!

  4. … Es gibt sie also wieder, die politischen Gefangenen…
    Nee – menno – das hast du jetzt aber total falsch verstanden – den suchen se doch wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung. Also weiste… 😉 >ironie off<

    Und nein, ich halte dieses Datenleck nicht für ein Verbrechen…
    Find ich auch: Wer nichts zu verbergen hat, der braucht auch nicht rumzuheulen. Und wer hinter anderer Leute Rücken üner sie lästert, braucht sich nicht zu wundern, dass vielleicht, wenn’s rauskommt, leicht angepisst reagieren.

    FDP: Chef unfähig – ist doch eher ’ne Chefin oder? (und nein – soll kein Schwulenbashing sein – ich mag nur die Westerwelle nich‘ leiden!)

    …Die Quelle des Übels ist nicht Wikileaks, sondern schlicht und ergreifend der Urheber. Das sollten sich auch mal ein paar Möchtegernjournalisten hier anziehen. Die sind doch alle schon viel zu gleichgeschaltet. Und ja, ich habe diesen Begriff sehr bewusst genommen…
    Es ist wie mit den Irak- und den Afghanistan-Dokumenten, alle heulen rum: Äh, Scheiße, Gefahr für unsere Soldaten, än, Scheiße, voll fies, Häbäh. Aber auch hier gilt: Wer keine Scheiße baut und seine Soldaten nicht wo hin schickt, wo sie nix zu suchen haben, der riskiert auch keine Toten und wer nicht mit Lügen und Betrügen ’nen Krieg anfängt, der muss bedeutend weniger Angst vor „Vergeltungsmaßnahmen“ haben, wer keine Diktatoren einsetzt und unterstützt, der braucht sie später auch nicht „aus dem Wege zu räumen“, wer den Leuten ihren Freiraum lässt, der braucht keine Bange zu haben, dass die leute mal durchdrehen, weil’s ihnen zu eng wird!

    Für die nächste Wahl kanns spannend werden.
    Wie kommste darauf? CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke – kannste alle in einen Sack stecken und mit’m Knüppel draufkloppen, triffste nie den falschen! Das ist zumindest der Eindruck, den ich derzeit gewinne. NPD und Konsorten sind da nicht mit bei, weil die in‘ extra Sack müssen – was wir mit dem Sack machen sollten, kann sich jeder denken, denke ich… (nur soviel: Hat mit Wasser zu tun 😉 )

    • Ich wechsle noch ein „üner sie lästert“ durch ein „über sie lästert“ aus – wer will, kann das „üner sie lästert“ dann bekommen und frei benutzen, frei kopieren und auch frei verändern, auch kommerziell – ich brauche es nicht und mir liegt nichts daran, diejenigen die mein“Urheberrecht missachten“, zu verfolgen. 😉

    • „FDP: Chef unfähig – ist doch eher ‘ne Chefin oder? (und nein – soll kein Schwulenbashing sein – ich mag nur die Westerwelle nich’ leiden!)“

      Und wenn du zeigen willst, dass du die Kanzlerin nicht magst, nennst du sie Herr Merkel? Oder wäre das dann in deinen Augen eine Aufwertung?

      Als Alternative zum Schwulenbashing fällt mir leider nur noch Frauenfeindlichkeit ein. Oder unreflektiertes Nachplappern frauen- und/oder schwulenfeindlicher Formulierungen. Und da du ansonsten weder blöd noch unsympathisch schreibst, passt das eigentlich alles nicht so ganz zusammen…

  5. Ich hab mich köstlich amüsiert über die Beschreibungen unserer „Politiker“.
    Muss man sich ja schämen für die Gurkentruppe.

    • Hast du das vorher etwa nicht getan?

      Dann bist du härter als ich. 😉

      • Ehrlich gesagt, erstaunt mich die Klarsichtigkeit der Amis viel mehr als deren Einschätzung der Berliner Gurkentruppe *g*

        Hätt ich denen echt nicht zugetraut.

        • Ich halte die Amis nicht für dumm, sondern im Gegenteil: Ich habe festgestellt, dass sie eine gewisse Bauernshläue ausweisen können. 😉

          Und es ist auch nicht so, dass ich ihnen nichts zutraue. Nein, ich traue ihnen alles zu.

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