Gefühlslagen


Seit letzter Woche Mittwoch wieder krankgeschrieben. Wiedereingliederung ist ja schön – aber ich habs nicht gepackt.

Als ich Mittwoch beim Arzt war, war ich von Sonntag früh durchgängig wach. Zwischendurch mal ein Stündchen Schlaf, aber dann sofort hoch wie von der Tarantel gestochen. Warum könnte ich noch nicht mal sagen – es war einfach so. Ich kam nicht zur Ruhe. Burn-out? Keine Ahnung, ob eine Diagnose helfen würde. Ob es das ist oder was anderes. Das ist mir auch egal. Fakt ist, das ich so nicht weitermachen kann.

Die Kollegen, recht verzweifelt, weil mein Sachgebiet keiner kennt, keiner kennen will (außer meinem Chef und der muss, weil sonst alle sich weigern), rufen trotzdem hier an, wenn was anliegt. Was mir nicht wirklich weiterhilft.

Ich hab so das Gefühl, dass die glauben, ich will mir auf gelbe Kosten ne schöne Zeit machen. So eine Art verlägerter Urlaub. Und ich glaube auch, dass die meine Situation gerade genau nicht richtig einschätzen.

Die wissen nicht, wie sehr ich mit mir gerungen habe, überhaupt zum Arzt zu gehen. Ich hätte weitergemacht, bis ich evtl. aus dem Fenster gesprungen wäre. Nach einer Woche ohne Schlaf macht man schon mal seltsame Dinge.

Erst nachdem 3 Freunde mich mehr oder weniger hingetreten habe, bin cih gegangen. Doc sah mich und meinte: Praxis eine Woche geschlossen, Krankenschein gibts erstmal solange. Und dann seh ich sie wieder. So gehen sie nicht arbeiten.

Ich muss wohl etwas gruselig gewirkt haben. Auch jetzt, es ist 2 Uhr nachts, ich bin gleichzeitig hundemüde und hellwach. Eine Art innerliches Zittern, die Hände sind ruhig, aber dennoch das Gefühl intensiver Unruhe. An ein Zubettgehen ist nicht zu denken.

Ich weiß nicht, ob jemand die Scham nachvollziehen kann, die man empfindet, die ich empfinde, wenn ich „mal wieder“ krank bin. Aber auf der Arbeit isset in etwa so, als ob ich gar nicht da wäre. Die Aufmerksamkeitsspanne einer Dreijährigen und ein so dermaßen überwältigendes Überforderungsgefühl, dass ich völlig gelähmt vor der Kiste sitze und nicht mehr weiß, wo ich anfangen soll. Entsprechend unstrukturiert ist aktuell auch mein Büro. Und zu Hause ist es auch nicht besser. Hier siehts aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen.

Das sind Dinge, die ich nicht mehr steuern kann. Ich habe mich bereits eine geraume Weile durchgewurstelt, aber so gerade scheine ich wieder mal an einem Punkt angelangt zu sein, wo es nicht weitergeht. Wo ich nicht weiterweiß. Und ich nicht wirklich weiß, wie es weitergehen soll.

Mein Arbeitgeber kann natürlich verlangen, dass ich meine volle Arbeitskraft in seine Dienste stellen. Aber was soll ich von einem Arbeitgeber halten, der mich bereits 1 Tag nach einer 6stündigen OP anruft,  um dienstliche Dinge zu fragen. Wo mich die Personalabteilung im Krankenschein anruft und fragt, ob sie Arbeit vorbeibringen kann, wenn ich schon nicht im Büro aufschlagen kann.

Und ich blödes Schaf antworte nicht mit dem berühmten Götz-Zitat, sondern lass die Dinger anrollen. Weil ich mich schäme, krank zu sein. Weil ich so gerne gesund wäre. Und weil ich so gerne meiner Arbeit nachkommen würde. Sowohl zu Hause als auch eben im Job.

Ich weiß grad nicht, wo ich meine Kraft noch hernehmen soll. Derzeit habe ich nicht mehr viel. Ich würde so gerne wieder eine Nacht gut durchschlafen. Und ich würde so gerne wieder mal das Gefühl haben „heute war ein guter Tag, du hast etwas geschafft“.

Es ist alles so lange her und so weit weg….

Veröffentlicht am 25. Januar 2011, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 29 Kommentare.

  1. „Kollegen“ scheinen generell kognitiv und zerebral beeinträchtigt zu sein, wenn mal jemand krank ist. Ich hatte auch trotz Bandscheibenvorfall und eingeschränkter Belastbarkeit die Aufgabe, schwere Dinge von A nach B zu schleppen, und dein Chef/deine Kollegen scheinen in die selbe Kerbe zu schlagen. Solange man nicht gut sichtbar einen Verband/Gips trägt, gilt man anscheinend als gesund und arbeitsfähig *seufz*.

    Die Freunde, die dich quasi zum Arzt „getreten“ haben, kannst du als richtige Freunde bezeichnen, normalerweise meldet sich niemand, wenn es einem wirklich schlecht geht, aber wenn die selbst Hilfe brauchen… du kennst den Rest.

    <cite="Weil ich mich schäme, krank zu sein."

    Das musst du nicht, du bist krank, und deine Genesung hat Vorrang, nicht die Arbeit. Sprich mal mit deiner Krankenkasse, ob du nicht Anspruch auf eine Kur hast, ein paar Wochen Ruhe wirken oftmals Wunder.

    • Nein, die sind schlichtweg verzweifelt und stehen vor der Aufgabe, eine Arbeit machen zu müssen, wo die nicht blicken, was zu tun ist. Die können PCs einschalten und die Programme einigermaßen sicher nutzen – aber auf keinen Fall Diagnosen stellen und gezielt Firmen rausschicken.

      DAS ist das Hauptproblem. Und es fehlt einfach mein jährlicher „roter Faden“, was mit der vorhandenen Knete zu machen ist. Der einzige, der das weiß, bin ich. Es *würde* meine Vertretung wissen, wenn ich denn eine hätte.

      Das haben nicht meine Kollegen verschuldet, die sind toll, ich arbeite gerne mit denen zusammen. Das verbaselt meine Personalabteilung und ein Personalchef, der nur guckt, bloß nicht zuviel Personal wo reinzustopfen.

      Dass möglicherweise aber an einer Stelle wirklich was gebraucht wird, das interessiert den nicht. Und dann hat man schon mal so süsse Effekte wie jetzt.

      • Auch DIESE Ausrede kenn ich, und sie hat mich an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Und ich bin im Ausreden finden: ALLE meine Kunden wöörden mich verlassen, ALLES wöörrd zusammenbrechen, das schafft die nicht …
        Alles Blödsinn, und wenn es so gewesen wäre, hätte es mir trotzdem NICHTS genützt.

        Ich habe übrigens, obwohl es ohne vermutlich NOCH effektiver gewesen wär, in der Reha meinen Laptop mitgehabt. Abends fand GENAU MAXIMAL EINE Stunde Aufarbeitung von Problemfällen statt, die meine Vertretung (Tochter) nicht allein geschafft hat. Und auch diese Stunde ist schon mal ausgefallen, wenn das Wetter am Strand zu schön oder die Band in der Strandbar zu gut oder das Harfenkonzert in der Kirche zu verlockend war!

      • Dann ist doch jetzt DIE Gelegenheit, der Personalabteilung ihrer sau-feige Politik mal ins Gesicht explodieren zu lassen.

        Der Rest ist nicht mehr Dein Problem. Dein Problem ist, dass Du bald wieder im Krankenhaus landest, wennst jetzt nicht was aenderst.

        Normal heisst es in der Seefahrt: Eine Hand fuer Dich, eine Hand fuer’s Boot. Weil sonst gehst ueber die Reling. Jetzt ist grade Sturm, da brauchst jetzt halt mal beide Haende fuer Dich.

        Wenn die Arbeit anruft, gibst Du einfach mal inkohaerentes Zeug von Dir. Werde laut, reagiere abwechselnd butterbluemchenruhig und aggressiv, rede in der Sache wirr.

  2. Das ist nicht gut, sei vorsichtig, Du kannst es nicht erzwingen.
    Das ist kein Burnout, das ist was anderes, und es ist normal.

  3. Hi,
    ich kann das mit dem schlechten Gewissen wenn man krank ist gut nachvollziehen. Passiert mir auch jedes mal wenn ich krank bin. Allerdings habe ich in den letzten Jahren gelernt das ich öfters mal „Nein“ sagen muss.
    Wenn ich so höre wie dein Arbeitgeber agiert kann ich mir vorstellen das es dadurch nicht grade besser wird. Natürlich ist es einfach gesagt: Nein sagen. Aber ich hoffe du findest die Kraft genau das zu tun und du brauchst wahrlich kein schlechtes Gewissen haben. Wenn man krank ist ist man nunmal krank und richtig gesund werden kann man nur, wenn man sich wirklich ausruht.
    Ich drück dir jedenfalls ganz fest die Daumen, das es dir bald wieder besser geht.

  4. Du solltest ernsthaft mit dem Gedanken spielen, eine Kur (oder was in der Art) anzutreten. Muss ja nich‘ so ’ne 08/15-Sache sein. Irgendetwas, wo du komplett abschalten und zu dir finden kannst. Sozusagen erstma‘ wech und denn mit Volldampf zurück.
    Bessser du gönnst dir die paar Wochen oder du gehst spätestens Mitte des Jahres am Stock! (und was is‘ dann mit Moppedfahren oder PC schleppen? 😉 )
    Außerdem soll es auch Leute geben, die dir da pschüschisch weiterhelfen könn(t)en: Psychlogen oder Psychiater oder Psychotherapeuten. Musste mal mit dem Doc deines Vertrauens drübber reden – wenn er wieder in ‚er Praxis is‘.

    KEINE PANIK!

    😀

  5. Hi Tantchen,

    wie schon der „Vorschreiber“ meinte: da hast du echte Freunde.

    Bei meinem Zusammenbruch vor knapp 2 Jahren konnte ich auch nicht mehr. Bei mir schlug sich das zwar nicht in Schlaflosigkeit nieder, aber ich saß auch an der Arbeit vor den Listen und Programmen und kam einfach nicht mehr durch. Machte nur noch das nötigste. Wenn du dir jetzt nicht die Ruhe gönnst und Chef und Arbeitskollegen zum Teufel jagst, wirst du später nur um so länger brauchen, um dich wieder aufzurappeln.

    Ob du einen Burn-Out hast, kann ich nicht sagen – aber nach deiner Beschreibung kann das eine Form davon sein. Das schlägt sich bei jedem ja anders Nieder. Zudem vergiß bitte nicht die psyhcische Kraftanstrengung, die deiner Bauch-OP und Geschwulst-OP und allem was damit einherging dich gekostet hat. Und der Mensch kann noch so zäh sein, irgend wann kann er nicht mehr.

    Such dir wirklich bei einem Seelenklemptner Hilfe – und wenn es gar nicht anders geht, dann notfalls in einer Psychiatrie. Mach ne Kur oder sonst was – aber bitte keine Vorwürfe von wegen „ich bin faul“ und jag wirklich deine Kollegen und Chefs zum Teufel. 1 h nach OP anrufen und wegen Arbeit anfragen – iss nich.

    Wünsch dir alles gute…

  6. Kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich gehöre gerade eigentlich auch ins Bett, meine Grippe auskurieren, stattdessen sitze ich bis zum Anschlag mit Grippostad vollgepumpt hinter dem Lenkrad und mache meinen Job. So ein bißchen Schnupfen ist ja auch kein Grund, zuhause zu bleiben, oder?
    So hangelt man sich durch den Tag, kippt nach Feierabend einfach in die Koje und macht irgendwie weiter. Das kann eigentlich nicht Sinn der Sache sein, aber wer kann es sich heutzutage schon leisten, krank zu sein? Immer mit dem Gedanken im Kopf, ob der Job noch da ist, wenn man wiederkommt?

  7. Ich spreche ab und an mit jemandem, der seit Jahren nicht schläft. Das ist auf keinen Fall auf die leichte Schulter zu nehmen. Wenn Dein Arzt gerade fort ist, informiere Dich unbedingt, was man sonst tun kann. Wenigstens da sollte die Krankenkasse mit Informationen weiterhelfen können!

  8. Hoi, Tantchen.

    Ich kann deine Situation, was das Krank sein angeht, sehr gut nachvollziehen. Ich bin auch gerade erst aus dem „Krank“ zurück auf Arbeit, weil ich’s nimmer ausgehalten habe. Der Fuß tut immer noch weh, dafür aber nicht mehr der Kopf, weil man immer an die „armen Kollegen“ denkt.

    Memo an mich: Den Doc bei Zeiten fragen, ob das selbst wieder gesundschreiben so OK war…

    Und wegen deiner Unruhe: Sprich mit jemand qualifiziertem darüber. Lass dir jemanden von deinem Arzt empfehlen und geh dann auch da hin. Von alleine wird das leider nicht besser. Und Fern-Diagnosen von hier helfen auch nicht, von uns ist keiner Dr.House.

  9. Hallo Tantchen,

    ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du das wieder hinkriegst. Such Dir Hilfe, alleine klappt das wahrscheinlich nicht. Ich komme selbst gerade aus einer vielleicht näherungsweise vergleichbaren Situation (komplett verfahrene Studienabschlussarbeit führte zu Panik, Panik zu Schlafstörungen, Schlafstörungen zu immer weniger Leistungsfähigkeit tagsüber, was dann nachts wieder zu noch mehr Panik und Schlafstörungen führte. Katze ->Schwanz.

    Mir hat schon ein einziges psychologisches Beratungsgespräch sehr stark geholfen (alleine das Gefühl „ich hole mir jetzt Hilfe und tu was dagegen“ ist schon sehr viel wert). Dazu hat mir dann eine befreundete Apothekerin ein pflanzliches Präparat aus Baldrian und Hopfen empfohlen, und das hat auch etwas genützt. (Namen bei Interesse per Mail, möchte hier keine Schleichwerbung machen.) Ich habe zwar trotzdem nicht wirklich gut ausgeschlafen, aber statt knappen 3 Stunden pro Nacht kam ich danach immerhin wieder auf halbwegs angenehme 5-6 Stunden und war dann auch in der Lage, tagsüber konzentriert zu arbeiten.

    Also: such Dir kompetente Hilfe! Alles Gute für Dich!

  10. Burnout is nature’s way of telling you, you’ve been going through the motions your soul has departed; you’re a zombie, a member of the walking dead, a sleepwalker… (Sam Keen)

    Tante Jay, diese ganze Schilderung kommt mir mehr als bekannt vor.
    Krank? Wer? Ich? – Nie im Leben. Das ist nur ein Schnupfen, eine leichte Erkaeltung, kein Wunder bei dem Wetter. Und die Schlaflosigkeit? Die liegt am Wetter, am Vollmond, am Essen vom Abend vorher, an dem Horrorfilm, den man gestern noch geguckt hatte, an den Hormonen ….

    Und klar, wenn man mal einen Tag (oder auch mal 3 Tage) wegen Fieber daheim bleibt, dass die lieben Kollegen jederzeit hier anrufen koennen. Und ja, man kann sich ins Firmennetzwerk einloggen und die Arbeit von Zuhause aus machen. Man hat ja nur einen Schnupfen, eine leichte Erkaeltung ……. (siehe oben)

    Ich nehme mir jetzt mal die Freiheit und trete kraeftig nach:
    – Termin beim Psychologen oder Psychotherapeuten. SOFORT!
    – Telefon aus, keine Anrufe von der Firma annehmen. DU BIST KRANK!
    – Wag‘ dich nicht, irgendetwas fuer die Firma von Zuhause aus zu machen. (Siehe Punkt obendrueber)
    – Nimm dir eine Auszeit. Mach das, was dir Spass macht, und wobei du den Kopf frei bekommst. Sport ist da sehr hilfreich. Aber alles andere, was dich ablenkt, darf auch genommen werden
    – Geh unter Leute, und schliess dich nicht daheim ein.
    – Lerne das Woertchen ‚NEIN‘. Sag es hundertmal am Tag laut vor dich hin. Solange, bis es dir leicht ueber die Lippen kommt.
    – Ein Burnout ist der letzte Hilfeschrei bevor der Koerper voellig den Geist aufgibt!!

    Ich bin noch in der Nein-Lernphase. Es faellt schwer. Die beruflichen Telefonanrufe und Mails aus der Firma hoerten erst auf, als der Amtsarzt mit der Faut auf den Tisch schlug und saftige Strafen androhte. Mittlerweile schaffe ich es schon mal 4, oder an guten Tagen auch schon mal 6 Stunden am Stueck durchzuschlafen. Meist sind es aber immer nur 2-3 Stunden, und am naechsten Tag fuehlt man sich wie ein Zombie. Man sieht den Haushalt im Chaos versinken, kann sich aber nicht aufraffen, kurz mal durchzuharken …

    Meine Geschichte? Bitteschoen: http://grenzerfahrungen.blogspot.com/2010/04/ausgebrannt.html

    Tante Jay, hoere auf mich und such dir professionelle Hilfe. Je laenger man einen Burnout verleugnet umso laenger dauert die Phase, bis man da wieder heraus kommt.
    Viele legen einen Burnout als Schwaeche aus, als Versagen. Dabei ist ein Burnout nur das Ergebnis des Versagens von anderen …

  11. Hi,
    das mit dem schlechten Gewissen kenn ich nur zu gut. Allerdings fällt mir dann eine Tatsache ein, die mir zumindest die Entscheidung für meine Gesundheit leichter macht:
    Meine Pflicht gegenüber dem Arbeitgeber ist es, meine Arbeitskraft zu erhalten. Und wenn ein ich feststelle, dass meine Leistung leidet, weil ich meinem Körper (und auch meiner Seele) nicht die nötige Behandlung erfahren (muss ja keine ärztliche sein), habe ich die Pflicht zu reagieren. Und das kann mir niemand abnehmen, oder mich dieser Verantwortung entheben.
    Du handelst also verantwortlicher, wenn Du krank bist auch zu Hause bleibst, als wenn Du krank bist und zum Arbeiten gehst. Das vergessen Arbeitgeber und Chefs ganz gerne, deshalb ist ja auch die Pflicht des Arbeitnehmers, das im Auge zu behalten.

    Auf jeden Fall Wünsch ich Dir, dass mit gutem Gefühl wieder auf die Beine kommst. Ob schnell oder langsam is da erst mal nicht wichtig.

  12. Wissen ist Nacht

    Hallo,

    grundsätzlich ist der Mensch bequem und Deine Kollegen nehmen halt den einfachen Weg: Frag Tantchen. So sind die. Und – nein – da macht sich selten jemand Gedanken oder versetzt sich in andere…
    Das kannst Du auch nicht ändern (obwohl ich tief in mir auch immer noch denke, ich müsste es nur gut genug erklären, dann folgt Einsicht und Wandlung).
    Was Du Ändern kannst ist nur Dein Umgang damit. Da kippt Dir jemand Arbeit auf’s Krankenbett? Klar, die sind so! Nicht still ärgern. Fest und bestimmt „Nein.“ sagen. Fest und bestimmt ist natürlich so ne Sache, wenn man sich eh schon nicht gut fühlt. Aber hat das Nein ein paar Mal aufrecht und es wird etwas bewirken!
    Und nein, das schlechte Gefühl, was Du dabei hast ist nicht ein schlechtes Gewissen, weil Du etwas falsch machst, sondern lang antrainierte „Verantwortung“. Und das nutzt vor allem den Anderen.
    Dur darfst egoistisch sein! Du bist das Wichtigste im Leben! Nicht Arbeit oder Verantwortungsgefühl oder Job.
    Du darfst Nein sagen!

    Lass die Dir alle mal den Buckel runterrutschen, nimm eine Auszeit, Zeit für Dich, tank die Batterien auf. Wann, wenn nicht jetzt.

    Alles Liebe
    WiN

  13. Nimmt JoyntSofts Vorschlag an und mach eine Kur. Am Besten so 3 Wochen. Mein Onkel hats auch vor Jahren erwischt, nach seiner Scheidung und diversen anderen Dingen war er total am Ende und hatte manische Depressionen bzw. wurde ihm eine bipolare Störung attestiert. Es dauerte zwar eine Weile und er musste mehrere Kuren machen aber er hat sich wieder fangen können und steht wieder fest im Leben und arbeitet auch wieder normal.

    Du musst wirklich weg von dem ganzen Mist und darsft wirlklich kein Alltagsstress dann an dich ranlassen. Deine Kollegen sollten gar nicht wissen wo genau du bist oder wie sie dich erreichen, sodass du absolut deine Ruhe hast. Ich denke das könnte dir gut tun.

    Egal wie du dich entscheidest, gute Besserung.

  14. Du elende Beamtenseele, du…

    du besorgst dir jetzt eine Kur, wo du mal wirklich ausspannst, und wo du keinen Zugang zu Telefon oder Handy hast. Dann können die dich mal… äh, so oft anrufen, wie sie wollen.
    Am besten auch keinen Computer, zumindest keinen I-Net-Zugang, damit sie dich nicht bemailen können.
    Und sechs Wochen später kommst du wieder, und DANN kannst du auch wieder dem Staate dienen. Bis dahin hat die Fürsorgepflicht des Staates für seine Beamtin die Oberhand.

    Sollte da irgend etwas gegen eine hirnrissige Verwaltungsvorschrift verstoßen, dann gebe ich dir schon mal Ablaß für 10000 Jahre Fegefeuer. Oder entsprechend viele Lehrer.
    *duck*

  15. So ein Anrufbeantworter ist auch was tolles, wenn man ihn erstmal seine Anrufe entgegennehmen lässt und erst rangeht, wenn man weiß, dass man auch mit dem betreffenden sprechen will, und nicht grade wieder jemand von der Arbeit anruft.
    Krank ist krank und dafür darfst Du Dich nicht schämen! Ich wünsche Dir, dass Du mal mehr an Dich denkst, und dass es Dir bald besser geht. Aber nicht sofort bei erster Gelegenheit wieder zur Arbeit rennen und voll lospowern! Perspektivisch wäre da, falls nicht schon probiert, eventuell das Hamburger Modell zum Wiedereinstieg gut, man fängt erstmal Teilzeitmit geringer Stundenzahl an und steigert die Arbeitszeit langsam wieder hoch.
    Aber vorher gut ausruhen, nen guten Therapeuten suchen und am besten ne schöne Kur machen. Therapie auch ruhig längere Zeit fortsetzen wenn Du das Gefühl hast es nutzt was.
    Alles Gute und viel Kraft!

    • Noch geiler ist dann zusätzlich zum AB:
      – Alle Telefone stumm- oder ganz abschalten
      – Alle e-Mail-Konten auf Autoresponder schalten
      – Alle Socialnetworkkonten auf „verheiratet, in Flitterwochen“ setzen (oder so)
      – Allen Verwandten und Bekannten sagen, wo man ist (natürlich andere Stadt/Land/Fluß/Kontinent/Planet/Dimension – wobei – beim letzten wird’s dann vielleicht unglaubwürdig)
      – Jemanden damit beauftragen, in deinem Namen Ansichtspostkarten an deine Verwandten/Bekannten zu versenden, aus unterschiedlichen Orten, mit unterschiedlichen Texten/Farben/Layouts/Techniken und (natürlich!) in unterschiedlichen Sprachen
      – Jemanden beauftragen, in deinem Namen bei deinen Verwandten/Bekannten anzurufen, von unterschiedlichen Orten (anderen als bei den Postkarten – *hrhrhr* ), zu jeder möglichen Tages- oder Nachtzeit (auch hier sind unterschiedliche Sprachen sehr schön verwirrend).

      Wobei du natürlich dann jemanden bräuchtest, den du in’s Vertrauen ziehen und sicher sein kannst, von ihm/ihr nicht genervt zu werden.
      Mütter eigenen sich für so etwas nur bedingt…

      😀

      PS: Ich glaube, ich bin gesund, aber ich bin nicht mehr ganz sicher und gehe wohl doch noch diese Woche nach ’n Arzt hin…
      *MUHAHAHAHAHAHAHAHA

  16. Ich weis nicht, ob’s dir hilft, aber mir hat’s (in abgewandelter Form) geholfen:
    Wenn du nervös bist und an die Arbeit denkst: SAGE laut „Mir wurst“ und DENKE an was Schönes. Das machst du immer dann, wenn du plötzlich an die Arbeit denkst.
    Wenn die Arbeit anruft: SAGE laut „Ich bin im Krankenstand“ und DENKE „Mir wurst“.
    Wenn du das verinnerlicht hast, dann schläfst du auch wieder ruhiger. Und wenn du später wieder arbeiten musst und es dir nicht mehr wurst ist, dann kommst du aus dem Schema (leider) viel zu schnell wieder raus.

  17. Ach Tantchen,
    ich glaube, man muss es erst selbst erlebet haben, um es nachvollziehen zu können. Du bist grad wie in einem Hamsterrad gefangen.

    Mach dich frei davon!

    Schalte wirklich ab. Gönn dir ne Kur oder was auch immer. Laß dich beraten, wie du systematisch Berge von Dingen abbaust. Und mach deinem Chef klar, dass er für eine Vertretung sorgen muß! Ich denke, du arbeitest schon viel, viel länger über deinem Limit, als du dir selbst eingestehen willst.

    Und das ist nicht gut. Schaffe Abhilfe, bevor es dich kaputt macht.

  18. An und für sich ist alles gesagt worden, als tägliche Leserin und seltene Kommentatorin will ich trotzdem noch was sagen 😉 :
    Du bist nicht krank, du bist ARBEITSUNFÄHIG! Dein Chef hat nicht für eine Vertretung gesorgt? Ganz ehrlich: Sein Problem! Was will er denn machen, wenn Du x Wochen nicht erreichbar bist, weil Du z.B. im Koma liegst? (*klopfaufholzdaßdasnichtpassiert*)
    Dann muß der Laden doch auch irgendwie weiterlaufen, oder?
    Wie einer weiter oben sagte: Wir Arbeitnehmer stehen auch in der Pflicht im Falle einer Arbeitsunfähigkeit unsere Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen. Aber: Der Arbeitgeber hat eine gesetzlich verankerte Fürsorgepflicht!
    Was hat der AG davon, wenn Du während Deiner Arbeitsunfähigkeit doch immer wieder „ein wenig“ arbeitest und deswegen NOCH länger arbeitsunfähig bist? (die ständigen Anfragen muß genau genommen ER unterbinden! … meine Meinung …)
    Seit meinem ersten Job (so mit 15 Jahren) hat mir meine Mutter (Personalrätin) eingebläut, daß ein Arbeitnehmer grundsätzlich nicht KRANK ist, sondern ARBEITSUNFÄHIG! Zwischen den beiden Begriffen gibt es einen kleinen, aber feinen Unterschied. Je nach Krankheit kann ich durchaus arbeitsfähig sein. Je nach Art der Tätigkeit bin ich evt. nicht KRANK im üblichen Sinne, aber ARBEITSUNFÄHIG (ich bin mittlerweile im Außendienst tätig, es gibt Krankheiten, mit denen ich einen Bürojob ausüben könnte; aber ich bin arbeitsunfähig, da ich nicht in der Lage bin, ein Auto zu führen).
    „Verzweifelte Kollegen“: kann ich nachvollziehen und auch verstehen (also das Gefühl, daß man/du die Kollegen nicht „im Stich“ lassen will). Ich wiederhole mich: Wie lange müssen die Kollegen ohne Dich auskommen, wenn Du Dich nicht richtig erholen kannst? Wenn Du nicht Zeit und Muße bekommst, Deine Gesundheit (!) wieder herzustellen? Für Dich selbst? Und erst dann für Deinen AG?
    Du bist nicht faul, bist nicht „mal wieder“ krank und Du feierst auch nicht auf gelben Schein krank! Du bist arbeitsunfähig. Punkt. Darauf haben AG und Kollegen verdammt nochmal Rücksicht zu nehmen! Würdest Du den Kopf unterm Arm tragen, hätten alle Verständnis dafür und keiner würde Dich kontaktieren! Hier ist der AG durchaus in seiner verdammten Pflicht, diese „Kontaktversuche“ zu unterbinden! (Hatten wir selber vor gut einem Jahr).

    Mann-mann-mann, diese **** Arbeitgeber (und auch Kollegen *seufz* so lieb sie sind) …. ich merke, ich rede/schreibe mich in Rage …. ich hör hier mal auf und hoffe, daß ich das rüberbringen konnte, was ich wollte.
    Alles weitere haben meine Vorredner schon gesagt ;-).
    Ich geh jetzt ’ne Runde WoW daddeln (Mainchar=Druidenkatze 😉 ) ….

    • Clara, bei einem Burnout bist du nicht arbeitsunfaehig, sondern krank! Im schlimmsten Fall laehmt dich ein Burnout dermassen, dass du zu gar nichts mehr in der Lage bist. Weder zum Arbeiten noch zu sonst was. Ich habe zB Tage damit zugebracht, auf dem Sofa zu sitzen und nur Loecher in die Luft zu starren. Jede Bewegung kostete mich Kraft. Kraft, die ich nicht hatte. Die Batterie war leer, verdammt leer …

      • Ich würde, so wie die Geschichte gelaufen ist, auf Tumorfatigue tippen.

      • Ihr habt beide recht – und redet aneinander vorbei.
        Es gibt Krankheiten, die arbeitsunfähig machen, und andere tun es nicht: mit einem gebrochenen Arm kann ich immer noch auf die Kanzel steigen (allerdings nicht Auto fahren und somit keine Besuche machen).
        Es gibt Arbeitsunfähigkeiten durch Krankheiten, und es gibt Arbeitsunfähigkeiten aus anderen Gründen (ein durchfeiertes Wochenende beispielsweise).
        Und daß ein Burnout arbeitsunfähig macht, hast du, Mendian, selbst geschrieben…
        bloß geht es da um verschiedene Ebenen. Den Arzt interessiert, ob ein Patient gesund oder krank ist. Den Arbeitgeber interessiert, ob der Arbeitnehmer arbeitsfähig oder arbeitsunfähig ist.
        Und hier ist „krank oder gesund“ offenbar nicht die Kategorie, in der die anderen denken: im Krankenhaus ist man, wie der Name schon sagt, weil man… genau. Krank ist. Das hat die Jungs und Mädels nicht gehindert, die Tante genau dort um Hilfe anzugehen, weil krank ja nicht unbedingt arbeitsunfäähig…
        Genau deshalb (und ein bißchen auch für sich selbst) muß die Tante das Vokabular wechseln: „ich bin arbeitsunfähig. Ich KANN nicht arbeiten, deshalb WERDE ich nicht arbeiten, und der Rest der Welt muß ohne mich auskommen. Notfalls offline mit Papier und Bleistift, wenn sie mal wieder das Netzwerk geschrottet haben.“ Das Netzwerk – und das kannst du füllen, wie du willst – muß jetzt erst mal drei weitere Monate ohne Tantchen auskommen.

  19. Ich habe eine Bekannte, die wie Tante Jay, nicht in der Lage ist zu arbeiten. Die sich vor den Spiegel stellt und sagt, so wie du aussiehst, kannst du nicht krank sein, das muß ein Mißverständnis sein.
    Die sich vorstellt, ihre Arbeitskollegen sehen das auch so. Die Kollegen, ja ist klar, wer im Krankenhaus liegt ist zwar krank, aber sie muß sich ja nicht anstrengen, das mit dem Kopf arbeiten, wird schon klappen. Und das genau dieser Kopf erstmal mit einigen anderen Sachen fertig muß, das kriegt keiner richtig mit. Die sich deshalb schämt, weil sie sich so elend und schlaff und einfach nur saumies fühlt und auch deshalb nicht in der Lage ist, zu arbeiten. Diesen Druck muß sie ausschalten und das geht nicht alleine.

    Und eben diese Bekannte, hatte sich zwar anfangs Hilfe geholt, aber dann gedacht, och, das schaff ich schon alleine. Nein sie schafft es nicht, ich seh es ja.

    Tantchen hol dir professionelle Hilfe, rede, schrei, wimmere dir alles von der Seele, erlöse dich von diesem Druck. Mach anschließend eine Kur. Warum hast du eigentlich angefangen zu arbeiten, statt wie geplant zur Kur zu fahren?????????

    Wie schon geschrieben wurde, lerne NEIN zu sagen, wenn du merkst, der Druck wächst wieder.

    Ist zwar ein Posting von vielen, aber ich denke, Tantchen weiß, was ich meine.

    Heckse
    Laß es vor allem langsam angehen, auch wenn es dir gegen den Strich geht, morgen ist auch noch ein Tag, an dem was erledigt werden kann. Es muß nicht alles auf einmal erledigt werden. Stückchen für Stückchen wieder aufbauen, nicht gleich einen ganzen Komplex hinstellen, das geht nie gut.

  20. … Das mit der Kur sowieso … solltest du unbedingt machen Tantchen. Ja, ich wiederhole hier auch, was schon viele geschrieben haben. Und einiges hat man ja auch irgendwann mal selbst erlebt.
    Da sagte auch ein Freund zu mir: „Es gibt in unserer deutschen Sprache so ein tolles Wort! „NEIN“!!!““ Benutze es, wenn es um dein Wohl geht. Ich weiß, dass das nicht immer gelingt aber: Übung macht den Meister. Trickse das Teufelchen in dir aus, wenn es versucht, dir immer wieder einzureden, dass du nicht anders kannst, dass du etwas nicht kannst. Man KANN Jay. Stelle dich vor deinen Spiegel und sage es dir ins Gesicht: „Ich werde! Ich kann! Ich schaffe das!“ Klingt albern? Dann sei mal so albern, es hilft! Ich weiß das!
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    Es gibt hier draußen soviele, die dich verstehen, dich hier gerne lesen, dich vielleicht auch persönlich kennen und mögen. Glaube an dich und vor allem daran, dass es dir bald besser geht, denn das wird es! Das verspreche ich dir! Lass‘ dir helfen!

    Ganz lieben Gruß :-*

    Cat

  21. Hmm…. Ich hab nun lang überlegt ob ich meinen Senf dazu ablassen soll oder lieber nicht… Einerseits um nicht alte Themen und Gefühle aufzuwühlen, andererseits aus Selbstschutz.
    Aber irgendwie tut es gut zu lesen, das man mit solchen Problemen wie du sie beschreibst nicht alleine ist. Und es tut gut, sich mit verständnissvollen Menschen unterhalten zu können (wenn man sich die Kommentare so durchliest..). Ich hoffe du kannst mir verzeihen 😉
    Mir geht es momentan nämlich ziemlich ähnlich. Ich bin seit 2 Monaten krankgeschrieben, unter anderem aus Stressgründen. Und ständig darf man sich so nette Kommentare anhören wie „Den sehen wir eh nicht wieder“ oder „Das fette Schwein hat einfach nur kein Bock zu arbeiten!“… Andererseits wird man im Krankenstand zur Firma beordert unter androhung rechtlicher Konsequenzen um eine CD zu suchen, die sich irgendwann mal an meinem Arbeitsplatz befanden haben sollte. Anschließend wurde dann versucht mich zur Unterschrift eines Aufhebungsvertrages zu nötigen… Aber nicht mit mir.
    Und mehr schreibe ich jetzt hier nicht, ich bin mir nicht sicher ob das nicht zufällig die falschen Leute lesen könnten.

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