Hexenjagd


Himmel, dass ich AUSGERECHNET DEN mal verteidige…

Aber im ernst: Die Hexenjagd gegen Karl-Theodor v. Guttenberg hat begonnen. Es steht der Verdacht im Raum (der derzeit durch nichts als freischwebende Behauptungen bestätigt ist), dass er in seiner Dissertation abgeschrieben haben soll.

Wir haben in Deutschland die Unschuldsvermutung, also gilt jeder erstmal als unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen wurde.Und das hat auch für einen Herrn zu Guttenberg zu gelten.

Bei Doktorarbeiten gibt es hierzu den sog. Plagiatsausschuss, der sich die in Frage kommende Arbeit ansieht und dann entsprechend handelt. Ist es ein Plagiat: Einstampfen. Ist es keins: Rehabilitation.

Aus gutem Grunde gibt es keine Bürgerwehren oder Blockwarte, die für Ordnung sorgen. Denn fließend ist hier der Übergang von rechtmäßigem Handeln zum Lynchmob. Und Lynchjustiz ist das, was gerade beim „GuttenPlag-Wiki“ passiert. Da wird jeder aufgerufen, sich die Doktorarbeit von Herrn v. Guttenberg durchzulesen und auf Plagiate hin zu untersuchen.

Die erste Frage die ICH mir gestellt habe, war aber: Wem nutzt es? Wer kommt auf die abstruse Idee, eine über 400 Seiten starke Dissertaion „mal eben“ auf Plagiate zu prüfen? Ich mein, das Ding ist durch die Ausschüsse gegangen, es wurde vom Doktorvater für gut befunden, ein Professorenausschuss hat das Ding für außergewöhnlich gut befunden, sonst wär kein summa cum laude dabei rumgekommen.

Also: Wer hat ein Interesse daran, dass das persönliche Ansehen von Herrn Guttenberg in den Dreck gezogen wird.

Als erstes fällt mir Seehofer ein – für den ist Guttenberg eine Bedrohung. Es ist abzusehen, dass der ungeliebte Seehofer in Bayern demnächst für ihn Platz machen muss.

Direkt danach, so dicht, dass sie ihm schon auf den Hacken steht, ist Angela Merkel. Die Dame wirkt sehr blaß – sie fällt als Regierungschefin mal so gar nicht auf. Eigentlich wirkt das Berliner Kabinett seltsam konturlos: Jeder Minister macht, was er will, sei es ein Niebel, ein Rösler oder eben das dynamisch-doofe Duo Schröder/v.d.Leyen, jeder setzt sich in Szene. Und Frau Merkel wartet ab und läßt ihre Schätzchen an der langen Leine solange laufen, bis sie sich daran aufhängen.

Nur Guttenberg ist ihr nicht auf den Leim gegangen – und plötzlich steht aus heiterem Himmel der Vorwurf einer plagiierten Dissertation im Raum und ganz viele selbst ernannte Blockwarte lesen auf einmal Schnipsel der Dissertation, die sie *irgendwoher* bekommen haben um zu „prüfen“ ob da noch mehr Plagiate sind.

Schauen wir doch mal, wer als erstes was dazu veröffentlicht hat. Die Süddeutsche Zeitung und die FAZ waren die ersten, die den Stein ins Rollen gebracht haben.

Ein Artikel in der Süddeutschen ist da sehr aufschlußreich. Ich persönlich weiß ja nicht, was ein Jurist so in seiner Freizeit treibt, aber die Formulierung „hat bei einem Glas Rotwein zufällig die Plagiate entdeckt“ hat doch schon was atemberaubendes. Liebe Leute, wen wollt ihr eigentlich verarschen?

Andreas Fischer-Lescarno hat nicht „zufällig“ bei einem Glas Rotwein die Plagiate in einer 475-Seiten-Dissertation gefunden, er dürfte gezielt danach gesucht haben. Die Frage ist, warum jemand danach sucht. Er wollte eine „Rezension“ schreiben.

Hm – und hier geht zugegebenermaßen die Spekulation los, ich bin kein Wissenschaftler, ich bin Otto-Normal-Verbraucher. Und als solcher nehme ich bei einer Dissertation, die summa cum laude durch die Prüfung gegangen ist, nicht an, dass es sich um ein Plagiat handelt. ES SEI DENN – ich suche von Anfang an danach oder die Dissertation ist so grottenschlecht, dass von einem Schimpansen mit Baumschulabitur hätte stammen können und ich habe das dicke Gefühl, dass da was nicht stimmt.

Genau darauf beruft sich der Rezensent ja jetzt auch. Trotzdem ist die Geschichte mit dem Glas Wein und dem Zufallsfund ein bisschen zu dick aufgetragen, als das sie hätte stimmen können.

Aber das passt zur Hexenjagd, die gerade im Gange ist. Plagiate sind so offensichtlich, dass man sie bei einem Glas Wein problemlos beim Zufallsgoogeln findet.

Fazit:

Ich weiß derzeit nicht mit Sicherheit, ob an den Plagiatsvorwürfen auch nur irgendetwas dran ist. Das werde ich erst wissen, wenn der Plagiatsausschuss der Uni Bayreuth etwas dazu gesagt hat – und möglicherweise gehandelt hat.

Plagiate gerade bei Dissertationen sind auch nichts, wo man einfach drüberstehen kann. Eine Dissertation soll beweisen, dass der künftige Doktor das Fach, in dem er seine Arbeit abliefert, beherrscht. Sie soll beweisen, dass er sich Gedanken gemacht hat über das, worüber er schreibt und dass er in der Lage ist, aus verschiedenen Quellen eigene Schlüsse zu ziehen. So definiere ich für mich den Titel „Doktor“. Summa cum laude heißt, dass er diese Fähigkeiten in überragendem Maße besitzt. Eine gute Doktorarbeit erweitert die Sicht auf die Welt und gibt Alternativstandpunkte vor.

Plagiatoren hingegen verfügen nur über eine einzige Fähigkeit: Sie können Quellen suchen und die zusammentragen. Eigene Gedanken? Andere Standpunkte und die verteidigen? Fehlanzeige.

Darum ist ein Plagiat kein minderschweres Verbrechen. Es ist nichts, wo man leise lächelnd sagen kann „so ein Hallodri“. Plagiatoren dürfen keine Doktortitel bekommen.

Aber: Die Entscheidung ob und was ein Plagiat ist, obliegt allein der Uni Bayreuth, deren Reputation auch auf dem Spiel steht. Und sie allein hat in den entsprechenden Gremien zu entscheiden, ob es sich um ein Plagiat handelt oder nicht.

Nicht ein heulender Lynchmob, der aus persönlichen Gründen, eben weil man die Person v. Guttenberg nicht leiden kann, alles sucht, um ihn zu diskreditieren. Ich mag ihn auch nicht, aber ich respektiere ihn als Menschen. Und gerade im GuttenPlag fehlt dieser Respekt völlig.

So geht man mit Menschen nicht um. Feierabend. Und Pfui über die Schmutzwerfer im GuttenPlag. Widerlich und auf Bildzeitungsniveau ist das.

Veröffentlicht am 17. Februar 2011, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 39 Kommentare.

  1. Die abgeschriebenen Teile sind erheblich, darf man den Gegenüberstellungend er SZ glauben.

    Und die böse Absicht, wem es nutzt, wem es schadet liegt neben der Sache. JEDER will, wenn er in dem Gebiet arbeitet der die Doktorarbeit des Verteigungsminsters umfasst, natürlich IHN zitieren.

    Guttenberg ist nummal ein VIP. Da muss man vorsichtiger sein.

    • War er das schon in dem Maß, als er die Arbeit abgegeben hat?
      Außerdem: Eine Doktorarbeit unterliegt der Publikationspflicht. Also kann sie jeder lesen. Also schon großer Zufall, dass es „ausgerechnet jetzt“ auffällt…

      • Er hat sie im Büro mehr oder weniger „nebenbei geschrieben“ und sich dabei durchaus auch seiner besonderen Möglichkeiten (z.B. zur Recherche) bedient, die ihm in seiner Funktion zur Verfügung standen. Die Arbeit ist noch nicht sehr alt.

        • Ich denke vor 4 oder 5 Jahren war das Promotionsdatum, wie lang ist er Minister?

          • Da war er Abgeordneter mit dem dazugehörigen Bürokrams halt.

            Und – mal so unter uns: Er ist nicht der erste und nicht der einzige, der den Schreibdienst für seine Dissertation genutzt hat. Oder den Recherchedienst. Oder andere Einrichtungen der Abgeordneten.

            Das ist schon immer so gewesen: Promoviert ein Politiker, hat er umfangreiche Ressourcen, auf die er zurückgreifen kann.

            Und ich persönlich halte das auch für in Ordnung, die promovieren neben dem „Hauptjob“ Minister oder Abgeordneter. Und wer das für Laujobs hält, kann ja mal in die Sitzungslisten gucken. Die haben nen ziemlich engen Terminplan und der hat Priorität. Die Dissertation hat aber Abgabetermine.

            Und um das halten zu können wird dann eben der Schreib- / Recherche- /Etc.-Dienst in Anspruch genommen.
            Geht soweit ok – die Aufregung darüber kann ich mal so gar nicht verstehen.

            • Meinetwegen sollen sie auch nutzen, was geht, aber der Text sollte schon komplett vom Doktoranden stammen, tut er aber oft genug nicht (womit ich dies Guttenberg hier ausdrücklich _nicht_ unterstelle!).

              Aber eine Dissertation hat in der Regel _keinen_ Abgabtermin, die kann man auch noch mit 90 abgeben, wenn der Doktorvater dann noch lebt 😉

              Ich frage mich allerdings, warum die Politpromis _überhaupt_ alle unbedingt promovieren müssen, wenn sie doch eh nie mehr vorhaben, wissenschaftlich zu arbeiten. Der Doktorgrad ansich ist doch, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, eher ein nutzloses Anhängsel, und der (angebliche) Nachweis wissenschafltich arbeiten zu können, ist für einen Berufspolitiker kaum ein Nachweis besonderer berufsspzifischer Kompetenz. Da wüsste ich andere Qualifikationen, die ich nützlicher fände.

  2. Sehe ich ähnlich wie du. Seltsam, dass das auftaucht, nachdem er immer erfolgreicher und beliebter wurde… Selbst die ganzen Affären (komisch, dass sich plötzlich so viele Offiziere und Unteroffiziere an die schwere Rekrutenzeit erinnern…) haben ihm politisch nicht geschadet, da muss sich doch was finden lassen. Erinnert mich fatal an die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Julian Assange…
    Zum Thema selbst:
    Eine Dissertation hat eine ellenlange Quellenliste, wahnsinnig viele Fußnoten und Querverweise. Zitationen und Behauptungen, die sich auf Forschung oder Publikation anderer beziehen, sind zu kennzeichnen. (Upps. Das hat mir mal mein Professor gesagt, und sicher auch irgendwo auf eine Folie geschrieben. Treibe ich jetzt Plagiatismus, wenn ich das ohne Quellennachweis hier schreibe?)
    Hm. „[…] denen ein sauberer wissenschaftlicher Nachweis fehlte.“ schreibt die SZ. Ein _sauberer wissenschaftlicher_ Nachweis, das kann auch heißen, unvollständig oder nur an anderer Stelle auf die Quelle verwiesen, bei einer zweiten Zitation aber die Nennung der Quelle vergessen.
    Und nein, wenn es nicht aus einem sehr bekannten oder dem eigenen Werk ist, erkennt man eine solche Quelle nicht „nur so“ beim argentinischen (wichtige Tatsache! Mit einem Italiener hätte es nicht geklappt!) Wein. Da sucht man.
    Ich gebe auch zu, wenn sich jemand geschickt an meinen älteren Veröffentlichungen bedient, kann ich den betreffenden Text lesen, ohne es zu bemerken. Ebenso ist es mir schon passiert, dass ich – nachdem ich Fachliteratur intensiv studiert habe, beim Excerpieren Formulierungen oder Sätze teilweise übernommen habe ohne es bewusst zu kopieren. Verarbeite ich u.a. das Excerpt später zu einer wissenschaftlichen Schrift, kann es so passieren, dass ich Text unabsichtlich kopiere… Ich Plagiarist!

    Und ja, eine Doktorarbeit soll zeigen, dass man sich auskennt, es soll das Ergebnis eigener Forschung/Entwicklung/Studien sein, aber es soll sich insbesondere auch mit dem Stand der Wissenschaft zum Thema umfassend auseinandersetzen. Und damit kommt man um Zitationen etc. nicht herum – mit allen Fallen, die sich hier stellen.
    Und ich glaube auch, dass sein Doktorvater sicher vorher ein „echtes“ Plagiat erkannt hätte – denn Plagiat heißt meines Erachtens auch, sich Arbeit zu sparen, indem man die Gedanken der anderen abschreibt, ohne sich selbst welche zu machen.
    Vergesse ich aber beim Zitieren eine Quellenangabe oder übernehme aus oben geschilderten Gründen eine Formulierung, ist das sicher nicht toll, aber kein Plagiat.

    Ich bin gespannt auf den Ausgang. Und wie war das? „Etwas bleibt immer hängen“? (Quelle? Fällt mir gerade nicht ein. Verliere ich jetzt meinen Job?)

  3. Nun es geht ja nicht in erster Linie um Plagiate sondern darum, dass Herr Guttenberg nicht ordentlich zitiert bzw. Zitate nicht als solche kenntlich gemacht hat, und das steht anhand der vorliegenden Belege zweifelsfrei fest. Und es geht auch nicht unbedingt darum, ihm desahalb den Doktortitel abzuerkennen, den darf er meinetwegen gern behalten und sich an den Hut stecken, genauso wie ich es mit meinem tue. Die Diskussion um Doktortitel oder nicht ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt in der tat überflüssig.

    Aber die Einleitung einer Dissertation mit einem bis auf eine einzige Zahl wortgleichen Zitat zu beginnen und dies nicht als Zitat zu kennzeichnen, ist ein schwerer Formfehler und wenn absichtlich geschehen eine Frechheit, zumal man die Einleitung in der Regel mit wichtigen Dingen beginnt. Und schon allein aus diesem einen Grund, es gibt noch mehrere, hätte die Arbeit niemals mit summa cum laude bewertet werden dürfen. Ich kenne Dissertationen, die wegen keinerer Fehler abgewertet wurden. Jeder Jurastudent im 1. Semester, der in einer Hausarbeit einen Fehler beim Zitieren macht, kann die Arbeit in die Tonne kloppen, da muss diese Anforderung an die Form erst recht für eine als ausgezeichnet bewertete Dissertation gelten.

    Guttenberg beruft sich darauf, dass „die Arbeit eventuell fehlerhaft gesetzt sein könnte“, also hat er sie offenbar nicht selbst gesetzt.
    Nun, einem vielbeschäftigten Mann wie Guttenberg mag man ein Schreibbüro zugestehen, auch wenn die beteiligten Schreibkräfte vielleicht für andere Zwecke vorgesehen und bezahlt wurden. Trotzdem bleibt er als Autor der Dissertation für jedes publizierte Wort und die gesamte Form verantwortlich und ist verpflichtet, dass, was da veröffentlicht wird, vor der Drucklegung gewissenhaft zu prüfen, das gilt auch für das Vorhandensein von Anführungszeichen und ordnungsgemäßen Fußnoten. Und da hat er angesichts der Menge der falsche oder nicht als Zitate gekennzeichneten Stellen ganz offensichtlich schwer geschlampt. Daher ist es ganz abgesehen davon, ob ihm der Plagiatsvorwurf zu recht gemacht wird, was in der Tat von einer unabhängigen Kommission zu prüfen wäre, nicht einsehbar, dass diese Arbeit mit der Bestnote bewertet wurde. Und zumindest diese Schlamperei hat er zu vertreten, und die passt nicht zu seinem bemüht sauberen Auftreten. Damit bekommt natürlich auch die Bewertung durch den Doktorvater einen haut gout. Das dürfte aber sicher kein Einzelfall sein, man bewertet einen Politpromi eben nicht unbedingt schlechter als 1+. Dass es nun ausgerechnet Guttenberg trifft, ist vermutlich eher Zufall, auch wenn er es durch sein Auftreten schon provoziert hat, dass man ihm besonder scharf auf die Finger sieht.

    Dass die Dissertationen der politischen Elite sich inhaltlich oft hart an der Grenze des Erträglichen bewegen hat bereits in den 80ern ein damals aufgeflogener Ghostwirter in einem recht unterhaltsamen Buch dargelegt (Achim Schwarze Dünnbrettbohrer in Bonn. Aus den Dissertationen unserer Elite; Eichborn 1984). Aber das tut in diesem Falle nichts zur Sache. Fakt ist, dass man für seine Dissertation und sämtliche Fehler, auch Formfehler, darin einzig und allein selbst verantwortlich ist.

    Ich kann in der ganzen Geschichte keine Hexenjagd erkennen. Außer dass man vielleicht nicht immer schon von Plagiat reden sollte, bevor feststeht, dass die unterlassenen Kennzeichnungen Kernaussagen seiner Arbeit betreffen. Mit dem, was bisher an Formfehlern zweifelsfrei feststeht, hat er sich auf jeden Fall Saubermann bereits ordentlich blamiert.

    • Ich gebe Dir Recht, dass solche Formfehler nicht passieren dürfen. Über die Note kann ich keine Aussage machen, ich bin kein Jurist.
      Ich finde nur den Zeitpunkt… äh… auch verdächtig.
      Und Anfangs hieß es auch „kleinere Passagen“ und „nicht als Zitat gekennzeichnet“ – inzwischen hört man in den Nachrichten „in weiten Teilen kopiert“ usw. – und das wiederum glaube ich nicht wirklich…

  4. Behaltet die Tippfehler, ich hab grad meine Tippfehlertage.

    • Hat hier irgendjemand was gesagt? *eigeneTippfehlerhinterwerfend*

      • Ich berichtige euch die Tippfehler mal, ja? Dann muss keiner in Sack und Asche gehen – Service des Hauses und kost nix extra 😉

        Ich sage ja auch nicht, dass das ganze astrein ist – nur: Bitte abwarten, was die entsprechend dazu befugten (!) Stellen sagen. Die können die gesamte Arbeit prüfen, die wissen, was zu machen ist. Befugte Stellen deshalb, weil man gerade dazu eine spezielle Ausbildung braucht und im Wissenschaftsbetrieb arbeiten muss. Sonst geht man von völlig falschen Voraussetzungen aus.

        Aber gerade dieses Wiki, wo man die „Plagiate“ sammelt, ist unsäglich doof und das ist in der Tat eine Hexenjagd. Aus diesem Wiki stammt übrigens auch die Medienaussage „in weiten Teilen abgeschrieben“.

        Das Wiki ist das niedrigste, was Menschen grad zu bieten haben und in der Tat eine Hexenjagd.

        • Also _ich_ habe dir da nicht widersprochen… 😉

          Gerade auch deshalb meine lange Ausführung über Zitation und Plagiat. Ich bin zwar kein Jurist, habe aber täglich mit wissenschaftlichen Texten zu tun – und ganz ehrlich – manchmal liest sich (eben durch dieses „Überkreuzzitieren“ und „-referenzieren“) die eine Publikation zum gleichen Thema wie die andere… trotzdem keine Plagiate, da ja nur zitiert und referenziert wird…
          Ach ja – diese Wissenschaftszirkel sind eh eine sehr inzestiöse Angelegenheit…

        • Das Wiki ist in der Tat völliger Blödsinn unt alleruntertes Niveau, aber die sind mir auch relativ schnuppe.

          Man muss auch immer ein wenig zwischen den naturwissenschaftlich/technischen Fächern und den Geisteswissenschaftlern unterscheiden, bei denen korrektes Zitieren und Verfußnotwurschteln eine weit höheren Stellenwert einnimmt als bei den „echten“ ;-P Wissenschaftlern.

          Naja, objektiv ist da sowieso nichts mehr zu machen. Die Bayreuther Juristen werden einerseits um Schadensbegrenzung bemüht sein und an Guttenberg wird andererseits ein mehr oder minder großer Fleck hängen bleiben, egal was dabei rauskommt, das ist das Los der Politprominenz.

          • Und für das „Hängenbleiben des mehr oder minder großen Fleckens“ (sinngemäß hoffentlich von mir so richtig verstanden, drkall, und in zitatähnlicher Form hier nochmal niedergeschrieben 🙂 ) kriegt der „Saubermann“ doch genug „Entschädigung“, sprich Ministergehalt usw. usf.
            Da kann man ja wohl mal die Teflonhaut von waschen lassen, oder?

            • Neid hilft auch nicht weiter, Schubbel. Der hat das gleiche Recht und die gleiche Pflicht wie du und ich, dass seine Dissertation, wenn Fragen aufkommen, von den dazu zuständigen Stellen geprüft wird. Und er hat dann natürlich auch die entsprechenden Konsequenzen zu tragen.

              Wer macht eigentlich ein Wiki zu Frau Schröders Dissertation auf? Oder zu Herrn Röslers? Die sind doch mindestens genauso entstanden wie die von Guttenberg. Aber nach denen kräht kein Hahn. Warum?

              Keine Gefahr für Merkel und Seehofer, die wissen, wem sie ihre Karriere zu verdanken haben *würg*

              • Die Diss vom Merkel ist ja auch schon auseinandergenommen worden, das ist aber natürlich bei Physikern etwas schwieriger .
                Nachdem er sich 1984 mit den Bonner Größen unter den geisteswissenschaftlichen Doktores (mehr inhaltlich als plagiativ) beschäftigt könnte Schwarzer (der ACHIM nicht der Alice) sich ja mal mit den Ergüssen der Berliner Prominenz beschäftigen. Wäre bestimmt amüsant.

                P.S. Der Artikel war Absicht.

              • @kall: 😀

              • Neid?
                Lieber verdiene ich auf ehrliche Weise durch meiner Hände und meines Kopfes Arbeit mein bißchen Geld.
                Und meine Zeugnisse kann gerne jeder auseinandernehmen.
                Nur habe ich im Gegensatz zum Wissenschaftsbetrieb keine Pflicht zur Veröffentlichung und habe mir meine „Titel“ nicht „nebenbei“ erarbeite(t)n (lassen).
                Sorry, aber ich halte Herrn v.+ z. G. schlicht für eine mediengeile Politluftpumpe der gerade ein heftiger Gegenwind ins Gesicht bläst. Substanzloser , aktionistischer Schwätzer, mehr ist er nicht. Politiker halt.
                Wahrscheinlich hat er irgendjemandem etwas zu fest auf die Füße getreten.
                Mal schauen wo er in einem Jahr steht, wenn ich mich bis dahin überhaupt noch für ihn interessiere.

              • Um es mal deutlich zu sagen: Ich mag den nicht. Ich find den aalglatt und abstoßend. Ich kann solche Schlipsies nicht leiden, die ihre Arroganz hinter einer absoluten Höflichkeit verbergen.
                Darum bin ich auch so fuchtig. Ich WILL den nicht verteidigen. Aber Prinzipien sind Prinzipien. Und die zieh ich durch. Und die gelten für einen v. Guttenberg genauso wie für dich und mich.

                Was die Dissertation angeht: Dieses GuttenPlag, einberufen von einem Medienwissenschaftler, dient doch nicht eine Sekunde der Wahrheitsfindung. Da gehts um die mediale Hinrichtung eines Menschen – um sonst nix. Gerade weils ein Medienwissenschaftler gestartet hat, der sowas ganz genau weiß und der auch die Konsequenzen genau vorhersagen kann.
                Und es wird auch nicht besser durch das doofe Argument, dass ein Medienmensch mit sowas rechnen muss – das ist doch bescheuert.

                Die Dissertation liegt beim Dissertationsprüfungsdings der Uni Bayreuth. Die können und werden das prüfen. Und gegebenenfalls neubewerten. Dann ist immer noch Zeit, sich aufzuregen und den zu fragen, watt er sich dabei wohl gedacht hat.

                Aber aktuell, wo noch nichts entschieden, noch nichts greifbar ist, allein aufgrund dubioser Zeitungsartikel zu entscheiden, dass das Plagiate sind – und dass das von Leuten entschieden wird, die in der Wertung dieser Dissertation nicht die geringste Kompetenz haben: Abenteuerlich.

                Schwarmintelligenz soll das sein…. super. Ein Kumpel hat Schwarmintelligenz mal so umschrieben: Der Einzelne ist so doof wie ein Eimer Affenkotze, aber sobald er mit ganz vielen Leuten zusammen ist, wird er auf einmal schlau.
                Das verdeutlicht vielleicht, warum ich diesem GuttenPlag, einem eindeutig tendenziösen Wiki mit dem klaren Ziel, jemanden zu vernichten, am liebsten nen Molotov-‚Cocktail in die Server werfen würde. Da haben sich die Widerlinge und Bluthunde des Netzes in gemeinsamen rechtschaffenen Zorn versammelt um den Bösewicht stellvertretend für den gesamten Frust der letzten Jahre zur Strecke zu bringen.
                Bäh.

  5. Normalerweise bin ich mit Medien wie dem DLF relativ einer Meinung – nur daß hier wirklich Hexenjagd betrieben wird, sieht selbst der apolitischste Mensch, wenn er nur ein bißchen Menschenkenntnis hat…

    Alles in allem hast du eine schöne Analyse hier abgelegt, Tantchen. „Gutti“ wurde zuerst in den Himmel gelobt und jetzt, wo der Politiker nicht mehr durch die Median „kontrollierbar“ ist, versuchen Sie ihm die Krone wieder runter zu reißen. Und das vorher mit „normalen“ Fallstricken nicht ging, nun sowas…

    Man kann halten vom Freiherrn, was man will: was im Moment abgeht ist gelinde eine Sauerei. Schauen wir mal, was das weiter wird.

  6. Sorry Tante Jay u.a.

    In diesem Fall muss keiner warten, was irgendeine Kommission sagt. Sofern man der SZ (die die Texte vergleicht), der NZZ (deren Text kopiert wurde) und der FAZ (deren Text auch kopiert wurde) vertrauen kann, hat der Herr (jetzt-noch-)Doktor abgepinnt. Die Doktorarbeit ist öffentlich einsehbar, die Zeitungsartikel sind einsehbar – jeder kann das überprüfen und jeder sollte das auch überprüfen. Dazu braucht man auch keine wissenschaftliche Ausbildung. Das hätte auch der Doktorvater herausfinden können, so er denn die Doktorarbeit gewissenhaft betreut und bewertet hätte. Hat er aber wohl nicht, falls ihm die kopierten Stellen nicht aufgefallen sind.

    Guttenberg musste allerwahrscheinlichkeit vor Abgabe der Dissertation eine Eidesstattliche Erklärung abgeben, mindestens aber eine ehrenwörtliche Erklärung. Ersteres ist keine Kavaliersdelikt wie bei Rot über eine Ampel gehen, sondern eine handfeste Straftat; zweiteres immerhin eine verächtliche Haltung gegenüber der Abgabe eines Ehrenwortes (andere hatten immerhin soviel Schamgefühl, dass sie ihrem Leben in einer Zürcher Badewanne ein Ende setzten). Unrechtsbewusstsein bei Herr von und zu: bis jetzt NULL, nicht vorhanden.

    Und zum „ausgerechnet jetzt“. Ja was ist denn ausgerechnet jetzt? Die kommenden Landtagswahlen? Die badenwürttemberger Bürger interessiert es eine feuchten Kehrricht, wenn ein Bayer im privaten Bereich Mist baut. Der Krieg in Afghanistan? Steht Guttenberg vor einer „politischen Beförderung“? Steht irgendeine wichtige Entscheidung an? Nix dergleichen ist irgendwie relevant, dass man Guttenberg gerade jetzt an Bein pinkeln müsste. „Ausgerechnet jetzt“ ist einfach nur zufällig jetzt; irgendwas ist doch immer.

    In diesem Fall geht es um Verantwortungs- und Amtsträger, die ihren eigenen moralischen Ansprüchen nicht gerecht werden; die glauben, über den Gesetzen zu stehen und damit durchkommen zu können. Und das empört die Bürger zurecht.

    Das ganze ist keinesfalls mit einem Lynchmob zu vergleichen, denn dieser „Mob“ spricht kein „Recht“, sondern Teile der Bevölkerung empören sich. Empörung ist das, was den Bürger zwischen den Wahlen bleibt, wenn er Fehlverhalten der Politiker (oder anderen gesellschaftlichen Gruppen) erkennt (oder zu erkennen vermutet). Empörung ist auch ein Anfang, Veränderungen in Gang zu setzen.

    • Ich könnte jetzt mal erklären, dass „allerwahrscheinlichkeit nach“ nicht unbedingt eine gute Grundlage für handfeste Beweise sind. Außer vielleicht, wenn man bei der Bild arbeitet. Da gehts auch noch ne Stufe drunter.

      Ich könnte des weiteren mal erklären, dass „ausgerechnet jetzt“ schlichtweg bedeutet: Kundus ist an ihm abgetropft, Umbau der Armee auch. Gorch Fock hat ihm nix anhaben können, politisch ist er weiterhin gefährlich für Merkel und Seehofer – der wird die beerben, wenn die nix machen. Und da kommt jetzt, wo das Drama um die Gorch Fock weitestgehend ausgestanden ist, die Dissertation „rein zufällig aufgrund einer Rezension“ ins Spiel? Bisschen viel Zufälle für meinen Geschmack, vor allem, wenns um die Merkelsche geht, die nach wie vor mehr politische Leichen im Keller hat als die Mafia in einem Betonfundament.

      DAS ist ausgerechnet jetzt – es kommt keine Ruhe rein. Kaum ist die eine Guttenbergsau durchs Dorf gelaufen wird sofort der nächste Skandal hochstilisiert. Und wohlgemerkt: DAS Theater hats bei der Schröder, die ebenfalls ihre Dissertation hat schreiben lassen, keiner gemacht. Da wurde ein wenig die Augenbrauen hochgezogen, man hat etwas gegrinst, aber letztlich wars bei ihr ein Kavaliersdelikt und bei Guttenberg ein Kapitalverbrechen, so dass man sogar dieses unglaublich schlechte Wiki erstellen musste und eine Horde selbsternannter Doktorentugendwächter sich systematisch über eine Dissertation hermacht? Bei der Schröder wars so, dass jeder gesagt hat, die war kacke – aber das wars auch schon. Bei Guttenberg wird so ein Theater gemacht? Sogar von einem „offenen Aufruf“ ist die Rede, gehts noch hysterischer?

      Und – so nebenbei: Frau Schröder tritt keinen Deut weniger penetrant auf. Im Gegenteil, wenn man sich das dumme Geschwätz von der mal anhört, fragt man sich allen ernstes, wie die das Abitur geschafft hat. Wahrscheinlich hat sie das auch via Ghostwriter erledigt.

      Es ist diese Ungerechtigkeit, die mich so auf die Palme bringt, es ist diese unglaubilch üble Blockwartmentalität, die mich sauer macht – und es ist einfach diese Selbstgerechtigkeit, mit der jetzt alle über diese Dissertation herfallen, als ob es keinen Morgen gibt.

      Es gibt einen Haufen sachlicher Angriffspunkte bei dem Herrn – nicht zuletzt aufgrund seiner Ehefrau. Aber womit will man ihn fertigmachen? Mit seiner Dissertation, die direkt auf seine persönliche Reputation zielt. Das ist gezieltes Fertigmachen, keine sachliche Auseinandersetzung – bei der haben nämlich alle seine Gegner aufgrund eigener Dämlichkeit den Kürzeren gezogen.

      also komm mir nicht so, mein Freund, da muss schon mehr bei rumkommen. Zumal ich es absolut ekelhaft finde, dass man, um „besser prüfen zu können“ den Verlag auffordert, die Dissertations-PDF mal frei zugänglich zu machen. Wenn ihr schon jemanden ans Bein pissen wollt, so habt wenigstens den Anstand und kauft die Klorolle.

      Überlasst doch bitte die Prüfung der Uni Bayreuth. Die werden das schon hinkriegen. Der Plagiatsausschuss weiß doch nach dem Theater sehr wohl dass bei der Prüfung genau hingeguckt wird. Herr zu Guttenberg hat jetzt 2 Wochen Zeit für ne Stellungnahme – und die sollte man ihm verdammt noch eins auch lassen.

      Und dieses unsägliche „Amtsträger, die ihrer eigenen moralischen Ansprüchen nicht gerecht werden“. Jo klar. Wird der Seehofer nicht, wird die Merkel nicht (kannse nicht, die hat keinen erkennbaren moralischen Anspruch), hat der Steinmeier nicht, der Trittin hatte das mal, ist aber inzwischen auf dem Müll des Statuserhaltes entsorgt, das haben so einige nicht. Was ich vermisse, ist aber: Es wird auch von denen nicht eingefordert. Nur von Guttenberg muss auf einmal 1000% geben, weil man das von ihm erwartet? Bisschen viel und hat sehr viel Geschmäckle von enttäuschter Heldenverehrung.

      Es IST ein Lynchmob. Wenn ihr euch zusammentut um eigenmächtig weitere Plagiatsstellen zu finden, dann IST das Lynchjustiz. Ich hab mir die Kommentare mal angesehen in diesem Wiki – und eins ist mir sehr wohl aufgefallen: Die meisten Kommentatoren hatten nicht mal genug Rechtschreibkenntnisse und Bildung, dass es für ein Baumschulabitur reichte. Auffällig waren da wirklich diejenigen, die am meisten gegen die Person Guttenberg gewettert haben.

      Und das, mit Verlaub, ist zum brechen. Persönliches gehört in diese Prüfung nicht rein – und diese Grenze ist in dem Wiki lange überschritten. Hier wird was gesucht, wie man jemandem persönlich was ans Zeug flicken kann – und ich nehme mir die Freiheit heraus, dass widerlich zu finden.

      • Da bleibt eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, Tantchen!

      • Herzallerliebste Tante:

        Dein „Ihr“ und „mein Freund“ kannst Du Dir sparen. Zu der Wiki-Geschichte habe ich mich nämlich gar nicht geäußert. Aber schieb mir das ruhig in die Schuhe – SOWAS ist Lynchmob (allerdings noch ohne Mob). Und wenn mann Seehofer und Merkel nicht kritisiert, dann darf man zu Guttenberg auch nicht kritisieren? *lach*

        Merkwürdiges Rechtsverständnis. Aber scheinbar ist nicht überall die Lehre aus „Animal Farm“ angekommen. Viel Spass noch mit dem armen Gutti.

        Und immer schön im BILD bleiben!

  7. Tja – der Karl Theodor – da hat er’s jetzt geschafft, dass ihn (fast) ganz Deutschland liebt – mich persönlich möchte ich da allerdings ganz klar ausschließen, ich mag ihn nicht! – und da holt doch einer ’ne Dissertation hervor, bei ein wenig geschlampt wurde. Denn genau das wird’s gewesen sein, man hat Texte gefunden, übernommen und vergessen, sie als Zitat zu kennzeichnen. Dass solches allerdings in diesem Ausmaße passierte, ist, meines Erachtens nach, bedenktlich. So etwas sollte nicht vorkommen. Aber mal schauen, was da jetzt rauskommt, was er sagt, warum er da anscheinend(!) so geschlampt hat. Ich stelle mal die Möglichkeit in den Raum, dass evtl. die eine oder andere Zeitung abgeschrieben haben könnte (kann man ja dann anhand der Veröffentlichungsdaten sehen, denke ich, wer da von wem „abgeschrieben“ hat).
    Wir wissen’s also noch nicht so ganz genau – aber der Mensch ist Minister, steht im Rampenlicht (ist IMHO ’ne Rampensau) und trägt Verantwortung – da kann es einem schon mal passieren, dass einem ein anderer übel will. Da mus er jetzt durch oder, falls es wirklich so schlimm sein sollte, mal über Konsequenzen nachdenken. Zurücktreten geht ja leider nicht – er ist von der Union.

  8. Obwohl ich kein Fan von KTvG bin, teile ich deine Gedanken.
    Bei uns war heute in der regionalen Tageszeitung ein Interview mit einem Berliner Professor, der auch in einer Plagiatskommission (oder wie das heisst) ist und er bewertete es so: wenn es bei den bisher bekanntgewordenen 3-4 Stellen bleibt, wird es wohl als „unbeabsichtigt“ und „Zitatkennzeichnung vergessen“ bewertet und nicht als Plagiat. Dafür wären längere Passagen über mehrere Seiten nötig…

  9. So, jetzt mal mein etwas anderer Gedankengang, aber im Sinne von Tante Jay.
    (Hoffe ich das ich die Intention richtig verstanden habe…)
    Weg von Guttenberg, hin zum allgemeinen Verhalten und der Schwarmintelligenz:
    Früher wurde „Big Brother“ gefürchtet.
    Quatsch, sage ich.
    Es kam viel schlimmer.
    Wir haben die (pseudo-)moralische Herrschaft eines Heeres von ganz vielen „Little Brothers“.
    Schönes Wochenende.

    • Und Big Brother noch dazu (die Little Brothers gab’s schon immer 😉 )

      • Und die „Little Brothers“ nennen sich Blockwart, Hausmeister, Nachbar…usw. usf.
        Mir sind Fanatiker gleich welcher Ausprägung zuwider.
        Und nix anderes sind diese Heerscharen von „Little Brothers“, für die das Internet eine ideale Plattform darstellt, sowohl zur Selbstdarstellung als auch zum Draufhauen auf welches Opfer auch immer.
        Zum Glück gilt rechtlich immer noch die Unschuldsvermutung, obwohl uns immer öfter in Presse, Funk, Internet und Fernsehen vor Augen geführt wird dass Vorverurteilungen gerade „en vogue“ sind.
        V. u. z. G. mag ich trotzdem nicht, aber das ist ein anderes Thema.

  10. Lochkartenstanzer

    Nachdem sich einige Webseiten schon damit beschäftigen und inzwischen schon dutzende Stellen nachgewiesen wurden, die ohne Kennzeichnugn Zitiert wurden, ist ein Fehlverhalten von Guttenberg kaum abzustreiten.

    Wenn man mitbekommt, wie die Titelvergabe i.A. läuft, wundert es einen nicht mehr. Und daß die Kommision in Bayreuth da ein Fehlverhalten findet halte ich für unwahrscheinlich, weil da der Doktorvater von Karli selbt in der Kommission sitzt. Der müßte dann zugeben, daß er selber geschlampt hat.

    Wenn man einen kleinen Einblick in die System der Seilschaften und Korruption bei der Titelvergabe bekommen will, kann man ja z.B. bei http://www.forschungsmafia.de vorbeischauen. Dort wurde z.B. auch die Doktorarbeit von Steffani auseinandergenommen. Es finden sich dort auch weiterführende links.

    PS. Die „Beliebtheit“ Guttenebrgs beruht nur darauf, daß die Springerpresse schreibt, daß er beliebt wäre.

    • Aloha du 🙂
      nochmal: bei mir ist der nicht beliebt. Ich hab auch nie abgestritten, dass es da ein Fehlverhalten gab.

      Nur:
      Das ganze liegt beim Plagiatsausschuß der Uni Bayreuth. Und du kannst mal davon ausgehen, dass man da nu genau auf die Fingerchen guckt, wie die entscheiden. Da steht auch die Reputation der Uni auf dem Spiel. Es geht um 475 Seiten und die Uni hat ihm 2 Wochen Zeit gelassen, auf die Vorwürfe zu antworten.

      Und dieses dusslige GuttenPlag, diese selbsternannten Wikipediablockwarte, die jetzt in ihrer Hysterie und Übereifrigkeit es nicht abwarten können, jemanden zu Boden zu treten, die ignorieren das.

      So wie es gerade aussieht, ist diese komplette Aufgeregtheit doch völlig unnötig. Der liefert sich doch selbst prima ans Messer. Ehrlich gesagt, versteh ich den grad auch nicht richtig, ist der irgendwie betrunken?

      Aber es muss nicht sein, dass jeder, der schon mal ne Kinderfibel in der Hand gehalten hat, sich jetzt anmaßt, Ankläger, Richter und Henker in einer Person zu machen. Das ist nämlich genau das, was da jetzt abläuft: Die mediale Hinrichtung eines Menschen aus niederen Beweggründen.

      Der Betreiber des GuttenPlag ist Medienwissenschaftler, der weiß genau, wie man die Medien für sich nutzt um jemanden fertigzumachen. Der Rezensent, der „zufällig“ bei einem Glas Rotwein über die abgeschriebenen Stellen „gestolpert“ ist ebens.

      Das stinkt gewaltig. Und dass sich die Merkel nu so demonstrativ HINTER ihn gestellt hat, genauso wie der Seehofer, das macht den Geruch nicht besser.

      Die ganze Sache ist nur ausgerollt worden, um den klein zu kriegen. Nicht mehr und nicht weniger. Und weil sie ihm über die anderen Sachen nicht ans Zeug flicken können, machen sies nu darüber.

      Ne sachliche Auseinandersetzung, wo man den Schönling fertigmachen könnte, wär mir, ehrlich gesagt, lieber gewesen. Der hat doch so viele Angriffspunkte und seine Gegner sind zu dämlich gewesen, die Elfmeter zu versenken.

      Und weil man ihm sachlich nicht beikommt (nicht nur wegen der Bildzeitung, die Attacken waren teilweise so kreuzdämlich platziert, dass man sich nur noch an den Kopf packen konnte) gehts nu über die Doktorarbeit. Dieses ganze aufgeregte Gewese drumrum beweists doch.

      Frau Schröder hat nämlich GANZ GENAUSO den Recherchedienst des Bundestages für ihre Arbeit genutzt. Die hat GANZ GENAUSO den Schreibdienst dafür genutzt. Die hat GANZ GENAU DAS GLEICHE gemacht.

      Ich suche noch das SchröderPlag.

      Und genau das macht diese ganze Diskussion so abgrundtief verlogen und verheuchelt. Und ich hasse es zutiefst, dass ich diesen Schönling auch noch verteidigen muss. Aber genau das werden die Leute nie verstehen: Was Recht ist muss Recht bleiben. Ungeachtet der Person und ihrer Vergehen oder ihres Ansehens.

      • Lochkartenstanzer

        Mag ja sein, daß die jetzt bei Guttenberg besonders danach trachten, den kaputtzumachen. Kommt vermutlich auch daher, daß er vorher ganz besonders als der Strahlemann dargestellt wurde, und alle jetzt den vermutlichen Kanzlermörder in spe loswerden wollen.

        Aber zumindest bei forschungsmafia.de wurda auch schon Schröders Promotion unter die Lupe genommen. siehe z.B. http://www.forschungsmafia.de/blog/2010/07/17/uber-den-promotionsbetrug-der-bundesfamilienministerin-kristina-schroder/

        Auch wen Hadmuts Blog doch von vielen gelesen wird, bewirken seine Artikel leider kein so großes Echo.

        Ein Grund warum Karli es so dicke abbekommt, ist vermutlich auch der, daß er seine Libelingsreporter hat, insbesodner bei der Springerpresse udn die anderen dadruch vergrätzt hat. Die rächen sich jetzt natürlich, in dem sie alles haargenau ausbreiten.

        Wie auch immer: Ich bin mit Dir einer Meinung, daß jetzt da eine Hexenjagd veranstaltet wird. Aber das heißt nicht, daß der Guttenberg doch keine Hexe ist.

        • Ne, ne Hexe/Zauberer isser schon. Nur – auch die kann man mit Stil jagen. Nämlich sachlich. Und nicht persönlich, wie es grad wird.

          Und dass das Medienwissenschaftler machen, kann man nicht oft genug betonen. Die wissen, wie man jemandem medial vernichtet. Und das tun die grad.

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