Modernes Zickentum


Frau Ministerin Schröder hat offensichtlich auch eine sehr….fragwürdige Dissertation abgegeben. Sie ist die nächste in einer, wie ich fürchte, sehr langen Reihe, die noch auffällig wird.

Und wie reagiert jemand, wo die Presse mal höflich anfragt, ob man mal Auskunft zu den Vorwürfen geben kann?

Frau Schröder reagiert *sehr* erstaunlich. Sie dementiert nicht, sie sagt genau gar nix. Sie läßt ihre Presseabteilung auf das „private Blog“ von Herrn Kai Diekmann verweisen, wo sie „alles gesagt“ hätte und man könne ja dort abschreiben. Und was steht in diesem Blog? Dass sie sofort mit einem Anwalt reagiert hat. Ah ja.

Frau Schröder, gehen sie. Und nehmen sie Herrn zu Googleberg bitte gleich mit. Wer Arroganz und Zickentum stehen jemandem, der einen etwas fragwürdigen Lebenslauf hat (Kompetenz wars nicht, was sie ins Ministeramt befördert hat, sondern sogenannte Protektion und das wissen sie auch) nicht gut zu Gesicht

Veröffentlicht am 25. Februar 2011, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 16 Kommentare.

  1. Hm, ihr Doktorvater war ja Falter, der sich pinkanterweise auch zu Guttenberg geäußrt hatte z.B. http://www.dradio.de/kulturnachrichten/201102191400/9
    und andere.

    Mal sehen, ob er jetzt auch selbst als Doktorvater einer zweifelhaften Arbeit in die Bredoullie kommt. Macht ruhig immer hübsch so weiter, da warten noch ein paar Dissertationen …

  2. Warum zum Henker können diese „Herrschaften“ nicht einfach ordentlich arbeiten und Nachfragen normal (also mindestens höflich) beantworten?
    Nö – geht nich‘ – man ist ja was besseres!

    Deshalb: Wählt nächstes Mal mich! Ich kann nicht versprechen, dass es besser wird, aber es wird anders!

    (das mit dem Wahlaufruf ist selbstverständlich ein Spaß: ich werde nicht kandidieren oder sowas – also keine Bange 😉 )

    😀

  3. Mich selbst würde ja mal die Qualität der Doktorarbeit von Dr. Philipp Rösler (FDP) interessieren: Einfluss der prophylaktischen Sotalolapplikation auf die Inzidenz des postoperativen Vorhofflimmerns im Rahmen der aortokoronaren Bypassoperation, Dissertation, 2001

    Obwohl ich ja an „einschlägiger Stelle“ arbeite, habe ich noch nicht wahrgenommen, dass die irgendeinen Einfluss in der Medizin hätte.

    Der Minister wurde damals von der Bundeswehr frei gestellt, um seine Doktorarbeit zu schreiben – das hätt ich auch gern.

    • Lochkartenstanzer

      Also inzwischen dürfte wohlbekannt sein, daß Mediziner-Dissertationen i.d.R. kaum die Ansprüche für Diplom oder Seminararbeiten in anderen Disziplinen (z.B. Informatik) erfüllen. Es werden ja auch schon Diskussionen laut, daß man Medizinern den Dr-Titel einfach so geben sollte, weil alles andere ja sowieso eine Farce wäre. In dem oben erwähnten blog gibt es zu diesem Thema auch einige Anmerkungen.

      • Ja, leider ist das so, wobei man allerdings das „i.d.R.“ wirklich betonen muss, es gibt durchaus auch Universitätsmediziner, die ernsthafte und umfangreiche wissenschaftliche Arbeit für ihre Dissertationen geleistet haben. Ich kenne allerdings auch forschende Mediziner, die bewusst auf den Dr. med. verzichtet haben und dann lieber an einem anderen Institut als Dr. rer. nat. promoviert haben, um sich mit einem „ordentlichen“ Dr. zu schmücken.

        • Lochkartenstanzer

          Deswegen schrieb ich ja auch i.d.R., weil ich mir nicht vorstellen kann, daß es medizinische Fortschritte ohne echte Forschung geben kann. Allerdings haben alle promovierten Mediziner, die ich bisher perönlich kenne und nach dem Thema ihrer Dissertation gefragt habe, das o.g. „Vorurteil“ bestätigt.

          • Wir haben bisher genau zwei Doktoren in der Familie:
            Ein Cousin ist Arzt und hat seine Dissertation in einem Semester (!) während des Studiums geschrieben. Das Thema muss ich nochmal nachgucken- aber selbst meine Diplomarbeit war umfangreicher, hinsichtlich des Niveaus kann ich als Nichtmediziner keine Aussage treffen, aber beim Lesen erscheint sie mir zumindest nicht elementar in ihrem Bereich. Er hat „cum laude“ bestanden und arbeitet jetzt an einer Uniklinik als Facharzt.

            Mein zweiter Cousin ist Jurist und hat seine Doktorarbeit neben der Arbeit in einer großen Kanzlei geschrieben (so ein Jahr lang) – und hat dabei die Rechtslage zu einem bestimmten Punkt des Wirtschaftsrechts in D, der EU und USA verglichen. Im Prinzip das zusammengeschrieben, was er eh die ganze Zeit bearbeitet hat. Da sie noch nicht veröffentlicht ist, keine nähere Aussage zum Thema. Er gibt selbst zu, dass eine Diss. in der Juristerei viel mit Literatur- und Quellenrechereche zu tun hat und wenig mit eigener kreativer Leistung.
            OK, wenn Doktor, dann will ich Dr. -Ing. oder rer. nat.
            Mit allem anderen macht man sich ja inzwischen lächerlich…

            • Mit Dr. phil machst du dich bestimmt nicht lächerlich, und mit dem Dr. theol. (der leider auch evangelischerseits den D. ersetzt hat) auch nicht. Das ist ne Schweinearbeit!

        • Jawollja, mein Hausarzt hat auch bewusst auf (s)einen „Dr. med.“ verzichtet. Jetzt ist er „nur“ praktischer Arzt.
          Irgendwelche sinnlose Würmerbeobachtungen zu Dissertationszwecken fand er, äh, sinnlos halt.

  4. Tantchen du fürchtests das es zu einer ganzen reihe kommt? Also ich hallte das ganze für ganz großes Kino (ausgezeichnet mit dem Moviestar)! Frau Doktor Merkels Werk ist ja leider spurlos verschwunden – ob die vielleicht was geahnt hat?

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