Ökostrom


Mhm.

Teuer ist der Ökostrom. Teurer als der Normalstrom.

Mhm. Nö.

Und ich kapier grad die Energieriesen nicht. Nicht mal annähernd. Stromkunden können wechseln, wenns zu teuer wird. Dann gehen die halt zu nem anderen Anbieter. RWE z.b., die hier den Strom liefern, nehmen pro Kilowattstunde geschmeidige 5 Cent mehr als die Alternativanbieter.

Und jetzt wollen die die Preise *noch* mehr erhöhen, dabei sind die Ökostromanbieter zumindest hier in der Gegend schon unschlagbar. Und ich lieg auch noch in einem Gebiet wo die liefern können, was ja halt noch nicht überall der Fall ist.

Die Stromkonzerne müssens jetzt echt mal auf die harte Tour lernen. Und die Mär, dass Ökostrom soviel teurer ist, ist nach dem da, was mir Verivox aufgezeigt hat, nicht mehr so richtig haltbar.

Na dann wechseln wir doch mal den Stromanbieter und stimmen mit den Füssen ab. Und lassen die Stromkonzerne doch ruhig die Preise erhöhen: Bei nem Ökostromanbieter juckt mich das mal so gar nicht. 😉

Veröffentlicht am 23. März 2011, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 24 Kommentare.

  1. Also wir beziehen jetzt seit etwas mehr als zwei Jahren 100% Ökostrom, sagt zumindest der Anbieter. Leider kann man es ja schlecht nachvollziehen, schließlich ändert sich ja tatsächlich nichts, außer der Preis. Faktisch bezahlen wir in der Tat seit dem 50 € weniger im Jahr. Immerhin. Und wir konnten den Anbieter bei Umzug hierhin auch noch mitnehmen.

    Also, für jeden der drüber nachdenkt zu wechseln, ein Versuch ist es wert.

    • Wenn der Markt für Ökostrom größer wird und die Leute nicht mehr den „normalen“ Strom haben wollen, wird bei den Konzernen irgendwann das Umdenken von alleine einsetzen. Großkunden wie Bahn etc. haben da noch größeren Einfluss, nutzen ihn aber nicht.

      Wir Kleinkunden sind in der Masse mächtig. Also mal mobilisieren das ganze. Btw. gibts inzwischen „reine“ Anbieter von Ökostrom, die erzeugen den Strom mit regenerativen Energien und nicht mehr wie „normal“. Und der Grund, dass man nicht herausfinden kann, ob die Volt, die man abnimmt jetzt Ökostrom oder Atomstrom sind, ziehen nicht wirklich.

      • Röchtöch, und wenn die Nachfrage nach schmutzigem Strom in den Keller geht, was macht man dann in der Marktwirtschaft? Man macht ihn billiger. Und was macht man, wenn sich das prdokt dann nicht mehr rechnet? Man stellt die Produktion ein ….

        … hoffentlich.

  2. Der Anbieterwechsel hat zwar noch ein paar Fußangeln, da manche Verträge eher Knebel als Verträge sind, aber an sich ist das mit etwas Recherche kein Problem. Wenn ich könnte, wie ich wollte, wär ich auch schon längst von meinem Versorger weg. Der bietet Ökostom zwar auch zu im Vergleich zum schmutzigen Strom recht günstigen Bedingungen an ist aber insgesamt recht teuer. Der Haken an der Geschichte ist, dass wir eine *schäm* Elektrofußbodenheizung haben. Das war vor mittlerweile mehr als 15 Jahren, als wir gemietet haben, kein Problem, da der Heizungsstrom separat abgerechent wurde und vergleichsweise SEHR billig war. Mittlerweile kostet er (nur schmutzig lieferbar) ca. 75% des Haushalts(öko)stroms und und unsere Stromrechnung hat sich insgesamt in der Zeit mehr als vervierfacht, sodass wir mit den Nebenkosten ca. beim doppelten einer z.B. mit Gas beheizten Wohnung liegen. Nun gibt es vom Anbieter einen kleinen Rabatt für den gemeinsamen Bezug von Haushalts- und Heizungsstrom.
    Das Problem beim Anbieterwechsel entsteht dadurch, dass Fremdanbieter außerhalb ihres Grundversogungsbereiches keine separaten verbilligten Heizungsstromtarife anbieten und man den Heizungsstrom zum Normaltarif kaufen müsste, und DA kann in der Summe auch der günstigste Anbieter nicht mehr mithalten. Ein Umstieg nur beim Haushaltsstroms lohnt sich ebenfalls nicht, da wir dann 1. den Rabatt verlieren würden und 2. sowieso bereits für den Haushalt Ökostrom beziehen. Wir sind also ordentlich in den Ar… gekniffen! DAMALS als die Hütte, in der wir wohnen vor 30 oder mehr Jahren mal gebaut wurde, war Elektroheizung natürlich gaaaaanz toll, vor allem für die Stromanbieter, die das heftigst mitsubventioniert haben, was sich unser Vermieter damals als Bauherr nicht 2 mal hat sagen lassen. JETZT werden alle armen Schweine, die als Mieter leider wenig Einfluss auf die Beheizungart ihrer Wohnungen haben, gnadenlos abgezockt. Und find jetzt im Rhein-Main-Gebiet mal eine bezahlbare Wohnung …

    • Lochkartenstanzer

      Es trifft einen auch als Eigentümer.

      Wir haben Nachtspeicherheizungen (Haus schon so gekauft). Wollten irgendwann mal renovieren und diese rausschmeißen, wenn die Kredite großteils zurückgezahlt sind. Leider hat sich das mit dem renovieren verzögert undwir müssen weiter mit Strom heizen.

      Nun rennen die Klinkenputzer wegen dem Strom usn zwar die Türen rein, aber sobald das Stichwort Nachtspeicherheizung/Zweitarifzähler fällt, rennen sie wieder weg. Damit ist man faktisch dem Energieversorger auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

      Als Mieter hat man ja prinzipiell die Option einfach auszuziehen. Als Hausbesitzer leider nicht, zumindest nicht so einfach wie als Mieter.

      • „Als Mieter hat man ja prinzipiell die Option einfach auszuziehen.“

        Wenn man die entsprechende Kohle hat schon.

        Aber davor steht zunächst mal:
        1. bezahlbare Wohnung finden (Stichwort Rhein/Main) und außerdem muss das mit Kündigungsfrist und Verfügbarkeit passen, sonst ggf. mal einige Monate doppelt bezahlen. ggf. Makler bezahlen müssen
        2. Umzug vorfinanzieren (in 20 Jahren sammelt sich einiges an, was man nicht komplett wegwerfen kann, und wegwerfen ist inzwischen auch nicht mehr komplett umsonst)
        3. das ein oder andere neu kaufen müssen
        4. Kaution vorfinanzieren (auf die alte wartet man schon mal ein halbes Jahr oder länger)
        Das kostet hier zusammen mal locker 4000-8000 EUR, die man erstmal übrig haben muss

    • Das ist natürlich auch fies. Und was sagt der Vermieter zum Heizungsumbau? Modernisierung etc.?

      • DER muss das ja nicht bezahlen, und im Energiepass sieht der Verbrauch als solcher ja nicht schlecht aus …
        Wenn der wirklich was machen würde, könnte er 11% von den Kosten auf die Jahresmiete umlegen …
        Es gibt einen Schornstein, und unsere Nachbarn von oben, haben sich einen Kamin eingebaut. Den Umbau mussten sie natürlich selbst tragen und sie heizen jetz zumindest das große Wohnzimmer teilweise damit.
        Ich hatte schon an einen Pelletofen oder ähnliches gedacht, aber bis man die Investition wieder drin hat, vergehen auch mal so 5-7 Jahre, zumal man damit auch nur den zwar größten aber eben nur einen Raum mit heizen könnte. Und eigentlich wollten wir gern nicht mehr so lange da wohnen, weil es auch arg teuer ist. Nur gestaltet sich die Suche nach brauchbaren Alternativen aber eben sehr langwierig.

  3. Tantchen, ich hoffe, Du hast auch nen echten Öko-Strom-Anbieter genommen und nicht so einen „zertifizierten“ Pseudo-Anbieter.

  4. Ja! Wechseln! Mein Kollege aus demselben Büro hat auch gewechselt. Zweimal. Und immer hatte ich das Vergnügen, seine Telefonate mit dem neuen Stromanbieter mit anhören zu dürfen. Telefonate ohne Verbindung, in denen aber erzählt wurde, wieviele neue Mitarbeiter nun eingestellt wurden, Telefonate nach falschen Rechnungen, mit immer besetzten Leitungen, über Tage, Wochen. Über das ganze Jahr. Oder es war auch mal ein Mensch am Telefon, der Abhilfe versprach, was sich als heiße Luft erwies. Oh ja, Wechseln ist gut. Die Preisersparnis braucht man dann auch für die seelsorgerische Beratung. Im Übrigen, Ökostrom – wer glaubt, der Strom in den Leitungen fliesse irgendwie separat, der eine öko und der andere nicht, ja, was soll man dazu dann noch schreiben, außer, daß Sarrazin richtig lag.

    • Hm, wo steht das Büro? e.on-Zentrale? 🙂
      Ich habe schon seit geraumer Zeit einen anderen Anbieter als die „großen“ Konzerne. Und die Erfahrungen, die du da so krass schilderst, kann ich mal genau gar nicht nachvollziehen, im Gegenteil.
      Der „Große“ bei dem ich vorher war, hat sich nen ziemlichen Klopper mir gegenüber geleistet:
      Es war November, arschkalt, früh dunkel. Ich war arbeiten und krieg nen Anruf von meinem Vermieter, dass ich doch mal fix kommen soll, mir würde der Strom abgeklemmt. Ein kleines „WTF??“ in dem Bewusstsein, dass ich keinerlei Stromrückstände habe und ich hab meinen Hintern mal nach Hause bewegt.

      Das Männchen, dass den Strom abklemmt, hat meinen Vormieter gemeint, der zum fraglichen Zeitpunkt schon geschmeidige 3 Monate da nicht mehr gewohnt hat. Der hatte die Stromrückstände – MIR hat man den Strom geklemmt. Mein Vermieter hat das ganze durchaus plastisch geschildert, der war stinkwütend, vor allem, weil sich Onkel Stromableser

      1. unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in die Bud geschlichen hat („Tach, ich bin vom Gaswerk und soll die Zähler ablesen“)
      2. dem Mieter über mir den Strom auch noch gleich abgeklemmt hat, weil er sich nicht sicher war, welchen Zähler er nu stillegen soll

      Ich hab gedacht, ich spinn. Gekommen ist der Freitags um 13 Uhr. Ich sofort die Hotline versucht anzurufen – keiner da. Störungsstelle hat dann gesagt, dass sie Montag ganz schnell vorbeikommen und den Strom wieder anklemmen. Äh, MONTAG? Es ist FREITAG? Und es ist ARSCHKALT? „Jo, hättens mal den Strom bezahlt, hätten wir nicht abgeklemmt“ – nochmal, mit erhobener Lautstärke geschildert und *klick* aufgelegt.

      Erfolgreich war ich dann bei der Pressestelle. Da hab ich erstens noch jemanden erreicht und zweitens jemanden, der auch die Kompetenz hatte, das Troubleshooting-Team rauszuschicken. Die waren auch ziemlich pissed, weil das Männeken wohl noch in mehreren Wohnungen derartig Amok gelaufen ist (die kamen grad von einer Alleinerziehenden mit Säuglingen, Strom abgeschaltet und da hat laut Aussage der Männer vom E-Werk nicht sie Schuld an den Rückständen gehabt) und haben versucht, den Zähler ans Laufen zu kriegen. Aber aufgrund der exorbitanten Kompetenz des kleinen Arschlochs mussten die erstmal die Zähler tauschen.

      Tjooooooooo – und da ich noch nicht mal für das Theater ne kleine Gutschrift gekriegt hab, hab ich dann den Stromanbieter gewechselt. Was einwandfrei lief. Problemlos und seither fließt der Strom. Und das billiger als beim Großen.

      Und nu?

  5. Der Wechsel ist wirklich nicht schwierig und man hat mit einem kleinen Schritt schon viel getan. Wenn man dann noch seinen Stromverbrauch insgesamt etwas einschränkt, spart man zusätzliches Geld und schont die Umwelt.

  6. ich zieh da eher den lokalen (Stadtwerke) Stromversorger vor, denn wenn der Wind mal fehlt oder (im Winter) nicht 24 h die Sonne lacht, haben die wenigstens noch Gas betriebene Generatoren.
    Selbstredend haben sich auch diese Erzeuger mit einem „Öko-„Tarif ausgerüstet.

  7. Ich suche auch bereits nach ’nem Ökostromanbieter – mein Versorger (der große mit dem kleinen „e“ am Anfang) erhöht jetzt schon wieder die Preise. Sogar die Stadtwerke hier sind dann billiger…

    😦

  8. Ökostrom bezieh ich im Moment von unseren Stadtwerken 🙂 geht wunderbar da der Windpark gleich vor der Stadt ist. Das einziege Problem das ich mit unseren Werken habe ist das die mit Veolia (bekannt durch „Water makes Money“) zusammenarbeiten. Leider ist da der Anbieterwechsel nicht so einfach.

  9. Kurz mal nebenbei ein anderer Aspekt der ökologischen Erzeugung von Strom in sog. Fließwasserkraftwerken:
    In Viereth am Main gibt es so was. An sich ja nicht schlecht – da aber das Ding den ganzen Fluss dicht macht und e.ON nur gehen horrendes Geld bereit ist, einen Fischpass zuzulassen (jeder m³ Wasser, der das Ding umfließt, ist ein Gewinnausfall – und den haben sie ja durch die Schiffsschleuse genug – obwohl sie ja laut Vertrag eigentlich das *ganze* Wasser nutzen dürfen…), sterben gerade am Obermain mal alle Fische aus, die wandern, wie zum Beispiel Aale, da die Alttiere zum Laichen zwar größtenteils durch die Turbinen nach unten kommen – die Jungtiere aber nie mehr zurück. Toll. Toller Ökostrom – denn damit bewirbt u.a. e.ON ihre Ökotarife.

  10. Oh je, dieses Thema beschäftigt mich auch zusehens. Unser örtlicher Stromanbieter, die Stadtwerke, liefern zu 52% Atomstrom und 48% Strom aus erneuerbaren Energien. Bei einem Wechsel zu einem reinen Ökostromanbieter hätte ich järliche Mehrkosten von mindestens 250 €. Und ich kann mir nicht sicher sein, dass ich tatsächlich reinen Ökostrom bekäme.
    Und der Service der Stadtwerke ist unschlagbar gut!!! (sowas gibts echt noch)
    Ich zweifle noch sehr – leider ….

    Liebe Grüße aus Bielefeld
    Bine

    • Ich sehs so: Man kann niemanden zwingen, den Anbieter zu wechseln. Gerade in der heutigen Zeit ist das manchmal ein unglaubliches Vabanque-Spiel, ob das klappt. Fliegt man einmal aus dem vorgefertigten Muster raus, dauerts unter Umständen Monate, bis alles wieder geradegebogen ist. Moderne Technik machts möglich.

      Auch Mehrkosten von 250 Euro und ein guter Service sind gute Argumente FÜR einen Anbieter. Und jeder muss – ohne dass jemand das Recht hat, darüber zu richten – für sich selbst entscheiden, wo seine Prioritäten liegen.

      Das heißt: Wenn du sagst, dass du die 250 Euro mehr nicht stemmen kannst und der Service dir wichtig ist, dann bleib beim Anbieter. So einfach kann Bergbau sein 😉

  11. Das Problem ist die unendliche Faulheit. Man ist zu faul, sich zu erkundigen, man ist zu faul den Antrag zu stellen. Der Ansporn kommt leider erst, wenn man finanziell nen großen Sprung machen kann. Solange das nicht der Fall ist, ist Japan sehr sehr weit weg…

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