Tantchen und Töchting


So, Tante ist dann erstmal sicher weggesperrt. Und die Diagnose hat sie nu auch, mit der kommt sie da so schnell nicht mehr raus. Offiziell festgestellt ist, dass Tantchen eine Gefahr für andere ist. Und DAS kann sie auch so nicht mehr wegdiskutieren.

Nicht nach dem Amoklauf, den sie seit nunmehr 2 Wochen durchgezogen hat.

– Ein fast völlig zerstörtes, relativ neues Auto (Tantchen hat sich umfangreich mit Schmirgelpapier am Lack und Buttersäure im Autoinneren und der Belüftung, nachdem sie ein Fenster eingeschlagen hat betätigt),

– Auflauern von Nichte zwecks zusammenprügeln (und das hätte auch fast geklappt), war reines Glück dass sie nicht alleine gegangen ist)

-Anrufen in Firma von Töchting zwecks Denunziation als „käufliche Dame des öffentlichen Gewerbes“, sprich „Nutte“ nebst diversester Anrufe bei Frau vom Chef, dass ihr Mann doch mit der Tochter… und jetzt denkt euch die niedrigsten Ausdrücke aus, die ihr so kennt dafür, das widerlichste, was euch an Begriffen dafür einfällt, dann habt ihr in etwa das Telefonat mit Frau von Chef. Das ist alles erst so nach und nach alles rausgekommen. Chef wurde inzwischen umfangreich über alles aufgeklärt, auch über die Maßnahmen informiert, die getroffen wurden. Und der hat über die Maßen Verständnis gehabt: Sie wird nicht gekündigt.

– Töchting mussten wir zwischenzeitlich fast in eine andere Anstalt einweisen lassen. Mann, hätte die nicht ihre Freundin gehabt… die ist ein Goldstück. Aber wo jetzt alles klar ist, sie nachhaltig von jedem vor der Trulla geschützt wird, der die Geschichte kennt (was auch für die Oldies in der Verwandtschaft gilt, die haben wir uns einzeln vorgenommen, von doofem Onkel mal abgesehen, bei dem ist Hopfen und Malz verloren)

Tante hat auf ganzer Linie verkackt. Die ist jetzt in der Anstalt, muss dort derzeit extrem ruhiggestellt werden, weil die nach wie vor Zeter und Mordio geschrien hat, versucht, zu türmen und wildeste Drohungen gegen Töchting ausgestoßen hat… ich dachte, sowas gibts nur im Film – ich hätts ums Verrecken nicht geglaubt, dass jemand so derart außer Kontrolle geraten kann.

Und, was sich in der letzten Zeit auch herausgestellt hat, ist, dass Tante so schon sehr viel länger drauf war. Und das als alleinerziehende Mutter. Die Tochter ist durch die HÖLLE gegangen. „Prügel“ umschreibt es nicht ganz, was sie bezogen hat. Da waren Peitschen und Ruten im Spiel, die sie aus dem Garten selbst herausschneiden musste, damit Mutter sie damit schlagen kann.

Und keiner hat etwas gemerkt. Keiner. Und keiner hat geholfen. Das ist es, was mich am meisten erschüttert… ich hab die immer für einen stabilen, fröhlichen Menschen gehalten. Die Hölle, in der sie lebte, sie wurde tief vergraben 😦

 

Veröffentlicht am 25. März 2011, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 16 Kommentare.

  1. Oh, man. Hab Deinen letzten Artikel bezüglich dessen auch gelesen, aber mir fehlten echt die Worte da etwas zu sagen. Das hört sich wirklich alles ziemlich schrecklich an. Man denkt an nichts Böses und dann das. Ich bin froh das Töchting euch und ihre Freundin hat. Sie braucht jetzt alle Unterstützung die sie bekommen kann. Ich drück ihr ganz fest die Daumen, damit es ihr bald wieder besser geht.

    • Wird es. Das, was da rumgetobt ist, kann sich nicht mehr Mutter nennen. Das war eine freigelassene Furie und sonst nix. 😦

      Sie wohnt recht weit weg, so dass das meiste jetzt auf Telefonkontakte beschränkt ist – das aber regelmäßig.
      *seufz*
      Leben könnt so schön sein….

  2. Ein Trost bleibt:

    DAS muss erstmal einer bringen, dass die Verwandtschaft so durchdreht…

    • Es ist zwar nett, wenn man was erzählen kann – aber eine Stufe weniger hätte auch gereicht… 😦
      Oh mann, toll dass du in deiner eigenen Situation noch die Energie hast, dich um sie zu kümmern… Aber pass auch auf dich und deine Reserven auf! *hug*

  3. Echt heftig. Mir fehlen die Worte. Sowas kannt man ja nichtmal aus Büchern.

    Wirklich gut, dass das arme Mädel Dich und ihre Freundin hat.

  4. Gott, mir fehlen die Worte. Fehlten sie ja auch schon beim letzten Artikel. Aber das hier – man oh man.

    Ich glaubs einfach nicht. Echt. Wenn ich nicht schon so lang hier lesen würde, dächte ich, du erzählst Märchen. Unfassbar.

    • Und ja, natürlich das Beste für dich und deine Cousine.

    • Wir standen alle völlig fassungslos davor. Es war für uns absolut unvorstellbar, dass jemand *so* austicken kann. Und noch unvorstellbarer war es, dass das für die betreffende Person offenbar der Normalzustand war.

      Die *kapiert* überhaupt nicht, dass das, was die da gemacht hat, nicht richtig ist. Die glaubt tatsächlich, dass sie jedes Recht der Welt hätte, diese „Strafen“ zu verhängen. Du dringst überhaupt nicht durch. Du hast echt das Gefühl, dass du chinesisch redest. Sie glaubt übrigens auch, dass sie chinesisch redet. Ein „Du kannst doch sowas nicht machen“ wird von ihr beantwortet mit: „Warum nicht? Es ist meine Tochter mit der kann ich tun und lassen was ich will“. Die zugrundeliegende Annahme, dass Kinder eben KEIN Eigentum sind, dass man nach belieben zerstören kann, die dringt nicht zu ihr durch. Das ist ihre Tochter und nach IHRER Auffassung war sie sogar noch gnädig. Denn die Tochter lebt ja immerhin noch (!!!). Eigentlich irgendwo fast nachvollziehbar, denn es ist Jahrzehnte so „gutgegangen“ – ihr wurden ja von keiner Stelle Grenzen aufgezeigt.

      Sie wirkt echt wie der Mann der nachts auf der Autobahn Radio hört: „Warnung vor einem Geisterfahrer“ und fragt: „Einer??? Hunderte!!!!!!“

      Wie gesagt, die ist jetzt völlig ruhiggestellt. Strafanzeige läuft zwar, alleine schon wegen der Story mit dem Auto – wird aber erkennbar nichts bringen. Wenn DIE nicht schuldunfähig ist – wer dann? Zur Schuld muss ja die Möglichkeit bestehen, die Schuld einzusehen. Aber es ist ja noch nicht mal der Hauch einer Erkenntnis da, dafür hochaggressive Reaktionen auf alles, was außerhalb ihres engen Weltbildes ist. Das da oben war ja nur ein Ausriss, da läuft ja schon seit Jahren noch sehr viel mehr.

      Und was mich nach wie vor so erschüttert ist, dass wir alle nichts mitbekommen haben.

      Mein Beitrag aktuell beschränkt sich wirklich auf Telefonseelsorge. Töchting weiß, dass sie mich jederzeit anrufen kann – egal welche Uhrzeit.
      Und das tut sie auch, worüber ich froh bin.

      Alles andere wird von den Leuten geregelt, die vor Ort wohnen. Und darüber bin ich auch froh. Mir hat das „Familientreffen“ völlig gereicht. Noch so ein Ding brauch ich echt nicht. Und wie Simop so schön sagt, hab ich auch eigene Baustellen.

      Töchting kommt schon wieder klar. Ich zitiere wörtlich: „Ich gönn der das nicht, dass sie es schafft, dass ich mich umbringe. Das will sie doch nur – und DEN Triumph soll sie nicht haben.“
      Derzeit wird sie in dieser Haltung von allen nach Kräften bestärkt. Klappt prima 😉

      Tante: Abhaken. Die ist jetzt Mitte 60 – die kommt da nie wieder raus. Ich finds ja eh mal richtig krass, dass man in dem Alter noch so Kräfte entwickeln kann. -.-
      Tante ist was für die Ärzte und die Staatsanwaltschaft. Mehr Wert weigere ich ihr zuzugestehen. Ich will die nicht mehr hören, sehen und was auch immer. Die soll da verschimmeln wo sie steckt.

      Und wir konzentrieren uns jetzt alle mal auf das wichtigste: Trümmer beseitigen. Das ist genug Arbeit.

      • Leider ist so etwas nur die Spitze des Eisberges.
        Wenn solche Familiendramen mal „öffentlich“ werden ist das Erschrecken selbst von Nahestehenden wirklich groß.
        Und „JA“, ähnliche Gewalttaten bleiben oft jahrzehntelang verborgen.
        Durch Scham und Angst der Opfer, Vorspielen eines heilen Familienlebens usw.
        Siehe Inzestfälle, siehe Vergwaltigung in der Ehe, siehe Kindesmißbrauch.
        Hast Du Dich ja oft und deutlich genug mit diesem Themenkomplex auseinandergesetzt.
        Dir, Tante Jay, und Töchting wünsche ich alle Kraft die Ihr braucht.

      • Ich sach jetzt ml weiter nix, weil mir zu sowas einfach nix mehr einfällt, einfach nur sprachlos.

      • „Starke“ Ansage von Töchting. Hast recht: das ist genau die richtige Einstellung. Nur nicht aufgeben.

  5. Unglaublich! Ich wünsche „Töchting“ und den „freien“ Verwandten alle Kraft, das gut durchzustehen!
    Töchtings Einstellung ist da schonmal Goldrichtig!

  6. Viel Kraft, gute Nerven und alles, was Ihr braucht, um das durchzustehen. Man weiß ja nicht, was noch alles kommt. Wie schön, daß Töchting so eine Freundin gefunden hat.

  7. bloeder_hund

    Gott sei Dank gibt es keine Enkel,
    die wären nämlich wahrscheinlich die nächste Generation
    an Eigentum gewesen 😦

  8. Tantchen wenn ich die Macht dazu Hätte würd ich dich zur heiligen erklären lassen.

    Deiner Cousine wünsche ich nur das Beste vom Besten für ihr weiteres Leben und das sie von solchen Menschen nicht wieder begegnen muss.

    Was ist eigentlich mit dem Vater von Töchting?

  9. Wegsperren und den Schlüssel wegwerfen. Mann. Da bleibt selbst die Pfarrfrau sprachlos.

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