Die Nachmacherin


Eine Nachmacherin macht ihren Vorbildern alles nach. Ich muss zugeben, dass in puncto Schreibformulierungen Tom mein absolutes Vorbild ist.

Ich hätt ihn mir aber eigentlich nicht als Vorbild für WehWehchen gesucht. Nutzt aber alles nix: Zuckerwerte andauernd aus dem Normalbereich raus, nach einer Anstrengung wieder normal, trotzdem die Diagnose: Diabetes mellitus Typ II.

Super.

Aber wisst ihr, was schlimmer ist als ne frisch diagnostizierte, womöglich chronische Krankheit (Typ II ist Insulinresistenz, kannst noch wegkriegen, wenn du Glück hast. Problem: Dafür is ne Diät nötich. *mpf*)?

Jemanden am Essenstisch haben, der das schon jaaaaaaaaaahrelang hat und der dich nun kostenfrei an den gesammelten Weisheiten teilhaben läßt. „Zucker ist bei Diabetes nicht gut“. Ach nee? Ehrlich nu? Wow.

„Süssstoff ist das Mittel der Wahl“ und pullt 3 Süssstofftabletten in meinen HOCHHEILIGEN MORGENKAFFEEE!!!!! Wo allenfalls 4 Löffel Zucker reinkommen!!!!! Mord im Blick drehte ich mich um als die andere Tischnachbarin das Unglück nahen sah und sie mit „Du, da gibts Frühstückseier, wollen wir was holen?“ den Unglücksraben aus meinem direkten Zugriff entzog. Gemeinheit. Aber morgen krieg ich die!!!!

Die neue Tischnachbarin, die jetzt als Ersatz für das tolle Mädel gekommen ist, das wir bisher dran hatten, ist echt gewöhnungsbedürftig. Ne Frau Doktor mit Doppelnamen die sich als „bekennende Alice-Schwarzer-FännIn“ vorgestellt hat. Ja, mit groß gesprochenem I.

Ich glaub, mit den beiden werde ich noch VIEL Freude haben… *grummel*

Ich will nen anderen Tisch 😦

Veröffentlicht am 3. Mai 2011, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 16 Kommentare.

  1. Gepflegt grummelnd ignorieren?
    Demostrativ mit dem Nachbartisch parlieren?
    Die richtig „appetitlichen“ Geschichten auspacken? (ich glaube mich da an so Vakuum-Dings zu erinnern) 😉

    • hrhrhrhrhrhr…. wär ne Möglichkeit. 😉

      • Ach, da findest du bestimmt sooo viel… und notfalls kann man es ja kreativ ausschmücken… 😀

        • Wie wär’s mit der Beschreibung (so halb geflüstert) eines offenen Beines bei einem Diabetiker, der dann auch noch rauchen tut (und selbstverständlich hustet, als gäb’s kein Morgen); und stinken tut das am Bein ja auch und sifft wie Sau und sieht auch total schwarz aus und beim Verbandwechsel, da klebt das richtich an ‚er Wunde fest und IIIIHHHH und _RICH-TICH EK-EL-ICH_ (mit gesprochenen Großbuchstaben und Bindestrichen und laut genug, dass man das „Geflüster“ auch am Nachbartisch hören kann 😉 ).

          Statt eines offenen Beines kann man selbstverfreilich auch jede andere offene, siffende, stinkende Wunde beschreiben – Hauptsache schön plastisch – man muss es förmlich erschnüffeln können.
          *MUHAHAHAHAHAHA*

          😀

          PS: Ja – ich bin wieder in Behandlung – und nehme regelmäßig meine Pillen – glaub‘ ich…

  2. Nur nicht auf das Schweinemast-Mittel namens Süßstoff reinfallen! – es funktioniert herforragend. Das sorgt nämlich für gepflegte Heisshungerattacken, weil der Körper denkt, jetzt gibt´s was was Energiereiches – aber Pustekuchen.
    Wenns ab jetzt eh nicht mehr ohne Insulinsubstitution geht – nach meiner Information – ruhig in Maßen Zucker genießen und dafür (Messungsgestützt) mehr Insulin spritzen. Soll nach aktuellem Stand glaub gesünder sein als diese Diät-Produkte mit Cyclamat, die eh nicht schmecken. Aber bitte mit dem Diab.-Arzt bequatschen.

    Ich wünsche Dir gute Besserung.

    Gruß,

    Matti12

  3. Druffgugger

    „Ja, mit groß gesprochenem I.“
    Seeluft schärft die Sinne.

  4. Also, du musst jetzt unbedingt die jetzt folgende Diät einhalten […] außerdem solltest du unbedingt dieses homöopathische Mittel da, dieses – ach du weisst schon – nehmen. Und Kristalle ins Wasser, das senkt den Zucker. Außerdem musst du daran denken, da das alles vom Funkstrahl durch dieses WLAN-Teufelzeugs da kommt. Also du solltest unbedingt zu meiner ReikigesundheitsapostelbesprecherIn gehen. Unbedingt! Und Kall und Turtle haben eh die ganze Liste der Läden, Heiler und Hilfsmittel, die du UNBEDINGT brauchst…

    *duckundwech*

  5. Dieses Süßstoffzeuch hat bei mir vor etwa 25 Jahren das erste Mal zu einer allergischen Reaktion geführt: So richtig fein mit Ganzkörperjucken, roter, heißer Haut, ’nem Ausschlag, Atemnot und Sinneseintrübung.
    Kann ich nicht empfehlen!

    Wenn man Diabetes Typ II hat, sollte man nur nicht gar zu sehr schlemmen (und den Zucker aus’m Kaffe lassen – absichtlich mit einem „e“!). Da hilft außerdem: Bewegung, Bewegung, Bewegung, aber, genau wie beim Essen, nicht übertreiben. Da kann eine Ernährungsberatung helfen – so von wegen Essenplan und „Trainingsplan“ – muss aber nich‘!

    😀

  6. Singe den Damen morgen beim Frühstück den Zellensong vor. Animiere sie zum Mitsingen. Schwenke die Arme. Hüpfe dabei auf und ab.

    Spätestens zum Abendessen haste den Tisch wieder für dich!
    (Für irgendwas muss dieses bescheuerte Lied doch gut sein.)

    • Sir Richfield

      Bei der Ersten hätte ich Angst, dass die begeistert mitmacht und den Rest des Raumes animieren möchte…

      Die FrauIn DoktorIn müsste man in einer Logikschleife fangen können, warum genau sie sich denn mit einem männlichen Nachnamen schmücken muss, ob die nicht emazipiert genug war, dass er ihren Namen annimmt.
      Aber Logik und Binnenmajuskeln schließen sich meiner Erfahrung nach aus.

      • Na vielleicht ist sie ja mit der Frau verheiratet. Dann ist das ’ne schlechte Argumentation.

        In Bezug auf Süßstoff kann ich mich nur meinen Vorschreibern anschließen – das Zeugt taugt nur für den Müll. Damit holt man sich Krankheiten, die man bis jetzt noch nicht hatte.

        • Jo – Husten, Schnupfen, Heiserkeit – aber da gibt’s ja dann den puren Allohol – Wigg MetiDingens …

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