Blutdruck 180


Boaaaaaaaaaaah bin ich grad stinkig. Aber mal so RICHTIG.

Meine Vermieterin hat grad geklingelt und gefragt, ob ich denn „wieder“ mal vergessen hätte, den Flur zu putzen.

Ähem? Nein? Ich hab gestern ordnungsgemäß den Flur geputzt. Von oben nach unten einmal durchgewischt. Und vorher ordnungsgemäß die Teppiche hochgehoben und den Boden unten vor der Eingangstür ausgefegt. Einfach, weil das sein musste – draußen steht ne Lindenalle, die wirft grad mehr Dreck rein als alles andere.

Ich also, im Bewusstsein, dass ich gestern gemacht hab: „Nö ich hab geputzt. 17 Uhr zwar erst, aber ich hab gemacht.“

„Jetzt krücken sie mich aber an, da sind Fußspuren und da ist nichts geputzt worden und da ist heute keiner langgelaufen.“

„Ähem? Als ob ich das nötig hätte, Sie anzulügen. Türlich hab ich geputzt. Bei den Linden kann man beibleiben, einmal Tür auf und es ist alles wieder dreckig. Sprachs, hab den noch feuchten Wischlappen geholt, die Fußspuren eben weggemacht… und sie bückte sich, holte ne Fluse aus einer Ecke und meinte: „Erklären sie mir mal, wie das hier hinkommt, wenn sie geputzt haben.“

An der Stelle hab ich die Unterhaltung dann beendet. Ich komme meinen Verpflichtungen aus dem Mietvertrag nach – wenn ich denn da bin. Aber ich muss mir nicht am Sonntagnachmittag vorhalten lassen, dass ich wegen so einer verdammten Kleinscheiße wie der Flurwoche anfange, Leute anzulügen. Das hab ich nicht nötig. Ich lüge nicht – noch nicht mal Notlügen. Die rentieren sich einfach nicht, mit der Wahrheit kommt man weiter. Immer.

Und vor allem muss ich keinen haben, der mich mit Verhörtechniken versucht, in die Ecke zu drängen. Aber sowas von nicht… *kotz*

Nein, ich hab keine Lust, umzuziehen. 😉

Veröffentlicht am 19. Juni 2011, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 21 Kommentare.

  1. Mein Beileid,
    ich hatte mal eine viertelstündige Diskussion mit unserer Hausmeisterin darüber, ob ich denn auch wirklich sicher wäre dass die Zigarettenstummel, die sie im Hof gefunden hat auch wirklich nicht von mir sind…

  2. Ach Tantchen,
    ersetze Vermieterin durch Nachbarin-von-Gegenüber (sie hat nach mir Kehrwoche…), und dann hast du genau die Art von Auseinandersetzung, die ich über ein Jahr mit ihr hatte. Nur dass die am Samstag Nachmittag schon am Telefon zur Vermieterin hing, weil ich ja mal wieder nicht am Vormittag die Hausordnung nicht gemacht hätte. Stimmt. Ich war arbeiten, klonen kann ich micht nicht und würde ich das früh vor dem Gehen (also um halb sechs oder so) machen, wäre sicher der Teufel los…
    Na ja, nach einem Gespräch mit der Vermieterin habe ich jetzt einen „guten Engel“, der nicht nur meine Hausordnung alle zwei Wochen macht, sondern auch den Rest der Wohnung putzt.
    Und da das auch die Putzfrau der Vermieterin ist, laufen inzwischen die Beschwerden der Nachbarin endgültig ins Leere. Zitat Vermieterin zur Putzfrau, als die sich bei ihr „ausheulte“, dass die Nachbarin ihr erklären wollte, wie man putzt: „Machen Sie sich nix draus, die spinnt!“
    Und jene Nachbarin hat auch mal an einer toten Fliege festgemacht, dass ich doch wohl nicht geputzt haben könne… *Augenverdreh*

    Tantchen, begehen wir Gruppenmord? *fg* Weil – so was nervt, kostet wertvolle Ressourcen und Lebenszeit!

  3. Ist zwar schon Jahre her, dass ich in einem Haus mit mehreren Mietern gewohnt habe, aber nach der ersten Auseinandersetzung habe ich ich immer dafür gesorgt, dass man deutlich hören konnte, wie ich gewischt habe.
    Schließlich muss man ja bis zum Rand der Türen wischen. Das geht nicht, ohne dagegen zu stoßen. *g*

    • Bei meiner Nachbarin hat das nicht geholfen… *gnarf*

    • „dass man deutlich hören konnte, wie ich gewischt habe.“

      Jawoll. Am besten, man sieht das auch noch lange genug. Zugang zum Treppenhaus für den Rest des Tages nur nach Vorlage des Freischwimmerzeugnisses.

      • Zu der Zeit hatte ich noch keine Kinder und meine Beziehungen zur Mafia waren auch eher dürftig. Ich konnte also niemanden mit Meinungsverstärkern vor die Tür stellen, die den Zugang kontrollieren.

  4. pu-der-zucker

    Bei der Kehrwoche habe ich früher immer laut und falsch gesungen, bis sie raus kamen und nachschauten. „Ach hallo, ich bin grad am Putzen“ sagte ich dann ganz überrascht …

    • Mit einer von meinen beiden Treppenhaus-Omis mache ich das andersrum: Ich fange gerade an zu wischen, Omi I (wohnt im Erdgeschoss) kommt durch die Haustür gekrochen und will natürlich wissen, wer da oben ist. Sie sieht noch nichts und mag auch nicht so direkt nachgucken, aber irgendwann muss derjenige welche ja um die Ecke kommen. Also die vier Stufen zur Wohnungstür bloß nicht zu schnell rauf. Achja, der Briefkasten … im selben Tempo wieder runter. Fummel, klimper, kratz … hm, noch langsamer gehts nicht, sonst fällts auf. Vier Stufen wieder rauf *ächz*, Schlüssel suchen (beim Briefkasten selbstverständlich wieder in die Tasche gepackt) … fummel, klimper … klimper … Reinsteckversuch I … klimper, hüstel … RV II, RV III … länger lässt sich das nun wirklich nicht hinziehen. Enttäuscht aufschließen, die Tür zuknallen und für den Rest des Tages überlegen, wer das da oben wohl gewesen sein könnte. Tja, Omi, der Fall bleibt ungelöst. Dafür lebst Du in dem Haus mit der saubersten Stufe Deutschlands (die drittletzte vorm ersten Stock), schließlich habe ich vier bis fünf Minuten drauf rumgewischt. Hähähä. Nennt mich ruhig Drecksack, ich kann die Wahrheit ab. 😉

  5. Oh man, Treppen putzen ist auch hier ein Thema. Echt ätzend und wenn man dann auch noch doof angefahren wird, versteh ich, dass der Blutdruck steigt.

  6. Hehe.. es scheint als hätten Vermieter auf der ganzen Welt das selbe Hobby, Mieter mit unzulänglichen Kommentaren nerven.. Take it easy:-)

  7. Hrhrhr – ich hatte einfach die Nachbarin von gegenüber mit der Reinigung des Hausflures während meiner Flurwoche beauftragt – gegen einen kleinen Obulus.

    Und da wo ich jetzt wohne muss man aufpassen, nicht gar zu oft zu wischen, sonst gewöhnen sich die anderen noch an ein gereinigtes Treppenhaus 😀

  8. „Wissense was, Frau X…, wir wissen doch beide, daß ich geputzt hab. Ich würd sagen, wenn Sie das nächste Mal sich ein bißchen allein fühlen, dann sagen Sie das doch, dann trinken wir schön n Käffchen miteinander, aber ohne Kekse, weil Kekse mich wieder noch kranker machen, und dann plauschen wir ein halbes Stündchen. Aber hörense doch auf, sich was auszudenken, weshalb Sie mich hier annölen müssen.“

  9. Das erinnert mich an eine für mich sehr schlimme Geschichte. Meine Mutter hat immer für 2 Mark die Treppe der älteren Dame die unter uns wohnte mit geputzt. Ich war 10 Jahre alt, wollte meiner Mutter helfen und mich nützlich machen und bot an, die Treppen zu putzen. Sehr gründlich und gewissenhaft habe ich alles ausgefegt, die Türvorleger ausgeklopft, nach jeder Treppenstufe habe ich den Lappen ausgewaschen und so gründlich habe ich geputzt, man hätte sich in den verdammten Treppen spiegeln können. Am Nachmittag dann kam die ältere Dame hoch und hat sich bei meiner Mutter beschwert, mich könnte man doch nicht die Treppe machen lassen, sie hätte mich durch den Türspion beobachtet, ich hätte nicht gefegt, nur alles einmal mit dem dreckigen Lappen nass gemacht und für so eine Schlamperei würde sie nicht bezahlen…. Was daran wirklich weh getan hat, war nicht die kaltherzige Lüge der alten Zicke, sondern die Tatsache, dass meine Mutter ihr glaubte, sich für mich entschuldigte und mir fortan nichts mehr zugetraut hat. Das tut bis heute weh.

    Ich kapiere echt überhaupt nicht, wie man sich an so einem Kleinmist wie Treppenputzen hoch ziehen kann – haben diese Menschen echt keine anderen Sorgen als eine saubere Treppe?

    • Wenn man nicht wohl erzogen wäre (so wie wir hier 😉 ), dann würde man solche Menschen auch als „Blockwart“ bezeichnen können 😀

  10. Tröstlich zu wissen, dass man nicht allein ist.

    Ich frage mich allerdings allen Ernstes, wer noch NICHT mit dem Treppenwischen/-fegen etc. Ärger mit irgendjemandem hatte.

    Ich kenne aber auch die andere Seite: Mietnomaden bei meiner Mutter, denen die Fellreste und oralen Ausscheidungen ihres Kö…., äh Hundes im Treppenhaus und in der Wohnung sch…egal waren. Die Wohnung haben sie ansonsten auch ziemlich verwüstet hinterlassen, wobei etwa 70 Pizzakartons mit Restinhalt, ein paar Ratten, die durch eine Aktion des Tierheims und der Polizei vor dem Hindertod gerettet werden konnten und diverse andere Dinge eine Rolle spielten. Am Ende haben sie sich noch mit einem Trick einen Nachschlüssel zur Wohnung meiner Mutter besorgt und dort, als sie ein paar Tage abwesend war, diverse Wertsachen gestohlen. Aber das ist eine andere Geschichte. Es war auch nicht die letzte Wohnung, die sie verwüstet hinterlassen haben …

    • Ja – ’s gibt leider solche und solche.
      Meine Vermieterin war derart zufrieden mit dem Zustand der Mietsache bei der Wohnungsabnahme anlässlich meines Auszuges, dass die Rückzahlung der Mietkaution keine drei Wochen auf sich warten ließ 😉
      Was bei dem Menschen, der unter mir residierte, nicht der Fall gewesen sein dürfte, der dieser hatte nicht nur den gesamten(!) Keller und Dachboden mit Möbeln (mit denen er allem Anschein nach Handel trieb) vollgestopft, sondern auch bei seinem überstürtzten „Auszug“ die Zimmertüren mitgehen lassen…

  11. Und wieder mal bin ich froh, dass das Flurputzen ein Ehepaar bei uns im Haus übernimmt, für 10€ im Monat. Die zahlen wir gerne und ich hab keinen Stress.

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