Unfassbar


Es ist nachgerade unglaublich, was gerade durch die Medien kolportiert wird. Dieser furchtbare Anschlag wird gerade als Aufhänger zur Hetze gegen alles genutzt, was nach Meinung der Redakteure „böse“ ist. In erster Linie das Internet. Klar, da wird dann ja auch minutiös aufgemetert, was für einen unreflektierten und tendenziösen Mist man getippt, gesagt und erzählt hat.

Allen voran der Tagesspiegel.

„Das ist der Grund, warum offene Gesellschaften niemals naiv sein dürfen.“

Dem kann man nur die Aussagen von Jens Stoltenberg und König Harald entgegenhalten: „Die Antwort muss lauten: Noch mehr Offenheit, noch mehr Demokratie“

Dazu unsägliche Bildstrecken mit Täter- und Opferfotos, unverpixelt und nicht unkenntlich gemacht. Pfui Tagesspiegel.

Der Tagesspiegel verkörpert die Angst. Norwegen den Mut. Mut zur Freiheit, die jedem klar macht, dass es keine Sicherheit geben kann. Nicht vor der Art Täter, wie der Attentäter in Norwegen war. Den ich übrigens, analog zum Guardian, nicht mehr beim Namen nennen werde. Auch Titel wie „Bestie“ oder „Monster“ werden ihm nicht gerecht, denn sie glorifizieren ihn, auf eine perverse Art und Weise. Der Guardian hats sehr treffend kommentiert: Der Täter muss in der Vergessenheit verschwinden – alles andere wird ihm zuträglich sein, wird ihn bestätigen. Und wird ihm Anhänger zuführen, die er nicht braucht.

Ab in die Mülltonne der Geschichte mit ihm.

Wie sich die Medien übrigens im allgemeinen gegenüber den Opfern, deren Angehörigen verhalten und wieso der Täter nicht abgebildet werden darf, ist sehr schön hier aufgearbeitet.

Man darf übrigens nicht vergessen, dass gerade die Verlage, die diese Revolverblätter herausbringen, an der vordersten Front stehen, das Leistungsschutzrecht gesetzlich zu verankern.

Stefan Niggemeier hat sich nochmal über die Terrorismus“experten“ mokiert – und das völlig zu Recht, man kann gar nicht genug Häme über diese Schrottsammler der Aufmerksamkeitspresse auskübeln. Deren Reputation muss gründlich in die Mülltonne gesteckt werden.

Achsoja – NTV hat sich gestern wohl den größten Schlappschuß geleistet, indem sie irgendwo den Fokus auf „den Ego-Shooter World of Warcraft“ gelenkt haben. Fazit: Weil er „Ego-Shooter“ gespielt hat, ist er durchgedreht. Wenn einer das Video dazu findet, mir bitte schicken.

Wenigstens sind dem Uhl alle übers Maul gefahren und dieser Anschlag wird nicht missbraucht, um die VDS und andere „Nettigkeiten“ der Stasi 2.0 durchzudrücken.

Veröffentlicht am 26. Juli 2011, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 4 Kommentare.

  1. Ich finde es bezeichnend, wie unaufgeregt aber ernst Norwegen mit der Tat umgeht, und wie bei uns schon wieder damit angefangen wird, daraus politisches Kapital zu schlagen in Form von Forderungen nach mehr Datenspeicherung etc.
    Norwegen könnte in dieser Beziehung ein Vorbild für Europa und die Welt sein.

    • Ich bewundere die Norweger. Dem Hass setzen sie Liebe entgegen. Der Medienhysterie Ignoranz.
      Sie reagieren genau richtig auf diesen Anschlag. Sie stehen auf wie ein Mann und lassen sich nicht einschüchtern.

      Toll.

  2. Der WoW-Noob hat bezüglich des spielens von World of Warcraft einen guten Artikel geschrieben. zu finden hier: http://wownoob.blog.de/2011/07/25/killerspiel-world-of-warcraft-11539235/
    Sehr interessant. Angeblich hätte der Täter in seinem Manuskript gesagt: Man bräuchte Freunden und Bekannten nur erzählen man würde dieses Spiel spielen und niemand würde Verdacht schöpfen, wenn man sich selber auf einmal verändert.

    Ich habe selber bei n-tv im Archiv gestöbert, aber die passenden Nachrichten konnte ich nicht finden. Es gibt aber auf youtube eine sehr schlechte, wahrscheinlich Handyvideo, Aufnahme von den erwähnten Nachrichten. Zu erkennen ist das es sich in der Tat um n-tv handelt und zu hören ist eben das zitat über WoW. http://www.youtube.com/watch?v=f9hOepgGbk8

    Mich macht dieses ganze Attentat wirklich nur sehr traurig. Und das die Medien das alles wieder so hochpuschen…. dafür fehlen mir einfach die Worte.

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