Chapeau


Wie unsere Staatsdiener und unsere Regierung reagiert hätten, hätte jemand hier so durchgedreht wie in Norwegen, kann man prima an Hans-Peter Uhl ablesen, der die Freiheit erhalten möchte, indem er sie abschafft. Was ihn angeht, übergebe ich an dieser Stelle das Wort an Udo Vetter vom Lawblog, was er schreibt ist rund und dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Viel beeindruckender hingegen finde ich die Reaktionen, die Jens Stoltenberg und König Harald IV in Norwegen gezeigt haben.

Als Antwort auf die Anschläge propagieren sie – nein, nicht mehr Kontrolle, nicht mehr Überwachung, sondern mehr Demokratie, mehr Transparenz, mehr Freiheiten, dass müsse die Antwort auf diese feigen Anschläge sein.

Sie habens begriffen.

Ähm, weiß jemand, ob Norwegisch eine schwere Sprache ist? *g*

Veröffentlicht am 14. September 2011, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 7 Kommentare.

  1. Auch von mir großen Respekt an die Norweger für den Umgang mit dieser kranken Tat. Ich war ohnehin auch vorher schon Skandinavien-Fan, aber diese Reaktion hat meine Bewunderung für die Menschen da oben nur noch gesteigert.

    Um Deine Frage zu beantworten: Norwegisch ist teilweise dem Deutschen ähnlich, was es – einen gewissen generellen fremdsprachlichen Hintergrund vorausgesetzt – recht einfach macht, einfache Texte lesend zumindest grob zu verstehen. Auch sollten Grundkenntnisse der Sprache wirklich nicht allzu schwer zu lernen sein – fand ich zumindest nicht, aber ich war auch als Kind einige Male mit meinen Eltern in Dänemark, und Dänsich, Norwegisch und Schwedisch sind einander recht ähnlich.
    Es gibt allerdings einen „Nachteil“, der generell in den skandinavischen Ländern dafür sorgt, dass man als Ausländer nicht so rasch die Sprache lernt wie man es vielleicht in anderen Ländern tun würde: da die Schulbildung dort recht gut ist und außerdem Filme nicht synchronisiert werden, spricht nahezu jeder, von der Ladenhilfe im Supermarkt bis zur Oma, ein ziemlich gutes bis perfektes Englisch. So landet man recht häufig, wenn man in der Landessprache radebrechend in ein Gespräch einsteigt, schon nach wenigen Sätzen wieder beim Englischen.
    Deshalb beispielsweise (von meiner fehlenden Disziplin ‚mal zu schweigen), ist mein aktiver schwedischer Wortschatz recht klein, obwohl ich dort über ein halbes Jahr gearbeitet habe.

    • Ich kann Sascha nur zustimmen. Ich mache auch gelegentlich Urlaub in Skandinavien und komme mit Prospekten, Zeitungen u.ä. einigermaßen klar. Man sollte natürlich ein wenig Sparchgefühl haben. Wer völlig talentbefreit ist, wird mit jeder anderen Sprache Probleme haben.
      Eine ausnahme in Skandinavien bildet Finnland. Die finnischeSprache ist verwandt mit dem ungarischen und das ist schon eine ziemliche Hausnummer. Die Ähnlichkeiten mit den restlichen skandinvishen Sprachen hält sich doch sehr in Grenzen und die Grammatik ist nicht von schlechten Eltern. Soweit ich weiß, haben die 11 Fälle.

      Die Norweger sind schon Spitze, wie die mit der Situation umgehen. Bewundernswert und meiner Meinung nach genau der richtige Weg.
      Was die deutschen Politiker da schon wieder verlangen ist mal wieder typisch und völlig am Ziel vorbei. Den Anmerkungen im LawBlog ist nichts hinzuzfügen und entspricht zu 100% meinen Überlegungen und Ansichten.

  2. Also „mehr Demokratie, mehr Transparenz, mehr Freiheiten“ geht bei uns nicht, weil unsere sogen. Volksvertreter gerne die totale Überwachung einführen möchten und die Deutschen seit jeher gerne alles gesagt, vorgekaut, vorgeschrieben bekommen.

    • Wenn du das von den Deutschen denkst, kennst du die Franzosen nicht… gegen die sind die Deutschen erschreckend (sic) freiheitlich und selbständig!

      In Frankreich ist theoretisch ja sogar die Verteidigung des Beschuldigten Sache der Ermittlungsbehörden, sie haben zu Lasten und zu Entlasten zu ermitteln, und deshalb gilt der Rechtsbeistand als Störenfried, der mit allen Mitteln von der Procédure fernzuhalten ist – beispielsweise kriegt er auch nach den letzten Reformen immer noch keine Akteneinsicht und darf eigentlich bei allen Verhören zwar immerhin inzwischen dabeisein, aber nach strenger Auslegung der Vorschriften den Mund nicht aufmachen…
      der Staat ist alles. Der Staat macht alles. Und macht natürlich alles richtig.
      Und ist darum immer noch das Gegenüber von vor 1789, daran hat sich nie was geändert. „wir sind das Volk“ können die Franzosen überhaupt nicht verstehen – ja, nicht mal denken. Ebensowenig „alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“. Deshalb wird auch Recht nicht im Namen des Volkes gesprochen, sondern im Namen der Republik.

  3. Norwegisch? Ja, ich glaub schon, dass die nicht so ganz einfach ist. Aber ich habe mir fest vorgenommen, norwegisch zu lernen. Auch und gerade aus diesen und jenen Gründen …

    • Aus verlässlicher Quelle habe ich erfahren, dass es nicht die schwerste Sprache ist – mal Feinheiten ausgeschlossen. Und ja, es wird immer interessanter, sich mit einem Umzug zu beschäftigen… 😦

  4. Och Tantchen,
    haste denn jetzt nicht genug Zeit, Sprachen zu lernen? 😀

    Also ran – so schwer wird das nicht sein. Und bzgl. PC werden die da sicher auch die englischen Beegriffe verwenden …

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