Das Leben ist kurz


Und eigentlich ZU kurz, um Dummfug zu machen.

Mein Leben lang habe ich versucht, den Erwartungen anderer zu entsprechen. Ich habe versucht, jemand zu sein, der ich nicht bin. Und darüber habe ich buchstäblich mich selbst vergessen.

Über 2 Jahre lang war ich mit Anti-Depressiva vollgepumpt. Und mehr oder weniger tot. Sowohl der Körper, der bestimmte Bedürfnisse schlichtweg nicht mehr hatte, als auch mein Kopf, der stellenweise so dumpf war, das er nicht mehr mitbekommen hatte, was in seiner Umwelt vorging.

Das ist Geschichte und der Teufel soll mich holen, wenn ich das Zeug nochmal nehme. Ich habe mich da keinen Deut besser gefühlt – ich habe *gar* nichts mehr gefühlt. Keine Höhen, keine Tiefen, gar nichts.

Und lieber bade ich im Elend als das ich in diese Hölle noch einmal gehe.

Ich kann wieder fühlen und mein Hirn setzt auch ein. Addiere noch hinzu, dass ich weiiit weg von allem bin, was ich bisher kannte, wo mich jeder kannte als das was ich die Leute habe sehen lassen und mein nicht ruhendes Hirn, was ständig fragt, hinterfragt, keine Ruhe gibt – und heraus kommt jemand, der in mehr als einer Richtung unsicher wird.

Wird das ein Outing? Mehr oder weniger ja.

Eins vorweg: Ich liebe Männer. Ich finde Männer toll, man kann super mit ihnen abhängen, diskutieren, man kann sie verprügeln, wenn sie mal wieder den Kopf in den Wolken haben – und manche sind echt prima um einen selbst wieder runterzukriegen.

Aber ich will nicht mehr mit ihnen schlafen. Rumknutschen, kuscheln, ja. Das alles. Aber Sex? Nein, nicht mehr.

Woher die plötzliche Erkenntnis? Durch gute Vorbilder, aber auch die Erkenntnis, dass das, was ich Sexleben nannte, nicht nur frustrierend war, es fühlte sich nie richtig an sondern grottenfalsch. Wenn ich mit einem Mann das erste mal intim wurde, kam unweigerlich der Punkt wo ich nur noch weglaufen wollte.

Homosexualität hingegen bei *anderen* war für mich so normal wie für andere Heterosexualität. Ich hätte nie einen schwulen Kumpel (bitte das für beide Geschlechter sehen, ich habs nicht so mitm Binnen-I) schräg angemacht, nur weil er schwul ist. Das hat mich nie abgestoßen. Umso unverständlicher wars für mich, dass es tatsächlich Idioten gibt, die das für abstoßend halten.

Tja. Ziehen wir also mal in Betracht, dass ich *möglicherweise* nicht straight bin. So richtig wohl fühle ich mich damit noch nicht, wenn ich das auf mich beziehe, zu frisch ist alles und zu neu. Aber es fühlt sich richtiger an als alles, was ich bisher in Sachen Beziehungen getan habe.

Nun stehe ich hier und habe so meine Probleme, die zu lösen sind.

– meine Familie. Ja juckuhu. Das kann noch lustig werden. Meine Eltern werden vor Freude in die Hände klatschen, die werden glauben, dass sie mich endlich am Kanthaken haben, weil sie mich unterstützen werden und ich das brauchen werde.

Drauf geschissen.

meine Schwester, die homophob ist. Aber die in dem ganzen kranken Haufen, den ich Familie nenne die EINZIGE ist, die mir noch am Herzen liegt.

Fazit: Schwester wird (wahrscheinlich) gehen, Mutti und Papi werden mir am Arsch kleben.

/edit:

Gut, in Schwesterchen hab ich mich schwer getäuscht. Das hätte ich – eigentlich – wissen können. *seufz* ich bin manchmal ein Trottel…

Will ich nicht. Und wie ich das lösen soll, weiß ich auch nicht wirklich. Aber Feigling der ich bin denke ich, dass sich das Problem erst stellen wird, wenn ich sage: Guck mal, ich hab ne Freundin. Nein, Mama. Eine Freundin wie Freundin nicht wie Freundin…. Jau, ich kann mich direkt sehen, wie ich versuche, das zu erklären… *göbel*

– ich selbst. Hallo? Ich bin 43 und komme *jetzt* erst darauf? Es ist ja nicht so, als wäre ich nicht permanent von Homosexuellen umgeben gewesen. Ich hatte Arbeitskollegen, die bekennend Homosexuell waren, die ihre Identität aus der Homosexualität bezogen haben. Wie blind kann jemand sein? Und ist vielleicht doch etwas dran, wenn Schwesterchen meint, dass ich zu wenig auf mich selber achte?

Bin ich lesbisch? *test* Die Schublade scheint nicht zu passen, sie ist nicht die ganze Wahrheit. Und eigentlich – definiere ich mich über Sexualität? Hm, urteile ich anhand der Probleme, die ich habe, diesen Artikel auch nur zu schreiben: Nein, tue ich nicht.

Ich sehe mich nicht als bi oder lesbisch – ich sehe mich als Mensch. Der gerade ein wenig dürrnander ist und nicht wirklich weiß, was er tun soll. Der Liebe will – nicht Sex. Für den Sex dazugehört, aber ganz sicher nicht alles ist.

Und für den Sex mit Männern eigentlich immer eine schmerzhafte Qual war. Buchstäblich. Sex ist für mich in erster Linie etwas, was mir weh tut – und das wirklich intensiv. Wie ich die 6 Jahre Ehe überstanden habe? Im Rückblick muss ich sagen: Wau, man kann sich wirklich verdammt gut selbst belügen und betrügen. Ich war von meinem Mann nach einem Jahr schon nicht mehr angezogen. Und trotzdem hab ich mit ihm geschlafen – und mich dreckig gefühlt. Jedesmal.

Das gleiche gilt für alle anderen mit denen ich geschlafen habe. Hinterher hatte ich immer das Gefühl, ich wäre dreckig. Der Preis fürs gehalten werden war Sex, einen Preis den ich gezahlt habe. Und dieser Preis war, wenn ich meine derzeitige Situation so ansehe, verdammt hoch.

Ich denke, es ist höchste Zeit, das ich aufhöre, mich selbst zu zerstören. Herauszufinden, WER ich bin. Was ich bin.

Und dann kann ich entscheiden, was ich mit wem wie machen will.

*kopfschüttel*

Ich bin 43 – bisschen spät, auf solche Ideen zu kommen. *seufz*

P.S.: Ich habe kurz überlegt, ein Passwort auf den Artikel zu kleben. Aber andererseits… der Lauscher an der Wand liest seine eig’ne Schand. Zur Hölle mit den Konsequenzen. Und zur Hölle mit allen, die sich abgestoßen fühlen.

Veröffentlicht am 20. Mai 2012, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 49 Kommentare.

  1. Wer sagt, dass du (zu) spät daran bist – hey, in unserer Gesellschaft bist du mitten im Leben. Du hast nicht alles streight forward gemacht – so what!
    Ich denke, alles hat eine Zeit im Leben – und für dich ist halt jetzt die Zeit. Passt so.

    und lass dich bloß nicht von deiner Familie irgendwie abbringen! Ein guter Freund (der mir leider im Moment böse ist wegen eines großen Fettnapfs, in den ich stapfte) fragt mich in solchen Situationen immer, wer der wichtigste Mensch in meinem Leben ist – und mit wem ich es auf Dauer aushalten will und muss… 😉

    Daher – viel Erfolg auf dem Weg zu dir! 🙂

  2. Abgestoßen fühlen werden sich nur alle die, die deine Aufmerksamkeit nicht annähernd verdient haben. 😉
    Lebe dein Leben so wie es dir gefällt und wie es dir gut tut.

  3. Was gesagt werden muss, muss gesagt werden. Gut so!

  4. Es ist dein Leben, lebe es so, wie du willst, nicht, wie andere es von dir erwarten.

  5. Zu spät wäre es gewesen, wärest Du nie darauf gekommen.

  6. Ok, fühlst DU Dich jetzt gut, oder sagen wir zumindest besser? Ja?
    Dann ist das alles richtig so, weiter nichts.

  7. Es ist weder zu früh noch zu spät, es ist immer der richtige Zeitpunkt! Soviel Selbstvertrauen MUSS sein, liebe Kerstin! Klar, dass es schwerer fällt, je länger man wartet: die „Spuren“ werden immer tiefer, aber zu spät? NIE!
    Alles Gute!
    Hajo

  8. Zitat „Ich sehe mich nicht als bi oder lesbisch – ich sehe mich als Mensch“ Ein wunderbarer Satz :-).

    Wenn sich etwas nie richtig angefühlt hat dann war es nie richtig. Wer wegen beschränkter Ansicht daran stört für den ist das eigne Leben zu kurz um sich über ihn zu Ärgern und zu kurz um ihm am eignen Leben teilhaben zu lassen, egal ob Verwandte, Bekannte oder Freunde.

  9. Auch jenseits der 42: Don’t panic. Et kütt, wie et kütt – wenn Liebe, Zuneigung und Vertrauen stimmen, ist das biologische Geschlecht recht sekundär. Inneres Outing ist ein großes Thema, aber den Schritt hast Du gemacht. Was nun kommt – wer weiß. Egal, ob straight, queer oder bi: Geh einfach den Weg, der sich eröffnet, und lass Dich nicht von den guten Vorsätzen anderer abbringen. Gerade in der Hinsicht schadet ein wenig Egoismus überhaupt nicht. Aus meinem näheren und weiteren Umkreis kenne ich die eine oder andere Konstellation, deren Zustandekommen die Betroffenen stärker überrascht hat als ihr Umfeld, und die sich als haltbarer erwiesen hat als irgendwelche Konventionen scheinbar diktieren. Was die die Verwandtschaft angeht, kommt mir Tucholsky in den Sinn: Wer Dich liebt, liebt Dich, wie Du bist, und nicht, weil Du brav funktionierst und der Familie keine Schande machst.

  10. Tantchen du bist nicht zu spät, mach dir mal keine sorgen und ich glaube bei deiner Schwester wird das auch nicht so schlimm werden. Vielleicht wird es etwas dauern aber am Ende wird sie schnell einsehen das du im Grunde immer noch der gleiche liebenswerte Mensch bist.

    Ich mag diese Labels Bi lesbisch etc. auch nicht, da hast du vollkommen recht, wir sind alles Menschen und haben ein Recht darauf auf unsere weise glücklich zu sein.

    Schau zu das du glücklich wirst mit wem auch immer und ich drück dir die Daumen.

  11. Immer dieses Schubladendenken, g r a u e n h a f t !
    Menschen sind nun mal verschieden, nachdem sich bei mir der Nebel wegen anderer Probleme lichtet stärke ich dir auch den Rücken. Du hast nur ein Leben.

  12. Hallo Tantchen,

    ich bin schon eine ganze Weile ein stummer Mitleser hier und habe die ganze Zeit über viel Anteil an dir und dem, was du erzählst, genommen. Du bist für mich ein sehr sympathischer Mensch und von dem, was du über dich erzählst, auch ein wirklich toller Mensch.
    Und dieser Mensch ändert sich jetzt nicht. Du bist noch immer du.

    Hoffentlich wird das auch deine Schwester ganz schnell begreifen. Ich wünsche dir dafür – und für alles andere – alles erdenklich Gute.

    Hör auf dein Bauchgefühl. Das ist eigentlich immer das, auf das man sich am besten verlassen kann. 🙂

    abby

  13. /me kratzt sich am quadratischen Kopp

    Wieso kommen mir deine Gedanken unter anderen Vorzeichen so bekannt vor – und nein, ich meine nicht dein „Comming out“. Es ist eher dieses Gefühl, daß in meiner Rübe irgend was gewaltig daneben liegt und ich [i]meinen[/i] Weg noch nicht gefunden habe.

    Medikamente – nutzen irgend wie nicht.
    Psycho-Gespräche – nutzen genauso wenig.

    Tante – sprich mit deiner Schwester. Wenn sie dich fallen läßt, würde es mir leid tun für dich, aber halte ihr dennoch den Weg zurück offen. Ich habe einst meinen Bruder fallen lassen wegen Mißverständnissen und ich bereue es heute, auch wenn er und ich damals Jugendliche waren. Mind. 10 verdammte Jahre waren ins Land, bevor ich wieder mit ihm sprechen konnte.

    Persönlichkeit – versuch deinen Weg zu finden und wenn du Erfolg hast kannst du mir vielleicht ein bißchen deiner Erfahrung zukommen lassen. Vielleicht hilft mir das, auch meinen dunklen Hirnkasten zu „erleuchten“.

  14. Manchmal muss man einfach ego genug sein, um das zu tun was gut für einen selbst ist. Tu was du tun musst/willst! Wer dich mag, wird ich weiterhin mögen. Das Leben ist nun mal kein linearer Weg. Das Leben ist einfach – du triffst Entscheidungen und blickst nicht zurück. 43 Jahre „alt“? Imho keine Begründung dafür, dass man sein Leben nicht ändern darf. Du bist deinen Weg bis hier gegangen und jetzt stellst du fest, dass er bisher eher suboptimal war? Dann ändere ihn. Achte nicht auf andere, die nicht dein Leben leben. Ich drück dir alle verfügbaren Daumen, dass du in Zukunft wieder mehr Freude daran hast, auf diesem Planeten zu lustwandeln, dein Blog zu schreiben, Moped zu fahren, neue Mucke zu entdecken, alte Mucke wieder zu entdecken, schöne Fotos zu machen und alles was einem sonst noch Freude bereiten kann.

  15. „Wir sind nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere uns haben wollen.“ Weiß nicht, woher dieser Satz stammt, aber er ist verdammt richtig! Wenn es sich für dich „richtig“ anfühlt, ist es vollkommen egal, mit wem du dieses Gefühl hast. Und da hat sich niemand einzumischen! Wenn jemand damit nicht klarkommt, ist das deren Problem, nicht deins. DU mußt mit DIR im Reinen sein, sich selbst etwas vorzumachen macht einen nur krank im Kopf.

  16. Ich schreib hier ja selten (das dürfte mein höchstens zweiter Kommentar sein…) – aber zu dem Beitrag muss ich dich mal völlig nichtsexuell knuddeln und dir die Daumen drücken, dass du *deinen* Weg findest. Egal ob bi-, homo- oder a-sexuell, Hauptsache, es fühlt sich für dich richtig an.

    Bin mir sicher, deine wirklichen Freunde bleiben dir. Manche werden vielleicht etwas Zeit brauchen, andere wundern sich vielleicht auch, dass dir das erst jetzt auffällt 😉

    Arno

  17. Olle Chaostante

    Ich les hier schon ne Weile mit und muss nun echt mal was loswerden: Wie auch die Anderen schon schrieben: geh deinen Weg! Solange dieser sich für dich richtig anfühlt ist ist es gut.
    Wenn deine Schwester dich gern hat wird sie das sehen und akzeptieren müssen.
    Und deine Eltern…naja, die können dir dann mal am Allerwertesten vorbei.

    Ich habe selber ne bekloppte und in vielen Teilen echt kranke Familie und selbst erst letztes Jahr den Absprung von den Psychopharmaka geschafft. Klar hilft das Zeug (meist) am Anfang aber irgendwann muss damit auch Schluss sein. Das sollte immer nur ne Unterstützung sein, nie die Haupttherapie.
    Zumal, wie du ja auch geschrieben hast, die Nebenwirkungen teils extrem sind. Ich kenn eine die nimmt schon Medikamente gegen die Nebenwirkungen der Medikamente gegen die Nebenwirkungen ihrer Psychopharmaka O_o.

    Also lass dich nicht beirren und leb deinen Weg. Ich hab eh schon oft die Erfahrung gemacht, dass die „Grenzen“ von Homo- und Heterosexualität oft fließend bis garnicht vorhanden sind….Was in meinen Augen auch gut ist, denn schließlich ist keiner von uns nach Schema F gestrickt 😉

  18. Leb DEIN leben wie DU es willst, sei in dem Punkt Egoistisch!
    Ich denke das es nie zu spät ist zu erkennen wer man ist und wie man leben möchte und es ist schön zu lesen das es dir wieder besser geht.

    MfG
    dat Blondman, der immer mitliest aber selten Senf dabei hat 🙂

  19. Gut so! Lass dir Zeit – am Wichtigsten ist, dass du ohne bunte Pillen in dich rein horchst. Welches Etikett man sich gibt, ist doch egal. Das Leben ist bunt und macht Spaß.
    Du wirst mehr Freunde gewinnen, als verlieren, wenn du dich so annimmst, wie du bis.

  20. Ganz schön viel private Texte, die da in letzter Zeit kommen. Aber das stört mich nicht, im Gegenteil.

    Es freut mich, dass du dir Zeit nimmst, hinzuhocken und dir Gedanken über dich selber zu machen. Ich glaube, du bist auf dem richtigen Weg, lass dir das nun nicht von irgendwelchen Vollhonks schlechtreden.
    Was deine Familie betrifft … Nun ja. Ich persönlich bin der Ansicht, dass es manche Dinge gibt, die manche Leute einfach nicht zu wissen brauchen. MUSST du deinen Eltern und deiner Schwester denn sagen, was du sexuell fühlst?
    An deiner Stelle würde ich abwarten und schauen, ob sich deine Gedanken überhaupt bewahrheiten. Ich denke, du hast auch noch in einem Jahr Gelegenheit dazu, deine Verwandten zu informieren, wenn sich das alles setzen konnte.

    Ich rede nicht davon, mit Geheimniskrämerei anzufangen. Viel eher meine ich, dass ich das nicht an die grosse Glocke hängen würde. Wie du geschrieben hast, gibt es manche Leute, die ihre sexuelle Ausrichtung wie ein Schild vor sich her tragen, aber ist das notwendig? Ich finde es genauso doof, wenn man mir unter die Nase reiben muss, was man im Bett macht, wie wenn man mir aufdrücken muss, dass man an Gott/Allah/Zeus/den grünen Käsemond glaubt und im nächsten Leben garantiert im Himmel landen wird.

  21. gotsassaufeinemast

    Hey Tante Jay..zu spät ist es nie 🙂 Glaube nicht, dass es ein zu spät gibt für die Selbstfindung. Du musst am Ende sagen können, dass du es richtig gemacht hast und kein anderer. Hauptsache, du fühlst dich gut dabei, bei allem was du tust. 🙂 Ich hoffe, du findest heraus wer du bist, damit du dich wieder wohl fühlen kannst.

  22. Hi,
    ich lese schon eine Weile mit, und ich hoffe, du verzeihst mir dass ich da gleich in so ein wichtiges Thema reinpurzle 🙂

    Die Person mit der du leben musst, bist du selber. Entscheide dich dafür, du selber zu sein, und kein Abklatsch eines Wunschbildes von jemand anderen. Jeder, der es Wert ist Freund genannt zu werden wird dich so akzeptieren wie du bist. Für die Familie gilt das gleiche, aber manche werden wohl etwas Zeit benötigen 😉

    Nimm dir die Zeit, die du benötigst, um herauszufinden wer du bist, und nimm nur das an, das sich richtig anfühlt. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo du im Spiegel nur mehr dich siehst, und nicht das was andere meinen was du sein sollts.

    Es mag jetzt in dem Moment vielleicht komisch klingen, aber ich wünsche dir von Herzen, dass du Zufriedenheit findest.

  23. Bin zwar auch nur ein stiller Mitleser (seit ich dich vor Jahren mal bei DauJones entdeckt hab), aber fühl dich fest geknuddelt. Heutzutage ists doch meistens sowas von egal worauf man steht. Wir leben nicht mehr im Mittelalter 😉 (Auch wenn manche Menschen immernoch so denken wie damals. Aber ich glaub die können dir egal sein.)
    Hauptsache du bist glücklich. Geniess es 🙂

  24. Hallo Tantchen,
    es ist nie zu spät. Und wenn es etwas gibt, das einem niemals gut tut, dann ist es sich für andere zu verbiegen und es anderen recht zu machen.
    Das funktioniert nicht, never.
    Denn dann passiert genau das, was du nun erlebst.
    Man ist nicht man selbst, lebt ein falsches Leben.
    Zur Zufriedenheit anderer. Und man selbst verliert sich irgendwann.

    Leb dein Leben. Finde heraus was du willst und was sich für dich richtig anfühlt.
    Und schei.ss auf die „Norm“.
    Man ist in erster Linie Mensch, und nicht hetero, bi, oder homo.

    Ich les schon sehr lange mit und ganz ehrlich, ich würd dich gern mal in Natura kennenlernen. Ich mag deine Schreibe, deine Lebensauffassung und deine Einstellung zu vielen Dingen.
    Und du bist so herrlich unzickig 🙂

    Nen festen Drücker und ganz liebe Grüße einer stillen Mitleserin 🙂
    Tanja

    • Das mit dem zickig…noja, ich kenne viele Leute, die das nicht so unbedingt unterschreiben würden…. *g*

  25. Moin Tantchen!

    Ich les hier auch schon eine Weile mit (übrigens bin ich genau wie Carcharoth bei DAU-Jones auf dich aufmerksam geworden)
    Ich lache mit,
    ich ärgere mich mit,
    manchmal mach ich mir auch Sorgen…

    Und warum tue ich das?
    Weil DU mir im Lauf der Zeit ans Herz gewachsen bist.

    DU bist wichtig!!
    Ich hoffe, deine Familie und speziell deine Schwester sieht das irgendwann genauso.

    Hauptsache, es geht dir gut dabei!

    Gruß

    Klaus

  26. Wo ist Wayne?
    Denn: Wayne geht das was an.

    Liebe hat nicht unbedingt mit Sex zu tun, und Sex nicht mit Liebe. Jemanden lieben heißt, ihn zu sehen, wie er ist und nicht wie er scheint. Wie er ist und nicht wie man ihn gern hätte.
    Ein riesiges Programm.

  27. Wie sagte meine Oma immer: besser spät als nie…Hauptsache Du fühlst Dich wohl!!!

  28. Ach herrje,
    was hab ich da bloß bisher für einen Blog gelesen? 😀

    Tantchen, das ist dein Leben. Du gestaltest das. Zumindest solltest du es im Großen und Ganzen gestalten. Dir muß es in erster Linie gefallen. Und dann erst, viel später, kommen die anderen, denen du gefallen willst.

    Du machst dir einen viel zu großen Kopp. Ich glaub nicht, dass sich dein Schwesterherz abwenden wird. Die ist doch nicht dumm, wenn ich deinen Beschreibungen glauben darf. Warum sollte sie sich abwenden? Nur, weil sie Mänenr mag? Ist doch sogar noch besser, biste doch keine Gefahr für sie 😉

    Sieh zu, dass du dich wohlfühlst. Alles andere ist sekundär.

  29. Dose auf Dose klappert! So Klischee bedient! Bei den ganzen obigen vermeintlich einfühlenden und verlogenen Schulterklopfern, auch noch noch „heimlich mitlesenden“ Voyeuren, wird einem ja schlecht. Topf sucht Deckel, das ist das alte sprichwörtliche Spiel. Wenn der passende Topf für eine Köchin nun zwei runde Henkel hat, who cares? Wen interessiert es, außer obige Voyeure, wer wo welche Körperteile rein steckt oder befummelt, solange es im beiderseitigem Einverständnis unter Gleichberechtigten passiert? Too much details! Lesben und Schwule, die sich in der Öffentlichkeit befummeln, sind genauso abstoßend, als wenn Heteros das tun. Haben die alle kein Zuhause?

    Jay Du hast eine Vorliebe entdeckt! Du hast festgestellt was Du nicht willst! Glückwunsch! Get over it! Wenn Du dann mal ein tatsächliches Problem hast, schenke ich Dir gerne Ohr und Schulter, wie immer, aber jammer nicht, wenn Du eine positive Feststellung für Dich machst, denn so liest es sich, wie Gejammer.

    Und wer nicht akzeptiert, wie Du Dein Leben lebst, womit Du glücklich bist? Die kriegen straight die Meinung und wenn sie damit können? Dafür hat das Deutsche ein schönes Wort: Lebewohl! Oder „Live long and prosper“, wie das bei uns NERDs heisst.

    • Ich reich dir mal die Klischeeschaufel zum selbstbegraben. 😛

      In erster Linie schreibe ich hier für mich und nicht für andere. Es ist *ein* Weg für mich, Gedanken zu äußern und sie ins Reine zu bringen. Ich hab versucht, das offline zu machen, das funktioniert nicht. Ich brauch das Feedback, positiv oder negativ. Dafür kannst du mich verurteilen – oder es lassen.

      Ansonsten: Bitte nicht auf Will einprügeln – wir kennen uns zu lange und ich weiß ganz genau wie er das meint. 😉

      • Prügel halte ich aus, habe ja ein breites Kreuz. Besonders stehe ich zum Gesagten! Du stellst mit Absicht Öffentlichkeit her – warum auch immer. Ich unterstelle, das ist auch ein Akt um Fakten zu schaffen, in der Form: So jetzt ist raus!
        Zwar haust Du für mich zuviel durcheinander, aber eigentlich bin ich eher von den kommentierenden Verständnisheuchlern angenervt.

  30. Auch auf die Gefahr in den Topf „Verständnisheuchler“ zu kommen:

    „Liebe ist. Nicht mehr und nicht weniger.“ hat mal jemand zu mir gesagt, nach einer durchheulten Nacht voller Alkohol und Selbstzweifel.

    Und auch wenn ich klare Verhältnisse sehr schätze muss ich sagen: Wenns um Familie geht ist Schweigen wirklich Gold.
    Familie muss nicht alles wissen.

    Ansonsten: Ganz schön viel in der letzten Zeit, hm? Hoffe du kommst ab und zu zum Luftholen.

    • Moin Cerise, zur Defintion Heuchlerei siehe (http://de.wikipedia.org/wiki/Heuchelei), erster Satz. einige der obigen Schulterklopfer ordne ich da 1:1 ein. Belangloses Wischiwaschi halt. Aber auch nciht Alles 😉

      Du sagst: „Wenns um Familie geht ist Schweigen wirklich Gold. Familie muss nicht alles wissen.“ Toché! Blut ist dicker als Wasser, das stimmt zumeist, aber leider ist Verständnis nicht unbedingt an Familie gekoppelt, besonders da dort ja oft noch Generationsunterschiede stark beigemischt sind.

      Und Luftholen ist überbewertet. Teilweise simple Zeitverschwendung. Zudem ist das Luftholen ein biologischer Automatismus. Darüber denkt man nicht nach, man macht einfach.

      • „einige der obigen Schulterklopfer ordne ich da 1:1 ein. Belangloses Wischiwaschi halt.“
        Namen! Anprangern! Auspeitschen!
        *dezent hüstel und unschuldig pfeifend davontrott*

        „Und Luftholen ist überbewertet. Teilweise simple Zeitverschwendung. Zudem ist das Luftholen ein biologischer Automatismus. Darüber denkt man nicht nach, man macht einfach.“
        Das muss ich mir aber merken … Ich kenne da die eine oder andere Person, die von dieser Weisheit profitieren könnten.

  31. Ich finds klasse!! Und 43 ist kein Alter 😉 Wie sagte meine beste Freundin mal, ich liebe Männer bis zum Bauchnabel. Und egal was du liebst, es ist völligst gleich gültig, liebe den, den du willst, egal was andere sagen!!

  32. Hm, ich klopf (@Tante: nicht haue!) dann mal prophylaktisch unheuchlerisch auf Wills Schulter, und melde, dass ich als Biologe zum Luftholen als biologischen Automatismus so meine eigenen Gedanken hab, z.B. was bewusstes Luftholen betrifft. Naja, und übertragene Bedeutungen und so …

  33. nur5minuten

    Liebes Tantchen,
    ich habe einige Zeit nicht mehr mit gelesen 🙂 muss aber sagen die entwicklingen der letzten Wohen gefallen mir 🙂 Dein Comming out? nehme ich zur Kenntnis und freue mich natürlich für dich. Wenn du jemand zum reden brauchst ^^ die Tel. No. von Flamebeard hast du ja bestimmt noch. Ich habe vor zwei Jahren oder so meinen besten Freund durch sein comming out geholfen und muss sagen du steckst es echt gut weg. Und zum Thema zu alt? neeee niemals, viele der homo- oder bisexuellen die ich kenne (Ps.: ich mag die Einteilung selber nicht) waren verhheiratet, haben Kinder oder sind weit über eine „Phase“ hinaus. Also mach dir keinen Kopf. Was deine Schwester an geht. Ich denke auch wenn sie Homophob ist, nimmt sie es nicht so schwer auf. Seltsamerweise ist die Zuneigung zw. zwei Frauen in der Geselschaft eher anerkannt als zw. zwei Männern.

    • Und wer hilft mir durch Jay´s Coming-out? Hä? Hä? Hä? Ich muss da schließlich auch mit fertig werden!
      Und natürlich ist das bei Frauen akzeptierter als bei Männern, denn Hetero-Mann denkt sich: „Lecker, die wollen ja nur mal mit mir zu dritt, danach sind sie auch geheilt“. Hetero-Frau denkt sich, Alternative A „ach wie müssen die verletzt worden sein“, oder Alternative B, „endlich mal gefühlvollen Sex“.
      Sieht man zwei Kerle, gehen bei allen irgendwie die Homophob-Lampen an. Besonders bei Kerlen. Nur wenn sich X_Kerle auf einer Rasenfäche mit Kalklinien, in tuntigen Outfits, befummeln, küssen und abknutschen hat das AUF KEINEN FALL homoerotische Züge, das ist dann echter Machismus.

      Naja, egal, die Leute haben ja auch Angst vor Spinnen…

  34. Gratulation zu einem weiteren Schritt in deinem Lebensweg 🙂
    Meiner Meinung nach darf ja jeder mit wem er will, solange er/sie ein Nein auch akzeptieren kann. Was mich daran erinnert, das mich auf Dating-Seiten immer nur Maenner anschreiben >.>

    Egal, du bist ein Jahr zu spaet dran mit der Erkenntnis, scheint es (42 waer ja die ideale Zeit gewesen) aber du hattest sie. Nun lass erst mal alles verwirrende auf dich zu und an dir vorbei kommen, und wenn du wieder klar siehst, weiter darueber bloggen.

  35. zum Thema sexuelle Ausrichtung: wen hat’s zu kümmern außer dich und evtl. potentielle Partner beiderlei Geschlechts?

    Wobei ich aus dem obigen rauslese, dass Dich Männer hauptsächlich wegen Sex abstoßen. Möge es bei Frauen nicht ebenso sein!

    Im Übrigen kenne ich *einige* m/w-Paare, die wenn überhaupt dann extrem selten Sex haben und denen es wirklich eher auf „ich hab nen Partner, der mich ggf. stützt und den ich stütze, Sex können wir immer noch haben wenn wir Kinder wollen“ ankommt. Und jetzt oute ich mich: 34, männlich, Jungfrau (oder Jungmann?). Mein Leben ist auch ohne Sex interessant genug 🙂

    Wie auch immer: Deine Entscheidung. Und wenn Du dich alle Jahr umentscheiden würdest wäre das ebenso deine und nur deine Angelegenheit. Hauptsache, DU kommst damit zurecht und es geht DIR gut dabei. Und die Familie muss nicht wirklich alles wissen 😀

  36. Liebe Tante

    Du bist Toll so wie du bist, ob Homo oder Hetero, wobei ich dich nach diesem Artikel eher bei Homo sehe. Aber mal schauen, jetzt ist August und ich bin erst beim Mai.

    Freu mich schon auf die weitere Geschichte und TOI TOI TOI

    Tom

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