Kognitive Dissonanz


Wie groß die Probleme der Beschneidungsbefürworter sind, Realität und Wunschdenken einiger weniger unter einen Hut zu bekommen, sieht man immer dann, wenn der „Ethik“rat spricht. Oder einer seiner Mitglieder.

Heute eine Ansage der Vorsitzenden: Muslimische Kinder sollen ein Vetorecht bei der Beschneidung erhalten.

WTF?

Veröffentlicht am 7. Oktober 2012, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 9 Kommentare.

  1. Super. Das möchte ich sehen, wie das in der Realität gehen soll.
    „Papa, ich will nicht!“

    „Nix da! Muss sein …. bei allen wird es gemacht … Tradtion… “

    Schnipp-schnapp. 😦

    Tolles Vetorecht.

  2. Achso! Und wenn der Kleine nur acht Tage alt ist, dann ist das egal, ob er da verstümmelt wird? Oder hab‘ ich da was falsch verstanden?

  3. Lochkartenstanzer

    Also dann dürfte faktisch keien Beschneidung mehr stattfinden. Denn ich wüßte kein kind, das sich da nicht heftig wehrt, wenn es soweit ist , außer es ist betäubt.

  4. Ist ja nicht so, dass man Kindern nicht mit ein bisschen Mühe zuverlässig einreden kann, was sie wollen und was nicht.
    Waris Dirie hat sich auch auf ihre Beschneidung gefreut.

  5. 1. Wie soll sichergestellt werden, dass das Kind die Entscheidung selbständig trifft, ohne „Überzeugung“ durch die Eltern?
    2. Können Kinder in dem Alter die Tragweite solch einer Entscheidung überblicken?

  6. ein anderer Stefan

    Ja, das ist mal wieder völlig an jeglicher Realität vorbei gedacht. Herzlichen Glückwunsch, mit solchen Ideen macht der Ethikrat sich lächerlich und überflüssig.

  7. Ihr habt *alle* genau die Schwachpunkte aufgezählt, die diese Forderung beinhaltet. Dem Ethikrat dämmert gerade, dass er auf seiner Sitzung, wo das Video gezeigt wurde, gepflegt verladen wurde. Das fragliche Video wurde geschickt zusammengekürzt – das ist eine Trickserei, die die nicht sonderlich gut aufgenommen haben.

    Es geht auch nicht darum, ob ein Kind sich „wehrt“ – es soll ein „nein“ sagen dürfen und das ist zu akzeptieren. Aber die Punkte die ihr genannt habt, sind genau die, die dann gelöst werden müssen.

    Derzeit versucht man verzweifelt einen Spagat: Einerseits soll ein explizites religiöses Gesetz vermieden werden, man möchte nicht die Mädchen mit in die Beschneidungserlaubnis holen und irgendwie muss man das ganze noch an der Oberfläche noch so drehen, dass das Kindeswohl nicht beeinflußt wird.

    Fakt ist: Sobald ein 20jähriger Betroffener klagt, ist das Gesetz am Arsch.

  8. ein anderer Stefan

    Und selbst wenn ein muslimisches Kind sich wehren kann – die jüdischen Kinder haben dieses Recht de facto nicht, weil sie nicht effektiv nein sagen können, wenn sie mit acht Tagen beschnitten werden? Das macht das Gesetz nicht besser, im Gegenteil. Angesichts all dieser Klimmzüge und Hirnverdrehungen wird offenbar, wie schwer es ist, dass irgendwie so zu regeln, dass es sinnvoll wird – außer mit einem kompletten Verbot der Beschneidung minderjähriger.

  9. Also ganau DAS hört sich für mich doch antisemitisch an:
    Ein jüdischer Junge kann ohne sein Einverständnis, auch wenn er sich wehrt, beschnitten werden. Ein z. B. muslimischer Junge würde dann natürlich verschont.
    Und sowas findet dann wieder niemand der Befürworter gegen jüdische Kinder gerichtet? Bei mir klingelt da alles!

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