Archiv des Autors: Tante Jay

Das Ende einer Ära


Erinnert sich noch jemand dran?

Auf dem Höhepunkt der Marktmacht von AOL hat die doch recht kleine Internetfirma AOL damals TimeWarner übernommen.

Ich war damals sog. AOL-Scout und trotz aller Querelen hatte ich immer meinen Spaß da. Und das interne Scoutboard und die Flamereien da. Hach, manchmal fehlts mir doch 🙂

AOL hatte übrigens den Hype von Web 2.0 vorweggenommen mit dem Scoutsystem und den Einstiegshilfen für die blutigen Anfänger. Erkennend, dass das Internet weniger zum konsumieren als selbst tätig werden anregt, hat man die AOL-Community ins Leben gerufen. Abgeguckt vom Usenet, aber für Otto-Normal-User. Und jetzt, wo TimeWarner sich von AOL trennt (die Reihenfolge stimmt, TimeWarner hat bei AOLTimeWarner irgendwann die Kontrolle übernommen und der Chef AOL war dann irgendwann der Klotz am Bein), wird es Zeit für einen kleinen Rückblick, nicht ohne Wehmut.

Hachja. 600 DM Telefonrechnung. AOL-Kurierdienst, weil man sonst nicht nur die Einwahlgebühren bis zum nächsten Knoten hatte, sondern auch noch Minutenweise Verbindungskosten.

Das führte dann dazu, dass man mit einem Rutsch sämtliche Postings und Mails mal auf den Rechner zum „Offlinelesen“ gezogen hatte, offline bearbeitet, Modem (!) angeworfen und dann den Krempel reingekleistert.

Und was für schöne Boardschlachten es damals gab. CitySharky aus meiner Zeit, als ich zwar noch bei AOL war, aber halt noch kein Scout. Herrliches rumgeprügel. Und die Drohungen, er würde mich wegen meiner Webseite anzeigen, weil ich da fiese Programme reingecodet hätte. Da waren noch nicht mal Cookies druff. Dafür war sie hübsch bunt, flackerte schön und hatte netten Midi-Sound im Hintergrund. Wie man das damals so gemacht hatte *g*

In meiner AOL-Zeit das o.g. interne Scoutboard. Infos, diverse Sachen. Und der herrliche Anarchismus der Anfangszeit (ok, die GANZ frühen Anfangszeiten hab ich nicht mitbekommen). Keine Kontrolle, die Scouts durften mit AOL alle spielen.

Das sah man den Bereichen aber auch an. *g*
Einige gut gepflegte Seiten wie Picos Elferforum: Prima Sache. Handicap-Bereich, über den ich eingestiegen bin (ich weiß heute nicht mehr, wie ich da drauf gekommen bin, aber einige Freundschaften halten jetzt *rechne* boah, 15 Jahre) und FSCTmona36 und FSCTpirat (möge er in Frieden ruhen). Aber auch das Flirtforum… wenn die mal Hilfe brauchten beim Vertreten, wars für alle, die damit nix am Hut hatten, die Höchststrafe. *g*

Knuddelchat… durfte ich mal vertreten. Pfuah. Das war echt….gewöhnungsbedürftig.

Merlin, zu dem der Kontakt abgerissen ist. Mulle, die irgendwo verschwunden ist, teilweise auch durch meine Schusseligkeit.
Eine Lampe die uns erleuchtet hat – und dem Anarchismus Struktur gegeben hat 😉

Das Duo Infernale. Zwei Anarchisten, die wirklich alles kaputtkriegen, was kaputtzumachen ist. Und das mit Spaß 😉
Würd mich echt mal interessieren, ob die zwei erwachsen geworden sind. Wär schad, wenn ja.

Vampy nebst Ehegemahl. Schwierige Zeiten und in vieler Hinsicht genauso schusslig wie ich, wenns ums Thema „wie läßt man sich am besten ausnutzen“ geht.
Achja, Ricky? Ich bekomme immer noch 500 Euro von dir, du kleine miese Kanalratte.

Hach und mein Entchen nebst ihrem komischen fotografierenden Anhang. *g* Grüssle ihr zwei, ich weiß, ihr lest hier mit. Naja, Ente liests ihm vor. Lesen wird er nicht können *g*

CISCTskunk, die mir mehr als einmal aus der Patsche geholfen hat 😉

Und ganz wichtig: Picoschnäuzelchen. Mein Puschel-Wuschel und knuddeliger Fußballfan.
OK; ich lass das lieber, sonst sprengt mir jemand meinen Privat-PC. Das war jetzt grenzwertig. 🙂

Zwei Leute, die demnächst, wie ich über mehrere Eckchen hörte, heiraten. Hätt ich ja nicht gedacht, das die noch jemanden finden, der sie nimmt 😉
Gratulation euch zweien, ne dreien. Das mein ich übrigens wirklich ernst.

Und dann Roseannas Papa Njal Merlot und Drusla. Zwei wirklich liebe Leute mit denen ich jetzt in Mittelerde rumtobe. Community 3.0, wenn man so will.
Es sind so viele – sollte ich alle hier benennen, das würde so tierisch lang werden. Und es soll ja kein Lebensabspann sein, bin doch erst 40.

Und noch soviele, je länger ich drüber nachdenke, umso mehr werden es. Nicht wenige davon lesen und kommentieren hier auch mit.

Was war noch in AOL?

Achja, wie konnte ich das vergessen: Das Flameboard (ich glaubs nicht, das gibt’s noch….) das ausschließlich zum Zwecke gegenseitiger Beleidigungen erbaut wurde. Und auch _weidlich_ genutzt wurde.

Die Zeiten sind vorbei. Ziemlich endgültig. In vieler Hinsicht ist das schade, denn die AOL-Zeiten waren auch ein wenig das Paradies, aus das man dann vertrieben wurde. In Zeiten von Vorratsdatenspeicherung, Zensurbestrebungen, Kontrolle hier und allerorten, Erweiterung von Straftatbeständen und Abmahnunwesen und Abofallen hat, wirken im Nachgang Probleme wie „Dialer“ und Telefonrechnungen von 2500 DM heute wie ein müder Witz.

Man hatte „seine“ Community, in der man sich kannte. Fast nie ausschließlich virtuell, es fanden immer auch regelmäßige Treffen statt und Freundschaften bildeten sich aus, die teilweise noch bis heute halten.

Man hat über AOL gelacht, die User lächerlich gemacht (im Usenet brauchte man mit einer AOL-Emailadresse gar nicht auftauchen, man war sofort ein Vollpfosten) und AOL-Werbe-CDs zu künstlerisch wertvollen Mobiles verwurstet.

Aber WIR waren dabei. Jawolle. *g*

Jetzt kommts dicke


Wenn ich mir angucke, was alles jetzt rauskommt, nur weil die Ursula das angeschubst hat, kann man ihr ja fast dankbar sein. Sie hat hier mal auf breiter Front alle wachgemacht, ok, sie ist vielleicht nicht dankbar, aber man kann nicht alles haben 🙂

So ist z.B. in den heutigen News drin:

– In Australien musste man zugeben, dass weniger als 32% der gesperrten Seiten tatsächlich Kinderpornografie enthalten. (Für Feiglinge: Der Link führt zum bösen Wikileaks)

Anhörung vor dem Bundestag ergibt einen Strauß verfassungsrechtlicher Probleme.

Achwas?
Sehr schön hier auch:

Jürgen Maurer, Direktor beim Bundeskriminalamt (BKA), räumte ein, dass die laut den politischen Plänen seiner Behörde zugewiesene Aufgabe der Erstellung der Filterliste nicht in einem „trivialen Prozess“ zu meistern sei.

– wie war das noch, Frau von der Leyen? „Die Server sitzen in Ländern wo man nicht rankommt?“ Wirklich? Hm, was sagen sie denn dazu?

DAS ist die mediale Hinrichtung. Damit sind _sämtliche_ Argumente für die Sperre jetzt endgültig auch für den Dümmsten verpufft.

Schön auch, dass die Medien darüber berichten. Allen voran der konservative Focus.

Focus, SZ, taz (mit herrlicher Überschrift) und viele andere Medien. Es nimmt aber kaum Wunder, dass die Bildzeitung sich gepflegt bedeckt hält. Kein einziges Wort über die Anhörung heute. Nicht eins.

– In Finnland werden auch Seiten gesperrt, die sich kritisch mit den Internetsperren auseinandersetzen.

Ja, man kann Frau von der Leyen wirklich dankbar sein, ihre Initiative war ein echter Anschub für die Demokratie.

und hinweisen möchte ich nochmal auf MOGIS. Los, Fördermitglied werden. Ist nicht teuer 🙂

via fefe und lawblog

Jugendschutz im Internet


Abseits von allen Streitereien rund um Zensur darf man eins nicht vergessen: Grundsätzlich hat die Dame von der Leyen ja recht: Kinder und Jugendliche müssen geschützt werden.

Bis zu einem gewissen Alter (und ich persönlich halte das nicht nach dem Gießkannenprinzip feststellbar) sind Kinder und Jugendliche nicht in der Lage, festzustellen, welche Risiken sie eingehen dürfen und welche besser nicht. Sie wissen auch häufig nicht, wo sie Klicken und wo besser nicht. Und dazu kommt natürlich noch ein gutes Pfund Neugierde, wenn da steht „mach misch naggisch“ oder so.

Damit sind ja noch viele Erwachsene überfordert, umso mehr Kinder und Jugendliche, denen die Erfahrung einfach noch fehlt und die Konsequenzen noch nicht überblicken können.

Da, wie gesagt, Erwachsene, also die Erziehungsberechtigten, damit durchaus überfordert sein können, bietet es sich also an, einen kleinen Content-Filter zu installieren, der die jugendgefährdenden Inhalte aus dem Netz rauspflückt.

Was also sollte so ein Filter leisten können?

Er sollte:

– zuverlässig nicht geeignete Inhalte rausfiltern (im idealfall sperrt er bei ungeeigneter Werbung

– was nicht geeignete Inhalte sind, muss per Eckpunkte individuell von Eltern einstellbar sein

– er darf nicht zensieren, also die Meinung Andersdenkender unterdrücken, indem er sie filtert und somit suggeriert, dass die Seiten verboten sind

– er muss leicht bedienbar sein und sollte auch von unerfahrenen Personen (aka Eltern) problemlos und sicher einstellbar sein

– irrtümlich gefilterte Seiten müssen sehr schnell aus dem Filter manuell z.b. via Whitelist, aus dem System rausgenommen werden können.

Besonders der letzte Punkt ist sehr wichtig – was nutzt ein Filtersystem, dass so unübersichtlich ist, dass man studiert haben muss, um ihn entsprechen einstellen zu können.

Es gibt ganz gute Produkte hier. Persönlich setze ich in meinen Schulen das System Schulfilterplus ein, da dieser Filter zusätzlich zum reinen Filtern auch noch eine pädagogische Oberfläche bietet und der Hersteller sehr engagiert an alles herangeht und kostenlose Fortbildungen anbietet. Sehr klasse. Und der Support ist durchgängig nett und kompetent.

Und dann gibts noch schlechte Programme, die unter „Epic Fail“ laufen.

JusProg ist das, wo ich auch von meinen Lehrern drauf gestoßen werde, die den so toll finden.

JusProg filtert Seiten wie Telepolis.de, aber nicht www.heise.de/tp. Das ist ein Unding in zweierlei Hinsicht: Telepolis ist NICHT jugendgefährdend, im Gegenteil, es trägt zur politischen Meinungsbildung bei, und außerdem: Was nutzt ein Filter, der die Seite unter der einen Domain filtert, nicht jedoch nicht die Subdomains? Das ist ein krasser handwerklicher Fehler.

Fefes Blog ist als jugendgefährdend auf dem Filter drauf. Und andere bekannte Blogs. Eins haben alle gefilterten Inhalte gemeinsam: Sie sind gegen die von Frau von der Leyen propagierte Netzzensur. Den Filter zu installieren bedeutet, die Verhältnisse in spätestens 2 Jahren, wenn das BKA als Behörde durch die Webseiten Amok gelaufen ist, vorwegzunehmen.

Lustig in dem Zusammenhang: SPD, CDU und FDP sind erreichbar, GRÜNE und Piratenpartei nicht.

Was ist dann noch erreichbar?
www.bild.de
nicht aber:
www.bildblog.de weil das jugendgefährdend ist. Ja neee is klar.

Alleine diese Kombination ist schon entlarvend. Mit diesem Filter soll ganz sicher kein Jugendschutz betrieben werden.
Und wenn ich dann lese, dass die Beauftragten die Seiten nach bestem Wissen und Gewissen eingestuft haben, frage ich mich: Was ist, wenn die Ahnungslosen kein Gewissen haben?

Niedrige Gesinnung


Wenn eine Beziehung scheitert, ist das für die Beteiligten nie schön.

Man kann sich das ganze jetzt leicht machen und sagen: „OK, wir kriegen das hin, das deins das meins, das geht schon.“

Oder man stellt sich hin, spielt den dreijährigen Trotzkopf und hockt sich auf den Stuhl, verschränkt die Arme vor der Brust, macht Schmollmund und scheißt auf Anstand und Moral, hauptsache, man kann sich richtig als Wildsau benehmen.

Denn dass man verlassen wird, das ist natürlich ein Unding. Das darf man demjenigen nicht antun, sonst zeigt er einem was eine Harke ist.

So geschehen gerade bei meiner Schwester. Das Benehmen von ihrem Exfreund als kindisch zu bezeichnen, als sie umgezogen ist, triffts nicht ganz. Kinder sind deutlich vernünftiger.

Da ist ein Umzugshelfer hingegangen (der macht den Job seit 15 Jahren) und hat ne Kiste auf seinen hochheiligen Schreibtisch gestellt. Und was macht das Kerlchen? Brüllt den an, dass er seinen Schreibtisch kaputt macht. Vollholz. Mit einem Pappkarton.

Und anbrüllen geht mal gar nicht.

Der stellt sich quer, wo er nur kann. Benimmt sich wie das allerletzte Arschloch, hauptsache, er kann ihr zeigen, wo der Hammer hängt.

Nur um das geht es: Um Machtausübung. Sie hat sich seiner Machtausübung entzogen und nun wird der Kleine zickig.
Machtgeilheit muss schon doof sein, wenn man nicht genug Charakter hat um dann auch mal tatsächlich so etwas auszuüben.

Im übrigen ist das behandelbar. Solltest du dringend mal was dran tun.

Aktuell sehr niedliches Beispiel:

ER will jetzt die komplette hälftige Miete haben. Inklusive Nebenkosten. Und weiß genau, dass sie das mit ihrem kleinen Einkommen nicht zahlen kann. Ist ihm aber egal, er will sie fertigmachen. Für ihn ist das finanziell deutlich ein kleineres Problem. Wenn er ausgezogen ist, kann man sich ja nochmal drüber unterhalten, was man macht, falls die Kündigungsfrist abgelaufen ist. Aber dazu müsste man ja mal Redebereit sein.

Ich kann nur die Vergleiche zu meiner Scheidung damals ziehen. Wir hatten uns getrennt, er hat die Miete für seine neue Wohnung zu tragen gehabt, ich hab die Miete für die gemeinsame Wohnung getragen und mir ne neue gesucht. Es stand nicht mal kurzfristig zur Debatte, ihn an der Miete zu beteiligen – er wohnte da nicht mehr drin, es war meine Wohnung und insofern hatte ich auch die Mietkosten zu tragen.

Fiel mir schwer genug, aber es ging. Und ich kann heute in den Spiegel gucken.

Es geht mir zwar finanziell nicht gut, ich zahle immer noch an der Geschichte und werds auch noch ne Weile tun, aber:

Ich kann in den Spiegel gucken, ich hab mich selbst nicht um des billigen Vorteils der „Rache“ verraten. Ich bin mir selbst treu geblieben und habe Anstand und Moral nicht auf den Haufen geworfen.

Tja, aber wenn man ein zu kleines Gemächt bei einem übersteigerten Geltungsbedürfnis hat und zudem über eine labile Persönlichkeit verfügt, die die Trennung nicht als das nimmt, was es war: den Wandel von Gefühlen, sondern als einen vorsätzlichen Betrug bereits seit Beginn der Beziehung, tja…

solchen Leuten kann nur eine langandauernde Therapie helfen. Von Rückgrat, Anstand, Moral und Aufrichtigkeit mag ich bei einer derartig widerwärtigen Vorstellung, die ich gerade als Zuschauer miterlebe, gar nicht reden.

Bis zu einem gewissen Grad hatte ich Verständnis für ihn, es war sicherlich nicht einfach und er musste sich wirklich wie in einer Achterbahn vorgekommen sein. Aber das was er jetzt abzieht, ist Rachsucht und Vergeltung auf niedrigstem Niveau.

Und dafür wirds von meiner Seite zu keiner Sekunde irgendein Verständnis oder Nachsicht geben.

Verrat ist eine Sache des Datums


Talleyrand ist und bleibt halt aktuell.

Benno Ohnesorg wurde erschossen. Dass es Mord war, daran besteht nach _heutiger_ Auffssung kaum ein Zweifel.

Doch wie war das 1967? Da wurde der Polizist, der ihn erschossen hat, von den Knallchargen der Bildzeitung und der konservativen Kreisen als Held gefeiert.

Kurras heißt er. Karl-Heinz Kurras.

Ihm wurde der Prozess gemacht und dieser endete mit einem Freispruch.

Und jetzt nach 40 Jahren, einer völlig veränderten Welt (unsere „Lebenswirklichkeiten“ haben nun wirklich nichts mehr mit 1967 gemeinsam) nimmt man das „Auffliegen“ von Herrn Kurras als Stasi-Spitzel als Anlass, ein vermeintliches Fehlurteil zu korrigieren.

Es kann viel darüber gestritten werden, wie dieses Urteil zustande kam. Nicht alles ging mit rechten Dingen zu. Freundlich ausgedrückt. Insbesondere die Bildzeitung muss sich da etliche Schuhe anziehen. Aber auch die Strafverfolgungsbehörden haben sich nicht mit Ruhm bekleckert.
Man könnte durchaus von Rechtsbeugung sprechen.

Aber Fakt ist: Das Urteil ist rechtskräftig und lautete auf Freispruch. Wir leben in einem Rechtsstaat und der hat nicht umsonst hohe Hürden aufgestellt, um eben zu verhindern, dass ein anderer Zeitgeist Dinge verurteilt, die zum Zeitpunkt des Urteils offenbar nicht strafwürdig waren.

Das hilft den Angehörigen von Benno Ohnesorg nicht. Das hilft auch einem jungen Mann nicht mehr, der vor 40 Jahren erschossen wurde, weil er für seine Überzeugungen eintrat.

Dass die Enttarnung von Karl-Heinz Kurras als Stasi-Spitzel jetzt auch zum Anlass genommen wird, dass von allen Seiten gesagt wird „war doch ne Mistsau, den machen wir jetzt fertig“ ist schlicht widerwärtig verlogen.

Da will ein Körtling die Waffenbesitzkarte einziehen (wieso hat er nach der Geschichte überhaupt noch eine???), weil er ein Waffennarr ist.

Die Gewerkschaft der Polizei will ihn wegen Unwürdigkeit aus den Reihen jagen. Das ist übrigens dieselbe GdP, die 60.000 DM für die Verteidigung von Kurras gespendet hat.

Andere fordern andere Sanktionen, bis hin zum Entzug der Pension. Haha. Sehr lustig. Dann wird die aus Steuergeldern finanzierte Pension halt durch aus Steuergeldern finanzierte Sozialhilfe ersetzt. Das ist doch allenfalls Makulatur.

Der Mann ist jenseits aller Strafe. Er ist 81, hat vielleicht noch ein paar Jährchen. vielleicht 2 oder 3, vielleicht weniger, vielleicht mehr.

Was ist das angesichts der vielen Jahre, die vergangen sind und wo niemand genau hingeguckt hat?
Was ist das, angesichts der monströsen Kampagne, die die Bildzeitung gerade fährt, um sich die schmierigen Pfoten sauberzuwaschen, die sie sich gerade in diesem Fall richtig dreckig gemacht hat?

Was sind diese paar Jahre gegen 40 Jahre Leid der Angehörigen, die zusehen mussten, wie man den Verwandten straflos ermorden konnte?

Es ist lächerlich, hier noch etwas zu machen. Alle Strafforderungen haben mal wieder eins bewiesen:

Hysterie und Effekthascherei und Kampagnen ersetzen nicht den gesunden Menschenverstand.

Kurras ist jenseits jeglicher Strafe. Selbst wenn jetzt noch ein Strafverfahren eingeleitet wird. Wie hoch sind denn jetzt genau die Chancen, dass Kurras dass einerseits noch erlebt und das auch noch bei vollem Verstand?

Die dümmste Bank der Welt


…isse vielleicht nicht, die HSH Nordbank. Aber sie hat Mitarbeiter, die bei mir an erster Stelle von „zu doof, ein Loch in den Wattstrand zu pissen“ rangieren.

Ich mein, da mailt irgendein Hohlkopf von Mitarbeiter _ständig_ vertrauliche(!) Excel-Tabellen (!!!!!) an eine Privatperson.

Dieser ging hin und informiert die Jungs auch noch, dass sie da wohl eine falsche Emailadresse im Verteiler haben.

Und was ist die Reaktion von diesem völlig verblödeten Vollpfosten, der wohl der Absender der Fehlleitungen ist?

„Wenn sie die Mail nicht bekommen dürfen, dürfen sie sie auch nicht lesen“

Hallo? Da ist soviel Dummheit drin, das reicht für 1000 Schweine.

1. Vertrauliche Daten per unverschlüsselter (!) Email.

Gehts noch? Sowas schickt man nicht ungesichert per mail rum. Aus die Maus. Administrator und Verschicker rituell bitte die Eier abschneiden dafür.

2. Kundendaten in einer Excel-Tabelle.

Hallo? Jemand zu Hause? Excel-Sheet? Datensicherheit? Fliegende Schweine?
Ohmann…

3. der Hinweis, dass man eine Mail nicht lesen darf…

Aua, das ist der völlige Hirntod. Aber mit Ansage.
Das wird ein neuer Wirtschaftszweig. Disclaimer für Mailtrottel.

„Diese Email enthält detaillierte Planungen für unseren Sprengstoffanschlag beim nächsten . Das BKA ist nicht autorisiert, diese Email zu lesen.

Und dann? Email wird abgefangen, BKA-Mitarbeiter liest und denkt sich dann: „Ochneee, fast hätten wir hier Hinweise kriegen können. So ein Mist, das wir das nicht lesen dürfen.“ *maillösch*

Soviel patpatpat krieg ich in 100 Jahren nicht mehr hin.

Man braucht sich aber angesichts dieser geballten Intelligenzia jetzt nicht mehr wirklich zu wundern, warum die pleite gehen…

Grundgesetz-Flashmobs


Stellvertretend für alle Medien, die nicht darüber berichten, hier der Heise-Artikel.

Verlierer Infratest


Da hat Christian Bahls mit beneidenswerter Souveränität Infratest dimap und die Zensurbefürworter düpiert. Man hats zwar noch versucht, zu erklären, aber…noja.

Das geht ja natürlich nicht.

Und damit jeder schon mal sehen kann, wie genau die Internetsperren demnächst funktionieren und wie Informationen gefiltert werden, hat Infratest dimap das ganze mal vorgemacht und die Gegenstudie von Christian Bahls vom Netz genommen.

Gleichzeitig hat der Leiter von Infratest dimap die Umfrage von der Deutschen Kinderhilfe mal gepflegt verteidigt.

Und wer jetzt glaubt, dass die Presse, die ja die Umfrage der Kinderhilfe so gehypt hat, auch mal die Gegenumfrage pusht, wird sich eines besseren belehren lassen müssen.

Sucht doch mal die Umfrage von MOGiS in einem positiven Kontext. Zapp ist da und die Zeit. Und dann? Schweigen im Blätterwalde. Die Opposition findet in der Presse einfach nicht statt.


Achsoja, und ein kleiner aber feiner Hinweis auf diese Seiten: Man kann Fördermitglied bei MOGiS werden. Kostet nix, aber es gibt gerade Christian Bahls, der ja voll im Rampenlicht steht, moralische Unterstützung die er sicher gut brauchen kann.

So. Den Link verfehlt sicher jetzt keiner mehr 🙂

Und lest euch bitte die Anweisungen durch. MOGiS hat ja auch noch mit Spam zu kämpfen und wenns ankommen soll, dann sollte das auch alles so drinstehen, wie er sagt 😉

Eine kleine Unterschriftenkunde


Beamte habens schwer. Alleine wenn man bedenkt, wer was wie zu unterschreiben hat.

Will ein Beamter etwas kaufen, muss er vergabebefugt sein. Ist er nicht vergabebefugt, darf er nichts vergeben. Auch sich nicht. Aufträge auch nicht.

Was vielleicht den Zorn vieler Bürger erklärt, die sagen, „er hätte sich doch nix vergeben, wenn er das gemacht hätte.“ Er durfte er nicht, weil er doch nicht vergabebefugt war.

Oder wenn ein Beamter eine Vorlage macht. Vorlagen werden ja vorgelegt. Meist Leuten, die einen solchen auf dem Kopfe tragen.

Und die wollen das nach einem bestimmten Ritual vorgelegt, ja geradezu serviert bekommen.

Da wird eine Vorlagemappe mit der Vorlage gefüllt. Die Durchschrift der Vorlage wird seitenweise in je ein Fach der Vorlagenmappe gelegt, auf der letzten Seite zeichnet der Ersteller gegen, damit der Unterzeichner weiß, dass das, was er unterzeichnet (und auf dem Original), auch seine Richtigkeit hat.

Das Original ist zu finden im letzten Fach der Vorlagemappe. Schön in Reihenfolge, die letzte Seite an die erste gerückt, damit die Unterzeichnung des Originals sofort und ohne umständliches Blättern erfolgen kann.

Man darf bitte übrigens die Unterzeichnung, Gegenzeichnung und Sichtvermerkszeichnung zu keiner Sekunde verwechseln mit Übernahme der Verantwortung.

Die Unterzeichnung bedeutet nur, dass der zu unterzeichnende Gegenstand gesehen wurde. Wenn eine Übernahme der Verantwortung gewünscht ist, ist ein „übersandt mit der Bitte um Zustimmung“ beizufügen. Erst nach Abzeichnung des Zustimmungsvermerks wird auch die Verantwortung übernommen.

Und ICH wiederum übernehme heute abend die Verantwortung für mein sinnloses Besäufnis.
Kinder, mir ist das hier alles zu hoch. Ich bin echt nicht beamtentauglich…

Ich sollte weniger bei You Tube stöbern


Das ist nicht gut für mein Karma.
Siehe unten.

Bin dann erstmal wieder weg. Bauchmuskelkater und vor dem Rechner hocken verträgt sich nicht so sonderlich 😉

Ich sollte weniger bei You Tube stöbern


Das ist nicht gut für mein Karma.
Siehe unten.

Bin dann erstmal wieder weg. Bauchmuskelkater und vor dem Rechner hocken verträgt sich nicht so sonderlich 😉

Die Wahlen nähern sich


und wir haben Party. Wahlwerbespots bei You Tube.

Heute: Die Violetten.

Kommentar kommt später, ich lieg vor Lachen noch unterm Tisch *g*

Die Wahlen nähern sich


und wir haben Party. Wahlwerbespots bei You Tube.

Heute: Die Violetten.

Kommentar kommt später, ich lieg vor Lachen noch unterm Tisch *g*

Die unseriöse Argumentation von Frau von der Leyen


Auch wenn mich die Wut packt, wenn ich die Dame nur sehen muss – es hilft nichts, man muss sich sachlich mit ihr auseinandersetzen.

Damit trifft man sie auch am besten, denn Polemik mit Polemik zu kontern ist kontraproduktiv.

Besser: Ihre Polemik als das entlarven was sie ist: Viel heiße Luft und keine Substanz. Ich wünschte, die Medien würden das aufnehmen und entsprechend verbreiten. Aber beim Thema Kinderpornografie (wir reden offenbar über 100 Fälle im Jahr mit rückläufiger Tendenz) scheinen die Medien alle die Hosen voll zu haben, da man Angst hat in den Kreis der Befürworter zu gehen.

Man kann Lutz Donnerhacke nicht genug danken, dass er die Argumente aufgreift und in sachlicher Form auseinandernimmt.

Übrig bleibt….nichts.

Lesetipp


ich hab das Blog unten ja schon verlinkt, weise aber nochmal auf den Artikel hier explizit hin.

Es trifft. In jeder Hinsicht.