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Sister Act


*seufz*

Draußen sinds gefühlte 48 Grad Celsius. Es ist glühend heiß und in meinem Büro isset nich viel kühler.

Man hockt vor dem müden Ventilator und harrt schläfrig auf den Feierabend, der dann irgendwann kommen mag.

Und dann *TUSCH* wird man durch einen Paukenschlag geweckt.

Irgendeine Amateur-Combo da draußen spielt Lieder aus Sister Act.

Ich mein, ich mag die Lieder, aber…

*schluchz*

wenigstens EINEN Ton richtig zu treffen pro Lied…ist das zuviel verlangt?

Ekel II


Hajo. Kurzer Rückblick auf heute morgen.

Ich war ja nicht so richtig gut drauf – die Story von gestern (siehe unten) nagte da noch etwas.

Aber ich sollte Plakate malen, was ich dann auch mit Hingabe tat. Sprich: Ich hab von meiner Umgebung mal grad nicht soviel mitbekommen, weil ich mit der künstlerischen Ausgestaltung diverser Plakate beschäftigt war.

Kommt mein Kollege Baumschüler wieder angelaufen, umarmt mich von hinten, reibt sich an mir und meint „na wie gehts dir denn?“

Ich, raffend, WER das ist, springe auf, mach aus dem Stand einen Satz von gut anderthalb Metern, geh in Abwehrhaltung und meine: „GEH WEG!“

Er, auf mich zutretend: „Och Schätzeken nu hab dich..“

Ich, lauter, zwei Schritte zurückgehend: „WEG! GEH! WEG! WEG! WEG! WEG! GEH!“

Das ganze mit steigender Lautstärke in sehr eindeutigem Tonfall. Meine beiden Kollegen bekamen angesichts meiner Reaktion doch etwas größere Augen, rafften, dass der Spaß jetzt endgültig vorbei ist und schnappten sich den Klippschüler, der entschlossen auf mich zuging und zogen ihn weg.

Als die Situation so weit entschärft war, hab ich erst noch versucht, das Plakat weiterzumalen, hab aber erstmal aufgegeben, den Stift in die Ecke geworfen und bin dann in den Garten gestiefelt – ich wollte keine Sekunde noch länger mit diesem Arsch in einem Raum sein.

Naja, und geheult hab ich auch. Das Ende vom Lied war dann, dass ich irgendwann wieder zurückkam, mich auf mein Bänkchen gesetzt hab und versuchte mich zu beruhigen. Und einer kam an und meinte nur: „Willst drüber reden?“

Was ich dann tat – und erzählte, wie er mir als kleiner Azubi aufgelauert ist, wie er immer und immer wieder mich antatschte und das ganze als kollegialen Umgang tarnte. Und wie froh ich war, dass er endlich in Rente war – um ihm einmal im Jahr doch wieder zu begegnen.

Tat ganz gut, nach all der Zeit endlich ernst genommen zu werden. Denn als ich damals was gesagt habe, wurde mir geraden, die Schnauze zu halten und zu dulden, es würde mir eh keiner glauben. Und so war es dann auch…

Und ich werde jedem in die Schnauze hauen, der jetzt schreibt „mit mir hätte man das nicht gemacht.“

Hätte man. In derselben Situation. Denn es war eine Situation wo ich den Leuten vertraut habe und meine Schilde unten waren. Das hat er ausgenutzt. Und dagegen wehrt sich keiner.

Ekel


Großveranstaltung. Ich bin „zbv“, also zur besonderen Verfügung. Ich helf da wo es brennt.

Gestern fehlte an einer Bühne der Organisator. Also ich losgetrappst und die Gagen/Catering abgeholt. Für 4 Bands – es war nicht wenig Geld, was da auf mich wartete.

Stand der „Kollege“ von der anderen Bühne da. Stellt sich neben mich, reibt mich am Arm: „Schätzeken, wann kommst du denn mal?“ Ich, noch doof: „Äh, bin doch hier? Soll ich gehen?“
Fettiges Grinsen: „Och, du weißt doch schon, wie ich das meine.“

Ich: Kiefer fällt auf den Boden.

Dann im Wohnwagen, wo meine Kohle zusammengestellt wurde. Hat was gedauert, weils halt so viel war.

Ich (große Augen angesichts der Höllenkohle): „Äh, *hust* wer bitte geht denn hin und beschützt mich dann?“

Kollege Klippschüler schlägt zu, tatscht mir an die Brust und meint mit wiederum sehr fettigem Grinsen: „Du hast doch Verstecke, da traut sich doch keiner ran.“

Ich bin schlagfertig, aber angesichts dieser Dreistigkeit blieb mir echt die Spucke weg. Der Kerl ist über 70!!! Und ich wusste in dem Moment echt nicht, wie mir geschah

Abends dann mein Kollege „GO“ = Großer Organisator. Seines Zeiches Chef von det ganze. „Rufst du mal Kollege oben an und sagst ihm *liste aufzähl*“

Der hat tatsächlich nicht verstanden, warum ich mich strikt geweigert hab, ihn anzurufen. Ich hab, glaub ich, wortwörtlich gesagt: „Nutz von mir aus Buschtrommeln, aber ich will mit dem nichts, aber auch GAR NICHTS zu tun haben.“

Er wurde sauer und meinte: „Natürlich rufst du bei dem an.“ ich mich wieder geweigert mit dem Hinweis: „Du, der hat mich angepackt.“ Kurzer Erklärbär, dann werde ich ausgelacht: „Du läßt dich von einem 70jährigen anpacken?“

Ich könnte mal grad richtig große Brocken kotzen. Aber RICHTIG große. Was bilden die Idioten sich eigentlich ein? Dass das weniger widerlich wird, weil der so alt ist?

Fakt ist: Das war eine Situation, in der ich schutzlos war. Weil ich mit so einem Angriff nicht gerechnet habe. Wir haben öfter mal eine etwas derbere Sprache und Witzeleien. Und in der Situation hats mich einfach kalt erwischt. Das Team arbeitet schon seit Jahren zusammen, da erwartet man so etwas einfach nicht. Das war auch nicht einfach ein wenig ausgleiten oder „noch“ derber. Das war eine ganz klare Attacke.

Aufgrund dessen war ich auch vollkommen wehrlos – man kann sich gegen sowas wirklich nicht wehren, da der Vollhonk jederzeit sagen kann: „War doch nur Spaß“ und man tatsächlich dann als zickige Spaßbremse dasteht. Und wie ekelhaft dieses Gefühl ist, kann man kaum erklären. Einerseits muss man diese Situation erlebt haben aber andererseits wünsche ich das keinem Menschen.

Siehe halt auch oben die Reaktionen meiner Kollegen, die das echt witzig fanden. Ich überlege gerade echt, ob ich da heute noch hinfahren soll. 😦

Naja. Hilft ja nix. Endspurt. Aber wenn sich da nix tut, wars das letzte Fest dieser Art für mich. Scheiß was auf die Überstunden, aber DAS muss ich mir nicht antun.

Geburtstagsgeschenke :)


Mir würde ja nie einer was sagen, aber aus für gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen weiß ich, dass ich gerade von Herzen in eine von Zandrus tiefsten eisigen Höllen gewünscht werde. 🙂

Hm. Irgendwie muss Nichte mich falsch verstanden haben. Die hat doch glatt gedacht, dass Tante ihr gesagt hat, dass sie Sonntags Morgens um 7 Uhr üben soll, weil man da am besten lernt :o)

Bundeswahlleiter


Ich steh hier nur noch und frag mich ernsthaft, welche Vollhonks gerade an der Regierung sind.

Nicht nur, dass die hochmögende und hochedle Ursula von der Leyen ein Gesetz durchgepeitscht hat, das gute Chancen hat als Demokratiegrab zu gelten… jetzt fängt auch noch der Bundeswahlleiter an, selbstherrlich und ohne jegliche Scham zu entscheiden, was wir wählen dürfen und was nicht.

Denn machen wir uns nix vor. Massiven Zulauf werden bei dieser Wahl die „Sonstigen“ Parteien haben. Der jahrzehntelange Standard von wegen CDU, SPD und dann die kleinen FDP und Grüne, das war einmal.

Es gibt inzwischen eine Menge Parteien mehr. Und die haben zum Teil auch recht gute Konzepte, sie alle eint aber eins: Sie haben die Schnauze voll von den etablierten Parteien. Denn die bieten keine Konzepte mehr an und man kann sie auch mit sehr wohlwollendem Blick nicht mehr als Volksfreundlich bezeichnen.

Siehe diverse Dienstwagenaffären (von der von Frau von der Leyen, die sich dreisterweise geweigert hat, das Fahrtenbuch offenzulegen, hört man ja nix mehr, von Frau Merkel, die zu einer Buchvorstellung ihres eigenen Buches mit der Flugbereitschaft der Bw geflogen ist, auch nix).

Was also macht ein Bundeswahlleiter, der seinem Brotherrn danken will?

Er eliminiert unerwünschte Konkurrenz. Und wer das ganze für ein Stück aus dem Tollhaus hält, dem kann ich das nicht wirklich verdenken.

Das Tagebuch von Toms Frau :-)


Aus zuverlässigen Quellen wurde mir eine Tagebuchseite von Toms Frau zugespielt. Ich veröffentliche sie mal 🙂
Tante Edith spricht: Das ganze ist als Antwort auf den Artikel hier zu werten. 🙂
„Muss belastbar sein. Gehen Frauen mit um.“ Pfffft.
—–

5:30 Uhr
Seltsame Geräusche aus dem Bad gehört. Kurz erschreckt wachgeworden, gemerkt, dass Männe schon aufgestanden ist, beruhigt weitergeschlafen. War nur wieder sein neues Spielzeug, die elektrische Zahnbürste

6:30 Uhr
Versucht, Frühstück zu machen. Toms neues Spielzeug, der automatische Frühstückszubereiter, funktioniert nicht richtig.

9:00 Uhr
Männe hat Hunger, wir einigen uns auf ein konventionelles Frühstück und Tom verspricht, das blinkende Etwas zurückzugeben.

9:15 Uhr
Anruf eines Kunden. Leider findet Tom das neues Ohrtelefon nicht mehr. Das ist so ein Ding, was man den ganzen Tag im Ohr trägt und dann nur auf seine Nasenspitze drückt, damit man rangeht. Er beschuldigt den Hund, das Ding gefressen zu haben. Ich hoffe er hat recht.

10:00 Uhr
Kunde ist vorbeigekommen, fragte, was mit dem Telefon ist. Mein Mann schob es auf technische Probleme, was ja auch nicht ganz falsch ist. Kunde war von Toms neuem Spielzeug, der vollautomatischen Beerdigungsmaschine, nicht begeistert, wünscht sich eine herkömmliche Beerdigung. Tom ist enttäuscht.

12:00 Uhr
Mittagessen kochen ist nicht leicht mit Toms neuem Spielzeug, dem vollautomatischen Herd. Dauernd quatscht der mir in die Rezepte rein und weigert sich, die Garzeiten zu überschreiten. Familie meckert wegen der Tofu-Burger und der Gemüseplatte. Nur – der Herd hatte eine Direktschaltung zum Arzt und hat Toms Blutwerte abgefragt. Er lässt gerade nur gesunde Kost zu.

13:30 Uhr
Frau Büser hat heimlich den Schrotthändler bestellt, der die Lichtorgel aus dem Fenster abholen soll. Tom hat das von einem zufällig vorbeikommenden Händler gekauft, der meinte, dass das die neueste Art der Werbung wäre.
Frau Büser meinte, wir wären ein Beerdigungsinstitut und nicht in der Disco. Ich finde, sie hat recht.

15:30 Uhr
Tom hat gemerkt, dass die teure Lichtorgel weg ist und beschimpft Frau Büser. Die nimmts gelassen und zeigt Tom die Kontoauszüge. Seine Ausgaben für die „technischen Neuerungen“ hat sie in rotem Textmarker angestrichen, was bezaubernd zu Toms Blässe um die Nase passt.

16:00 Uhr
Gerade holen diverse Lieferanten den ganzen Glitzerkram ab. Mal sehen, wie lange seine Einsicht hält. Die letzte Abholaktion ist gerade mal 3 Wochen her. Aber wenigstens kann ich jetzt kochen ohne mit dem Herd diskutieren zu müssen.

18:00 Uhr
Tom ist gerade mit einem Motorrad in den Hof eingefahren. Als ich ihn fragte, wo er das Mofa herhabe, reagierte er beleidigt und meinte, das wäre eine Harley. Im Weblog hätten sie gesagt, das wär das beste Motorrad der Welt.

Naja, wenigstens blinkt und flackert sie nicht.

Gefährlich


Uuuuuuuuuuuuuih…ich glaub ich krieg Angst.

Es gibt in NRW 12.000 gefährliche Hunde.

Uuuuuuuuuuuuuuuuuih…. ich hab Angst.

Gefährliche Hunde.

Neee, Leute. Nicht die Hunde sind gefährlich. Sondern die Halter, die meinen, dass ein Hund entweder ein prima Ersatz für nicht vorhandenes Gemächt ist oder aber dass ein Hund ein knuddelig, wuddelig süsser Babyersatz ist.

DAS sind regelmäßig die Hunde, die erschossen werden müssen, weil sie austicken. Hunde sind keine Spielzeuge, sie sind Lebewesen. Sie sind auch kein Kinderersatz oder etwas, was man mit lackierten Krallen und Klamotten durch die Gegend laufen lassen müsste. Hunde sind Tiere. Und als solche haben sie ihre eigenen Regeln. Sie sind Rudeltiere. Und man muss das verstehen, damit man sie halten kann.

Wer das nicht tut, dem sollte der Hund entzogen werden. „Der tut nix, der will nur spielen“ ist in jedem Fall der falsche Satz.

Mal wieder musste ein Kind für die Unfähigkeit des Halters büssen – das kann ich sagen ohne den Artikel auch nur komplett gelesen zu haben.

Es gibt in NRW keine 12.000 gefährlichen Hunde.

Aber 12.000 gefährliche Hundehalter.

Kindergeburtstag


:o)

Das Fahrrad ist ja ein „böses“ Geschenk, zu schwer, falscher Ständer, kein Gepäckträger, Schutzbleche bäh, das Licht nicht hell genug und überhaupt *bäh*.

Nun. Ich habe daher beschlossen, Nichte ein *anderes* Geschenk zu machen.

Ich schwanke noch zwischen dem, dem und dem :o)

Warum man Ursula fast verstehen könnte…


Nein, ich wechsel nicht die Seiten *g*

Aber:
Es gibt Seiten, bei denen ich mir auch wünsche, dass sie am liebsten eher heute als morgen aus dem Netz verschwinden.

Ihr kennt diese Klientel? Diese leicht manisch angehauchten Blockwarte, die alles besser wissen? Die nicht in der Lage sind, bei einem Thema, wo sie sich auf der „richtigen“ Seite wähnen, sachlich orientiert mit den Kontrahenten auseinander zu setzen?

Der Netmob ist so ein Fall von medialem Lynchmob.

Kein einziges sachliche Argument, dafür platte Hetze der dämlichsten Bildzeitungs-Art. Äh, sorry, nein: Heise-Forum.

Das Kerlchen ist nämlich stolz darauf, im Heise-Forum rumzutrollen und nimmt selbiges als ernsthafte Meinungsaussage. Was vielleicht auch Rückschlüsse auf seine persönlichen Kenntnisse zuläßt.

Woher ich das weiß? Naja, wegen dem Troll bin ich raus aus der Mailingliste des AK Zensur. Irgendwie hab ich in den letzten Jahren wohl die Fähigkeit verloren, diesen verbohrten geistigen Blindgängern mal sowas wie gesunden Menschenverstand einzuprügeln.

Aber vielleicht bin ich nur weise geworden.

Diese Seite ist ein Ärgernis. Sie befördert das Anliegen der Bundesregierung für die Netzzensur, denn sie stellt alles dar, was am Netz nach Auffassung der meisten analogen Politiker „schlecht“ ist. Uninformierte Besserwisser, die glauben, mit Beleidigungen könnten sie die Welt verbessern.

Diese Seite zu sehen, ja auch nur zu wissen, dass sie da ist, stellt für mich einen Arschschmerz erster Kajüte da. Wie es wohl der unsterbliche Bender auf seine unnachahmliche Art formuliert hätte 😉

Dennoch ist da. Und ich muss damit leben, dass ich immer wieder mal über sie stolpere.

Warum hat Udo Vetter im Lawblog hier auf eine selten gute Art beschrieben. Und er setzt damit den positiven Gegenpart.

Oder, um mit den Printmedien zu sprechen, auch für den letzten analogen Internetausdrucker: Der Netmob ist Boulevard auf Bildzeitungsniveau. Udo Vetter ist seriöse Fachpresse.

Und ich hoffe, die Leute werden mehr auf Udo Vetter statt auf den Netmob hören. Lynchjustiz war noch nie für etwas gut.

Aber hey…jetzt wo ich hier stöbere. Auch die Bildzeitung des Internets hat ein Humorarchiv *g*

Schulaufsatz in der Zukunft


Im Jahre 2009 fand die letzte demokratisch legitimierte Wahl im deutschen Teil der alten Europäischen Union statt.

Wir wissen nicht, was die Menschen damals bewegte, doch wir wissen, dass sie sich entschieden, die alten analogen Politiker wiederzuwählen. Politiker, von denen sie wussten, dass sie sie belogen.

Computerspiele wurden damals als die Ursache allen Übels dargestellt. Vielfach haben unsere Vorfahren in der Zeit der Computer-Industrialisierung sogar Menschen von staatlicher Hilfe leben lassen, anstatt für ein anständiges Einkommen zu sorgen.

Wir wissen heute nicht mehr, wie es zu den Entscheidungen rund um Asse kommen konnte. Einige Quellen gehen davon aus, dass Profitgier dem zugrundelag. Der Autor kann dem nicht folgen, es ist unvorstellbar, dass Menschen aus Gewinnstreben die Umwelt derart verseuchen konnten. Das Gebiet 200 km rund um den alten Steinbruch von Asse ist bis heute unbewohnbar.

In der Endphase der Europäischen Union und dem Vorabend des Cyberwars sind viele Dinge einfach verschwunden, die man heute noch hätte brauchen können. Viele Datenträger von einst sind heute nicht mehr lesbar, die darauf ruhenden kulturellen Schätze nicht mehr einsehbar, was schade ist. Es gibt ja Hinweise darauf, dass wir sogar einst auf den Mond geflogen sind.

Diese Jahre waren auch gezeichnet für eine Reihe von Schülerselbstmorden, die damals als „Amokläufe“ bezeichnet worden sind. Diese Amokläufe wurden meist, das wissen wir heute, von Schülern durchgeführt, die sich in der veränderten Welt nicht zurechtfanden und ihren Platz nicht finden konnten. Aus Hoffnungslosigkeit haben sie sich und andere in einem schrecklichen Gemetzel getötet.

Dabei verdichten sich die Hinweise darauf, dass die damaligen Politiker die Veränderungen nicht verstanden haben. Sie waren analog, sie hatten keine Interfaces zum Berater, der ihre Entscheidungen stützen konnte und für die Lauterkeit der Politiker bürgen könnte.
Statt dessen haben wir sehr viele Zeitungsmeldungen von damals, dass die Politiker die Spieleindustrie für die Amokläufe verantwortlich gemacht hat.

Das zeigt in meinen Augen, wie wichtig es ist, dass alle Menschen den Kontakt zum Berater nicht verlieren. Die Online-Anbindung ist wichtig, kann der Berater doch darauf achten, dass wir alle lauter bleiben und sozial konform.

Heil dem Berater. Und Friede den Online-Anbindungen.

Brief an Mr. Bin Laden


Lieber Osama,

wir, die Unterzeichneten schreiben dir jetzt, weil wir der Meinung sind, dass du dich grob undankbar verhältst.

Über Jahrzehnte hinweg haben wir dich mit Geld und Personal ausgestattet, damit du deinen Djihand führen konntest. Und sei ehrlich: Es war nicht wenig was wir lockergemacht haben.

Wir haben erhebliche Schwierigkeiten auf uns genommen, um dir zu helfen (glaube uns, es ist nicht leicht, sowas an den Aufsichtsbehörden vorbei zu organisieren)

Du hast es auf vielfältige Weise gedankt. Die Amerikaner hatten ihr 9/11 und ihren Wahlsieg danach. Du hast unsere Demokratie damit stabilisiert.

Und was jetzt? Wir haben viel mehr gezahlt als die Amerikaner je gezeigt haben. Und was ist der Dank? Seit MONATEN predigen wir etwas von Terroranschlägen. Osama, die Wahl kommt näher, wie BRAUCHEN einen.

Und nichts, nicht den kleinsten Terroristen können wir erkennen. Unsere Geheimdienste halten intensiv Ausschau, doch es ist nichts zu finden. Wir dachten eigentlich du hättest unsere Andeutungen verstanden.

Also. Terroranschlag in Deutschland. Möglichst viele Opfer. Und bitte – noch vor der Wahl. Alles andere wäre ein Affront gegen die deutsche Regierung.

Und wenn du nicht allmählich spurst, können wir in Afghanistan den Schießbefehl für die Soldaten auch ganz schnell wieder zurücknehmen. Mach so weiter und wir ziehen unsere Soldaten ganz ab. Und dann? Wer wird dann dafür sorgen, dass dein Djihad weiter Nahrung erhält?

Mit freundlichen Grüssen

Deine Deutsche Regierung

P.S.: ist die Dialyse-Maschine bereits angekommen? Wir hatten leichte Schwierigkeiten mit dem Zoll.

Beunruhigend


Mein Kollege erinnert eher an einen Hip-Hopper. BlingBling an, naja, nicht ganz so übertrieben, aber Goldkettchen um den Hals. Legt erheblichen Wert auf sein Aussehen, trägt auch Hip-Hopper-Klamotten. Auf 35 würde man ihn eher nicht schätzen. Isser aber. Naja. Das ist das Äußere.

Die innere Einstellung ist: Ärmelschonertyp. Er hat so eine Einstellung, die ihn erzkonservativ CDU wählen läßt und Zensursula gut finden. Endlich mal jemand, der was tut. Das diskutieren wir übrigens gerade noch *g*
Aber er ist ein typischer Beamtenkopp. Der ich ja nu nich grad bin. *g*

Ich sitz also dann unten in seinem Büro und hüte dasselbe und lausche dabei halbherzig der Musik. Bissi seltsam war die ja schon, aber mhm. ok.

Plötzlich hellwach, registriere ich: WDR4.

Der Radiosender des Teufels und aller Gerontologen.

Und ich hab das nicht nur freiwillig gehört, ich habs auch noch nicht mal schlecht gefunden.
*WÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄH*

Von dem Schlag erhol ich mich so schnell nicht. Aber erstmal lokalisieren:

– bin ich nun frustriert, weil ich alt werde? Naja, wenn ich mir Pico angucke, bin ich ja noch auf Rosen gebettet. 🙂

– bin ich frustriert, weil ein Hip-Hop-Kollege Schlagerhiphop hört? *g*

Ich muss das jetzt erstmal verdauen… Das war echt ein Schlag ins Kontor…

Schweinegrippe


*grunz*
Ehrlich gesagt, ich muss gestehen, dass ich die Aufregung um die Schweinegrippe nicht so richtig nachvollziehen kann. Mir kommt das ganze eher wie ein Probelauf vor, für den Fall, dass eine richtige Pandemie kommt. Denn – so gefährlich Grippe auch ist. Sterben werden nur die Geschwächten dran. Und ja, ich hab Asthma. Einige Leute dürfen also hoffen *g*

Fakt ist: Grippewelle. Haben wir unaufgeregterweise jedes Jahr mal mehr mal weniger. Jedes Jahr sterben Tausende an der Grippe. Wir sind nun mal viele Menschen und das Risiko ist natürlich da.
Ungewöhnlich ist, dass die Grippewelle im Sommer ist. Das ist aber auch schon alles.

Naja, und wie bei jeder Katastrophe gibts dann auch die Riege der versammelten Bekloppten.

Beispiel Schweiz: Die Schweizer Frauenärzte warnen davor, jetzt schwanger zu werden, weil man könnte ja Schweinegrippe einfangen und dann wär das böse.

Der Blick hat das in einem hochemotionalen Aufruf an die „Lieben Schweizerinnen“ verpackt.

Kann mal einer eine Studie finanzieren, was generationenlanges Vertilgen von Schweizer Käse in Zusammenhang mit Dünner Luft für Auswirkungen aufs Hirn hat? Nix gutes zumindest, wenn ich das so lese.

Oder auch die Engländer. Fefe hats nett ausgedrückt: Globale Erwärmung hat auch etwas gutes. Wenn die Insel da z.B. mal ein wenig weggeschwemmt würde.

Die veranstalten nämlich Schweinegrippenparties, wo sie ihre Kinder hinschleppen, damit die sich „kontrolliert“ anstecken können und der „Verlauf etwas milder“ wird bzw. sie „resistenzen“ entwickeln. Also so eine Art „Selfmade-Impfung“.

Wo ich bei den Schweizern ja noch den Käse im Verdacht hab, isses bei den Engländern ganz klar das British Beef. Die haben uns damals nicht alles erzählt.

Und das schwappt ja rüber – hier in Deutschland gibts die ersten Schweinegrippen-Parties. Wobei das Robert-Koch-Institut ja wohl glaubt, dass die das aus genau dem Grund machen wie die Briten. Ich persönlich jedoch glaube ja, da wollen ein paar Leute Zusatzurlaub auf Balkonien 🙂

Fahrtenbücher


Fahrtenbücher sind dazu da, die privat gefahrenen Kilometer von den dienstlichen zu trennen. Da per Definition Fahrtenbücher daher für Fahrten mit dem Dienstfahrzeug erforderlich sind, ist die Forderung, den Inhalt der Fahrtenbücher öffentlich zu machen, zu billigen.

Denn Dienstwagen werden im öffentlichen Dienst mit Steuergeldern bezahlt. Und die Öffentlichkeit hat ein Recht, zu erfahren, wie die Politik mit genau diesen Steuergeldern umgeht. Denn der Ersatz der Fahrtkosten wird mit Sicherheit keine 100% bei Privatfahrten sein.

Beispiel Ulla Schmidt. Frau Schmidt hat sich den Dienstwagen 5000 Kilometer nachkommen lassen um „dienstliche Belange“ während ihres Urlaubs zu regeln. Sprich, auf einer Gaudiveranstaltung gebauchpinselt zu werden. Dienstlich. Pah.

Natürlich hat sie für die Privatfahrten die Gelder bezahlt. Die Schweinekohle jedoch, die es gekostet hat, die Karre erstmal in den Süden zu kutschieren, nebst Hotelkosten für Fahrer etc.
DAS wurde ja wohl aus Steuergeldern bezahlt.

Beispiel Ursula von der Leyen. Die nur „Vertrauen“ zu den „Bonner Fahrern“ hat und nicht zu den Berlinern. Die daher ganz selbstverständlich zwei Fahrer damit beschäftigt, die morgens von Bonn losfahren, über Hannover nach Berlin fahren und sie also abholen. Abends das ganze Retour.

Zugfahren, was sie am Anfang häufig gemacht hat, war ihr wohl nicht mehr zuzumuten.
Warum sie welche Privatfahrt gemacht hat, geht die Öffentlichkeit, die ihr diesen Luxus spendiert, sehr wohl etwas an.

Und unter diesem Hintergrund muss man die Stellungnahme des Ministeriums für außergewöhnliche Zensurmaßnahmen mal ansehen (und wer google bedienen kann, sollte mal zu Stellungnahmen aus dem Ministerium bezüglich Datenschutz googlen):

Statt des zur Recherche über diesen Fall angeforderten Fahrtenbuchs präsentierte das Ministerium den Stern-Reportern lediglich die Auskunft, dass man es wegen einer „Vielzahl von personenbezogenen Daten“ Dritter nicht herzeigen werde. Weil solch eine Gewichtung von Datenschutzinteressen für eine sonst eher als täterschutzkritisch bekannte Politikerin recht ungewöhnlich erschien, wandte sich das Magazin an die Behörde des [extern] Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), die das Familienministerium darauf hin aufforderte, die „nicht nachvollziehbare“ ablehnende Entscheidung zu überprüfen.

Gegenüber Telepolis meinte man im Familienministerium, dass man dieses Schreiben des BfDI durchaus erhalten habe. Allerdings sah man keine Veranlassung, darauf zu reagieren, weil es sich weder um einen Widerspruch noch um eine Klage gehandelt habe. Aus diesem Grunde sei der Ablehnungsbescheid, der den Reportern auf ihre (unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz gestellte) Anfrage hin zugestellt wurde, auch rechtskräftig geworden. Ein neuer formeller Antrag auf Einsichtnahme liege bisher noch nicht vor – auch nicht für eine zensierte Version des Fahrtenbuchs.

Ohne Kommentar.

Tennessee Eisenberg


Es gibt Dinge, bei denen sich ein satirischer Text verbietet. Eigentlich sollte hier der Bericht eines Polizeisprecher über einen tödlichen Polizeieinsatz stehen.

Dieser Text wurde von der Wirklichkeit überholt.

Der Student Tennessee Eisenberg wurde am 30. April 2009 im Alter von 24 Jahren in Bayern anläßlich eines Polizeieinsatzes in seiner WG erschossen.

Die Umstände, wie das passieren konnte sind völlig unklar. Die Betroffenen halten sich mit Äußerungen zurück, was für die Familie unbefriedigend ist, aber ihr gutes Recht.

Fakt ist aber – in meinen Augen – nur eins:

16 Kugeln, also 2 volle Magazine, davon 7 Kugeln in den Rücken und die erste offensichtlich in die Kniekehle. Anwesend waren 8 ausgebildete Polizisten, die gegen einen eher schmächtig gebauten Musikstudenten standen.

Deutlicher hab ich das Wort „Hinrichtung“ auf einem Mordopfer noch nicht lesen können.