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Was hättest du getan?


Man kann über den Text streiten. Sollte man auch, denn gerade diesen Inhalt darf man nicht unkommentiert lassen.

Mir gefallen vor allem die Schlüsse nicht, die er zieht. Im Grunde sagt er ja, dass die DDR zwar von der BRD übernommen wurde – aber letztlich jetzt die alten DDR-Kader das Ruder übernehmen und die alten Verhältnisse wieder herstellen.

Bis zu einem gewissen Punkt ist was dran. Angela Merkel war Teil des SED-Kaders. Andere haben sich eingeschmeichelt und sind als Wendehälse bekannt geworden. Es geht ja nicht nur um Modrow und Konsorten – das Politbüro der SED hätte nichts mehr retten können, nachdem die DDR zusammengebrochen war. Denen blieb nur noch Ausreise.

Aber was eher nicht stimmt, sind die Schlüsse, die gezogen werden. Nach Maxim Biller ist das ganze von langer Hand geplant, um die DDR und den Polizeistaat wiederherzustellen.

Ich denke eher, dass eine Büchse der Pandora geöffnet wurde. Keiner will die DDR zurück. Noch nicht mal Frau Merkel.
Aber ich denke, dass die Regelungen aka „Bürger halts Maul, sonst Knast“ für die derzeit Herrschenden viel zu verführerisch sind, als dass sie nicht versuchen könnten, genau das zu tun.

Nein nein, das ist einfach nur Lieschen Müller, dass früh gelernt hat, wie Kritik abzustellen ist und das jetzt umsetzt. Da ist kein finsterer Plan hinter. Soviel Format haben die alle nicht.

Wir erleben das ja gerade. Zensurlisten werden per Gesetz implementiert, Vorratsdatenspeicherung, Kontrolle und Überwachung an jeder Stelle möglich. Kameras an den Mautbrücken, die plötzlich doch für „schwere Straftaten“ eingesetzt werden können. Willkürliche Hausdurchsuchungen wegen Verdachts der Verbreitung von Kinderporno, weil jemand seine Domain auf Wikileaks umgeleitet hat. Eine Webseite, die natürlich sehr unbequem ist – sie zieht den Schreibtischtätern im Hintergrund die Maske vom Gesicht und zerrt sie ans Tageslicht. Da will genau diese Art von Täter aber nicht hin. Pressekammer Hamburg, Richter Buske – ein ganz großes und schwere Thema. Der Mann ist am falschen Platz. Bestenfalls unfähig. Schlimmstenfalls macht er das mit Absicht.

Wir sind auf dem Weg in die DDR, zumindest in Ansätzen.

Aber eine Frage ist in dem Text durchaus berechtigt: Wie hättet ihr euch in der DDR verhalten?
Hättet ihr euch auf die Hammelbeine gestellt? Hättet ihr gesagt „das darfst du nicht?“ Wissend, dass man danach Gefängnis und möglicherweise Folter zu befürchten hat? Dass man in die Mühlen einer Unrechtsjustiz gerät? Nicht nur man selbst – auch die Angehörigen? Stichwort Sippenhaft?

Diese Frage ist berechtigt. Es ist zulässig, sie zu stellen, wenn es denn im richtigen Kontext passiert und nicht als billige Entschuldigung dienen muss um sein eigenes Versagen darzustellen.

In der DDR hat man zähneknirschend ein Blick auf das eigene Kind geworfen und die Schnauze gehalten.
Oder man hat sich mit dem System arrangiert. Wie es Frau Merkel tat. Wie andere es taten.

Frau Merkel, man kann nicht entschuldigen, dass sie das SED-System stützten. Denn es ist keine Frage der Entschuldigung – sie hatten nicht das Rückgrat, sich dem System entgegenzustellen, möglicherweise haben sie dem System auch aktiv zugestimmt.

Frau Merkel, es ist aber unehrlich, jetzt die Frage: „Was hätten sie getan“ quasi als Standardentschuldigung für Duckmäusertum und Beifallklatschen zu nehmen.

Und mit ihnen als Bundeskanzlerin bin ich der Frage, wie ich mich verhalten werde, bereits viel zu nahe, als ich es für eine Land mit einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung je geglaubt hätte.

Die DDR existiert nicht mehr.

Ihr Schatten schon.

Raubzug der Medien


Ohne Kommentar.
Pressefreiheit ist das eine – aber Pressefreiheit rechtfertigt nicht den medialen sensationsgeilen Amoklauf.

Für derartige Journaille muss definitiv Strafe folgen. Die Journalisten müssen für sowas persönlich haftbar gemacht werden. Notfalls im Knast.

Oder besser – finanzielle Entschädigung, bis der Arsch blutet. Spätestens bei der 2. Klage mit 100.000 Euro Schadensersatz überlegen die vorher, was sie schreiben.

Katzen…


…man liebt sie. Man mag sie. Man kennt die Videos in YouTube über die Comickatze und findet sie lustig.

Ich find aber weniger lustig, dass meine Schlafzimmervorhänge allmählich ein apartes Lochmuster bekommen, weil die eine Katze es toll findet, da dran hochzuspringen.

Tipps, wie ich die davon abhalten kann ohne sie zu schlachten sind willkommen 🙂

Aus dem Schlafzimmer verbannen ist leider nicht möglich – sobald die Tür aufgeht, ist das Vieh im Schweinsgalopp drin, hopst den Vorhang hoch und ist wieder draußen..*seufz*

Dickenspringen und andere Gemeinheiten


Vorsicht: Katzencontent *g*

Ich hab ja grad zwei Katzen in Pflege. Die werden dann irgendwann wieder weggehen, aber:
Bis dahin hab ich dann so skurrile Erlebnisse wie die letzten Tage:

Man kommt leise pfeifend morgens aus dem Bad, betritt den Flur und *SCHWUPPS* hat man für den Bruchteil einer Sekunde eine Katze links die andere rechts am Bein hängen. Danach hört man nur noch *FUMP* wenn sie auf dem Boden auftreffen und ein *watschwatschwatsch* wenn sie mit ausgefahrenen Krallen auf dem Fliesenboden das Weite suchen. *g*

Man ist dann wach.

Dickenspringen (danke an Will für den überaus treffenden Begriff) machen die jetzt auch mit wachsender Begeisterung. *hops* auf den Nachttisch. Kurz lauern, dann *HOOOOOOOOOOPS* auf Frauchen. Frauchen steht senkrecht im Bett und man verpisst sich leise kichernd.

Seit gestern noch ein Hobby: Knistern.

Ich hab so eine dezente Plastiktütensammlung im Schlafzimmer. Irgendwie kriegen die bei mir immer Junge.
Katzi (die Kleine), findet Plastiktüten toll, weil die so toll rascheln.

ICH wiederum finde es absolut doof, wenn mitten in der Nacht eine Katze in einem Stapel von geschätzten 40 Plastiktüten Amok läuft. Klingt wie Waldbrand auf 115 dB A.

Da die Währung für Plastikrascheln = 1 Rauswurf ist, sind die dann aus der Bude geflogen. Schlafzimmer. Ich mach Tür zu, freu mich tierisch über die himmlische Ruhe und döse langsam weg.

*scharr*
*scharr*
*kratz*
*kratzel*
*kritzel*
*scharr*

*seufz*
Weiß jemand, wie man Katzen davon abhält, an der Tür rumzuscharren, damit man wieder in Plastiktüten Amok laufen kann?

So wird das Wahlvieh verarscht


Ein anderer Ausdruck fällt mir gerade zu den Äußerungen von der Leyens und ihren Kumpanen nicht mehr ein.

Das ist nachgerade verbrecherisch, was da gerade läuft. Und doof ist ja für die echt, wenn das mal jemand nachrechnet und zu dem Ergebnis kommt, dass man gerade schamlos betrogen wird.

Mal den ganzen Betrügereien und Lügen unserer Politiker ein wenig die Fakten entgegenhalten. Aus der Kriminalstatistik.

Eins ist mal sicher: MEINE Stimme bekommen die NICHT. Weder CDU noch SPD sind derzeit wählbar. Nicht bei einem Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier, der hauptsächlich für den Leidensweg Murat Kurnaz verantwortlich war. Das wollen wir ja mal nicht vergessen hier.

Und nicht bei einer Kanzlerette, die von einem Innenminister ausgetanzt wird und die Autorität und Führungspersönlichkeit eines ausgelutschten Drops zeigt.

Verdammt, dass ich mir hier mal nen Sarkozy wünsch, hätt ich nie gedacht. :-/

Sie haben es tatsächlich getan


Ab sofort werden in Deutschland legal Webseiten gesperrt. Angeblich um Kinder zu schützen.

Dass diese Sperrung eine volle Zensur ist, Menschen einschüchtern soll und im Grunde genommen der Desinformation dient – keine Frage.

Ich schließe mich fefe an: Man kann gar nicht soviel fressen, wie man kotzen will.

Leute, die Server stehen in Deutschland. Warum sperrt ihr die Server anstatt die Dinger stillzulegen, wenn das Problem so dringend ist?

Widerlich. Willkommen in China. Die Anfänge sind da.

Als flankierende Maßnahme wurde auch gleich mal der Domaininhaber der Domain Wikileaks durchsucht.

Es ist alles nur noch widerlich und zum kotzen was gerade abläuft und hat mit Rechtsstaat nichts aber auch gar nichts mehr zu tun.

Hier wird gerade die Meinungsfreiheit zu Grabe getragen und keiner schreit auf.

Traurig

Ursula von der Leyen


Bei der Inquisitorin der Kinderpornoindustrie kommt mir schon länger das Grauen. Die Dame hat von dem, was sie fordert keine Ahnung. Sie kann die Konsequenzen nicht annähernd abschätzen, sie weiß nicht, was sie da eigentlich macht. Aber sie fordert und rappelt und zetert und whined, dass jeder, der auch nur halbwegs in der Materie ist und sich ein wenig auskennt, weiß, dass die Dame gequirlten Müll quatscht.

Sendungsbewusstsein ersetzt leider keine Fachkenntnis – und die hat sie nicht. Wissen wir ja alles.

Aber aufgrund eines Artikels im Lawblog bekommt das ganze noch einen viel widerwärtigeren Beigeschmack.
Was ist denn, wenn die vielzitierte Kinderpornoindustrie, also die Millionengewinne, die die Tante verhindern will, überhaupt nicht existiert? Wenn die Familienministerin die wirklich dringenden Fälle zugunsten eines gut zu verkaufenden Phantoms beiseite schiebt?

Denn die wirklich dringenden Fälle beim Umgang mit Kindern und Jugendlichen sind offensichtlich:

– Verbesserung der Schulausstattung. Hier gibt es eklatante Defizite.

– Ernährungssituation der Kinder und Jugendlichen. Nicht viele ernähern sich fast ausschliesslich von Fast Food, weil sie den ganzen Tag alleine sind. Die Eltern müssen schließlich arbeiten, um den Lebensunterhalt zu verdienen. Und Hartz IV reicht nicht aus, um Heranwachsende vernünftig und gesund zu ernähren. Ist auch schon mehrfach ausgerechnet worden. Was wir darum haben sind unterernährte Kinder oder Übergewichtige Kinder.

– Überforderte Eltern. Meine liebe Frau von der Leyen, ich warte auf schlüssige Konzepte, wie man das Problem offensichtlich überforderter Eltern, die ihre Kinder misshandeln, ignorieren, verziehen, kurz: so falsch behandeln, wie nur irgendwas. Was ist mit dem Legionen in der Familie misshandelter Kinder? Wo genau werden die von ihnen geschützt?

– Stichwort Kinderarmut. Hier fehlen auch Konzepte, um den Kindern wirksam zu helfen.

– Stichwort Betreuung: Die Betreuungssituation von Kindern ist immer noch *hust* unterirdisch. Konzepte werden von der Bundesregierung nicht dargelegt.

Liebste Frau von der Laien, hups, entschuldigen sie den Schreibfehler: von der Leyen. Bitte tun sie ein einziges mal ihren Job und gehen sie die wirklich wichtigen Probleme an. Die Kinderpornoindustrie scheint es ja nicht zu geben. Warum gegen sie kämpfen?
Die Bilder _sind_ schrecklich und für sie auch sicher traumatisierend gewesen. Aber es rechtfertigt nicht, dass sie aufgrund dieser Bilder die Kinder in Deutschland, die ihre Hilfe nachweislich benötigen, im Stich lassen.

Überlassen sie die Kinderporno“industrie“ den Strafverfolgungsbehörden. Die einschlägigen Seiten kann man prima vom Netz nehmen, sie stehen nämlich überwiegend genau da, wo Kinderpornografie auch unter Strafe gestellt wurde.

Und hören sie ein einziges mal in ihrem Leben auf die Leute, die wissen, was sie tun, weil sie genau das gelernt haben und weil sie die Erfahrung dazu mitbringen. Und bitte lernen sie: Sendungsbewusstsein ersetzt nicht Fachkenntnis.

Sie sind der Grund, warum man weder SPD noch CDU je wieder wählen sollte.
Ich hätts nie gedacht, aber die FDP wird mir allmählich ausnehmend sympathisch.

Übrigens: Der Artikel im Lawblog ist lesenswert und die Kommentare ebenso. Die Zeiten werden gefährlich für die freiheitlich demokratische Grundordnung. Es gibt zuviele Kräfte, die sie stört und die uns am Wickel haben wollen.

Je mehr dagegen angehen umso besser – und sei es in einem kleinen Blog wie dem hier.

Ayn Rand / John Galt


Eigentlich wollte ich ja schon längst im Bett liegen…aber irgendwie geht mir das im Kopf rum und ich hoff, ich kann danach besser pennen 🙂

Mein Vater z.B. ist derzeit völlig gebügelt über die Aufregung, die gerade hinter den Bonizahlungen in den USA herrscht. OK, es ist eine Schweinerei, aber letztlich doch normal von denen.
Um zu verstehen, warum die Amerikaner gerade so sauer sind auf die ganzen Bankmenschen, dass da teilweise schon ernstzunehmende Morddrohungen ausgesprochen werden, muss man sich mal vergegenwärtigen, wie man da drüben denkt. Und die Denkweise unterscheidet sich trotz westlicher Ausprägung durchaus eklatant von der europäischen.

Beim Kollegen um die Ecke wird kurz angerissen, was sich hinter der Philosophie von Ayn Rand und dem vielzitierten Buch Atlas Shrugged, dass offenbar zur Bibel der ganzen Investmentbrüder geworden ist, verbirgt. Lesenswert.

Kurz gesagt: Leistung soll sich lohnen, der Staat soll sich nicht einmischen, da sich die Märkte selber regeln. Und das was verdient wird, ist auch verdient.

Und die meisten Amerikaner hatten genau damit auch kein Problem. Den Reichen wurde der Reichtum nicht geneidet, weil sie ihn sich erarbeitet und verdient hatten. Die Frage danach, was für eine Arbeit diese Abermillionen Dollar eigentlich wert sein kann, wurde nicht gestellt, warum auch? Die Märkte gaben diese Löhne ja her.

Folgt man jedoch aus Überzeugung dieser Philosophie, dann hätten Leute wie Fuld (Lehman-Brothers) und Co. mit ihren Schiffen untergehen müssen. Denn das unternehmerische Risiko ist nach dieser Philosophie zu 100% ihres. Fuld wäre also dann heute nach dieser Philosophie ein armer Schlucker, der obdachlos am Straßenrand hockt.

Was machen die Jungs statt dessen? Und mit ihnen alle Indianer? In ihrer Not rufen sie nach dem Staat, den sie in den fetten Jahren immer hübsch weggedrängt haben, weil er drohte, die Gewinne zu beschneiden.
Sie bringen ihre Schäfchen ins Trockene und bedienen sich ungehemmt aus dem Geldtopf, den der Staat eigentlich gedacht hatte, um die maroden Firmen zu sanieren.

Genau das ist es, was die Leute so sauer macht: Der kleine Mann auf der Straße blutet gerade gewaltig. Es geht ihm dreckig. Reihenweise verlieren die Leute ihre Häuser und ihre Jobs. Adäquate Mietwohnungen gibt es nicht. Massivste Managementfehler, die noch nicht mal ein BWL-Student im 1. Semester machen würde, wenn er den Verstand einschaltet, werden belohnt mit Boni, die höher sind als das 10-Jahres-Einkommen einer Durchschnittsfamilie, finanziert aus Steuergeldern, die ebenjene Familie bezahlt hat.

Und das, obwohl nach der gepredigten Philosophie die Herrschaften jetzt gepflegt auf dem Trockenen sitzen müssten. Die Bosse stehen nicht zu ihren Fehlern, sie vertuschen und verstecken, um sich die eigenen Taschen noch füllen zu können. Und dann machen sie sich weg und sagen „Thank you for the fish“.

Das nennt man hierzulande Wasser predigen und Wein trinken. Wären die Manager hingegangen, den Hut in der Hand und hätten gesagt: „Jo, da ist mist passiert, wir waren zu gierig, wir haben leider falsch gehandelt und alles falsch gemacht“ evtl. noch garniert mit ein bisschen Galgenhumor, dann wär alles gut gewesen. Aber so, wie die jetzt handeln, stehen sie in den Augen aller als gierige, feige Weicheier da. Und man möchte so ungerne glauben, dass man diesen rückgratlosen Schleimern auf den Leim gegangen ist.

Wir in Europa kennen das ja nicht anders von den sogenannten Eliten – die meist eigentlich nur ein arroganter, selbstverliebter Haufen von Nichtskönnern und Blendern sind. Man möge sich nur die diversen Fernsehauftritte unserer „Industriekapitäne“ angucken. Ich persönlich hab dann jedesmal das Bedürfnis nach einer soliden Holzkeule, die ich denen über die Rübe ziehen möchte. Nein, das ist kein Aufruf zur Gewalt. Das ist mein Bedürfnis, dem ich natürlich niemals nachgeben würde, weil ich trotz allem Pazifist bin und Gewalt nicht mag. Körperlich. Von verbaler hat keiner geredet. Und das obwohl ich Killerspiele spiele wie das böse World of Warcraft (ok, gespielt habe. *g*).

Ich frag mich ernsthaft, wann den Amerikanern mal wieder einfällt, was man so feines mit Fackeln und Mistgabeln machen kann… sauer genug sind die meisten gerade dafür.

Aber ich glaub, mit 90% Steuern auf die gestohlenen Gelder (das ist in meinen Augen Diebstahl, was da passiert ist) kann man auch gut leben und trifft die weitaus mehr.

Ansonsten: Egal ob Europa oder Deutschland: In den Knast mit dem geldgierigen Gesindel.

Schulen in Deutschland


Ich hab bei Volker Pispers – bei allem Humor, den er mit reinbringt – immer das Gefühl: Verdammt, der hat recht. Wieso hört da keiner hin?

Bestes Beispiel, weils meine Arbeit direkt berührt, findet man hier.

Liebe Leute, der Mann hat recht. Das Beste was wir haben, ist für unsere Kinder gerade genug.

Aber anstatt das wir unsere Energien in unsere direkte Zukunft stecken, dass wir die Gelder da reinpumpen wo sie hingehören: In Schulen, Kindergärten und Erzieherausbildung, wo geht die Kohle hin?

Nach Opel, wo 150.000 Wähler sind. Kinder wählen nicht, Opelaner schon. Diese Wähler kauft man jetzt mit Steuergeldern. Dass Opel seit Jahrzehnten Defizitär ist, dass alle Patente bei der Mutter GM liegen, die die Patente hält und als Sicherheit für die eigene Rettung bepfandet hat – Wurscht. Da sind Wähler, die muss man zufriedenstellen.

In die Banken, damit die Wirtschaft nicht kracht. Das die längst tot ist und man nur noch einen Komapatienten am Leben erhält, interessiert scheinbar keinen.

Was mich gruselt, ist ein wenig, wie die Geschichtsbücher diese Zeit klassifizieren werden. Als eine Zeit, die die Kinder vernachlässigt hat, weil man sich selbst verwirklichen will? Als eine Zeit, wo der Staat lieber die Banker hofiert hat, die alles zerstört hat, anstatt die Zukunft aufzubauen und diejenigen, die diesen Staat tragen sollen?

Ich weiß es nicht. Und ich bin eigentlich auch ganz froh, DASS ich es nicht weiß.

Danke an Herrn Pispers für die Erlaubnis, das Video nutzen zu dürfen.

Sexistisch? Nicht doch….


Gerade am Telefon. Rückfrage wegen eines Angebotes, dass bei einer Firma noch offen ist – ich hab dasselbe nicht wahrnehmen kann, weil grad alles gestoppt ist. Wir dürfen nix ausgeben. Und wenn die Hütten zusammenbrechen. Erst Freigabe von der Aufsichtsbehörde abwarten.

Der Dialog war spitze:

„Sorry, ich kann nix ausgeben grad. Noch nicht mal Ersatzbeschaffungen für geklautes Zeug, es sei denn, es gibt Versicherungsersatz.“

„Tja, schon schlimm, wenn man als Frau kein Geld ausgeben darf“

…sagte die DAME vom Callcenter…

WAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAH

Das wird jetzt lange dauern, bis ich mich von DEM Schlag ins Kontor erholt hab…

Pressefuzzis


Ne, damit ist ausnahmsweise nicht mal die „Qualitätsjournaille“ gemeint. 😉

Wir haben ja einen Pressefuzzi. Der hat den Job von einem Kollegen übernommen, der das so 15 Jahre lang gemacht hat: Unaufgeregt, ruhig und zuverlässig. Der macht das aber nicht mehr – statt dessen hat er jetzt offensichtlich einen entlaufenen Entenhausener eingestellt. Und seitdem gehts rund.

Der Knabe wirkt auf mich wie ein Huhn, das grad ein Ei gelegt hat: Dem Geflatter und gegacker nach wars ein goldenes, aber guckt man mal genauer nach, hat man doch nur wieder ein simples Hühnerei im Nest. Aber das wird wenigstens ordentlich bestaunt.

Da bekommt man schon mal stolz eine Emailweiterleitung in den Postkasten, weil ein Bürger sich mal lobend über die Einrichtung hier geäußert hat. Nebst Klarnamen und voller Anschrift des Bürgers natürlich.

Die neueste Stilblüte von Kollege Turnschuh war auch grandios: Eine Umfrage an alle Mitarbeiter im Rathaus, was denn den „typischen Dörfler“ so ausmachen würde. Ich würde ja zumindest ansatzweise draus zitieren, weil das, was mir vorgelesen wurde, mal wieder herrlich ist.

Alldieweil: Diese Perle der Formulierungskunst unseres hektischen Freundes ist leider an mir vorbeigegangen.
Aus irgendeinem unerfindlichen Grund hab ich das nicht im Postkasten.

Mhm. Da werd ich mir mit meiner Lästerschnute doch nicht selbst ein Bein gestellt haben? Mal recherchieren gehen *fiesgrins*

Unwählbar


Ich möchte darauf hinweisen, dass Wolfgang Schäuble und Ursula von der Leyen beide CDU sind.

Die zwei alleine sind ja schon der Grund, warum man den Verein mal so gar nicht wählen darf. Von der Merkel reden wir mal nicht, die nimmt ja eh keiner wahr. Ihr Affenstall da macht ja was er will. Andere nennen es auch Kabinett.

Heute im Angebot: Ein Bundesinnenminister, der das nicht so richtig verstanden hat, wozu wir ein Bundesverfassungsgericht haben.

Das prüft nämlich nach, ob Gesetze, die die Minister so erlassen, verfassungskonform sind. Der Herr Innenminister Schäuble ist wohl ziemlich angefressen derzeit, weil er mehrfach mit der Pfote in der staatlichen Überwachungsbonbondose angetroffen wurde und die Richter ihm dafür ordentlich eins auf die Finger gehauen haben. „Das darfst du nicht, dass verstößt gegen die Grundpfeiler unseres Staates“.

Und anstatt, dass er wie jeder ertappte Schuljunge, zu Boden guckt, verlegen mit den Reifen scharrt und sagt: „Na gut ich machs nicht mehr“ geht dieser Innenminister, der den Staat und seine Ausprägung schützen soll hin, und fordert mehr oder weniger die Abschaffung dieses Instrument des Bürgers gegen einen übermächtigen Staat.

Leute, solltet ihr wirklich damit geliebäugelt haben, die CDU zu wählen, fragt euch ernsthaft, ob man solche Leute, denen das Wort „Rechtsstaat“ definitiv zuwider ist, wählen kann.

Naja, und die von der Laien demontiert sich grad selbst. Aber da sind echt Dummheit und Frechheit gepaart – sowas brauchen wir noch nicht mal auf der Hinterbank.

Blogosphäre vs. Journaille


1:0 würde ich sagen.

Während in den Blogs genau das richtige gefordert wird und die überwiegende Mehrheit durchaus sachlich über Winnenden bloggt, ist sich der Spiegel nicht zu schade, das widerlichste Titelbild einzustellen, dass ich zu dem Thema bislang gesehen habe.

Berücksichtigt man, dass inzwischen die meisten ja wohl wissen dürften, dass es diesen Tätern ausschliesslich um die Selbstdarstellung geht, sie also Aufsehen WOLLEN, hat Tim K. sein Ziel zu 100% erreicht.

Da wird sich überschlagen mti der nächsten vermeintlichen Sensation. Da wird etwas gefunden, nicht weiter recherchiert und in der nächsten „Eilmeldung“ dann das Gegenteil verkündet.

Diese Medien haben ihr widerlichstes Gesicht gezeigt – sämtliche Printmedien haben sich als sensationsgeil geoutet. Es geht ihnen nicht um die Opfer. Es geht nicht um Betroffenheit. Es geht nur darum, wer den nächsten „Coup“ macht.
Die richtigen Fragen wurden nicht eine Sekunde gestellt.

Ich halte jede Wette, dass in dem Moment, wo rauskam, dass jemand durchgeknallt ist, der erste Redakteur schon den „Rechercheauftrag“ rausgegeben hat: „Guck mal, was mit Killerspielen ist“ – anders ist das nicht zu erklären, wieso der Rechner noch nicht mal angeguckt wurde von der Polizei, aber schon die Meldung über den Äther ging, dass er die achsobösen Killerspiele drauf hatte. Woher wollten die das wissen? Direktzugriff auf die Festplatte?

Der einzige Ort, den ich sehe, wo einigermaßen unaufgeregt die richtigen Fragen gestellt werden, ist die sog. Blogosphäre. Hier werden Fragen gestellt, wie z.b. Warum ist es unbedingt notwendig, 4600 Schuss Munition im Haus zu lagern (das scheint bei Sportschützen durchaus üblich zu sein)? Wieso muss man 15 Schusswaffen im Haus haben? Wozu muss man überhaupt Waffen in Privatbesitz haben?

Wo ist das Problem, den Vereinen aufzugeben: „OK, ihr könnt ja gerne weitermachen, aber doch bitte: Bewahrt die Waffen im Vereinslokal auf. Sichert das entsprechend mit Einbruchmeldeanlage und Tresoren, aber privater Waffenbesitz zu Hause kommt nicht in die Tüte“.

Wo ist das Problem, die Strafen für unachtsamen Umgang mit Schusswaffen eklatant zu verschärfen?

Waffen gehören nicht in Privatbesitz. Punkt. Aus. Ende.

Fahrradfahren


Zur Abwechslung mal ein ernstes Thema.
Fahrrad fahren.

Ich hab mir so einen Blechesel mal zugelegt. Es sind ja nur knapp 1,5 km zur Arbeit und da bin ich mit dem Ding einfach schneller unterwegs und vor allem kann ich auch was transportieren.

Mein kleiner Blechkamerad hat Vollausstattung: Fahrradkorb am Lenker, hinten am Gepäckträger und nen Sattel, auf dem man sogar sitzen kann. Beim ersten Probefahren sind die Reifen auch nicht geplatzt, also wars meins 🙂

Mit der Zeit kam dann die Erkenntnis, dass Fahrräder keine Dächer haben. Seither hab ich ne Regemütze. Sieht zwar völlig bescheuert aus, aber ich bleib halbwegs trocken. Jawollja.

Aber Fahrradfahren macht Spaß. Inzwischen bin ich stolz wie Oskar, mit was für einem Affenzahn man so unterwegs sein kann und das mit eigenen Beinen. Man ist auch viel schneller zu Hause. Und hat Einkäufe und alles dabei.

Naja.

Und inzwischen brauchen die Jogger auch echt lange, um mich zu überholen und die Sanitäter vom letzten mal haben das bestimmt nicht so gemeint, als die mir ne Sauerstoffmaske angeboten haben….

😉

Qualitätsjournaille


Man muss sich das wirklich mal in aller Ruhe durch den Kopf gehen lassen:

Der PC von Tim K. ist noch nicht ausgewertet.

Der Junge war psychisch krank.

Der Vater des psychisch kranken Jungen hat ihm Waffen in die Hand gegeben und ausgebildet.

Es lagen offenbar 4600 Schuss Munition im Haus rum. Genug, um einen kleinen Krieg anzuzetteln, wie wir ja gesehen haben.

Die Waffen waren auch offenbar ungenügend gesichert, sonst wär der da nicht rangekommen. Ich erinnere mich z.b. an meinen Schwiegervater, der die Regelungen _sehr_ ernst genommen hat. An SEINE Waffen kam keiner ran. Die waren verschlossen, nur er kannte die Kombination und als er tot war, gabs ein ziemliches Theater wegen der Dinger, weil keiner rankam und der Stahlschrank wirklich ne gute Qualität hatte. Das Schloss war auch nicht mal eben in 2 min. geknackt. Der Schlüsseldienst musste sich da mit einem Schneidbrenner reinfressen. Diese Sicherungen hielt der Vater von Tim K. auch angesichts eines psychisch labilen Jungen wohl nicht für nötig. „Der tut nix, der will nur spielen“.

Und was macht die Presse und unsere „Qualitätsjournaille“?

Meldet in vorauseilendem Gehorsam, dass man doch das böse Counterstrike gefunden hätte. Die Meldungen, dass die USK verschärft werden muss, dass die nichtsahnende Bevölkerung vor bösen Killerspielen geschützt werden muss, die überschlagen sich gerade.

Allen voran Stern und, wie fefe es ausdrückt, dass ehemalige Nachrichtenmagazin, dass von den großen Boulevardblättern wirklich kaum noch zu unterscheiden ist. „Recherchiert“ wird in Twitter, StudiVZ, SchülerVZ. Es wird auf Teufel komm raus aus irgendwelchen Foren abgeschrieben und dann in Sekundenbruchteilen an die Nachrichtenagenturen weitergegeben.
Und dann hat ein Reporter vom Stern auch noch die Frechheit, Twitter genau dessen anzuklagen, dessen sein eigenes Blatt (und die vieler anderer) sich schuldig machen: Verletzung des Presserechts.
Garniert mit etwas, was Stefan Niggemeier zu Recht die dümmste Fotostrecke ever bezeichnet.

PFUI.
Sowohl was die Politiker betrifft, die ja nicht schnell genug wieder den Hilfssheriff spielen können und so schnell wie möglich versuchen, von den dringend anstehenden gesellschaftlichen Fragen wieder zu „Killerspielen“ zu schwenken. Und die Journaille, die sich wirklich mal selbst dabei zusehen sollte wie sie arbeitet. Wi-der-lich.
Und unprofessionell. Da fragt doch tatsächlich ein Journalist in der Pressekonferenz nach der SCHUHGRÖSSE des Täters. Äh, hallo? Noch alles frisch? Hat der mit den Füssen geschossen oder was?