Archiv der Kategorie: alltägliche Katastrophen
Schwierig
Heute hatte ich nach sehr langer Zeit mal wieder die Gelegenheit, mit meiner Cousine zu sprechen. Ich kenne sie als sehr patente und selbstsichere Person. Sie hat studiert, ist Ärztin.
Ihre Lebensplanung hat sich aber seit einiger Zeit gründlich in Luft aufgelöst. Denn sie hat MS.Und da sie noch sehr jung ist, hat sie eine recht aggressive Verlaufsform. Diagnostiziert ist das ganze seit 5 Jahren und bereits jetzt kann sie ihre Beine nicht mehr richtig bewegen.
Die patente und selbstsichere Persönlichkeit – sie gibt es fast nicht mehr. Eingezwängt in mütterliche Fürsorge, ist sie fast erstickt. Sie traut sich nichts mehr zu, macht kaum noch einen Handgriff alleine. Und ich konnte jetzt am Wochenende beobachten, dass in dem Moment *wo* sie mal was alleine machen will, meine Tante stante pede ankam und ihr sofort alles aus der Hand genommen hat.
Gehts dem Esel zu gut…
*seufz*
Kaum sind alle wieder hier in Reih und Glied und einigermaßen auf dem Damm (Schwesterchen kann zumindest einige Schritte ohne Krücken laufen, Väterchen kommt nächste Woche heim und ich halt.. wissts ja *g*), drehen die anderweitig durch.
Echt – haben die alle keine Probleme? Muss man sich da noch welche machen? Lies den Rest dieses Beitrags
Aus der Reihe "kann nur mir passieren"
Tür springt mit Krawall aus der Angel, ich fall vom Stuhl. *RUMMS*
Chef steht in der Tür.
„Samma, PENNST du hier?“
„Wie kommstn darauf?“ *hochblinzel* *verschlafenguck*
„Klang wie ein Sägewerk auf Vollast“
„EY JA? Ich schnarche nicht, das war mein Bein, das ist eingeschlafen.
Außerdem is mittach. Und ich brauch jetzt nen doppelten Bypass auf den Schreck. Danke auch dafür….“
Chef ging laut lachend raus hier….
Wird Zeit für Feierabend. Alle mobben einen hier… 😦
Helicopter-Mum
Allmählich mach ich mir Sorgen um meine Schwester und meine Nichte. Da ist ganz böse was im Busche.
Nicht nur, dass meine Schwester offensichtlich Angst vor ihrem Mann hat (es gab eine ganz böse Szene, wo sie ihn am Telefon hatte, den Tag über nicht erreichbar war und dann am Telefon nur sagte: „Es tut mir leid. Ja, du hast recht. Es tut mir so leid, ich tus nicht wieder. Ja, Schatz, tut mir leid.“ Das ging dann etwa ne Viertelstunde lang…
Ich mag ja das Gras wachsen hören, aber so redet keiner, der frei und ohne Angst in einer funktionierenden Beziehung lebt.
Hinzu kommt das Helicopter-Mum-Syndrom.
Kennt ihr das? Mami schwebt wie ein Helicopter über dem Kind, damit Precious auch ja keine Schramme bekommt.
Precious ist aber 4 Jahre alt. Und ein asoziales Monster. Das wächst sich mit der Zeit aus, wenn eben erzogen wird. Aber das tut sie nicht. Sie überschüttet sie mit etwas, was sie für Liebe hält und setzt keinerlei Grenzen.
Das sieht dann konkret ungefähr so aus: Sie kann nach ihrer Hüft-OP die Kleine nicht in den Kindergarten bringen. Die Großeltern springen in die Bresche und machen (teilweise echt mit Stress) Schichtdienst in der Kinderbetreuung. Und wenn eine Omi dem Kind gesagt hat, das es so nicht geht, wie sie sich benimmt, dann rennt sie bei erster Gelegenheit zu Mami und sagt: „Morgen soll mich Omi A nicht abholen, ich will von Omi B abgeholt werden.“ sie hat also das Abholen vom Kindergarten als Belohnung verteilt, wenn man getan hatte, was sie wollte.
Und Mami, anstatt das zu blicken, hat gesagt: „wenn du nicht möchtest, das dich Omi A abholt, dann holt dich Omi B ab, das geht in Ordnung.“
Kind sucht ein Buch, Mami soll vorlesen. Buch ist weg, weil Kind das verlegt hat. Kind kriegt Wutanfall, weil das Buch JETZT SOFORT KOMMENS OLL UND MAMI ICH WILL DAS HABEN!!!EINSELF *kreisch* *zeter* *auf den Boden werf*
Wärs mein Kind, wären die Konsequenzen recht schnell klar: Ab ins Zimmer, Abkühlungsphase, danach kurz mit ihr reden und klarmachen: Dein Buch. Du kümmerst dich. Wenn Buch weg, du schuld, sonst keiner.
Was macht Schwesterchen: „Kind, es tut mir leid, ehrlich. Ich hab nicht aufgepasst. Ich kauf dir ein neues.“
Kind weint noch ein paar dicke Kullertränchen.
Kind hat 100 Paar Schuhe. Und es werden weitere 100 Paar Schuhe gekauft. Begründung: „Kosten sonst 60 Euro, sind runtergesetzt gewesen.“ Nicht „Kind BRAUCHT die Schuhe, weil rausgewachsen.
Kind will Hochbett. Kind kriegt Hochbett. Kind will Hochbett nicht mehr. OK, wird abgebaut. Und so geht das weiter und weiter.
Gestern ist es dann eskaliert. Mein Vater hat die Kleine vom Kindergarten abgeholt und dann in den Kindersitz gesetzt ohne sie anzuschnallen, weil es gerade mal 100 m weit ging und es geschüttet hat wie aus Eimern. Er hat irgendwie nicht eingesehen, pitschnass zu werden.
Die Szene, die meine Schwester daraufhin gemacht hat, war ziemlich übel. U.a. fiel auch die Drohung: „Wenn $Schwager das mitkriegt, kriegt ihr die Kleine nie wieder. Was da hätte passieren können.“
Und – um das zu toppen: Sie hat meine MUTTER zusammengeschissen. Mein VATER war derjenige, der nicht angeschnallt hat.
Ich weiß, das sie grad ne schwere Zeit durchmacht. Sie muss sich den Tag über mit sich selbst beschäftigen und darin war sie noch nie sonderlich gut. Sie braucht Bespaßer. Und die hat sie grad nicht. Putzen, um das zu kompensieren, kann sie auch nicht, weil Hüfte kaputt.
Aber wenn ich dann noch ihr Verhalten nehme, wie sie sich wegen dem bescheuerten Fahrrad verhalten hat, wie sie jetzt die Kleine verzieht und außerdem noch blind in alle Richtungen keilt… ich glaube, es wird höchste Zeit, da mal einen Kopf zu waschen. Und ihr gleichzeitig klarzumachen, dass sie, sollte sich mein Verdacht bewahrheiten, dass mein Schwager sie tatsächlich schlägt, nicht bei dem Kerl bleiben muss.
*seufz*
Gehts nicht mal einfach?
Hochzeit
Ne, nicht meine. Bloß nicht. Einmal reicht. 🙂
Aber meine Cousine hat geheiratet. Groß in Weiß, eine schöne Braut – sie ist ja auch eine wunderschöne Frau.
Vorher hab ich noch überlegt, was du sagst, was du tust… und musste feststellen: Sie ist meine Cousine, ich hab sie richtig gern. Aber eigentlich kennst du sie gar nicht. Da muss ich dringend mal was dran ändern. 😉
Aber erstmal die Hochzeit.
Schmankerl am Rande: Ich hab leider erst gestern mitbekommen, dass meine Eltern und meine Schwester sich drum gestritten haben, wer mich jetzt mitnimmt. Meine Eltern meinten: Schwesterchen und sie meinte, ne, Eltern. Weil die halt mehr Platz im Auto hatten. Und Nichte mit 4 Jahren halt noch viel Platz wegnimmt und das Auto nicht so wirklich groß ist.
Mutti sauer, weil sie halt so spät loskam. Hätte ich das vorher gewusst, hätt ich denen gesagt: Vergesst es, ich bleib hier. Aber sowas erfährste ja immer erst im Nachhinein. In einem unbedachten Nebensatz.
Außerdem Mutti sauer, weil sie nicht am „Familientisch“ saß und darin eine Zurückweisung durch meine Tante interpretierte. Meine Fresse, gehts noch? Da gabs keinen Familientisch. Das wurde gewürfelt und das war auch gut so.
Wir also hingefahren. Mutti wieder sauer, weil sie „nur“ 300 Euro geben konnte und nicht wie geplant 350 Euro. Tja, das Leben ist kein Ponyhof und bitte, kommen nur mir 350 Euro nicht etwas übertrieben vor? 300 find ich schon viel. Auch für eine Hochzeit. Aber naja, egal. Wir also losgefahren. Mutti hatte die Karte schon vorbereitet und von uns durfte dann auch keiner mehr unterschreiben, das hätte die Karte verschandelt.
Danke.
Mutti wurde dann schon ziemlich aggressiv. Naja, nicht „wurde“. WAR. Das hat sie auch nicht wirklich eingestellt, sondern sich wie immer wenig Zurückhaltung auferlegt. Und für mich ist ein zu enger Kontakt mit meiner Mutter über mehr als 2 Stunden nie gesund. Mir gehts spätestens dann richtig kacke.
Als wir ankamen: *klack* Schalter umgelegt und gestrahlt, alles lustig, alles toll. Und meinte Tante sooooo toll. ICH krieg sowas nicht hin, ich brauch, wenn ich genervt bin, immer erst ein Viertelstündchen um runterzukommen. Und „genervt“ trifft meinen Zustand jetzt nicht so ganz nach der Fahrt.
War aber egal, ich konnte mich fürs erste entspannen, Mutti war ja friedlich. Mein Vater war auch zufrieden. Dann umziehen, abmarsch, los.
Trauung war soweit hübsch, meine Nichte hat sich wirklich mustergültig benommen. War auch nicht lange, die Pastorin hats fix gemacht 🙂
Dann Drama, next Chapter: Der Auto-Korso. OK, ich kanns verstehen, wenn man da mitwill. Ich kanns verstehen, wenn man dann in einem Auto sitzt, dass einfach losfährt und man keine Möglichkeit hat, das zu stoppen, dass man dann sauer wird. Aber kann mir mal einer erklären, wie man sauer wird, weil man nicht im Autokorso mitfährt, wenn man SELBST am Steuer sitzt? Die hat echt solange räsoniert, dass man ihr „die Freude verdorben hat“ und „was für eine doofe Hochzeit“ das doch ist, weil sie nicht im Autokorso „mitfahren konnte“.
Äh, hallo? Ich hab nicht am Gaspedal gesessen und ich hab auch nicht das Lenkrad in der Hand gehabt. Worauf mein Vater auch mal recht unfreundlich hingewiesen hat, woraufhin auch mal ruhe war.
Dann ging die Feier und das Essen los und mein Vater wurde immer unruhiger. Inzwischen bekam ich auch mit, warum: Mutti wurde auch immer aggressiver. Mal noch nur gegen uns. Sie „ließ das bei uns raus, weil wenn nicht bei euch wo sonst?“ und außerdem trank sie wieder zuviel. Was sie ja immer noch glaubt, ist, dass wir das nicht mitbekommen.
Traumtänzerin.
Meine Eltern meinten irgendwann, es wär besser, wenn wir nach Hause fahren. Mein Vater vor allem, aber auch Mutter hielt es für eine gute Idee. Und nachdem ich sah, wie Muttern so drauf war, ich auch.
Und hier kommt jetzt die Stelle, für die ich mich, nachdem ich das andere „drumherum“ erfahren hab, selbst prügeln könnte. Ich hab dann gesagt, dass _ich_ nach Hause will, weil ich halt Probleme habe.
Gut, das Thema war bald vom Tisch, weil halt auch schnell akzeptiert, nur meine Tante hat nach Alternativen gesucht. Und eigentlich, wäre die Ausrede wahr gewesen, auch eine gefunden hätte.
Aber ich wollte nur noch meine Mutter da rausholen, weil die wirklich bösartig wurde. Zwei Sprüche hab ich mir eingefangen, die sehr mies waren und wirklich niedrig. Und vor allem eins: Sie haben mich eiskalt über die Klinge springen lassen. Das Messer wird lange brauchen, was ichim Rücken hatte. Bitte rekapitulieren: Meine Eltern hatten die Idee mit dem nach Hause fahren. Und Mutter stellt das dann so dar, dass sie ja gerne geblieben wär, weil ja alles soooo toll war und nur meinetwegen würden sie nach Hause fahren.
Und ich wollte die Kuh buchstäblich nur noch vom Eis haben.
Gut, die Fahrt hat gedauert, weil die A1 2 Vollsperrungen hatte. Mutter wurde auch immer aggressiver. Zu Vati: „Mach mal Radio an“ – in dem sanften Tonfall zwischen Stalin und einem KZ-Aufseher gelagert.
Als der nicht sofort die Knöpfe gefunden hat: „Dann lass sein, du kriegst ja nie was hin…“ sowas halt.
Was mich ankotzt: Es ist von uns KEINER in der Lage der Dame Grenzen aufzuzeigen. Sie ist grenzenlos in ihren Übergriffen und erlegt sich keinerlei Zwang auf. Und ist absolut perfekt dabei, dafür zu sorgen, dass SIE ständig als das Opfer UNSERER Macken dasteht.
Sie hat das ganze geschmissen, da beißt die Maus keinen Faden ab. Aber dank MEINER Dämlichkeit und MEINER Erziehung steh ich als diejenige dar, die es verschuldet hat.
Danke Mutti. Das merke ich mir nachhaltig. Und vielleicht ziehe ich ja eines Tages auch die Konsequenzen daraus.
Das ganze ist ziemlich persönlich, daher erstmalig auch Kommentare deaktiviert.
Tante Jay deepfrozen
*brrr*
Da hat Schwesterlein Geburtstag. Und Tante Jay hat beschlossen, mal hinzufahren. Da der eigene fahrbare Untersatz im Winter höchstens für Kurzstrecken zu brauchen ist (mit HeißgetränkeTankstationen dazwischen), sind dann noch Mama Jay und Papa Jay mitgekommen.
Gefahren wurde im elterlichen Auto. Das, mit Verlaub, ist aber die allerletzte Möhre. Verliert Öl (Vadda: „Da kipp ich öl nach, datt reicht. Kompression? Is’n datt?). Stoßdämpfer geben dem Wort „ausgeleiert“ eine völlig neue Bedeutung und irgendwie hat die Lichtmaschine auch schon länger so ein komisches Husten. Und die Spur…jo, da war mal was. Wenn wir krumme Autobahnen bauen, läuft die Kiste bestimmt irgendwann mal gerade.
Zu deutsch: Übers Ohr gehauen worden und nicht wahrhaben wollen, dass die Kiste Schrott ist, weil ist ja dolles Cabrio.
hmpf.
Heute dann also Fahrt in der Gurke – die 130 km zu Schwester Jay. Und so kurz vor der Abfahrt: *KLACK* Auto aus. Und tat sich nix mehr.
Saugeiles Gefühl, im Stau 1100 m vor der Autobahnabfahrt zu stehen – in der mittleren Spur und NICHTS tut sich.
Mutter steigt (!) aus (!!) und guckt sich nach Hilfe um. Die findet sie in Form von 2 entsetzten Polizisten, die uns dann auf den Seitenstreifen geschleppt haben. Nicht ohne Mutter nochmal drauf hinzuweisen, dass eine Autobahn nicht so der ideale Fußgängerweg ist. Auch nicht im Stau.
OK; ich ADAC angerufen. Und die Anweisung war ja mal ziemlich geil: „Bitte steigen sie aus und stellen sie sich hinter die Leitplanke. In ca. 1 Stunde kommen wir vorbei“
Äh, hallo? es waren locker Minusgerade draußen, es ging ein schneidiger Wind und die gefühlte Temperatur lag bei irgendwas um minus 20 Grad. Und dann sollen wir eine Stunde draußen stehen? *vogelzeig*
Nach 5 min draußen hab ich mich ins Auto gesetzt. War mir scheißegal, ob da einer reinfährt. Hauptsache warm.
Nach etwa weiteren 10 min. hielt auf einmal ein Auto der Millionen Blechkarrossen an und fragte, ob er helfen kann – neee, ADAC ist gerufen, aber echt, danke 🙂
Weitere 5 min. später wurde es mir mulmig. Vater stand draußen und guckte Löcher in die Luft und es hielten VOR uns und HINTER uns jeweils ein hellgrüner Mercedes mit Saisonkennzeichen. Es stiegen 2 arabisch sprechende junge Männer aus.
Meine erste Reaktion meiner Mutter gegenüber war: „Die kriegen weder mein Geld noch mein Handy“
Ich klau mal bei Will: „Verfluchte Vorurteile“.
Mutter lachte und fands lustig. Ich nicht. Der eine guckte sich das Auto sehr genau an und dann fragten sie auf radebrechendem Französisch nach dem Weg nach Aachen. Haben wir dann erklärt und die sind wieder abgezogen.
Ich persönlich finde es immer noch seltsam, dass man, wenn man offensichtlich eine Panne hat (weder Warnblinker noch Warndreieck waren so wirklich gut zu übersehen) vorne und hinten von Autos eingeparkt wird und dann nach dem Weg nach Aachen gefragt wird. Aber möglich ist ja alles.
Als dann der ADAC endlich kam, waren wir schon halb steif gefroren. Der Knabe hat uns dann erstmal von der Bahn geschleppt und den eigentlichen Abschleppdienst gerufen. Karre eingeschleppt und Mietauto. Das erstmal dazu.
Was die Karre wirklich hat, weiß ich nicht, aber die Startversuche klangen nicht so wirklich gesund. Entweder ist der Zahnriemen (der ja auch seit mind. 1 Jahr gewechselt werden muss) übergesprungen oder Kolbenfresser oder Elektrik im Eimer. So oder so tippe ich auf wirtschaftlichen Totalschaden.
Mal gucken, wie meine Eltern dann an einen neuen Wagen kommen.
ICH geh erstmal ins Bett. Aufwärmen. Ich bin sowas von durchgefroren,d as gibts nicht…