Mythos Samurai


Oh hauerha, was das denn? Ich war das nicht, sowas schreib ich nicht.

Mann mann mann soviel Wein war das gestern doch gar nicht oOGrad geguckt, ein Fläschchen Wein dabei (*HICKS*) und ins philosophieren gekommen. Wie ja einer der Kommentatoren festgestellt hat, hab ich da grad wenig zum diskutieren, also klebe ich das hier herein.

In Hollywoodfilmen werden Samurai immer als eine Art mythische Krieger dargestellt, die die Ehre höher schätzten als das eigene Leben.

Bis zu einem gewissen Grade stimmte das auch. Aber sie waren – trotz allem – Menschen. Dennoch: Der Mythos Samurai, wie er gestrickt ist, zeigt in erster Linie die Sehnsucht der Menschen nach klaren Regeln, nach ehrenhaftem Leben und eine Abscheu vor dem Intrigantenschmutz, dem wir uns Tag für Tag gegenübersehen.

Und die Sehnsucht nach verläßlichen moralischen Werten.

Das alles bietet der Film im Übermaß. Ich glaube, darum sehe ich ihn trotz des unerträglichen Tom Cruise so gerne. Denn diese Lebensart der Samurai, die dort beschrieben ist, hat es sicherlich so nie gegeben, aber es ist ein Leben, das zu führen ich mich bemühe.

Ehre, persönliche Integrität, Begriffe, die nur schwer faßbar und nicht gerade „en vogue“ sind, aber sie beschreiben Eigenschaften, die wir so nötig brauchen wie noch nie, wenn von unserem Leben in ein paar Jahren noch etwas übrig bleiben soll.

Allein, ich habe die Hoffnung aufgegeben, das „Große“ zu ändern, ich lebe dennoch so, wie es mir meine persönliche Integrität und mein persönliches Ehrgefühl gebietet. Vielleicht kann ich ja in kleinem Kreis etwas durch Beispiel ändern, wenn schon nicht im Großen 😉

Und zum Abschluß nochmal Red Warrior aus dem wirklich großartigen Score des Films:

Veröffentlicht am 4. Dezember 2010, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 17 Kommentare.

  1. Hm ja, soweit der Mythos und die Theorie.

    In der Praxis waren die Samurai nichts anderes als ein Pendant zur Europäischen Ritterschaft, die ja im Prinzip einen sehr änhlichen Ehrencodex hatte. Und auch unter den Samurai gab es solche und solche, sprich durchaus auch ausgemachte Ar……er, was unter anderem besipielsweise mit den sehr weitgehendenPrivilegien zusammenhing, die man auch prima ausnutzen konnte. So zum Beispiel, dass jeder Samurai einen Bürger, der ihm nach seiner Meinung nicht den gehöreigen Respekt zollte, nach belieben niederschlagen durfte. Auch Korruption war durchaus ein Thema.

    Vor allem aber begann die Karriere eines Samurai mit 12 Jahren erstmal damit, dass er eine Beziehung zu einem „Lehrer“ aufzunehmen hatte, die in etwa dem entsprach, was sich heutige Pädophile unter einer freiwilligen sexuellen Beziehung zwischen Kindern und Erwachsenen vorstellen, die in der Regel als sexuelle beziehung erst mit Abschluss der Aubildung mit ca. 19 Jahren beendet war. Man lönnte, wenn man es überspitzt sagen wollte, auch meinen, dass der erwachsene Samurai sich in der Regel eine Lustknaben hielt, dem er nebenbei das Kämpfen beizubringen hatte.

    Wobei es solche Beziehungen wohl auch im europäischen Rittertum gegeben haben dürfte, bei den Samurai war es eben ganz offizieller Bestandteil der Karriere.

  2. Naja man muss, was den mythos des Samurai angeht, vor allem bedenken dass die Japaner komplett anders ticken als wir. wenn du mir das nicht glaubst, dann lies dir mal bei wikipedia was zum thema sokushinbutzu durch.
    Kann mir keiner erzaehlen dass in unserem kulturkreis was aehnliches passiert ist.

  3. Also Tantchen – in Zukunft vor dem Posten eine Nacht darüber schlafen… 😉

    • Oder Wein mit weniger Fasel… äh Fuselölen trinken … 😉

      • „Fasel…öle“. (sinngemäß)
        Der war gut.
        Zum Glück fabuliere ich doch lieber nüchtern vor mich hin.
        An 1 Tag im Jahr trinke ich Lallohool: Sylvester. Ansonsten zumindest im Moment nicht. Schmeckt nicht mehr.
        Man(n) wird ruhiger im Alter.
        Koppweh habe ich schon vom Anguggen von Besoffenen genug, ehrlich.
        Bei 3 Veranstaltungen zur 5-ten Jahreszeit die ich jeweils bis zum Raustragen des letzten Besoffenen begleite (NEIN, ich habe keinen Einfluß darauf wieviel welche Leute dabei saufen) finde ich es einfach nur armselig wie sich manche Erwachsenen in aller Öffentlichkeit zurichten.
        Ich entdecke doch mittlerweile so gewisse (misantrophe) Züge an mir….

  4. Ähm, Tante, Du musst Dich jetzt nicht mehr schämen, Du darfst ruhig wieder bloggen 😉

  5. Aber ma‘ ’ne ganz andere Frage: Wieso ist der Post da oben manchmal durchgestrichen und manchmal nicht? Ich bin ein wenig verwirrt! So verwirrt, dass ich sogar meinen Winterschlaf unterbreche!

    😀

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