DAT


Die Dümmste Anzunehmende Taxifahrerin – ich hab sie heute erwischt. Wasn eigentlich los, das aktuell alle irgendwie nicht ganz knusper sind. Wirds irgendwo wärmer? *g*

Morgens Motorradfahren ist angesichts einer bis zu 4 cm dicken Eisdecke auf der Straße und fehlenden Spikes an den Reifen eher nicht angesagt. Also:

Taxiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii

Heute morgen dann der Kracher. Ich werd abgeholt, und Muttchen fragt mich treuherzig, wo sie denn wenden könne.

Ich gucke auf die ca. 18 m breite, gut geräumte und gestreute Hofeinfahrt und zeigte etwas entgeistert mit dem Finger druff.

„Na, wenn das mal reicht, ich hab doch Hinterradantrieb.“

Öööhmpf. Jo. Das reicht normal nem 12-Tonner mit Anhänger zum Wenden, aber…ok. Ein Mercedes mag da etwas mehr Spielraum brauchen.

Beim Anfahren merkte ich schon, dass sie viel zu weit fuhr. Und dann zu scharf einschlug. Zielsicher in den einzigen dicken Schneehaufen, den wir hier im Umkreis von ca. 200 m noch haben.

DEN EINZIGEN!

Wir haben uns gemerkt: Mercedes-Taxi mit Hinterradantrieb. Und was machen solche Autos, wenn sie in einer verharschten Schneewehe stecken? Ja, sie da mit dem etwas komischen Haarschnitt?

RÖCHTÖÖÖÖCH.

Festfahren.

Wir rekapitulieren: Muttchen hats geschafft, die Karre zielsicher in den Schneehaufen zu manövrieren und kam nicht mehr raus. Automatikgetriebe ist nicht so richtig Schneehaufenbefreiungsfreundlich *g*

„Ich mach mal den Schnee weg“ sprachs, huschte aus dem Auto und man hörte das scharren von mit dem Fuß weggetretenem Schnee.

Zu dem Zeitpunkt war ich leicht weggetreten, mann Leute, sowas doch nich wenn ich noch keinen Kaffee hatte…

Ich stieg aus und stellte fest, dass sie den Schnee von HINTER dem Rad wegschaufelte.

Schlau.

Zu diesem Zeitpunkt enterte Frau Neugier das Geschehen. Frau Neugier hat nen Hund, der an einen Flohfänger erinnert – Schlappohren, mottenzerfressenes Fell und eine absolute Gemütsruhe. Er kopuliert einfach mit allem, was gerade greifbar ist. Er flirtete auch sofort den besagten Hinterreifen an.

Ich steh da also, seh Omi Neugier den Köter anschleppen, das Geschehen betrachten, wie die Fahrerin den Schnee von HINTER dem Reifen wegscharrt. Und dann der Geistesblitz:

„Legense doch ma ne Fussmatte drunter. Dann greift der Reifen auch.“

Taxifahrerin meint so: „Das hat noch nie funktioniert, aber wenn sie meinen, probier ichs nochmal aus.“

Sprachs, holte ne Matte aus dem Auto und legte sie wohin?

Genauuuu.

HINTER den Reifen. Ich guckte zunehmend entgeisterter und Omi Neugier meinte knochentrocken zu mir: „Rufense lieber mal auf der Arbeit an, das könnte länger dauern.“

Ich meinte „gute Idee“, sauste in meine rettende Wohnung und kriegte erstmal einen Lachanfall. Und hab dann auf der Arbeit angerufen.

Während ich telefonierte, nahte ein 9-sitzer mit 6 Leuten drin. Der war dann auch voll. Die waren so hoch wie breit – und kein Gramm Fett. Halten an, steigen aus, gucken sich das  an, unterhalten sich kurz in einer Sprache, die ich für polnisch halte, der eine nimmt breit grinsend die Fußmatte auf, legt sie VOR das Rad, setzt sich ans Steuer und seine 5 Kumpels nehmen den Zeigefinger, stupsen das Auto kurz an, welches einen Satz nach vorne macht – zurück in die Freiheit.

Taxidame dankbar, ich sause raus, kann ja nu endlich los.

Und dann die Pointe:

Sie kam nicht um den Van rum. War ihr zu eng – klar, waren ja auch nur 2 Spuren, das ist dann schon mal wenig Platz zum rangieren. Fahrer des Vans sehr verständnissinnig, fährt zurück, dass sie die komplette Fahrbahnbreite für sich hat, kurbelt das Fenster raus und brüllt:

„Frau, du mache Führerschein, dann auch keine Probleme mehr im Winter.“

Leute, bleibt doch bei sowas mal ernst…. das kann der doch nicht machen….

Veröffentlicht am 5. Januar 2011, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 27 Kommentare.

  1. Du, die fährt hier bei uns auch rum, hier allerdings in nem blauen, 20 Jahre alten Fiesta, der aussieht wie neu. Muß die selbe sein! 😉

  2. Ich hatte neulich auch ne tolle Begegnung mit nem Taxifahrer, der auf Schnee nicht ins Wohngebiet einbiegen wollte.

    Das war auch ein Mercedes mit allen Fahrhilfen, die man so haben kann. Die Straße eben breit und eine schöne Fahrspur festgefahren. Ich war übrigens morgens mit meinem 16 Jahre alten Wagen noch problemlos darauf auf und ab gefahren.

    So kam es, dass ich 300m zu Fuß gehen musste und der Taxifahrer ohne Trinkgeld nach Hause musste. Wobei ich für eine Sekunde versucht war, ihn gar nicht zu bezahlen.

    Gruß
    Joe

  3. Fährt die Dame privat einen BMW? Ich frag nur, weil ich schon einen BMW mit Schneeketten VORN gesehen habe.

  4. Sei froh, dass die Frau nicht etwas mit mehr PS fährt:

  5. Also ich habe da ein Rezept. Fahrhilfen aus, ein bisschen meeehr Gas geben. *griiins* So habe ich auch schon elegant aussehende Wendemanöver hinbekommen. 😉

    Ich fahre auch Hinterradantrieb (BMW 328i, übrigens auch mit Automatik), hatte aber noch nie Probleme, wo Leute mit Frontantrieb nicht auch welche gehabt hätten. Man muss sich nur ein bisschen auf die Schwächen des Antriebs bei Glätte einlassen und den Verstand benutzen, dann kommt man problemlos durch den Winter.

    • Ich hatte mal einen Mitsubishi L300, der war im Winter die reinste Katastrophe. Das einzige Auto, bei dem ich Schneeketten aufziehen mußte, um die zu Fuß kaum merkliche Steigung vom Hof auf den Bürgersteig zu meistern… *seufz* und das sogar mit zwei Lagen Gehwegplatten im Kofferraum!

      • Huch! Das hätte ich jetzt auch nicht unbedingt erwartet. Hat der nicht den Motor vor der Hinterachse?

        • Nee, ist doch kein VW T2!
          http://www.autobild.de/artikel/mitsubishi-l-300-1987-1998–35132.html?bild=6&now=63#mmg
          Motor unterm Vordersitz – das ist schon lustig, wenn du Öl nachfüllst.

        • Na dann ist er doch vor der Hinterachse. 😉

          Nein, ich dachte da mehr so an die Mittelmotorlage, zwar hinten, aber kein Heckmotor. Unter den Vordersitzen ist das natürlich weder Heck- noch Mittelmotor. Sein Gewicht wird dann also nicht von der angetriebenen Achse getragen. Dann verstehe ich die Winterprobleme.

          • Motor hinten ist für Transporter immer blöd, deshalb hat VW den ja auch nach vorn verlegt. Auch Unterfluranlagen sind unpraktisch – sie brauchen trotzdem viel Platz, siehe VW, und sind schlecht zugänglich.
            Nein, der Motor ist vor bzw. auf der Vorderachse. Bremsen geht immer, beim leisesten Gasgeben auf Winterstraßen droht er durchzugehen.

            • Ach, meine erstes Auto war ein VW-Bus (Baujahr Anfang 70er), mit dem ollen Boxer HINTEN.

              Rate mal, wer keine Probleme hatte den steilen Schulberg im strengen Winter meines letzten Schuljahres hochzukommen (während der Benz des verhassten Deutschlehrers meistens unten parkte).

              • Das ist klar – schwerer Motor auf Antriebsachse mit großen Rädern.
                Und einfrieren tat er auch nicht – nur der Fahrer, weil Luft nicht heizt…

            • „Motor hinten ist für Transporter immer blöd“ Das mag sein, dennoch hat es gewisse Vorteile, weßhalb es VW auch von T1 bis T3 so gebaut hat. Spontan hatte ich bei meinem ersten Kommentar an den ersten Toyota Previa gedacht, bei dem immer von einem Mittelmotor gesprochen wird. Da ich aber eben gelesen habe, dass für Wartungsarbeiten der Fahrersitz ausgebaut wird, gehe ich davon aus, dass auch der nicht allzu weit hinten eingebaut war.

              • VW hat das so gebaut, weil VW zu Zeit der Konzeption dieser Fahrzeuge nur Heckmotorkonzepte hatte. Der T1 ist ein Käfer mit Kastenaufbau, der T2 und T3 nur Weiterentwicklungen des alten Konzepts – und als der wassergekühlte Motor kam, hat man gemerkt, daß der Heckmotor eigentlich nur Schwierigkeiten macht.
                Was hat man davon? Eine Stufe im Laderaum, eine elend hohe Pritsche – und einen Motor, wo man an nix drankommt.

          • Von wegen kommt man nicht dran.
            An die meisten Stellen am Boxer kam man ganz gut dran (T2), so viele Stellen gab’s ja auch nicht 😉
            Und zu der Zeit konnte man wirklich bei den meisten Autos noch (fast) alles selber machen, ohne Spezielwerkzeug. Mit Auffahrböcken ein paar Balken und 3 Leuten konnte man auch den Moter ein- und ausbauen.

            Ich habe ihn geliebt, war mein schönstes Auto.
            Und in Irland waren die 3 crazy Germans mit dem Zebbrawoukswagonbus immer schon 3 Dörfer vorher in den Kneipen angesagt 😉

      • da würde ich aber eher auf besch… Reifen tippen

        • Du kennst das Auto nicht… die Winterreifen waren nagelneu.

        • Dass es hauptsächlich am Fahrzeugkonzept liegt, haben wir ja mittlerweile erörtert. 😉

          Dennoch wollte ich zu den Reifen noch anmerken, dass ich da selbst auch schon erfahren durfte, wie groß die Unterschiede teilweise sind. Auch nagelneue Winterreifen können schlechte Wintereigenschaften haben.

          Bist Du immer rückwärts aus dem Hof gefahren?

          • Nein, vorwärts. Der Hof war groß genug, um darin zu wenden – und die Straße zu stark befahren, um rückwärts hineinstoßen zu können.

            In der Größe 185 R14 C reinforced hat man leider nicht so die große Wahl zwischen den Reifen…

  6. Ich kriesch mich hier grad nimmer ein. Gelegenheit das alte ROFL mal wieder aus der Versenkung zu holen. *Japs*
    Unnu geh ich meine bessere Hälfte erheitern. Hihihi!!!

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