Archiv des Autors: Tante Jay

KFN und die Statistikverdrehung


ich krieg ja jedesmal die Krätze wenn ich lese, dass irgendwo die KFN wieder ne Statistik veröffentlicht hat oder ne Studie. Selbst ich als amtlich bestellter Dyskalkuliker kann denen jedesmal so dermaßen viele systematische Fehler nachweisen, dass da schon die Meinung aufkommt, dass da ein Haufen inkompetenter Vollpfosten ungelernter Arbeiter sitzt oder aber – das da Methode hintersteckt. Das die Studie des KFN also bestimmte Dinge beweisen möchte und dabei auf Statistikverdrehungen keinerlei Rücksichten nimmt.

Über die Polizeistudie und deren Fehler in der Methodik muss man nix mehr schreiben. Das wurde schon thematisiert.

Jetzt ein neues Pamphlet eine neue Studie aus dem Hause Pfeiffer. Stichwort: Jugendgewalt.

Prominent auf der Startseite der KFN findet man die „aktuelle“ Studie, die vor allem Jugendlichen mit Migrationshintergrund attestiert, dass sie gewaltbereiter sind. Klickt man auf den Link, fällt allerdings zuerst auf: Die Studie ist von 2008. Warum wird sie erst jetzt veröffentlicht?

Das Thesenpapier ist dann eine Mischung von Thesen, die als Gesamtbild eigentlich ergeben: Ja, Migranten sind gewaltbereiter. Soweit nix neues unter der Sonne, da Jugendliche mit Migrationshintergrund halt noch zu oft ein Sprachproblem haben, sie können sich nicht in der Sprache des Landes in dem sie leben, vernünftig artikulieren. Und wem die Worte fehlen, der greift zur Gewalt. Das ist als Weisheit so alt wie tragisch für die Betroffenen (egal ob sie vor oder hinter der Faust stehen). Hinzu kommt ein Schulsystem, dass gerade diese Kinder und Jugendlichen benachteiligt. Jaja, ich weiß, es gibt Förderkurse. Aber guckt euch doch mal an, welche realen Auswirkungen die haben. Die sind doch meist Augenwischerei und helfen genau nix.

Auch sind die meisten dieser Kinder einfach nicht doof – und landen trotzdem auf der Hauptschule, weil man ihnen nicht zutraut, dass sie tatsächlich Abitur machen können. Sie sind demotiviert, weil unterfordert und gleichzeitig doch überfordert. Den STOFF würden sie ja fix beherrschen, wenn sie ihn denn mal verstehen könnten. Und wenn die Eltern in der Hinsicht kacke drauf sind, müssen es die Kinder in erster Linie ausbaden.

So. Also jetzt nach gut 2 Jahren wird dann diese Studie veröffentlicht. Warum jetzt erst? War Herr Pfeiffer zu sehr mit Killerspielen beschäftigt, als das er jetzt das Ding schon zeitgerecht fertigstellen konnte? In 2 Jahren fließt viel Wasser den Rhein runter und möglicherweise hat sich ja auch was geändert.

Das Thesenpapier selbst listet auf, dass bei 44.000 befragten Jugendlichen 3/4 keine Gewalt kennengelernt hat und dass würde die rückläufigen Zahlen bestätigen. Gleichzeitig erklärt es, dass gerade Jugendliche mit Migrationshintergrund, die auch noch in einer entsprechenden sozialen Gruppe sind, häufiger zu Gewalt greifen würden. Außerdem hätte sich das Anzeigeverhalten geändert.

So what? Das ist alles nicht neu. Natürlich schaukeln sich Jugendliche in einer Clique (oder Gang oder wie immer man das heute nennt) gegenseitig hoch. Für die Mechanismen, die da greifen gibts fundierte Studien im Dutzend billiger und das sagt einem schon der gesunde Menschenverstand, das dem so ist. Früher gabs Kriege um Knöpfe. Heute um iPods.

Geändert hat sich lediglich das Anzeigeverhalten. Es wird schneller angezeigt als früher. Und hier gibts nen epic-fail in der Methodik. Man hätt ja mal nachforschen können, WANN denn bitteschön angezeigt wird.

Folgendes Szenario. 2 Jugendliche prügeln sich. Der eine hat ne blutige Nase, der andere gewinnt. Ziehen wir jetzt das Thesenpapier vom KFN heran, wären folgende Möglichkeiten denkbar:

Gewinner: Deutsch, Verlierer: Deutsch = keine Anzeige, man guckt sich mitm Hintern nicht mehr an, aber ruhe ist im Karton. Statistik: Nö. Fällt also ins „Dunkelfeld“

Gewinner: Deutsch, Verlierer: Migrant = keine Anzeige, weil Migrant den deutschen Behörden nicht traut. Wer mal erlebt hat, wie die Behörden mit Migranten umgehen, wirds nachvollziehen können.

Gewinner: Migrant, Verlierer: Deutsch = Anzeige wegen Körperverletzung

Das ist aus der Luft gegriffen? Guckt euch das Thesenpapier und die Studie selbst durch. Das ganze Pamphlet die ganze Studie wurde nur erstellt, um einen Generalverdacht auf Migranten zu lenken. Und ich frage mich gerade: Warum?

Unser neuer BuPrä…oder so


…und immer wenn du meinst, blöder gehts nicht mehr, kommt von irgendwo ein Internetausdrucker her. *seufz*

Wer druckt denen eigentlich immer die falschen Seiten vom Internet aus? Besser hätt der Lübke das auch nicht hinbekommen…. m(

Naja. Nehmen wirs philosophisch. Mit dem Bundespräsidenten wirds wenigstens lustig. Sprachliche Kompetenz scheint da ja nicht sonderlich vorhanden zu sein, was auf weitere schicke Freudsche Fehlleistungen hoffen läßt. 😉

Kurzer Zwischenruf


Vorweg: Der gelinkte Artikel ist durchaus dazu geeignet, jemanden, der entsprechend vorbelastet ist, zu triggern. Also bitte dann nicht lesen, wenn eine Triggergefahr besteht. Ich hab darum auch lang überlegt, ob ich das Pamphlet überhaupt verlinken soll. Habs dann mal trotzdem gemacht, weil sonst nix nachvollziehbar ist.

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Gewissensfrage


Stellt euch vor, ihr seid Lehrer in einer Schule. Ihr erhaltet via Alarmsystem die Mitteilung:

„Sofort einschließen!!“

Was nach heutiger Lage einen Amokalarm bedeutet. Ihr wisst, es ist ein Mensch im Gebäude unterwegs, der nur eins will: Töten.

Ihr schließt euch ein und verbarrikadiert euch. Doch: Einer eurer Schüler wurde kurz zuvor von euch aufs Klo geschickt.

Es klopft. Die Stimme des Schülers bittet darum, ihn reinzulassen. Er hat hörbar Angst.

Was tut ihr?

Tür aufmachen, Schüler reinlassen? Oder ihn draußen lassen und ihm sagen, er soll ins Lehrerzimmer laufen, so schnell wie möglich? Immer bedenken – es kann durchaus sein, dass der Täter dem Schüler eine Knarre an den Kopf hält, weil er gemerkt hat, das seine potenziellen Opfer durch den Einschluß seinem Zugriff entzogen worden sind und auf dem Wege möchte er jetzt zumindest eine Klasse „ausräumen“. Wenn ihr riskiert, die Tür aufzumachen, kann es sein, dass ihr damit die Klasse zum Tode verurteilt. Und macht ihr sie nicht auf, ist möglicherweise der Schüler tot, der nur eben aufs Klo wollte.

Was tut ihr?

Ich gestehe, ich weiß es nicht.

Verschwörungstheorie


Mhm, wenn ich Verschwörungstheoretiker wäre und diese beiden Nachrichten nebeneinander sehen würde, käme mir so der Gedanke, dass der El-Kaida-Mensch ja doch recht passend abgelebt ist.

Nur Stun-den nachdem die Israelis 10 Zivilisten umgebracht haben.

Nur nicht vergessen, dass der Terror überall ist…

Frau Suhrbier


… is nich zu glauben.

Kaum ist der Köhler aus dem Rennen, ist die unvermeidliche Gesine Schwan wieder dran am Ball. Ist das jetzt was nach dem Motto „ich lass mich jetzt so oft aufstellen, bis ich gewählt werde“?

Und dass man jetzt noch nicht mal davor zurückschreckt, Margot Käßmann zu nominieren. Versteht mich bitte nicht falsch, ich würde es persönlich begrüssen, wenn da endlich mal jemand mit Verstand auf dem Stuhl huckt. Und bequem wär DIE garantiert nicht.

Aber als Notnagel isse zu schad.

…und wenn er auch die Wahrheit spricht…


Horst Köhler ist zurückgetreten….

PFUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUH…. *tieflufthol* das hat gesessen.

Warum hat man ihn jetzt so unter Druck gesetzt, dass er im Rücktritt seinen einzigen Weg gesehen hat? Und, um ehrlich zu sein, derzeit haben wir hier Explosionen an allen Ecken und Enden,  dass man als Zuschauer irgendwie nur noch dabei steht und sich fragt, ob die ganze Welt gerade total verrückt geworden ist.

Horst Köhler hat also gesagt, dass zur Interessenswahrung auch mal die Bundeswehr in einem Land vorbeischauen muss. Na-tür-lich hat er das auf Somalia bezogen und niiiiiiiiiicht auf Afghanistan. Ja, neeee. Is klar.

Präzisiert wurde das hinterher grandios, dass er abstritt, dass er völkerrechtswidrige Einsätze der Bundeswehr zur Wahrung der wirtschaftlichen Interessen gutheißen würde.

Und ich glaub, hier hat er sich spätestens gefangen. Denn: Lies den Rest dieses Beitrags

Umzug Zielstation :)


Blogspot hat eine ganze Weile ausgereicht, aber inzwischen isses mir persönlich zu wenig und wenn ich neue Features einbauen will, dann ist das mit ziemlicher Sucherei verbunden. WordPress bietet da deutlich mehr – und ich hab dann auch die Administration eines anderen Blogs mehr „auf dem Schirm“, da gemeinsames Dashboard.

Ne, so wirds besser. Und die Themeauswahl ist eh hübscher 🙂

Als nächstes mal die Kategorien aufräumen. *g*

Tauss, die letzte ;)


Ein, zwei Absätze noch, dann muss gut sein mit dem Thema. Aber das ist mir noch wichtig es rauszulassen.

Ich bin durch eine sehr nette, ältere Dame *duck* (sorry Parse *g*) auf einen Aspekt gebracht worden, den ich so nicht gesehen habe, und der bei mir erstmal ein heftiges Vor-die-Stirn-klatschen hervorgerufen hat. So richtig funktionieren da gewisse Reflexe bei mir wohl noch nicht.

Zensursula wurde ja (zu Recht) u.a. vorgeworfen, dass sie die missbrauchten Kinder erneut missbraucht. Sie hat das Thema dokumentierter sexueller Missbrauch ausgesucht, weil sie WUSSTE, dass das ein polarisierendes Thema ist. Sie WUSSTE, dass die Leute darauf anspringen wie ne Katze auf freiliegende Leberwurst.

Sie wollte mit möglichst schrecklichen Bildern die Leute emotional so hochpushen, dass die nicht mehr drüber nachdenken, was ihre Pläne eigentlich bedeuten und außerdem so Kritiker mundtot machen.

Dafür haben sie und Herr Ziercke genügend Prügel von einigen Seiten bezogen. Und, wie gesagt, völlig zu Recht.

Herr Tauss hat sich auch Bilder besorgt. Weil er einen Ring ausheben wollte. Weil er sich profilieren wollte. Er wollte also die Bilder von missbrauchten Kindern benutzen um sich zu profilieren.

Es sind nicht die Unterschiede zwischen Frau von der Leyen und Herrn Tauss, die ein wenig nachdenklich stimmen – es sind die „Gleichartigkeiten“.

Trotzdem hat Herr Tauss immer noch einen Pluspunkt, wenn auch einen kleinen. Denn anders als Frau von der Leyen hat er genau das auch unumwunden zugegeben.

Dennoch bleibt alles das, was weiter unten steht, exakt so bestehen. Es ändert nichts an der Bewertung des Urteils. Und es ändert auch nichts meiner Persönlichkeitseinschätzung Herrn Tauss. Er ist meiner Meinung nach eine integre Persönlichkeit.

Er hat eingesehen, dass er dort einen Fehler gemacht hat UND hat es zugegeben. Allerdings nur im Hinblick auf den Besitz. Ich würde mir jetzt noch wünschen, dass er zumindest mal drüber nachdenkt, was seine Handlungsweise für die betroffenen Überlebenden bedeuten kann.

Ich weiß, dass viele nur schwer mit den Bildern über sich leben können, die im Netz kursieren. Herr Tauss, wenn wie wollen, können wir da auch gerne einmal genauer drüber sprechen. Ich meine das ernst, ich will ihnen sicher nichts böses, aber ich glaube, auch sie haben in Bezug auf die Überlebenden von sexuellem Missbrauch einen blinden Fleck. Das ist nichts fieses, und es ist auch nichts, was ein schlechtes Licht auf sie wirft. Aber vielleicht gibt es noch den einen oder anderen Erkenntnisgewinn?

Schlechter Journalismus II


Meine Fresse. Da hat Lena den Song Contest gewonnen. Is ja schön. Vor allem für Lena. *g*

Die hat sich sichtlich gefreut, sie ist mit Spaß auf die Bühne gegangen und hat einfach runtergesungen. Mehr kann man mit dem Mainstreamliedchen, was keinem weh tut (und wohl auch deswegen gewählt wurde) auch nicht machen. Kein Anspruch, aber den hats auch nie erhoben.

Lena ist kein Mike Oldfield, kein Chris Rea – und sie weiß das auch. Will sie auch nicht sein.

Also einfach mal hinnehmen, dass die Dinge so sind, wie sie sind: Eine aufgeregte 19jährige, die ihr Lied super hinbekommen hat, die dafür von halb Europa gewählt wird und sich freut wie ein Schneekönig. Man kann sich mit ihr freuen oder es lassen, wenn man den Sinn nicht sieht.

Aber *hust* was da Florian Rötzer von Telepolis grad macht, wie er sich an ihr abarbeitet und vor allem Dinge ihr zurechnet, für die sie nix kann. Er hats z.B. an einem Beispiel einer Bild-Schlagzeile festgemacht. Nur – Lena boykottiert die Bild und Axel Springer allgemein. Sie will mit dem Schmutzblatt nix zu tun haben. Was kann also Lena für die Schlagzeilen?

Und tituliert das ganze einmal mit „Lena, es reicht“ und das zweite mal mit „Das deutsche Fräulein beeindruckt„.

Manchmal, wenn ich Florian Rötzers Artikel so lese, glaube ich, dass er nach seiner Karriere beim Heise-Verlag neu anfangen will: Als Nachfolger des dann wohl pensionierten Gossen-Goethe.

Schlechter Journalismus am Beispiel Ruhrbarone


Das Hemd ist mir näher als die Hose und ich bin in der Ecke nun mal beheimatet. Daher möchte ich einen Artikel der Ruhrbarone, der selbsternannten Ruhrgebietsblogger, mal ein wenig sezieren. Ich warne vor: Das wird länger. Wer auch anderes dazu lesen möchte, dem sei das Reizzentrum empfohlen.

Die Ruhrbarone sind nach eigener Auskunft Journalisten, die im Ruhrgebiet hocken und Ruhrgebietsthemen aufgreifen. Das machen sie mal mehr mal weniger witzig, aber immer mit überschaubaren journalistischen Kenntnissen.

Am schlimmsten seit langem finde ich das aktuelle Beispiel eines Artikels über Jörg Tauss. Und das mehr als offensichtliche Unverständnis, dass die „Journalisten“ von Ruhrbarone äußern, weil ihnen Kritik entgegenschlägt. Was ich jetzt mache, ist normal auch nicht die feine englische Art, da ich Kommentare und Artikel miteinander verwurste, allerdings ist hier deutlich Nachhilfebedarf.

Fangen wir mit der Überschrift an.

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Tauss


Tja. So absehbar wie widerlich:

Das Langericht Karlsruhe hat soeben die parlamentarische Demokratie abgeschafft. Tauss hat 15 Monate auf Bewährung bekommen.

Meiner Meinung nach eines der krassesten Fehlurteile der letzten Jahre.

Lesenswert hierzu Jan Mönikes.

Ich weiß, er ist Verteidiger und muss das beste für seinen Mandanten herausholen. Nur: Dazu hatte er nie eine Chance. Die Vorverurteilung, der emotional hochgekochte Pressemob…all das ließ nie die Chance zu einem fairen Verfahren zu.

Und die Strategie der Staatsanwaltschaft, genau diese Emotionalität noch zu befeuern, indem die Medien so gezielt informiert wurden, dass sich einige Medien weigerten, noch weiter zu berichten, weil sie nicht instrumentalisiert werden wollten, ist auch voll aufgegangen. Leider.

Bitte lest euch die Argumentation der Staatsanwaltschaft im Hinblick auf parlamentarische Demokratie mal durch.

Im Grunde genommen hat die Staatsanwaltschaft behaupten dürfen, dass die Abgeordneten sich für eigene Recherchen die Weisung und den Auftrag des Bundestagspräsidenten holen müssen. Das bedeutet nichts weniger als die Abschaffung eines Abgeordneten, der nur seinem Gewissen verpflichtet ist.

Die Botschaft dürfte angekommen sein: Bist du nicht für uns, machen wir dich fertig.

Die Entgiftungskur ;-)


/update. Der Text war nicht bissig genug. Und Ironiepotenzial war ja genug vorhanden.
Ein guter Kollege war zur (allerdings privatfinanzierten) Kur in einem fernasiatischen Land (anders als die Türkei, die ist nahasiatisch*g*). Als Leiter einer Behörde hat er bei sich durchgesetzt, dass die Mitarbeiter alle spezielle, bürgerfreundliche Uniformen tragen. Die Damen schneeweiße Röcke (keine Hosen bittschön), denn die Röcke heben die Eleganz und natürliche Anmut der dort angestellten Damen hervor. Auch wenn sie eigentlich gar keine besitzen oder sich in Hosen deutlich wohler fühlen. Nein, das ist nicht bürgerfreundlich, als bürgerfreundliches Amt trägt man als Dame Rock, das betont den Respekt, den man den Bürgern dort entgegenbringt. Schließlich achtet man ja mehr auf sich, wenn man Rock trägt. In Hosen kann man die Fettwamme aka Dönerfriedhof auch viel besser verstecken.

*runterguck* das stimmt sogar 

Dazu eine weiße Bluse. In Brusthöhe ist ein rotes Herz in „groß“ eingestickt und der bürgerfreundliche Gedanke dort verewigt. „Ihr Amt mit Herz“.

Die Herren tragen weiße Hosen und weiße Hemden. Ebenfalls mit rot eingesticktem Herz in Brusthöhe. Halt dort nicht unbedingt in 3D. 🙂

In der 3-wöchigen Kur im buddhistischen Kloster zur vergoldeten Pforte oder so hat er sich dann im Buddhismus, Karma und Entspannungstechniken ausbilden lassen und diverse Entgiftungskuren hinter sich gebracht. (Naja, nach der Aktion mit der Kleidervorschrift wurde gemunkelt, dass das auch bitter nötig war. *hust*). Außerdem wurde ihm hier vom Lama persönlich die göttliche Erleuchtung gejodelt.

Nebenbei hat er sich Land und Leute angeguckt und es auch tatsächlich geschafft, einem Bauern am Wegesrand so ein weißes Hemd mit rotem Herz überzustülpen. Ich weiß nicht, ob er ihm erklärt hat, was das Herz bedeutet – was ER nicht begriffen hat, ist, dass weiß in Japan und allgemein in asiatischen Ländern die Farbe der Trauer ist.

Und das rote Herz auf weißem Grund in der Bekleidung dem ganzen eine völlig neue Bedeutung gibt. Im Ernst, ich glaube Bürgerfreundlichkeit mit Trauerkleidung zu betonen ist halt doch schon etwas besonderes. Vor allem so glaubwürdig 

Ich vermute mal, dass erklärt auf den Fotos auch das deutlich sichtbare schallende Gelächter des Bauern. 🙂

Seine Kollegen amüsierts – sein Bürgerfreundlichkeitstick nervt inzwischen gewaltig und dank der Entgiftungskur ist auch kein Ende in Sicht. 😉

Die Frage, die sich mir immer wieder stellt, auch wenn ich Kleidervorschriften in Banken sehe: Wozu das ganze? Das man nicht wie Schluffi7 ins Büro rennt, versteht sich doch von selbst (ok, ich hab auch schlechte Tage, aber ich bin Administratöse, also Nerd, von mir wird das erwartet), aber ich hab nie begriffen, wieso man in bestimmten Berufen einen gewissen Kleiderkodex einhält. An Ackermann sieht man ja sehr gut, dass gutes Benehmen, Anstand, Respekt und Ehrgefühl nicht immer mit der Qualität der Anzüge einhergeht.

Und in Behörden sieht das ja noch deutlich anders aus. Behörden haben zu funktionieren. Die Mitarbeiter haben die Bürger mit Respekt zu behandeln und haben das Recht mit Respekt behandelt zu werden. Und eben auch von den Vorgesetzten. Ich kapiere nach wie vor nicht, warum Frauen auf Röcke reduziert werden sollen (egal was für Krautstampfer da drunter vorlugen) und wieso Männer unbedingt weiße Hosen anziehen sollen. Abgesehen davon, dass die Klamotten bei mir zur Frühstückspause schon hemmungslos eingesaut wären (Kaffee sieht man da halt recht deutlich und meine Kundschaft bringt mich öfter mal zum „prusten“): Weiß ist eine dämliche Bürofarbe. Und ich seh darin aus wie Tod auf Urlaub.

Die Mitarbeiter sind Bürgerfreundlich, weil sie es aus sich heraus tun. Kein Klamottenzwang, kein zum Animateur mutierter selbsternannter Motivationskünstler wird es mit „Tschakka, du schaffst es“ packen, einen ausgewiesenen Muffischlumpf zum Bürgerfreund zu machen. Der hat dann höchstens ne Entgiftungskur in einem asiatischen….äh ja, genau. Ich komm zum Anfang.

Aber diese Erkenntnisse sind bei der rheinischen Frohnatur recht unangebracht. Zumal die rheinische Frohnatur schnell selbst zum Muffischlumpf wird, wenn die Kollegen mangelnde Begeisterung ob der Motivationsfähigkeiten unseres Freundes erkennen lassen.

Und genau DAS ist das, was ich an Behörden allgemein kritisiere. Und wo ich mich bis zu meiner Rente nicht mit abfinden werde:

Tünche statt tatsächlicher Reformen. „So tun als ob“ statt tatsächlichem Umdenken. Mitarbeiterbeteiligung wird groß geschrieben. Aber nur, wenns an die Verteilung der Verantwortlichkeiten geht. Wenns an die Belohnungen geht, sind die Mitarbeiter auf einmal untergeordnet und haben dem großen Mufti zugearbeitet. Ich hab das Glück, das MEIN Chef anders ist. Den soll mir bloß keiner mehr wegnehmen. Meiner. Der ist adoptiert. *g* Aber ich kenns auch eben genau anders.

Echte Bürgerfreundlichkeit wird erst erreicht, wenn der Bürger als gleichberechtigtes Wesen wahrgenommen wird. Und das wird erst erreicht, wenn er nicht mehr am unteren Ende der Nahrungskette steht. Derzeit isset doch häufig so: Amtsleiter sauer => Anschiss Abteilungsleiter => Anschiss Mitarbeiter => Anschiss Bürger wegen irgendwas.

Das muss sich ändern. Da ich aber auch Behörden zu gut kenne, glaube ich auch, dass es frühestens Weihnachten was wird.

2520.

Übrigens ist das auch keine Einbahnstraße. Auch die Kollegen vor Ort können den Respekt erwarten, den man dem Bürger entgegenbringt. Wir haben hier im Dorf am Rande der Großstadt wirklich einen Haufen hochengagierter und -qualifizierter Leute. Und die sind nun wahrlich nicht zu beneiden mit ihrem täglichen Umgang.

[Bild liefer ich heute abend nach, da ist noch etwas Nacharbeit erforderlich *g*]

WÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄH


Es reeeeeeeeeeeeeegnet *wein*

Es reeegnet ganz doll. Die Straße ist pitschnass. *lautwein*

*schnüffel*
Ich fahr jetzt nach Hause. *tränchenvergieß*

Die Pfeiffe


Wer hat den eigentlich zum Universalgelehrten für alle Forschungsgebiete ernannt? Christian Pfeiffer wird ja zunehmend unerträglicher.
Aktuell hat er sich in die Diskussion um Strafverschärfungen bei Polizistenangriffen eingemischt und gemeint, man soll den Leuten den Alkohol entziehen, weil die Angriffe so stark gestiegen sind.

Erstmal: Es ist ein Unding, wenn Polizisten angegriffen werden. Gerade Streifenpolizisten tun nur ihren Job und mehr nicht. Sie habens echt nicht nötig, dass die noch von irgendwelchen Vollgesoffskis angegriffen werden. Aber:

Es sind halt genau die Vollgesoffskis, die sich im besoffenen Kopp kloppen und dann die „Bullen“ rufen, um zu schlichten. Und die sich dann aufregen, weil sie im Suffkopp nicht mehr raffen, dass sie selbst oder aber die gequälten Nachbarn selbige gerufen haben – und dann ausrasten, weil da jemand für Ruhe sorgen möchte.

Diese Vollgesoffskis sind aber nicht der Regelfall, egal was RTL und Kabel1 so suggerieren mit ihrem „Toto und Harry“ und Co. Der Regelfall sind normale Bürger, die mal abfeiern wollen. Und das auch dürfen.

Es wird immer vereinzelt Leute geben die dann austicken, weil sie den Alkohol nicht vertragen. Und genau DAFÜR sind die Herren in Grün (oder blau) auch geschult. Deeskalation und notfalls Festnahme und Aufnahme in die Ausnüchterungszelle. Strafanzeige folgt.

Handlungsbedarf null.

Oder der von dem unerträglichen Pfeiffer angeführte Schlag mit dem Baseballschläger mitten ins Gesicht, anschließend Tritte gegen den Kopf:

Das ist mindestens versuchter Totschlag. Wer jemanden mit einem massiven Holzprügel ins Gesicht schlägt, nimmt schwerste Verletzungen bis hin zum Tod in Kauf. Strafmaß imho nicht unter 2 Jahre. Bewährung ausgeschlossen.

Was will man denn da noch verschärfen? Will man jetzt eine Lex Polizei schaffen? „Du hast 2 Leute mit dem Basie halb totgeschlagen. Der erste war Polizist, das macht dann 2 Jahre für den Normalmenschen und 5 Jahre für den Polizisten = 7 Jahre Knast“. Soll das etwa so laufen?

Dann hätten wir zweierlei Maß bei der Gesetzgebung und wir hätten Leute, die gleicher vor dem Gesetz sind als andere.

Schützt die Polizisten: Gerne. Jederzeit. Aber nicht so.

Gebt ihnen vernünftige Ausrüstung, Schulungen, die ihre Geld wert sind und vor allem bezahlt sie anständig. Dann braucht man auch keine neuen Gesetze.

Es passt zur Pfeifferschen Pfeife, dass natürlich mal wieder das ganze Übel links liegt:

„Immer jünger, immer betrunkener, und wenn es sich um politische Dinge handelt, dann immer linker“, fasste Pfeiffer das Täterbild zusammen.

Ja, nee. Is klar. Sorry, aber der Schwarze Block bestand doch meinen Informationen nach überwiegend aus Provokateuren der Polizei, oder seh ich da was falsch? Und irgendwie sind alle Informationen über „Linke Gewalt“ etwas, was man als Allgemeinplatz sieht. Reale Fälle finde ich auch bei näherem Hinsehen nicht. Dafür aber jede Fälle von Polizeigewalt, Stichwort Genua, wo es Tote gegeben hat.

Das wir uns nicht falsch verstehen: Gewalt ist zu verurteilen, egal welche „Farbe“ sie hat. Gewalt bringt keinen weiter.

Aber entweder bin ich auf dem linken Auge blind oder es ist tatsächlich so, dass die Linken gewaltfreier sind als die Rechten. Und dass man die linke Gewalt herbeiredet, damit man endlich was gegen das linke Gesocks in der Hand hält. Und das ist unlauter.

Aber andererseits bei einem Mann wie Pfeiffer nicht weiter verwunderlich.