Über Rassismus


Weil es derzeit echt an jeder Straßenecke brennt. Faschismus, Rassismus scheint wieder en vogue. Das wird man ja wohl noch mal sagen dürfen, gelle?

Aber auch die „andere“, die „gute“ Seite hat ein paar lockere Schrauben, die dringend festgedreht werden müssen.

Black Panther. Ein Superheldenfilm mit Schwarzen in der Hauptrolle. Was erlauben Strunz?

Wie können es Schwarze wagen, einen Superheldenfilm zu machen? Superhelden. Schwarze.

Geht gar nicht, wenn man sich so mal durch den Sumpf klickt, der sich Social Media nennt. Erstaunlich ist hier wirklich, wie frei sich die Leute inzwischen äußern. Da wird darauf hingewiesen, dass es das Land überhaupt nicht gibt. Dass die Gesellschaft da utopisch sei. Und überhaupt sei der Film überhaupt nicht realitätsbezogen.

Ach was? /Loriotmoment ende

Mein Lieblingsargument war aber, dass es unglaubwürdig sei, dass Schwarze eine derartige Gesellschaft aufbauen könnten. Dazu wären sie schon rein genetisch nicht in der Lage. Ja. Zitat ende.

Das ist nur schwach verbrämter bzw. im letzten Fall offener Rassismus. Keinem Menschen wäre in den Sinn gekommen, mal bei Doc Strange zu hinterfragen, ob das alles überhaupt Realitätsbezug hat. Es ist ein Film über schwarze Superhelden – und schwupps zieht man an allen Registern, die man sich so traut, um eine Kritik aufzubauen.

Aber auch die andere Seite ist nicht ohne. Ich glaube inzwischen, dass hier einige Leute statt Kokain Rohrfrei gesnieft haben, anders ist das nicht mehr zu erklären.

Mir wurde, ohne Scherz, verboten, den Film zu sehen. Weil „endlich die Schwarzen mal einen eigenen Superhelden hätten“ und wenn ich als Weiße den Film sehe, nehme ich denen das irgendwie weg und mach „Cultural appropriation“.

Ich korrigiere mich. Rohrfrei reicht dafür nicht aus.

Die ganze Zeit, als ich mich mit dem Suppenhuhn (das übrigens schneeweiß ist) unterhalten habe, hatte ich das Brian-Gefühl. Ihr kennt die Szene doch sicher:

„Er sagte Griechen.“

„Oh, das ist aber nett, das endlich einmal jemand was für die Griechen tut“.

„Nein, die SIECHEN“.

Wenn die Realität zunehmend surreal wird, dann weiß man, man redet mit Social Justice Warriors, die soziale Gerechtigkeit ohne Rücksicht auf Verluste durchkriegen müssen. Egal ob es zielführend ist oder nicht.

FREIHEIT…. ich höre William Wallace schreien.

Und die auch nicht davor zurückschrecken, locker flockig ganze Lebensentwürfe zu zertrümmern, wenn sie entschieden haben, dass ihr Opfer ein Rassist, ein Sexist oder irgendein anderer -ist ist, der vernichtet gehört.

Der Buchdruck hat uns die Reformation gebracht und Martin Luther. Die Gutenberg-Bibel und letztendlich: Die Abschaffung der Monarchie zugunsten der Demokratie. Hat halt etwas gedauert.

Das Internet hat uns Social Media gebracht. Und die Social Justice Warriors.

Die Welt ist in der Tat kleiner geworden. Aber wenn ich mir so die Geschichte angucke – wir haben ja dann noch gut 500 Jahre.

Auch ein Trost. Wenn auch ein kleiner.

 

Veröffentlicht am 22. Februar 2018, in Ärgerliches, Facepalm der Woche. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. ein anderer Stefan

    Menschen, die meinen, anderen Menschen vorschreiben zu können/müssen/sollen, was sie zu tun, zu lassen, zu sagen und zu denken haben, sollen doch bitte die Welt in Ruhe lassen. Ideologisierte Spinner, allesamt. Egal ob Religioten, politische Überzeugungstäter, SJWs oder sonstwas. Die sollen mir alle vom Acker bleiben.

    Rassismus? Ach iwo, kein Problem. Wenn ein verurteilter Holocaust-Leugner eine Demo anmelden darf… Wenn ein Farbiger in Polizeigewahrsam stirbt und es heißt, er habe sich selbst angezündet, was dann widerlegt wird – aber Plakate, die das anprangern, von der Polizei umgehend entfernt werden (ich wünschte, die würden bei Nazigeschmier auch mal so schnell reagieren…). Wenn ein Bereitschaftspolizist einen Odinsraben im Einsatz trägt… Wenn ein Polizist im Rahmen einer von der AfD angemeldeten „Gedenkveranstaltung“ darauf hingewiesen wird, dass ein AfD-Anhänger gerade auf die Gegendemonstranten einschlägt, und der Polizist antwortet „Hoffentlich schlägt er hart zu“… Wenn sogar höchste deutsche Gerichte feststellen, dass es unrechtmäßiges Racial Profiling bei der deutschen Polizei regelmäßig, ja millionenfach, gibt… Wenn linke Gegendemonstranten durch manipulierte Beweise vor Gericht „überführt“ werden sollen… Wenn ein Richter trotz unterirdischer rassistischer Aussagen im Amt bleiben darf (etc. etc.) – dann haben wir doch kein Rassismusproblem. Da sind die widerlichen Kommentare zu einem Kinofilm nur die flachen Ausläufer eines braunen Sumpfes, der sich derzeit kaum noch hinter hellblauen Plakaten und Hundekrawatten verbirgt und sich rasant ausbreitet. Orban hat recht, Europa geht den Bach runter – aber wegen Leuten wie Orban. Ich hab da mittlerweile derart die Krise, dass ich mir vorkomme wie John Travolta in dem Meme – aber leider ist das wirkliche Leben mittlerweile auf so eine abartige Weise bizarr geworden, dass es nicht mehr lustig ist. Ich bin da ziemlich ratlos und mutlos, muss ich sagen.

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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