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Schlechter Journalismus am Beispiel Ruhrbarone
Das Hemd ist mir näher als die Hose und ich bin in der Ecke nun mal beheimatet. Daher möchte ich einen Artikel der Ruhrbarone, der selbsternannten Ruhrgebietsblogger, mal ein wenig sezieren. Ich warne vor: Das wird länger. Wer auch anderes dazu lesen möchte, dem sei das Reizzentrum empfohlen.
Die Ruhrbarone sind nach eigener Auskunft Journalisten, die im Ruhrgebiet hocken und Ruhrgebietsthemen aufgreifen. Das machen sie mal mehr mal weniger witzig, aber immer mit überschaubaren journalistischen Kenntnissen.
Am schlimmsten seit langem finde ich das aktuelle Beispiel eines Artikels über Jörg Tauss. Und das mehr als offensichtliche Unverständnis, dass die „Journalisten“ von Ruhrbarone äußern, weil ihnen Kritik entgegenschlägt. Was ich jetzt mache, ist normal auch nicht die feine englische Art, da ich Kommentare und Artikel miteinander verwurste, allerdings ist hier deutlich Nachhilfebedarf.
Fangen wir mit der Überschrift an.
Tauss
Tja. So absehbar wie widerlich:
Das Langericht Karlsruhe hat soeben die parlamentarische Demokratie abgeschafft. Tauss hat 15 Monate auf Bewährung bekommen.
Meiner Meinung nach eines der krassesten Fehlurteile der letzten Jahre.
Lesenswert hierzu Jan Mönikes.
Ich weiß, er ist Verteidiger und muss das beste für seinen Mandanten herausholen. Nur: Dazu hatte er nie eine Chance. Die Vorverurteilung, der emotional hochgekochte Pressemob…all das ließ nie die Chance zu einem fairen Verfahren zu.
Und die Strategie der Staatsanwaltschaft, genau diese Emotionalität noch zu befeuern, indem die Medien so gezielt informiert wurden, dass sich einige Medien weigerten, noch weiter zu berichten, weil sie nicht instrumentalisiert werden wollten, ist auch voll aufgegangen. Leider.
Bitte lest euch die Argumentation der Staatsanwaltschaft im Hinblick auf parlamentarische Demokratie mal durch.
Im Grunde genommen hat die Staatsanwaltschaft behaupten dürfen, dass die Abgeordneten sich für eigene Recherchen die Weisung und den Auftrag des Bundestagspräsidenten holen müssen. Das bedeutet nichts weniger als die Abschaffung eines Abgeordneten, der nur seinem Gewissen verpflichtet ist.
Die Botschaft dürfte angekommen sein: Bist du nicht für uns, machen wir dich fertig.
Die Entgiftungskur ;-)
/update. Der Text war nicht bissig genug. Und Ironiepotenzial war ja genug vorhanden.
Ein guter Kollege war zur (allerdings privatfinanzierten) Kur in einem fernasiatischen Land (anders als die Türkei, die ist nahasiatisch*g*). Als Leiter einer Behörde hat er bei sich durchgesetzt, dass die Mitarbeiter alle spezielle, bürgerfreundliche Uniformen tragen. Die Damen schneeweiße Röcke (keine Hosen bittschön), denn die Röcke heben die Eleganz und natürliche Anmut der dort angestellten Damen hervor. Auch wenn sie eigentlich gar keine besitzen oder sich in Hosen deutlich wohler fühlen. Nein, das ist nicht bürgerfreundlich, als bürgerfreundliches Amt trägt man als Dame Rock, das betont den Respekt, den man den Bürgern dort entgegenbringt. Schließlich achtet man ja mehr auf sich, wenn man Rock trägt. In Hosen kann man die Fettwamme aka Dönerfriedhof auch viel besser verstecken.
*runterguck* das stimmt sogar
Dazu eine weiße Bluse. In Brusthöhe ist ein rotes Herz in „groß“ eingestickt und der bürgerfreundliche Gedanke dort verewigt. „Ihr Amt mit Herz“.
Die Herren tragen weiße Hosen und weiße Hemden. Ebenfalls mit rot eingesticktem Herz in Brusthöhe. Halt dort nicht unbedingt in 3D. 🙂
In der 3-wöchigen Kur im buddhistischen Kloster zur vergoldeten Pforte oder so hat er sich dann im Buddhismus, Karma und Entspannungstechniken ausbilden lassen und diverse Entgiftungskuren hinter sich gebracht. (Naja, nach der Aktion mit der Kleidervorschrift wurde gemunkelt, dass das auch bitter nötig war. *hust*). Außerdem wurde ihm hier vom Lama persönlich die göttliche Erleuchtung gejodelt.
Nebenbei hat er sich Land und Leute angeguckt und es auch tatsächlich geschafft, einem Bauern am Wegesrand so ein weißes Hemd mit rotem Herz überzustülpen. Ich weiß nicht, ob er ihm erklärt hat, was das Herz bedeutet – was ER nicht begriffen hat, ist, dass weiß in Japan und allgemein in asiatischen Ländern die Farbe der Trauer ist.
Und das rote Herz auf weißem Grund in der Bekleidung dem ganzen eine völlig neue Bedeutung gibt. Im Ernst, ich glaube Bürgerfreundlichkeit mit Trauerkleidung zu betonen ist halt doch schon etwas besonderes. Vor allem so glaubwürdig
Ich vermute mal, dass erklärt auf den Fotos auch das deutlich sichtbare schallende Gelächter des Bauern. 🙂
Seine Kollegen amüsierts – sein Bürgerfreundlichkeitstick nervt inzwischen gewaltig und dank der Entgiftungskur ist auch kein Ende in Sicht. 😉
Die Frage, die sich mir immer wieder stellt, auch wenn ich Kleidervorschriften in Banken sehe: Wozu das ganze? Das man nicht wie Schluffi7 ins Büro rennt, versteht sich doch von selbst (ok, ich hab auch schlechte Tage, aber ich bin Administratöse, also Nerd, von mir wird das erwartet), aber ich hab nie begriffen, wieso man in bestimmten Berufen einen gewissen Kleiderkodex einhält. An Ackermann sieht man ja sehr gut, dass gutes Benehmen, Anstand, Respekt und Ehrgefühl nicht immer mit der Qualität der Anzüge einhergeht.
Und in Behörden sieht das ja noch deutlich anders aus. Behörden haben zu funktionieren. Die Mitarbeiter haben die Bürger mit Respekt zu behandeln und haben das Recht mit Respekt behandelt zu werden. Und eben auch von den Vorgesetzten. Ich kapiere nach wie vor nicht, warum Frauen auf Röcke reduziert werden sollen (egal was für Krautstampfer da drunter vorlugen) und wieso Männer unbedingt weiße Hosen anziehen sollen. Abgesehen davon, dass die Klamotten bei mir zur Frühstückspause schon hemmungslos eingesaut wären (Kaffee sieht man da halt recht deutlich und meine Kundschaft bringt mich öfter mal zum „prusten“): Weiß ist eine dämliche Bürofarbe. Und ich seh darin aus wie Tod auf Urlaub.
Die Mitarbeiter sind Bürgerfreundlich, weil sie es aus sich heraus tun. Kein Klamottenzwang, kein zum Animateur mutierter selbsternannter Motivationskünstler wird es mit „Tschakka, du schaffst es“ packen, einen ausgewiesenen Muffischlumpf zum Bürgerfreund zu machen. Der hat dann höchstens ne Entgiftungskur in einem asiatischen….äh ja, genau. Ich komm zum Anfang.
Aber diese Erkenntnisse sind bei der rheinischen Frohnatur recht unangebracht. Zumal die rheinische Frohnatur schnell selbst zum Muffischlumpf wird, wenn die Kollegen mangelnde Begeisterung ob der Motivationsfähigkeiten unseres Freundes erkennen lassen.
Und genau DAS ist das, was ich an Behörden allgemein kritisiere. Und wo ich mich bis zu meiner Rente nicht mit abfinden werde:
Tünche statt tatsächlicher Reformen. „So tun als ob“ statt tatsächlichem Umdenken. Mitarbeiterbeteiligung wird groß geschrieben. Aber nur, wenns an die Verteilung der Verantwortlichkeiten geht. Wenns an die Belohnungen geht, sind die Mitarbeiter auf einmal untergeordnet und haben dem großen Mufti zugearbeitet. Ich hab das Glück, das MEIN Chef anders ist. Den soll mir bloß keiner mehr wegnehmen. Meiner. Der ist adoptiert. *g* Aber ich kenns auch eben genau anders.
Echte Bürgerfreundlichkeit wird erst erreicht, wenn der Bürger als gleichberechtigtes Wesen wahrgenommen wird. Und das wird erst erreicht, wenn er nicht mehr am unteren Ende der Nahrungskette steht. Derzeit isset doch häufig so: Amtsleiter sauer => Anschiss Abteilungsleiter => Anschiss Mitarbeiter => Anschiss Bürger wegen irgendwas.
Das muss sich ändern. Da ich aber auch Behörden zu gut kenne, glaube ich auch, dass es frühestens Weihnachten was wird.
2520.
Übrigens ist das auch keine Einbahnstraße. Auch die Kollegen vor Ort können den Respekt erwarten, den man dem Bürger entgegenbringt. Wir haben hier im Dorf am Rande der Großstadt wirklich einen Haufen hochengagierter und -qualifizierter Leute. Und die sind nun wahrlich nicht zu beneiden mit ihrem täglichen Umgang.
[Bild liefer ich heute abend nach, da ist noch etwas Nacharbeit erforderlich *g*]
WÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄH
Es reeegnet ganz doll. Die Straße ist pitschnass. *lautwein*
*schnüffel*
Ich fahr jetzt nach Hause. *tränchenvergieß*
Die Pfeiffe
Wer hat den eigentlich zum Universalgelehrten für alle Forschungsgebiete ernannt? Christian Pfeiffer wird ja zunehmend unerträglicher.
Aktuell hat er sich in die Diskussion um Strafverschärfungen bei Polizistenangriffen eingemischt und gemeint, man soll den Leuten den Alkohol entziehen, weil die Angriffe so stark gestiegen sind.
Erstmal: Es ist ein Unding, wenn Polizisten angegriffen werden. Gerade Streifenpolizisten tun nur ihren Job und mehr nicht. Sie habens echt nicht nötig, dass die noch von irgendwelchen Vollgesoffskis angegriffen werden. Aber:
Es sind halt genau die Vollgesoffskis, die sich im besoffenen Kopp kloppen und dann die „Bullen“ rufen, um zu schlichten. Und die sich dann aufregen, weil sie im Suffkopp nicht mehr raffen, dass sie selbst oder aber die gequälten Nachbarn selbige gerufen haben – und dann ausrasten, weil da jemand für Ruhe sorgen möchte.
Diese Vollgesoffskis sind aber nicht der Regelfall, egal was RTL und Kabel1 so suggerieren mit ihrem „Toto und Harry“ und Co. Der Regelfall sind normale Bürger, die mal abfeiern wollen. Und das auch dürfen.
Es wird immer vereinzelt Leute geben die dann austicken, weil sie den Alkohol nicht vertragen. Und genau DAFÜR sind die Herren in Grün (oder blau) auch geschult. Deeskalation und notfalls Festnahme und Aufnahme in die Ausnüchterungszelle. Strafanzeige folgt.
Handlungsbedarf null.
Oder der von dem unerträglichen Pfeiffer angeführte Schlag mit dem Baseballschläger mitten ins Gesicht, anschließend Tritte gegen den Kopf:
Das ist mindestens versuchter Totschlag. Wer jemanden mit einem massiven Holzprügel ins Gesicht schlägt, nimmt schwerste Verletzungen bis hin zum Tod in Kauf. Strafmaß imho nicht unter 2 Jahre. Bewährung ausgeschlossen.
Was will man denn da noch verschärfen? Will man jetzt eine Lex Polizei schaffen? „Du hast 2 Leute mit dem Basie halb totgeschlagen. Der erste war Polizist, das macht dann 2 Jahre für den Normalmenschen und 5 Jahre für den Polizisten = 7 Jahre Knast“. Soll das etwa so laufen?
Dann hätten wir zweierlei Maß bei der Gesetzgebung und wir hätten Leute, die gleicher vor dem Gesetz sind als andere.
Schützt die Polizisten: Gerne. Jederzeit. Aber nicht so.
Gebt ihnen vernünftige Ausrüstung, Schulungen, die ihre Geld wert sind und vor allem bezahlt sie anständig. Dann braucht man auch keine neuen Gesetze.
Es passt zur Pfeifferschen Pfeife, dass natürlich mal wieder das ganze Übel links liegt:
„Immer jünger, immer betrunkener, und wenn es sich um politische Dinge handelt, dann immer linker“, fasste Pfeiffer das Täterbild zusammen.
Ja, nee. Is klar. Sorry, aber der Schwarze Block bestand doch meinen Informationen nach überwiegend aus Provokateuren der Polizei, oder seh ich da was falsch? Und irgendwie sind alle Informationen über „Linke Gewalt“ etwas, was man als Allgemeinplatz sieht. Reale Fälle finde ich auch bei näherem Hinsehen nicht. Dafür aber jede Fälle von Polizeigewalt, Stichwort Genua, wo es Tote gegeben hat.
Das wir uns nicht falsch verstehen: Gewalt ist zu verurteilen, egal welche „Farbe“ sie hat. Gewalt bringt keinen weiter.
Aber entweder bin ich auf dem linken Auge blind oder es ist tatsächlich so, dass die Linken gewaltfreier sind als die Rechten. Und dass man die linke Gewalt herbeiredet, damit man endlich was gegen das linke Gesocks in der Hand hält. Und das ist unlauter.
Aber andererseits bei einem Mann wie Pfeiffer nicht weiter verwunderlich.
Ohrwürmer
Das Problem mit Ohrwürmern ist ja, dass, wenn sie sich einmal in einem Ohr niedergelassen haben, dort hausen und nicht mehr rauszukriegen sind. *mpf*
Aber erklär mir doch mal einer die gedankliche Höchstleistung, wieso ich beim Motorradputzen dauernd das hier gesummt habe:
Hmpf. Ich glaub, die naheliegendste Erklärung ist, dass man Motorrad putzen nicht mag.
Und wenn der Regen es wagt, heute auf mein frisch geputztes Chrom zu tropfen, werd ich Petrus nach meinem Ableben im Klo ersäufen. *g*
Ehezeiten *g*
Gerade von einem guten Freund gehört.
„Schaaaaaaatz, da piepst was. Das ist bestimmt der Rauchmelder, guck bitte mal nach ob es brennt.“
„Mhmmhhhmmmhäääääh?“
„Schatz, nu geh doch endlich gucken, es brennt, der Rauchmelder piepst…“
*blinzel* *verschlafen durch die Gegend taps*
Kumpel rennt einmal durchs Haus, geht dann wieder ins Bett.
„Ich hab dein Handy wieder ans Ladegerät gehängt, darf ich jetzt weiterschlafen?“
Das er heute mit Wagenradgroßen Rändern unter den Augen durch die Gegend stromert, könnte daran liegen, dass das alles nachts um vier stattfand… *grinsel*
Ich geh den gleich mal gepflegt aufziehen 🙂
Ackermann
Soso, die Reizfigur Ackermann ist also mal wieder ausfällig geworden. Er hat mal öffentlich dass bezweifelt, was alle eigentlich wissen: Dass Griechenland niemals in der Lage sein wird, die Schulden, die sie grad machen, wieder zurückzuzahlen. Ebensowenig wie Deutschland übrigens.
Wir sehen an Griechenland gerade, wie in einem nie dagewesenen Ausmaß über die Hedgefonds Steuergelder privatisiert werden. Denn nichts anderes beabsichtigt Ackermann gerade.
Falls das noch keiner mitbekommen hat – da herrscht gerade Krieg. Die unkontrollierten Banken und Hedgefonds mit ihren zockenden Investmentbankern auf der einen Seite und die staatlichen Institutionen, die nach Meinung eben dieser BWL-Schnösel auf ein Mindestmaß zurückgestutzt gehören, auf der anderen Seite.
Ackermann hat das doch nicht aus Überheblichkeit rausposaunt, dass er Griechenland die Rückzahlung nicht zutraut – das war aktive Börsenbeeinflussung, um der Deutschen Bank mal wieder ein paar Milliönchen zu holen. Und ich glaub, das hat auch prima geklappt – Börsenanalysten mögen mich da berichtigen.
Wenn jetzt Zweifel an der Wirksamkeit des Rettungsschirms aufkommen, dann bricht der Euro zusammen. Und genau darauf wetten die Hedgefonds gerade. Und wenn ein Josef Ackermann solche Sprüche losläßt, dann läutet er die nächste Runde im Sautreiben um den Euro ein.
Der Euro hat Schwäche gezeigt. Und wie eine blutrünstige Hundemeute, die die Wildsau schon angestochen vor sich sieht, haben sich die Fonds jetzt in die Euroländer verbissen und versuchen sie kleinzukriegen.
Der Preis hierfür wird aller Wahrscheinlichkeit nach unglaublich hoch sein. Und das interessiert dieses zynische und spielsüchtige Zockerpack mal genau gar nicht. Denen gehts doch nicht um die Kohle. Davon haben die genug. Die wollen zocken, mehr nicht.
Und ob da jetzt ein paar Millionen Menschen im Spiel leiden müssen oder nicht, interessiert die mal gleich null.
Ich finde ja die Idee des Buddhismus für solche Menschen immer sehr sympathisch. Persönlich wünsche ich denen im nächsten Leben Hartz IV.
Wahl in NRW II
Die Wahl ist gelaufen, die CDU hat mit Anlauf auf die Schnauze bekommen und es bleiben ein paar Fragen von Dingen, die ich nicht verstehe.
– Warum ist der Rüttgers so furchtbar deprimiert? Wie abgehoben oder wie weltfremd muss jemand sein, das er angesichts der Sachlage tatsächlich geglaubt hat, dass er wiedergewählt wird? Denn das ist offenbar sein Hauptproblem: Er hat entgegen aller Umfragen nicht damit gerechnet, abgewählt zu werden. Die drohende Niederlage hat er offenbar völlig ausgeblendet, anders kann ich seine völlig enttäuschte Reaktion und seinen absoluten Unglauben, als er das Wahlergebnis gesehen hat, nicht erklären.
Wie realitätsverweigernd kann man sein? Und wie will so ein weltfremder Mensch ein Bundesland regieren, dass die Probleme hat, die NRW nun mal hat? Ne, ist schon gut, dass der weg ist.
– wieso glaubt die SPD eigentlich immer noch, dass sie mit Linken-Bashing Stimmen fangen kann? Die Leute haben inzwischn weit weniger Angst vor den Linken als vor den SED-Nachfolgern in den etablierten Parteien, die sich gegenseitig damit überschlagen, das Land „sicherer“ zu machen, indem sie Bürgerrechte abbauen und Zensur betreiben. Die Leute haben keine Angst vor einer Linken, von der sie sich besser vertreten fühlen als von der SPD, die schließlich HartzIV auf den Weg gebracht haben. Dass haben die Leute der SPD noch nicht vergessen.
Naja, was wetten wir, dass Frau Kraft jetzt die Ypsilanti macht? Und anders als die, damit durchkommen wird? Mal sehen, wann die begreifen, dass die Linke Teil der Parteienlandschaft ist.
– apropros Linke. Die Piratenpartei ist auf dem Weg, die 5%-Hürde bei einer der nächsten Wahlen zu überspringen. In Aachen haben die wohl 4,2% bekommen. Sehr schön. Was wetten wir, dass unsere Volksvertreter auf einmal Internetthemen auf der Agenda haben und glauben uns mit Augenwischereien aka Arbeitsgruppen mit vielbeschäftigten Leitern, einlullen zu können.
Irgendwie ist bei denen alle noch nicht angekommen, dass das Wahlvieh mitdenkt. Und dass die Zeiten sich deutlich geändert haben.
Find ich gut, so sägen die sich selbst ab.
Aber das beste an allem ist, dass der Rüttgers weg ist. Und unser Land erstmal komplett unregierbar geworden ist. Politik wird wieder spannend. 😉
Galileo
JAUUUUUUUUUUUULLLLLLLL ich sollte nicht DAUjones lesen.
Galileo geriert sich als Mythbuster… der Alptraum jedes Admins, ernsthaft.
Boah ich kotz mal.
1. Schnellerer Prozessor:
Da fehlen mal alle Daten zu Grafikkarte und Arbeitsspeicher. Oder wieviel Kerne im Prozessor stecken. Nur so läßt sich erklären, dass der schnellere Prozessor schlechtere Bilder liefert. Ein PC ist niemals nur von der Geschwindigkeit des Prozessors abhängig sondern ein Zusammenspiel aller Komponenten.
2. Magnete löschen Festplatten.
Antwort: Nein, aber sie machen den Lesekopf kaputt. USB-Sticks werden nicht gelöscht.
*schluchz*
Zum USB-Stick: das ist ein Flashspeicher, der _kann_ magnetisch nicht gelöscht werden, weil er die Daten mit einem anderen Verfahren speichert. Eine Festplatte besteht aus Stapeln von magnetisierten Kunststoffscheiben, wo die Daten dem binär entsprechend magnetisiert werden.
Geht man da mitm Magneten drüber, verändert sich die Magnetisierung an dieser Stelle. Dass der metallene Lesekopf, der zwischen den Scheiben rumflitzt, noch verbogen wird, ist ein „Zusatzgimmick“, aber die Daten sind mit dem Magneten schon recht zuverlässig gelöscht. Die Festplatten sind im Gehäuse vor Magneten bis zu einem gewissen Grad abgeschirmt, aber wenn der Magnet stark genug ist, reichts aus.
3. Kann man Spammails abbestellen?
Richtig dargestellt. Ausnahmsweise.
4. Abschalten ohne Auszuschalten ist problemlos
GNAAAAAAAAAAAAAAAA. Es kann nicht nur zu Datenverlust kommen, wenn man im laufenden Betrieb der Festplatte den Strom klaut liegt der Lesekopf oft mitten auf der Festplatte auf – der kann nicht mehr in die Parkposition gefahren werden. Ja, die gibts noch. Es reichen kleinste Erschütterungen für einen Headcrash. Um nur mal eins zu nennen. Was sowas den Elkos und Spannungswandlern auf dem Board antut, darüber schweigen wir mal. Wer seinen PC zuverlässig ins Nirwana befördern will: Nur zu. Wie zum Teufel haben sich die Trottel für sowas hergeben können?
5. Braucht man Bildschirmschoner?
Der Experte hats ja richtig dargestellt. Aber der Stand-by-Modus hat damit ungefähr soviel zu tun wie ne Kuh mitm Eier legen. *seufz*
6. Akku immer entladen und aufladen?
*seufz*
Wikipedia ist ja die Löschhölle, aber sie weiß Rat:
http://de.wikipedia.org/wiki/Li-Ionen-Akku
Ich wünschte mir manchmal, dass Galileo vor der Sendung die Experten nochmal befragt, ob auch stimmt, was da drinsteht. Wobei die beiden Vollpfosten da nicht gerade eine gute Figur gemacht haben.
Unterschichtenfernsehen
Wer läßt eigentlich die Psychopathen von der Klinik ins Fernsehen?
Mein persönliches Highlight von der „Trainerin“: Sie fordert von einer Arbeitssuchenden, dass sie sich mit dem Megaphon auf einen belebten Platz stellt, und den Satz: „Mein Name ist Corinna, ich bin fleißig, pünktlich und ehrlich und ich suche einen Job.“
Als sich die Arbeitssuchende mit Recht weigert, meint die Trulla nur „Sie müssen selbstbewusster werden.“
Kopf => Tisch
Austanzen
So schlimm wie die Ölkatastrophe in den USA gerade ist… es gibt immer noch den einen oder anderen Lacher am Rande.
Meine Herren, wer tanzt die Amis und uns gerade eigentlich politisch NICHT aus?
Griechenland
Euch kommen die ganzen Hetztiraden gegen die faulen, korrupten Griechen, die nur unser Geld wollen, seltsam vor?
Ihr seid angewidert von der platitüdenhaften Wiederholung immer und immer wieder derselben Klischees?
Dann informiert euch mal richtig. Als Bonus gibts einen Auszug aus den Kommentaren, der vom Autor selbst gepostet wurde.
In drei Sätzen: Seit der Euro-Einführung sind die Preise so explodiert (in machen Bereichen des täglichen Lebens um 40 Prozent), dass die Löhne zumindest teilweise nachziehen mussten. Das hat die ohnehin schwache Industrie noch weniger wettbewerbsfähig werden lassen. Und dann kam die Finanzkrise, die alle drei Säulen der griechischen Wirtschaft (Schifffahrt, Tourismus und Bau) extrem getroffen hat. 15 Prozent des BIP weg, mehr als in jedem anderen Euroland. Und in dieser Situation begannen die Banken, gegen Griechenland zu zocken. Das war dann das.
Da sind unsere Bailouts aber mal so richtig gut angelegt, was?
Na, da haben die Banken aus der Finanzkrise aber mal so richtig gelernt.
/update: Link nachgeliefert. hatte ich vergessen.
Auf dem Kriegspfad
Meine Herren, die geballte Kompetenz beim Newsletterversand…
ich bin grad dabei, mal das dienstliche „Hauptpostfach“ zu bereinigen und alle Newsletter abzubestellen, die bei uns keiner haben will.
Also, „Internet-Inkompetenz“ ist jetzt nicht das Wort, was mir zu den Firmen einfällt… das wäre zu schwach.
Da funktionieren Abmeldelinks nicht. Wenn man dann bei den Firmen anruft und mal drauf hinweist, dass man die Werbung nicht mehr im Postkasten haben will und die doch den Versand an einen bitte einstellen sollen, sind die (outgesourcten) Hotlines immer wieder ein Quell wahrer Freude. Es gibt da so verschiedene Mitarbeiterkategorien, die da meines Erachtens nur sitzen, weil sie sonst eine Atomexplosion am Brotbackautomaten verursachen würden.
– der Hektische:
„Tach, mein Name ist Tante Jay, ich will den Newsletter nicht mehr. Der Abmeldelink funk…“
„Da müssen sie auf den Abmeldelink unten klicken“
„Der funktio…“
„Sie müssen schon tun, was ich ihnen sage, sonst kann ich ihnen nicht helfen“
„Ich habe geklickt, aber…“
„Dann kriegen sie den auch nicht mehr.“ *klick*
Äh. Ja. Hab ich doch gekriegt.
– der Aggressive:
„Tach, Tante Jay hier. Ich würd den Newsletter gerne abbe…“
„Wieso, was stimmt denn nicht mit dem? Haben sie vielleicht Probleme?“
….
und last but not least:
– der verirrte Dipl.-soz. päd.
„Tach, Tantchen Jay hier. Ich kann den Newsletter nicht abbestellen.“
„Warum wollten sie ihn denn abbestellen, wenn ich fragen darf?“
„Weil is Werbung. Und Werbung ist doof. Außerdem ist es Werbung für die Personalabteilung und die brauch ich in meinem Bereich nicht.“
„Können wir ihnen einen anderen Newsletter anbieten?“
„Sie können mir keinen Newsletter anbieten. Ich will die Dinger nicht, die verstopfen meinen Postkasten.“
Und hier kam der Satz wo ich dachte: Beende das Gespräch. Aber erst wenn du ihn ausgelacht hast:
„Ich spüre da eine Aggression von ihnen, dass tut ihnen nicht gut und mir auch nicht. Man kann doch über alles reden, Aggressionen braucht man doch nicht ausleben.“
*schallendes Gelächter meinerseits*
„Ach herrje, wie kommt denn ein Sozialpädagoge in ein Callcenter?“
*beleidigt*
„Diplom-Sozialpädagoge. Und das geht sie gar nichts an.“
🙂
Kenn ich meine Schweine am Gang oder nicht? *g*
Die anderen waren fix abgefrühstückt und gerade hatte ich zumindest jemanden am Rohr, der kompetent _wirkte_.
Mal schaun. 😉