Archiv der Kategorie: Ärgerliches
Einmal ist einmal zuviel?
Die Odenwaldschule hat *wieder* einen Lehrer entlassen. Weil er strafwürdiges Material auf dem Rechner hatte.
Die Odenwaldschule hat *immer noch* das fatale „Familiensystem“ laufen, das bereits so viele Opfer gekostet hat. In diesem System sind die Kinder schutzlos den Lehrern ausgeliefert. Und das „Vier-Augen-Prinzip“, erweitert um die Tatsache, dass die Lehrer nicht mehr mit den Kindern zusammenwohnen, macht das nicht besser.
Die Odenwaldschule weigert sich beharrlich, die Opfer zu entschädigen. Mit dem Hinweis, dass sonst kein Geld mehr für die Schüler da wäre. Sie ist allenfalls bereit, ein paar Almosen zu zahlen, aber nicht die Beträge, die nötig wären, das Leid zu lindern.
Die Odenwaldschule hat sich überlebt. Sie muss geschlossen werden. Der Ruf ist endgültig verspielt, das ganze ist nur noch wie das schmerzhafte maschinelle Am-Leben-halten eines Todgeweihtn um jeden Preis. Doch dieser Preis ist zu hoch, denn er kann Leben kosten.
Die Odenwaldschule *kann* ihren Ruf nicht mehr wiederherstellen. Das Lebenswerk Hartmut von Hentigs und Gerold Beckers verdient es, vergessen zu werden. Die Männer verdienen es, vergessen zu werden.
Und die Odenwaldschule verdient das auch.
Studien
In letzter Zeit gibt’s ja immer wieder mal Versuche, endlich von diesen halb verhungerten Models wegzukommen hin zu Models, die etwas realistischer sind.
Zeit, für eine Studie, die das mal kaputt macht, meint ihr nicht? Ich meine, wo kommen wir denn dahin, wenn wir hier auf einmal realistische Models haben.
Auftritt einer internationalen Forschergruppe inklusive Studie.
Nun kann ich nicht die Studie selbst bewerten, dafür fehlt mir das Rüstzeug. Also hab ich mir den ersten aus der Forschertruppe gegriffen und mal hinterher gegoogelt.
Keine weiteren Fragen. Wurde die Studie von Heidi Klum bezahlt oder was?
Ach guck an
Die 12 Stämme schlagen zurück. Technikfeindlich – aber PR-bewußt haben sie das Internet für sich entdeckt, um Werbung in eigener Sache zu machen.
Kurzer Hintergrund: Die Sekte „züchtigt“ ihre Kinder und tritt für Homeschooling ein und für das Recht, disziplinieren zu dürfen. Alle Aussteiger sagen übereinstimmend, dass es Kindesmisshandlung ist, was dort stattfindet und ehrlich gesagt, weiß ich auch nicht, wie ich Schläge mit BDSM-Equipment (Paddel und Ruten) anders deuten soll.
Homeschooling wird hauptsächlich deshalb gefordert, weil die Kinder in der Schule mit den harten Realitäten wie „Evolutionstheorie“ und „Sexualkunde“ in Berührung kommen. Das wird strikt abgelehnt. Es wird die Bibel gelehrt und sonst nix.
Völlig zurecht hat also das Jugendamt *ENDLICH* den Sack zugemacht und die Kids aus diesem Verein geholt. Versteht mich nicht falsch: Ich glaube, die Eltern lieben ihre Kinder. Das tun alle Eltern. Sie sind nur erziehungsunfähig. Und dann müssen die Kinder aus den Familien geholt werden. Zumal in der Sekte JEDER die Kinder „disziplinieren“ darf.
Und wir wissen alle, dass Gottesfurcht nicht davor schützt ein ziemlich krankes Individuum zu sein. Die Kinder sind diesen Idioten schutzlos ausgeliefert.
Nope. Es dürfen keine Kinder in dieser Sekte verbleiben. Die Entscheidung des Richters, Kinder wieder zurückzugeben, weil sie „zu jung“ sind um dort geschlagen zu werden, ist völlig unverständlich.
Sehr verständlich aber ist der Versuch der 12 Stämme, die Kinder zurückhaben zu wollen. Nochmal: Die Eltern lieben ihre Kinder. Aber solange sie glauben, man erzieht Kinder, indem man ihnen die Scheiße aus dem Hirn prügelt, sind sie nicht fähig, Kinder zu erziehen.
Die Kindheit ist kein Bootcamp. Und Kinder sind keine dressierten Zinnsoldaten. Wer SO erzieht, produziert willfährigen Gehorsam, aber keine glücklichen und stabilen Kinder.
Sie zeigen mit ihren Klagen und Anzeigen keinerlei Einsicht. Also kriegen sie die Kinder auch nicht zurück. Die herzzerreißend geschriebenen Briefe der Kinder darf man getrost zu den Akten legen – da hängen die Gemeindeoberen mit Hirnwäsche drin, es ist anzunehmen, dass die Kinder noch genug Angst vor diesen Schlägertypen haben.
Imho wäre jetzt mal darüber nachzudenken, da ein Kontaktverbot auszusprechen.
Das kann man nicht vergleichen
Immer wieder, wenn man die FGM ins Spiel bringt um klarzumachen, dass die Entscheidung, ob und wann das Genital eines Kindes beschnitten werden soll, beim Kind liegt und frühestens mit dem 18. Lebensjahr getroffen werden kann, bekommt man an den Kopf geworfen:
„Aber das kann man nicht vergleichen“
Kann man nicht?
Cybermobbing-Hysterie?
Gestern tobte in Facebook eine Diskussionsschlacht, die ihresgleichen suchte. Die Frage war, ob Cybermobbing „schlimmer“ ist als „reales“ Mobbing oder ob da nicht die Medien Hysterie betreiben, um „das böse Internet“ zu verteufeln.
Und egal was ich schrieb – es wurde marginalisiert, miniaturisiert, abgetan. Und das mit einer Nonchalance, die atemberaubend ist. Und gipfelte in der „scherzhaften“ Vermutung, ich sei doch derzeit etwas Hormongesteuert, weil ich mich so aufrege.
Diesen Leuten empfehle ich die Einträge von August/September 2009, im übrigen.
Aber ist Cybermobbing jetzt eine Hysteriewelle, die durch die Medien schwappt, künstlich aufgebauscht? Oder ist da was dran, dass das schlimmer ist?
Verbieten
Gregor Gysi hats gesagt. Stephanie zu Guttenberg hats gesagt:
„Der Verkauf von Nacktbildern von Kindern muss grundsätzlich verboten werden.“
Klingt doch toll, oder?
Nur Sex?
/update, weil erzählmirnix das so gepostet hat, gehört das der Vollständigkeit halber hier rein. Folgen muss ich dem ja nicht 😉
Diese Petition von Stängele geht mir inzwischen ziemlich derbst auf den Sack. Bzw. auf die nicht mehr vorhandenen Eierstöcke. Aber mal so richtig.
Warum?
Nicht nur, dass Stängele in profunder Ignoranz befürchtet, dass auf einmal ganz viele homosexuelle Kinder an den Schulen produziert werden – nö. Auf einmal kommen die BDSM-Leute um die Ecke und wollen ihren „Lifestyle“ auch so ausleben. Sie nennen es Neigung.
Und an der Stelle:
Nein, liebe Leute. Nein.
Das hier ist ein klarer Gegenentwurf zu diesem Post und angefangen hatte die Diskussion bei erzählmirnix.
/update: Oh, und Miria macht sich hier ein klitzekleines bisschen der Bigotterie schuldig.
Wie man sich bettet…
…so liegt man.
Da gabs doch diesen norwegischen Idioten, der es für eine gute Idee gehalten hat, Kinder umzubringen und eine Bombe hochgehen zu lassen um ein politisches Statement zu setzen.
Auf seinen Geisteszustand hin untersucht hat er vehement dafür plädiert, doch bitte ins Gefängnis zu gehen und nicht in eine Anstalt. Er sei nicht verrückt.
Nunja, in einer Anstalt hätte er aller Wahrscheinlichkeit nach die Probleme nicht, die er jetzt hat.
„Folter“ weil er „nur“ PS/2-Spiele zur Verfügung hat und mit der Hand schreiben muss? Der einzige Punkt, den er hat, ist die lange Einzelhaft. Die *ist* in der Tat inzwischen als Folter anerkannt worden. Muss man dem da echt so einen Elfmeter vorlegen?
Nichtsdestotrotz:
Ich wünsche ihm einen langen Hungerstreik.
Und vielleicht hätte ihm vorher mal jemand sagen sollen, dass es im Gefängnis jetzt nicht wirklich wie in einer Sommerfrische ist. Und das man da auch keinen Urlaub macht. Echt nicht.
Gute und schlechte Petitionen
Derzeit gibts ja Petitionen zur Beschneidung wie Sand am Meer. Eine sticht da ziemlich heraus.
Diese hier.
Erstens: Es ist nicht nur das jüdische Krankenhaus in Berlin, dass Babies beschneidet.
Zweitens: Nur etwa 0,23% aller Beschneidungen in Deutschland sind jüdische. Der weitaus größere Teil sind muslimische und „medizinische“ – weil die Kinderärzte gewaltsam die Vorhaut zurückgezogen haben, um „darunter sauberzumachen“, weil Urologen im Alter von 1, 3 oder vor der Einschulung festgestellt haben, dass die Vorhaut noch nicht frei beweglich ist und daher „Phimose“ und „muss ratzekahl beschnitten werden“.
Weil die Eltern finden, dass es schöner aussieht, weil sie die Masturbationsfähigkeit des Kindes herabsetzen wollen (Zitat: „Und dann hört auch die Fummelei da unten auf“)… es ist endlos. Weil es ja so toll vor Krankheiten schützt die man prima anders behandeln kann. Lies den Rest dieses Beitrags
Hilfe von außen
Cornelius Gurlitt, der Kunstsammler, den der Staat Bayern möglicherweise um seine Kunstschätze betrügen wollte, hat jetzt Hilfe bekommen.
Eine kleine Armada aus Anwälten, einem Medienmenschen und seinem Betreuer hat sich in Bewegung gesetzt und erstmal Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt – jemand hat offenbar Dienstgeheimnisse gezielt an die Medien durchgestochen.
Hinzu kommt, dass noch nicht mal die 300 Bilder, die inzwischen zweifelsfrei Eigentum von Cornelius Gurlitt sind, zurückgegeben wurden. Zu groß die Gefahr, dass nach dem Medienrummeln ein paar nette Herren bei ihm vorbeifahren und ihm ein Angebot machen, dass er nicht ablehnen kann.
Tja, und nun? Für die beteiligten Behörden wirds nun eng. Hoffen wir, dass der Sack auch zugemacht wird.
Anspruch und Wirklichkeit
„Eine Frau kann im Prinzip alles, was ein Mann kann – und sich immer öfter zu fragen: Warum nur kann ein Mann im Alltag nicht alles, was eine Frau kann?“
Emma, Ausgabe Mai/Juni 2006, Editorial, www.emma.de
„Ich glaube nicht, dass Männer von Natur aus aggressiv sind. Was sie aggressiv werden lässt, ist Macht, zuviel Macht. Diese Macht korrumpiert, nicht das Geschlecht.“
„Frauen sind nicht etwa die besseren Menschen, sie hatten bisher nur nicht soviel Gelegenheit, sich die Hände schmutzig zu machen.“
Wer stalkt den Stalker
Es ist doch zum haareausraufen. So sehr ich Social Web mag, wenn jemand das nutzt, um hier seine emotionale Krücke aufzubauen, dann ist das echt übel.
So geschehen im „Freundes“kreis (bei Facebook sind wir ja alle Freunde, gelle).
Ein minderjähriges Mädchen macht die Bekannschaft mit einem über 30jährigen Mann.
Wie die kleinen Kinder
Oh Mann, man kriegts doch echt…
Da schreibt eine ehemalige Prostituierte einen ziemlichen Kracherbrief an ihre ehemaligen Freier, die dort ziemlich heftig beleidigt werden. Und sie stellt fest: Sie mochte sie nicht. Sie hat wegen dem Geld mit den Männern geschlafen, nicht, weil sie so nett waren. Ich zitiere aus einer Übersetzung:
„Wenn du mein Aussehen gelobt hast, meinen Körper oder meine sexuellen Fähigkeiten, hättest du genauso gut auf mich spucken können. Du hast nicht den Menschen dahinter gesehen. Du hast nur das gesehen, was deiner Illusion der geilen Frau mit der nicht zu stoppenden Sexlust entspricht.“
Ich frag mich ja, was sie erwartet, wenn sie Sex gegen Geld anbietet? Rosen? Romantisches Dinner zu zweit? Eine dauerhafte Beziehung á la „Pretty Woman“?
KiKa klärt auf
Heute: Was ist die Beschneidung.
Wenns nach den Filmerstellern geht, ist die Beschneidung ein superduper Fest. Man opfert ein Stückchen Haut, was man eh nicht braucht und kriegt dafür Geschenke. YAY.
Dass die Realität sehr häufig völlig anders aussieht, dass es sehr wohl hochtraumatisierende Erfahrungen sind, egal in welchem Alter, und dass es sich um einen Akt handelt, der die sexuelle Erlebensfähigkeit herabsetzen soll – also eine kritische Auseinandersetzung findet hier nicht statt. Es wird nicht thematisiert, was eine Beschneidung in Wirklichkeit bedeutet. Kinderärzte wurden auch sehr offensichtlich nicht gefragt.
Ich glaube, nein, ich weiß, dass viele der Kinder, die einst beschnitten wurden, heute, als Erwachsene, massive Probleme haben. Seien es ein Ali Utlu, ein Önder Özgeday, ein Tayfun Aksoy oder ein Alexander Mahmud Bachl – sie alle haben massive Probleme mit ihrer Beschneidung.
Bei Mädchen ist so etwas völlig zu Recht verboten. Doch Jungen sind in der Hinsicht Freiwild, der § 1631d BGB verstößt gegen fast alle verfassungsrechtlichen Grundsätze. Er verstößt gegen den Grundsatz, dass keiner aufgrund seines Geschlechts bevorzugt oder benachteiligt werden darf. Er verstößt gegen den verfassungsrechtlichen Grundsatz der Unverletzlichkeit des Körpers. Und er verstößt gegen die Religionsfreiheit der Kinder. Wer sagt denn, dass die später auch die Religion der Eltern annehmen wollen? Doch durch die Beschneidung ist diese Religion buchstäblich für immer in ihr Fleisch geschnitten. Die Religionsfreiheit für Jungen ist nicht mehr existent.
Die Beschneidung entfernt bis zu 1/3 der Hautoberfläche des Genitals. Und zwar die, mit den meisten Nervenenden. Was übrigbleibt, ist für manche Männer ein Fortpflanzungsorgan, dass so taub ist, dass Sex alles macht – nur keinen Spaß mehr. Diese Männer stehen auf, sie äußern sich, sie SAGEN, was ihnen angetan worden ist. Seiten über Vorhautrestorationstechniken sowie Techniken zum Schutz der verbleibenden Nerven der Eichel vermehren sich, es gibt die ersten Produkte, die explizit dazu entwickelt wurden, die Eichel zu De-Keratinisieren.
All das würde nicht passieren, würde es hier keinen Markt geben. Und es wäre doch mal schön, wenn man diesen Markt austrocknen könnte. In jeder Hinsicht: Einfach aufhören, an Kindergenitalien herumzuschnitzen.
Es hat nur EINER das Recht, über seine Genitalien zu entscheiden: Derjenige, der mit ihnen leben muss. Es ist kein Familienpenis über den im Familienrat entschieden wird.
Der Kinderkanal hätte all das thematisieren und kindgerecht aufbereiten können. Doch die Tellux-Film GmbH, die das Video produziert hat, hat sich entschieden, ein sinnfreies Werbevideo für die Beschneidungsindustrie zu produzieren anstatt ihrem Bildungsauftrag nachzukommen und zumindest neutral zu informieren.
Die Tellux-Gruppe wird übrigens mehrheitlich von den katholischen Bistümern unterhalten.
(Recherchearbeit dreist übernommen aus dem Beschneidungsforum. Danke Jungs und Mädels, habt mir ne Menge Arbeit erspart 😉 )